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Veröffentlicht am 28.02.2020

Lügen, nichts als Lügen

Des Glückes dunkle Seele
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Klappentext: "Ihre Liebe soll ihn vor seiner düsteren Vergangenheit retten. Doch für ihre Hingabe zahlt sie einen hohen Preis! Neun Jahre in Haft. Unschuldig.

Als die Cutterin Christine Winterall den ...

Klappentext: "Ihre Liebe soll ihn vor seiner düsteren Vergangenheit retten. Doch für ihre Hingabe zahlt sie einen hohen Preis! Neun Jahre in Haft. Unschuldig.

Als die Cutterin Christine Winterall den Münchner Juwelier Alexander Helin kennenlernt, glaubt sie, endlich den Lebensgefährten gefunden zu haben, nach dem sie sich immer gesehnt hat. Seine scheinbare Sanftheit und seine Verletzlichkeit ziehen sie so stark an, dass sie alle Warnzeichen übersieht. Zu spät bemerkt sie die Abgründe, die in seiner dunklen Seele lauern. Zerfressen von Schuldgefühlen, begegnet er allen, die ihn lieben, kaltherzig und grausam. Sogar Christines Familie gerät in seinen Kosmos aus Finsternis und Tod.
Kann sie nach neun Jahren im Gefängnis endlich für Gerechtigkeit sorgen?"

"Des Glückes dunkle Seele" ist ein Psychothriller, der sich vom Mainstream abhebt. Was zuerst auffällt, ist der für einen Thriller anspruchsvolle Schreibstil, der Atmosphäre schafft. Durch die Erzählweise in Ich-Perspektive war ich ganz nach an Christine, ihren Gedanken, ihren Gefühlen dran.

In der Geschichte gibt es eine überschaubare Anzahl an Protagonisten, diese sind perfekt skizziert und facettenreich angelegt. Im Fokus steht Christine, die neun Jahre unschuldig im Gefängnis saß. Was genau geschehen ist, erfährt man jedoch erst zum Schluss, so dass man als Leser die gesamte Zeit über spekulieren kann. Christine ist Cutterin, Single, fühlt sich alleine zunehmende nicht mehr wohl. Als sie Alexander kennenlernt, der einen Juwelierladen führt, verliebt sie sich, hat Schmetterlinge im Bauch, doch Alexander scheint zwei Seiten zu haben... Die Geschichte ist geschickt angelegt, dadurch dass lange nicht klar ist, was überhaupt zu Christines Verurteilung geführt hat, baut sich eine Grundspannung auf. Neben der Handlung in der Gegenwart spielt der Hauptstrang, der am meisten Raum einnimmt, in der Vergangenheit. Nach und nach erfährt man was sich abgespielt hat, erfährt Details aus Alexanders Vergangenheit. Schockierende Details. Dabei baut die Autorin immer wieder Wendungen ein, so dass die Handlung nicht vorhersehbar ist. Von Anfang an ahnt man, dass diese Beziehung unter keinem guten Stern steht, es bleibt aber erst mal nur ein Gefühl.

Mir fiel es schwer, das Buch aus den Händen zu legen, vor allem gegen Ende ist die Spannung kaum auszuhalten.

Fazit: Ein Thriller abseits vom Mainstream, fast schon ein Psychogramm. 4,5 von 5 Sternen.

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Veröffentlicht am 25.02.2020

Griet Gerritsens erster Fall

Mord auf Vlieland
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"Mord auf Vlieland" ist der erste Fall für Commissaris Griet Gerritsen. Nach einem Einsatz, der ihr Leben für immer verändert hat, lässt sie ihr altes Leben hinter sich und tritt einen neuen Job an. Ihr ...

"Mord auf Vlieland" ist der erste Fall für Commissaris Griet Gerritsen. Nach einem Einsatz, der ihr Leben für immer verändert hat, lässt sie ihr altes Leben hinter sich und tritt einen neuen Job an. Ihr Ruf eilt ihr voraus, ihr neuer Chef ist wenig begeistert und macht ihr unmissverständlich klar, dass sie bei ihrem ersten Fehler fliegt.

Auf Vlieland wird die Leiche von Vincent Bakker gefunden, sie hat sich in einem alten Wrack verfangen, das die See nach einem Sturm freigegeben hat. Da es sich um ein Gewaltverbrechen handelt, erhält Griet den Auftrag zu ermitteln. Ihr zur Seite stehen ein Newbie und ein Kollege, für den das Essen eine große Rolle spielt. Drei Ermittler wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, doch um den Fall zu lösen müssen sie zu einem Team werden.


Ich bin vom Auftaktband zu der neuen Reihe, die in den Niederlanden spielt, schwer begeistert. Mit Griet hat Autor Jan Jacobs eine sehr sympathische Figur geschaffen. Eine mit Vergangenheit, die sich nicht unterkriegen lässt, ihren Mann steht und eine clevere Ermittlerin ist. Eine tolle Protagonistin, mit der ich mitfiebern konnte. Ihr Kollege Pieter, der gutes Essen schätzt, hat mehr drauf, als man ahnt. Noemi ist noch ein Frischling und will sich profilieren. Ein Team, das durch die Ermittlungen zusammen wächst.

Es gibt mehrere Verdächtige, einer nach dem anderen scheidet aus, doch das Ende hat mich dann doch überrascht. Die Geschichte ist dicht, auch das Ende konnte mich überzeugen.

Der Schreibstil ist schön locker und lebhaft, so dass die Seiten nur so dahin fliegen. Lokalkolorit kommt durch die landestypischen Ausdrücke auf und das Inselfeeling auf Vlieland ist perfekt eingefangen. Ich hatte weite Teile bildhaft vor Augen und einen guten Eindruck vom Inselleben.

Fazit: Ich bin schwer begeistert, bei diesem Krimi hat für mich alles gestimmt. Lokalkolorit, Figuren, Story, Spannung. Auf den nächsten Fall für Griet freue ich mich schon. 5 verdiente Sterne.

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Veröffentlicht am 16.02.2020

gelungene Fortsetzung

Qube
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"Qube" ist die Fortsetzung von Tom Hillenbrands "Hologrammatica" und entführt den Leser ins Jahr 2091. Es ist definitiv von Vorteil den ersten Teil zu kennen, denn die mit vielen Details und innovativen ...

"Qube" ist die Fortsetzung von Tom Hillenbrands "Hologrammatica" und entführt den Leser ins Jahr 2091. Es ist definitiv von Vorteil den ersten Teil zu kennen, denn die mit vielen Details und innovativen Ideen gespickte Welt von Morgen ist sehr komplex. Die Geschichte beginnt mit dem Attentat auf den Investigativjournalisten Calvary Doyle, der zum Thema Künstliche Intelligenz recherchierte. Die schon aus "Hologrammatica" bekannte UNO-Agentin Fran Bittner übernimmt die Ermittlungen in diesem Fall.

"Hologrammatica" hatte mich begeistert, durch Hillenbrands detaillierte und lebhafte Schreibweise konnte ich in diese komplexe Welt eintauchen. Teil eins endet mit einem Cliffhanger, irgendwie habe ich erwartet, dass "Qube" dort auch wieder anknüpft. Leider bekommt der Hauptprotagonist aus dem vorigen Teil, der Quästor Galahad Singh, keinen Auftritt, was ich sehr schade fand.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Fran Bittner, mit der Galahad in "Hologrammatica" zusammengearbeitet hat. Obwohl ich Qube direkt im Anschluss an Hologrammatica gelesen habe hatte ich leichte Anlaufprobleme, bis ich wieder in der Story war. Das lag zum einen am fehlenden Protagonisten Galahad Singh, zum anderen an dem Handlungsstrang über Franek, den ich erst einmal gar nicht einordnen konnte. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, am besten gefiel mir der Strang um die Gamerin Persia, "Colonol Crimson", das Game im Ludorama war mein Highlight.

Insgesamt fand ich "Qube" etwas schwächer, nicht ganz so spannend, aber trotzdem fesselnd und absolut faszinierend mit dieser zukünftigen Welt und all ihren positiven sowie negativen Errungenschaften. Hillenbrands Fantasie ist genial und er verseht es, seine erdachten Technologien mit so vielen kleinen Details zu spicken, dass sie absolut glaubwürdig rüberkommen. Das Ende schreit nach einer Fortsetzung, ich hoffe dass Galahad dann wieder eine Rolle bekommt. 4 von 5 Sternen für diesen anspruchsvollen SciFi-Thriller.

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Veröffentlicht am 12.02.2020

mörderische Freunde

Vernichtende Begierden
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Klappentext: "Skrupellose Freunde: Manipulativ scheffeln Immobilienmakler Daniel Morgenroth und Kreditabteilungsleiter Bastian Talmann Geld in die eigene Tasche. Wer nicht zahlen kann, ist ruiniert oder ...

Klappentext: "Skrupellose Freunde: Manipulativ scheffeln Immobilienmakler Daniel Morgenroth und Kreditabteilungsleiter Bastian Talmann Geld in die eigene Tasche. Wer nicht zahlen kann, ist ruiniert oder wird zu Sex erpresst. Dass die Frauen dabei zerbrechen, kümmert sie nicht.

Dann entzweien mörderische Ereignisse die beiden Freunde. Aus Vertrauen wird tödliche Angst und ein falsches Spiel, das nur Verlierer kennt. Die örtliche Polizei findet zwei Frauenleichen, hat aber keine weiteren Spuren: ein Fall für den exzentrischen Sonderermittler Ruben Hattinger. Doch das Geflecht aus Lügen, Begierden und Rache, das Ruben zu durchdringen versucht, ist mörderisch eng …"


Für mich war es der erste Ruben Hattinger, auch ohne den Vorgänger zu kennen hatte ich keine Probleme, in die Handlung einzusteigen. Man lernt die Freunde Daniel und Bastian kennen, die mit ihrem "Geschäftsmodell" Frauen zu Sex nötigen und dabei über Leichen gehen. Kaltschnäuzig, ohne Rücksicht auf Verluste, zwei Unsympathen wie sie im Buche stehen. Ganz der Gegensatz zu Ruben Hattinger, der mir als Protagonist sehr gut gefallen hat. Er ist direkt, manchmal etwas zu direkt, aber gnadenlos ehrlich. Ein toller Ermittler. Zusammen mit seinem Team kommen die Ermittlungen nur langsam in Gang, es ist schwierig, Parallelen bei den toten Frauen zu finden. Wird Ruben Hattinger den Fall lösen?


Ich fand den Schreibstil klasse, er ist lebendig und schön flüssig zu lesen, die Spannung ist durchweg hoch. Der Autor legt einige falsche Fährten, so dass ich bis zum letzten Drittel keine Ahnung hatte, wie alles zusammen passt.

Der Showdown ist mega spannend, für mich wird es definitiv nicht der letzte Ruben-Hattinger-Fall gewesen sein. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

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Veröffentlicht am 10.02.2020

packende Story mit beklemmender Atmosphäre

Subliminal. Das Experiment
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Klappentext: "Was, wenn mediale Fiktion alles Leben durchdringt? Was, wenn ihre Schattenseiten unter dem Radar die Oberhand gewinnen? Bei ihren Recherchen zur außergewöhnlichen Häufung extremer Gewalt ...

Klappentext: "Was, wenn mediale Fiktion alles Leben durchdringt? Was, wenn ihre Schattenseiten unter dem Radar die Oberhand gewinnen? Bei ihren Recherchen zur außergewöhnlichen Häufung extremer Gewalt stößt die Journalistin Natascha da Silva auf brisantes Material. Den langersehnten Karriereschub vor Augen, ermittelt sie zunächst auf eigene Faust. Dabei verfängt sie sich immer mehr im Netz einer Gruppierung, deren wissenschaftliche Experimente die althergebrachte Ordnung völlig auf den Kopf stellen. Während die Gruppierung selbst vor einer Zerreißprobe steht, muss Natascha tief in den Spiegel ihrer Seele blicken – von erbarmungslosen Feinden bedrängt, gerät sie selbst in den Sog des geheimen Experiments. Ein Kampf beginnt – nicht nur gegen sichtbare und unsichtbare Gegner, sondern auf Leben und auf Tod. Die Zukunft der Menschheit steht auf dem Spiel."


Aus der Feder des Autors habe ich schon "Der Bornholm-Code" gelesen, auf seinen neuen Thriller war ich aufgrund der Thematik sehr gespannt. Wir treffen auf die schon bekannten Protagonisten, dazu stoßen aber auch einige neue. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die Journalistin Natascha da Silva, sie hat eine kleine Tochter, ist alleinerziehend. Sie bemerkt wie sich die Gesellschaft verändert, wie die Gewaltbereitschaft anzusteigen scheint und nimmt dies zum Aufhänger ihrer aktuellen Reportage, mit der sie ihren Job retten will. Bei ihren Recherchen stößt sie auf brisante Informationen die nahelegen, dass diese ungute Entwicklung nicht zufällig, sondern gesteuert ist. Sie sieht sich einem Gegner gegenüber, der vor nichts zurückzuschrecken scheint.


Thorsten Oliver Rehm hat mich mit dieser Story von der ersten Seite an gepackt, er schafft eine beklemmende Atmosphäre indem er Nataschas Sicht auf die Brutalität und Verrohung der Menschen schonungslos darstellt. Nur zu sehr fühlt man sich an reale Headlines aus den Medien erinnert, das Szenario wirkt absolut realistisch. Ich konnte mich sehr gut in Natascha hinein versetzen, ihre Gedanken, Gefühle nachvollziehen. Sie war mir sympathisch, wirkt authentisch und entwickelt sich als Persönlichkeit weiter.


Die seht gut gezeichneten Charaktere zeichnen die Geschichte aus, dazu der packende Schreibstil und eine brisante Story. Spannungstechnisch hätte ich mir noch eine Schippe mehr gewünscht, alles in allem hat mich der Thriller aber sehr gut unterhalten und zum nachdenken angeregt. 4,5 von 5 Sternen.

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