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Veröffentlicht am 17.01.2026

britischer schwarzer Humor

Down Cemetery Road
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Die Slow-Horses-Reihe von Mick Herron ist bekannt, ich habe einige Teile der Reihe gelesen. Umso gespannter war ich auf "Down Cemetery Road", sein Romandebüt.

Sarah Tucker ist seit einiger Zeit ohne Arbeit ...

Die Slow-Horses-Reihe von Mick Herron ist bekannt, ich habe einige Teile der Reihe gelesen. Umso gespannter war ich auf "Down Cemetery Road", sein Romandebüt.

Sarah Tucker ist seit einiger Zeit ohne Arbeit und führt ein Leben als Nur-Hausfrau an der Seite ihres Mannes Mark. Mark wiederum ist in seinem Job als Banker erfolgreich, zum vollkommenen Glück der beiden fehlt nur noch ein Kind.

Sarahs Vorstadtidylle wird jäh unterbrochen, als in der unmittelbaren Nachbarschaft ein Haus in die Luft fliegt, während Sarah und Mark für ihre Freunde und einen potentiellen Investor ein Dinner geben. Zwei Menschen sterben, ein kleines Mädchen überlebt. Offiziell ist ein Gasleck für die Explosion verantwortlich, doch Sarah hat ihre eigene Theorie. Zudem entwickelt sie eine Obsession für das überlebende Kleinkind Dinah. Als es ihr nicht gelingt Dinah zu besuchen, engagiert sie einen Privatdetektiv, nichtsahnend in welches Wespennest sie mit ihren Nachforschungen sticht.

Wie bei den Slow Horses besticht die Story durch den typisch britischen Humor und einen eingängigen Schreibstil. Sarah ist als gelangweilte und frustrierte Hausfrau super beschrieben. Sie steigert sich in die Suche nach Dinah hinein, obwohl sie sie nicht mal persönlich kennt. Die Story mag etwas überspitzt sein, mir hat sie trotzdem gut gefallen. Ich mag den britischen, teils schwarzen Humor und habe Sarahs Roadtrip gespannt verfolgt. Zoë Boehm nimmt leider nur einen kleinen Teil der Story ein, sie erscheint ziemlich spät auf der Bildfläche.

Fazit: Gelungener Krimi mit dem typischen britischen Humor.

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Veröffentlicht am 23.12.2025

Luxushotel mit Geheimnissen

The Woman in Suite 11
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Nach den schlimmen Erlebnissen auf einem Kreuzfahrtschiff hat Lo Blacklock in den USA ein neues Leben. Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder und will in ihrem Beruf neu durchstarten. Die Einladung zur Eröffnung ...

Nach den schlimmen Erlebnissen auf einem Kreuzfahrtschiff hat Lo Blacklock in den USA ein neues Leben. Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder und will in ihrem Beruf neu durchstarten. Die Einladung zur Eröffnung eines Luxushotels in der Schweiz kommt wie gerufen für den Neueinstieg. Ihre Reise beginnt mit einer angenehmen Überraschung auf dem Flug, sie erhält ein Upgrade in die 1. Klasse. Doch die nächste Überraschung trifft sie ins Mark: In der Schweiz trifft sie im Hotel auf drei alte Bekannte, die damals ebenfalls auf dem Kreuzfahrtschiff waren. Die Geschichte nimmt ihren Lauf.

Ich habe natürlich "The woman in cabin 10" gelesen und war auf die Fortsetzung gespannt. Doch so ganz überzeugt hat sie mich nicht. Anfangs hatte ich den Eindruck, dass Lo inzwischen erwachsen und gereift ist, doch im Verlauf der Handlung fällt sie in alte Muster zurück und agiert wie damals. Ihre Handlungen konnte ich großteils nicht nachvollziehen, habe nur den Kopf geschüttelt über so viel Naivität und Leichtgläubigkeit.

Der Schreibstil lässt sich zwar flott lesen, Los Gedanken, Gefühle, Überlegungen nehmen viel Raum ein, während nicht wirklich viel passiert. Ich habe die Hochspannung vermisst, den Drang unbedingt wissen zu wollen, wie die Geschichte ausgeht. In meinen Augen war der Ausgang vorhersehbar.

Fazit: Eher spannungsarmer Thriller, der meine Erwartungen nicht erfüllt hat.

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Veröffentlicht am 18.12.2025

das Graumädchen

Rostiges Grab
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"Rostiges Grab" ist der dritte Fall für Leo Asker und ihre Abteilung der verlorenen Seelen. Worum geht es diesmal? Zwei Urban Explorer machen eine Exkursion zu einer lange brachliegenden Torffabrik im ...

"Rostiges Grab" ist der dritte Fall für Leo Asker und ihre Abteilung der verlorenen Seelen. Worum geht es diesmal? Zwei Urban Explorer machen eine Exkursion zu einer lange brachliegenden Torffabrik im Roskogen, einem Waldgebiet. Dort wurde vor 10 Jahren eine Frau ermordet aufgefunden, einer ihrer Finger war abgetrennt und nicht auffindbar. Genau wie bei dem sogenannten Graumädchen, einer uralten Moorleiche aus dem Roskogen. Die Urban Explorer sind zu Tode erschrocken, als plötzlich eine Frau vor Ihnen erscheint und ihnen einen abgetrennten Finger präsentiert. Ein perfekter Fall für Leo Asker und ihr Team.

Anders de la Motte würzt seine Story mit viel einer dichten, düsteren und unheimlichen Atmosphäre, die Gänsehaut beschert. Die Szenerie im Roskogen mit einem alten, teils überwucherten Autofriedhof mitten im Wald ist unheimlich und perfekt eingefangen, ich hatte Kopfkino.

Leo Asker ermittelt mit ihrem Team in dem Fall, wobei jemand es darauf angelegt hat, ihre Karriere endgültig zu beenden. Ihr Jugendfreund Martin Hill stellt unabhängig von Leo Nachforschungen an, die Zusammenarbeit der beiden ist diesmal problematisch.

Ich fand die Geschichte spannend, es gibt einige Überraschungen und einen Twist am Ende, der mich kalt erwischt hat. Ein Cliffhanger, so dass ich die Fortsetzung kaum erwarten kann.

Fazit: Sehr genialer Teil der Reihe, der mit viel Atmosphäre und Spannung punktet. Verdiente 5 Sterne.

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Veröffentlicht am 13.12.2025

Pageturner

Der Kuckucksjunge
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"Der Kuckucksjunge" ist der zweite Teil der Reihe um Kommissarin Naia Thulin und Mark Hess und hat mich genauso begeistert wie der erste Teil "Der Kastanienmann". Worum geht es diesmal?

Schauplatz Kopenhagen: ...

"Der Kuckucksjunge" ist der zweite Teil der Reihe um Kommissarin Naia Thulin und Mark Hess und hat mich genauso begeistert wie der erste Teil "Der Kastanienmann". Worum geht es diesmal?

Schauplatz Kopenhagen: Ein Stalker geht in der Stadt um. Er folgt seinen Opfern, fotografiert sie und schickt ihnen die Bilder aufs Handy mit dem Text: Hab dich. Die Frequenz steigert sich und gegen Ende fügt er einen makabren Abzählreim hinzu, bis er sie ermordet. Naia Thulin, die inzwischen für das NC3 arbeitet, wird ihrem alten Team zugeordnet, um an der Tastforce mitzuarbeiten. Die Ermittlungen zeigen Parallelen zu einem Mordfall von vor zwei Jahren, der nie aufgeklärt werden konnte. Hängen die aktuellen Fälle damit zusammen?

Ich konnte super in die Handlung einsteigen, beim lesen kam die Erinnerung an den ersten Teil hoch. Ich fand es toll, dass Mark Hess wieder mit an Bord ist und die beiden als "Dreamteam" in den aktuellen Fällen ermitteln. Man erfährt nach und nach was zwischen den beiden vorgefallen ist und wieso Naia nicht gut auf Hess zu sprechen ist. Naias familiärer Hintergrund wird thematisiert, da auch dieser eine wichtige Rolle bei der Aufklärung spielt.

Die Handlung ist spannend, wird aus verschiedenen Sichtweisen erzählt und bietet einige Twists. Ich konnte bis fast zum Schluss rätseln, wer der Täter ist. Ein lockerer Schreibstil, viel Atmosphäre und Spannung machen den Thriller zu einem Pageturner.


Fazit: Spannende Fortsetzung, ich freue mich schon auf den nächsten Fall.

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Veröffentlicht am 13.12.2025

solider Krimi

Wem du traust
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"Wem du traust" von Petra Johann handelt von Eva, die mit ihrem Mann Daniel und ihrem Sohn das perfekte Familienleben hat. Mit ihrer besten Freundin Susanne verbindet Eva viel, sie haben viele Jahre zusammen ...

"Wem du traust" von Petra Johann handelt von Eva, die mit ihrem Mann Daniel und ihrem Sohn das perfekte Familienleben hat. Mit ihrer besten Freundin Susanne verbindet Eva viel, sie haben viele Jahre zusammen gewohnt und Eva hat Susannes Tochter Sofia mit aufgezogen, war für Sofia eine zweite Mutter.

Auch noch jetzt, wo Sofia ein 15jähriger Teenager ist, ist das Verhältnis eng und Sofia passt oft auf Evas kleinen Sohn auf. Als sie nach dem Babysitten spurlos verschwunden ist läuft eine großangelegte Suchaktion an, als ihr Sweater mit Bluflecken gefunden wird, gehen alle vom Schlimmsten aus. Evas Mann Daniel war der letzte, der Sofia gesehen hat, er gerät ins Visier der Ermittler.

In wechselnden Sichtweisen rollt sich die Handlung auf, so dass man als Leser umfassend informiert ist und mehr weiß, als die einzelnen Protagonisten. Der Schreibstil lässt sich flüssig lesen, doch nach der anfänglichen Spannung als Sofia verschwindet, lässt diese merklich nach. Gut beschrieben fand ich das Beziehungsgefecht der Figuren, doch so wirklich mitfiebern konnte ich nicht. Größere Überraschungen gibt es nicht. Insgesamt gesehen habe ich das Buch gern gelesen, mir fehlte aber das gewisse Etwas um es zu einem Pageturner zu machen.

Fazit: Solider Krimi, 4 Sterne.

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