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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 26.03.2020

Spannend und wendungsreich

Verity
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Lowen ist eine aufstrebende, aber noch recht erfolglose Autorin. Durch einen glücklichen Zufall wird sie ausgewählt, die Buchreihe der berühmten Verity Crawford weiterzuschreiben, da diese seit einem schweren ...

Lowen ist eine aufstrebende, aber noch recht erfolglose Autorin. Durch einen glücklichen Zufall wird sie ausgewählt, die Buchreihe der berühmten Verity Crawford weiterzuschreiben, da diese seit einem schweren Autounfall ein Pflegefall ist.
Was Lowen nicht erwartet hat ist, dass sie sich Hals über Kopf in den Ehemann von Verity, Jeremy, verliebt. Und auch er entwickelt Gefühle für die junge Autorin. Doch ein düsterer Fund im Haus der Crawfords scheint ein schreckliches Geheimnis zu enthüllen, das die aufkeimenden Gefühle zwischen den beiden zerstören könnte...

Ich habe bisher noch nichts von Colleen Hoover gelesen, daher konnte ich ganz unvoreingenommen in die Geschichte eintauchen.
Mir hat "Verity" auf jeden Fall sehr gut gefallen, denn die Autorin hat spannende Wendungen in die Handlung eingebaut, die es einem fast unmöglich machen, den Roman aus der Hand zu legen. Zudem sind diese Twists unvorhersehbar und erzeugen somit einen außergewöhnlichen Spannungsbogen.

Auch die Beschreibung der Charaktere ist gut gelungen. Zwar sind mir die Protagonisten anfangs noch etwas fremd gewesen und ich brauchte eine Weile, um mich in sie hineinzuversetzen, doch es lohnt sich trotzdem weiterzulesen.
Der Perspektivwechsel, der hier in die Erzählweise eingeflossen ist, gibt der Handlung eine besondere Tiefe und ermöglicht dem Leser, die Handlung aus verschiedenen Sichtweisen zu verfolgen.

Der Schreibstil von Colleen Hoover ist ebenfalls sehr ansprechend, einfach und schnell zu lesen und transportiert trotzdem Gefühl. Die düstere Grundstimmung des Romans verleiht der Handlung einen besonderen Rahmen. Auch Passagen, die dem Leser einen angenehmen Grusel bescheren, sind vertreten.

Ich kann also mit gutem Gewissen sagen, dass das Buch die tollen Bewertungen wirklich verdient.
"Verity" hat, aus meiner Sicht, fünf von fünf Sternen verdient.

Tolles Buch! Es gibt auf jeden Fall eine Leseempfehlung von mir.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.03.2020

Ein kurzweiliger, schöner Liebesroman fürs Herz.

Hin und nicht weg
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Der Roman beginnt sehr kurzweilig, macht Freude am Lesen und unterhält sehr gut.
Der Autorin ist nicht nur eine schöne Handlung gelungen, auch ihre Protagonisten sind sehr gut herausgearbeitet und wirken ...

Der Roman beginnt sehr kurzweilig, macht Freude am Lesen und unterhält sehr gut.
Der Autorin ist nicht nur eine schöne Handlung gelungen, auch ihre Protagonisten sind sehr gut herausgearbeitet und wirken auf Anhieb sympathisch. Schnell lernt man die einzelnen Hauptfiguren kennen, da die Kapitel abwechselnd aus der Sicht von Anabel und Rob geschrieben sind. So kann man ihre Gedankenwelt erforschen und versteht ihre Beweggründe, Sorgen und Gefühle.

Auch der Schreibstil hat mir gefallen. Das ganze Buch liest sich schnell, kommt ohne übermäßig verschachtelte Satzkonstruktionen aus und lässt einen förmlich durch die 425 Seiten fliegen.

Mein Fazit fällt daher wie folgt aus:
Der Roman punktet mit Charme, netten Charakteren und einer einfachen Handlung, die aber Spaß macht und viel Unterhaltung bietet. Zwar ist die Geschichte insgesamt recht vorhersehbar, aber für einen entspannten Liebesroman zwischendurch ist dieses Buch durchaus zu empfehlen.
Ich möchte deswegen vier Sterne vergeben.
Wieso nicht fünf?
Das Ende, wenn auch passend für diesen Roman, war im Grunde etwas zu viel. Hier kam einfach alles zusammen, was man sich ausdenken kann und wurde in einem kitschigen, trotzdem aber schönen Abschluss zusammengefasst. Ein bisschen weniger wäre an dieser Stelle vielleicht nicht verkehrt gewesen.
Nichtsdestotrotz - Leseempfehlung! Ganz besonders natürlich für Fans des Genres.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 02.09.2019

Sehr schön geschrieben

Washington Black
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Der ehemalige Sklave George Washington Black erzählt: Als kleiner Junge, verlebt er schreckliche Jahre auf einer Zuckerrohr-Plantage auf Barbados. Sein Besitzer ist grausam, gelangweilt und unberechenbar. ...

Der ehemalige Sklave George Washington Black erzählt: Als kleiner Junge, verlebt er schreckliche Jahre auf einer Zuckerrohr-Plantage auf Barbados. Sein Besitzer ist grausam, gelangweilt und unberechenbar. Erst als dessen Bruder Christopher "Titch" die Plantage besucht, ändert sich Washingtons Leben. Er soll dem ambitionierten Wissenschaftler helfen, einen Wolkenkutter zu bauen. Die beiden freunden sich an und so beginnt für Washingtion eine bewegte, neue Zeit...

Das Buch erschien erstmalig 2018 unter dem Originaltitel "Washington Black" und stammt aus der Feder der kanadischen Autorin Esi Edugyan.
Den Roman durfte ich im Rahmen einer Leserunde lesen und möchte daher nun meine Einschätzung zum Buch schreiben.

Gleich eingangs möchte ich sagen, dass der Klappentext etwas irreführend ist, da hier suggeriert wird, dass es sich um die Flucht eines Sklavenjungen in die Freiheit handelt. Diese Passage nimmt nur einen kleinen Teil der eigentlichen Handlung ein.
Auch die Pressestimmen, die den Roman mit Jules Vernes "In 80 Tagen um die Welt" vergleichen, sind meiner Meinung nach nicht zutreffend. Soweit dazu.

Nun möchte ich gern die eigentliche Handlung bewerten.

Die Autorin hat einen sehr bildhaften Erzählstil, dessen teilweise sehr poetischen Beschreibungen und wunderschönen Vergleiche dem Leser ein besonderes Leseerlebnis bieten. Mit dieser besonderen Art, zeichent sie ein lebhaftes, realistisches Bild von ihren Akteuren und der Umgebung, von den Ereignissen und Erlebnissen des Protagonisten.
Die handelndene Charaktere sind äußerst detailliert und ermöglichen dem Leser somit, an ihrem Leben teilzuhaben und lädt ihn ein, den Wendungen der Handlung zu folgen. Dies trifft besonders auf die ersten Kapitel im Buch zu, in denen Washington den Bruder des Plantagenbesitzers kennenlernt.
Weitere Protagonisten, die in die Handlung eingeflochten wurden, gingen irgendwann leider unter und hatten keinen nennenswerten Einfluss auf die Geschichte bzw. auf deren Verlauf.

Was ist noch zu sagen? Die Autorin verwendet für diese Geschichte den Blickwinkel von George Washington Black, der auf sein Leben zurückblickt und dem Leser von seinem Erlebten berichtet. So erfährt der Leser alles über die Gedanken und Gefühle des Protagonisten in der ICH-Perspektive. Hier zeigt sich allerdings auch ein kleines Manko: durch diese Sichtweise entgehen einem zum Teil die Beweggründe der anderen Personen, die im Roman eine Rolle spielen. Trotzdem hat die Sichtweise von Washington seinen Charme.

Ein weiterer kleiner Kritikpunkt meinerseits ist, dass die Handlung, trotz intensiver Beschreibungen und vielen Erlebnissen des Hauptcharakters doch einen nüchternen Touch beibehält. So folgt der Leser zwar Washs bewegtem Lebensweg, allerdings fehlt hier in meinen Augen teilweise das gewisse Etwas, das mich als "Zuschauer" dazu bringt, mit ihm zu fühlen, gemeinsam mit ihm traurig, glücklich oder überrascht zu sein.

Auch das Ende hat mich noch völlig überzeugen können. Zwar zeigt sich im gesamten Buch das schriftstellerische Können von Frau Edugyan, aber der krönende Abschluss ist nicht so gelungen, wie ich es mir erhofft hatte.

Kommen wir zu meinem Fazit: Ich habe es sehr genossen diesen Roman zu lesen, da hier ein besonderer Blickwinkel gewählt wurde. Schreibstil und die philosopischen, nachdenklichen Passagen in diesem Buch geben dem Roman einen sehr ernsthaften Anstrich. Auch die Darstellung der brutalen, willkührlichen Umstände auf der Plantage, auf der Washington seine ersten Lebensjahre verbringt, haben mich sehr nachdenklich werden lassen. Der bewegte Lebensweg des Protagonisten sowie die detaillierten Beschreibungen von Menschen, Umgebung und Ländern sind interessant und spannend, sodass man der Handlung gern folgen mag. Trotzdem gibt es das eine oder andere Manko, welches mir während des Lesens aufgefallen ist. Hier sind beispielsweise die Charaktere zu nennen, deren Einfluss auf die Geschichte so geringfügig war, dass man vielleicht auch auf die hätte verzichten können, oder die Tatsache, dass trotz sehr schöner Beschreibungen und bildhaften Darstellungen das Mitgefühl für den Protagonisten irgendwann nachließen.

Ich möchte "Washington Black" daher dreieinhalb Sterne geben. Die Idee und die Umsetzung sind in sich stimmig und ergeben ein beeindruckendes Gesamtwerk, doch Kleinigkeiten sorgen dafür, dass das Buch ein paar Sternchen einbüßt.
Aber Achtung! Wer einen Roman à la "In 80 Tagen um die Welt" erwartet hat, der wird mit diesem Buch vermutlich nicht glücklich werden. Für Leser, die nach einem nachdenklichen, melancholischen Zeitvertreib suchen, ist das Buch unbedingt zu empfehlen.

  • Cover
  • Idee
  • Geschichte
  • Erzählstil
  • Atmosphäre
Veröffentlicht am 12.07.2019

Wunderbar!

Der Berg
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Im Jahr 1924 bricht eine inoffizielle Expedition auf, um den Himalaja zu besteigen. Die Bergsteiger sind auf der Suche nach verschollenen Kletterern. Doch sie ahnen noch nicht, was sie auf den unwirtlichen ...

Im Jahr 1924 bricht eine inoffizielle Expedition auf, um den Himalaja zu besteigen. Die Bergsteiger sind auf der Suche nach verschollenen Kletterern. Doch sie ahnen noch nicht, was sie auf den unwirtlichen Hängen des höhsten Berges der Welt erwartet...

Dan Simmons Roman "Der Berg" handelt von einem weiteren Versuch den Mount Everest zu besteigen. Hauptperson dieser Handlung ist der junge Bergsteiger Jake Perry.

Simmons hat für dieses Buch einen besonderen Stil verwendet: er erzählt die Ereignisse als eine Art Tagebuch, als Memoiren Perrys.
Zudem versteht er es, die Grenzen zwischen Fakten und Fiktion verschwimmen zu lassen, sodass man fast nicht mehr unterscheiden kann, was wahre Begebenheiten sind und welche Passagen der Fantasie des Autors entsprungen sind.

Grundlage dieses spannenden Buches bildet der Besteigungsversuch des Everest durch George Mallory und Andrew Irvine, die auf dem Weg zum Gipfel verschwanden. Bis heute ist nicht geklärt, wieso der Aufstieg nicht glückte und ob einer der beiden Bergsteiger je auf dem Gipfel des Berges war.
Zu diesen Fakten gesellen sich schnell wunderbare Charaktere, hier ist besonders der Protagonist Jake Perry hervorzuheben, bei dem man sich bis zuletzt nicht sicher sein kann, ob es sich um eine reale Figur handelt, oder nicht. Auch die anderen Charaktere, welche der Autor in seine Handlung einfügt, sind sehr plastisch und lebensecht dargestellt. Sie wachsen dem Leser schnell ans Herz und haben sowohl ihre positiven als auch negativen Seiten, was die Tiefe der einzelnen Akteure noch unterstreicht.

Was den Schreibstil selbst angeht, so hat Simmons eine sehr eloquente Ausdrucksweise und gibt dem Leser durch viele Beschreibungen die Möglichkeit, vollkommen in die Handlung einzutauchen. Schnell fühlt man sich an die wind - und schneeumtosen Hänge des Mount Everest versetzt und fiebert dem Aufstieg auf weit über 8000 Metern Höhe entgegen.

Ein kleines Manko gibt es allerdings. Der Autor verwendet viele alpine Fachbegriffe, die dem Laien nicht geläufig sind. Was für sehr ausführliche Recherche des Schriftstellers spricht, bringt dem normalen Leser ein paar zusätzliche Minuten Suche ein, damit man zumindest eine grobe Vorstellung der genannten Begrifflichkeiten bekommt.

Aber alles in allem fällt meine Bewertung sehr gut aus: vier Sterne.

Ich bin begeistert! Dieser Roman hat alles, was gute Unterhaltung haben muss. Spannung, Abenteuer und sehr gut ausgearbeitete Charaktere runden die Handlung ab.
Von mir gibt es auf jeden Fall eine Leseempfehlung, besonders für Leser, die bereits andere Werke des Autors kennen ("Terror", "Drood" etc.).
"Der Berg" wird nicht das letzte Buch von Simmons sein, das seinen Weg in mein Regal findet.

Veröffentlicht am 31.05.2019

Interessant, aber nicht das spannendste Buch der Autorin

Die Rosenzüchterin
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Ein Geheimnis umgibt das alte Rosenzüchterhaus von Le Variouf. Und alle Spuren scheinen in die Vergangenheit seiner Bewohnerinnen zu weisen – in die Jahre des Zweiten Weltkriegs, als die idyllische Kanalinsel ...

Ein Geheimnis umgibt das alte Rosenzüchterhaus von Le Variouf. Und alle Spuren scheinen in die Vergangenheit seiner Bewohnerinnen zu weisen – in die Jahre des Zweiten Weltkriegs, als die idyllische Kanalinsel Guernsey von deutschen Truppen besetzt war…

Dank meiner Mutter bin ich auf die Bücher von Charlotte Link gestoßen und so habe ich mir nach und nach einige ihrer Romane gekauft. Bisher war ich immer sehr begeistert von den Geschichten, doch "Die Rosenzüchterin" hat mich nicht richtig packen können.

Trotz eines historisch durchaus interessanten Hintergrunds und des tollen Schreibstils der Autorin, konnte mich dieses Buch nicht von Beginn an fesseln. Der Beginn zog sich recht lange dahin und war für meine Begriffe eher unspektakulär, wenn auch nicht langweilig. Dennoch habe ich sehr lange auf die richtige Spannung warten müssen. Hier und da flackerte sie auf, wurde aber durch viel Drama und die eine oder andere unwichtige Nebenhandlung wieder zurückgedrängt.
Glücklicherweise änderte sich das wieder mit den letzten Kapiteln. Hier wurde die Spannung wieder Schritt für Schritt in den Vordergrund gerückt, sodass ich schlussendlich doch von der Geschichte eingenommen wurde.

Was die Charaktere betrifft, so hat die Autorin hier wieder ihr Händchen für sehr detaillierte Beschreibungen bewiesen. Die Akteure wirken sehr lebendig, tiefgründig und echt. Rückblicke und kurze Gedanken der Protagonisten zur Vergangenheit, lassen den Leser am Leben der Handelnden teilhaben und geben somit noch Hintergrundinformationen zu jeder einzelnen Person. Dank dieser schriftstellerischen Kniffe, erschafft die Autorin sehr dreidimensionale Charaktere, zu denen man schnell eine Verbindung aufbauen kann.

Aber trotz des eingängigen und wortgewandten Schreibstils, der wunderbaren Kulisse und der interessanten Charaktere, hat mich dieses Buch nicht sofort packen können. Ich war zwar unterhalten, doch mir hat die Spannung gefehlt, sodass ich die Bezeichnung "Kriminalroman" etwas falsch gewählt finde.
Ich möchte daher drei Sterne und damit ein "Gut" vergeben. Leider ist "Die Rosenzüchterin" nicht das beste Buch von Charlotte Link.