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Veröffentlicht am 04.02.2026

Spannender Fall für Anna und das Kommissariat aus Fontenaia

Vino, Mord und Bella Italia! Folge 8: Unheilige Geschäfte
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Das Cover löste Fernweh aus, der Titel tat seinen Rest: Ich wusste, diesen Krimi möchte ich lesen! Protagonistin ist Anna, die in der kleinen toskanischen Stadt Fontenaia lebt und arbeitet. Neben ihrer ...

Das Cover löste Fernweh aus, der Titel tat seinen Rest: Ich wusste, diesen Krimi möchte ich lesen! Protagonistin ist Anna, die in der kleinen toskanischen Stadt Fontenaia lebt und arbeitet. Neben ihrer Tätigkeit als Journalistin bei der Tageszeitung kellnert sie in dem Restaurant "Da Giovanna" und hilft der örtlichen Polizei bei so manch einer Ermittlung. So auch bei dieser, bei der es gleich hart auf hart kommt: Der Dorfpfarrer liegt niedergeschlagen in seiner Kirche und der aus dem Vatikan zu Besuch gewesene Pater sitzt erdrosselt im Beichtstuhl. Das ist zuviel für die kleine Stadt und seine Einwohner:innen. Die Gerüchteküche brodelt, und fast jeder hat etwas zu sagen. Oder sagt zu wenig.
Für Freunde der harten Krimikost ist dieser Kriminalroman etwas zu weichgespült, aber ich fand ihn perfekt als Bettlektüre vor dem Schlafen. Die persönliche Note des Krimis geben der Charme der italienischen Toskana, seine eigenwillige Bevölkerung, Annas privates Leben mit diversen Beziehungsproblemchen, ob nun zu ihrer Mutter oder der Männerwelt, und die fast zu riechenden Nuancen der toskanischen Küche.
Es war mein erster Roman dieser Reihe, und ich bin wirklich gut reingekommen - trotz keinerlei Vorkenntnissen der Geschichte. Allerdings steht für mich fest, dass ich mich jetzt schon auf den 9. Band freue und mir auch die Vorgängerbände zulegen werde.

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Veröffentlicht am 03.02.2026

Berchtesgaden nach den Alliierten

Berchtesgaden
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Bereits das Cover erregt die Aufmerksamkeit, und die Leseprobe hat mich dann komplett überzeugt.
Es geht also um die letzten Kriegstage: Die Alliierten kommen nach Berchtesgaden, die Bevölkerung flieht ...

Bereits das Cover erregt die Aufmerksamkeit, und die Leseprobe hat mich dann komplett überzeugt.
Es geht also um die letzten Kriegstage: Die Alliierten kommen nach Berchtesgaden, die Bevölkerung flieht oder stellt sich dem Sieger des 2. Weltkrieges. Protagonitin des Buches ist Sophie. Ihre Freundin Magda und sie versuchen, das Beste aus der Situation herauszuholen. Sophie bewirbt sich als Schreibkraft bei den Alliierten und wird angenommen. Carolin Otto hat viele Nebenstränge zu Sophies Geschichte aufgemacht. Alle betreffen Sophie direkt oder indirekt. Direkt wäre da z. B. die Geschichte ihres Bruders, der aktiv für die SS tätig war und sich nun versteckt, weil er sich seinen Kriegstaten nicht stellen möchte, ja nicht einmal einsieht, dass es falsch war. Indirekt wäre da die Geschichte von Frank Rosenzweig, der bereits weit vor dem Krieg in die USA ausgewandert ist und dort für die Armee arbeitet. So kommen viele Geschichten zusammen, und ja, es ist manchmal etwas schwierig, die einzelnen Geschichten unter einen Hut zu bekommen. Aber muss man das wirklich?
Carolin Ottos Roman ist für mich eine Schilderung aus vielen Blickwinkeln, ein Augenöffner, ein Perspektivengeber. Mir hat der Roman sehr gefallen, vielleicht gerade weil so viel am Ende offen gelassen wurde.

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Veröffentlicht am 31.01.2026

Was das Leben ausmacht

Der unsichtbare Elefant
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Max A. Edelmanns "Der unsichtbare Elefant" kommt äußerlich schlicht daher, und ich gestehe, dass ich erst auf den zweiten Blick beschlossen habe, auch in das Buch schauen zu wollen. Was für ein Glück! ...

Max A. Edelmanns "Der unsichtbare Elefant" kommt äußerlich schlicht daher, und ich gestehe, dass ich erst auf den zweiten Blick beschlossen habe, auch in das Buch schauen zu wollen. Was für ein Glück! Schon nach den ersten Kapiteln wollte ich gar nicht mehr stoppen und Pausen einlegen, die ich dann teils aus Zeitmangel, teils aus einer Betroffenheit heraus doch gemacht habe. Einige der Kapitel musste ich erst sacken lassen.
Aber kommen wir erst einmal zur (kurzgefassten) Handlung. Der Anwalt Thomas Siebenmorgen stürzt sich an seinem Arbeitsplatz vor den Augen seiner Kollegin María in den Tod und sorgt somit dafür, dass einige Menschen sich eindringlich mit seinem Tod beschäftigen. Da ist María, die seinen letzten Blick vor dem Fall nicht vergessen kann und sich fragt, was Thomas dazu getrieben hat, diesen Schritt zu tun. Da ist Simon, der aus der Münchener Dependance der Anwaltskanzlei intern beauftragt wird, sich mit dem Tod und seinen Gründen auseinanderzusetzen, um auszuschließen, dass der Freitod die Kanzlei in Verruf bringen könnte. Außerdem ist da noch Viktor, der als Notfallseelsorger vor Ort gerufen wird und dort nach kurzer Zeit feststellt, dass es sich bei Thomas um seinen alten Kindheitskumpel handelt, den er aus den Augen verloren hat. Alle drei, die sich auch untereinander austauschen, gehen dem rätselhaften Tod auf die Spur und decken dabei mehrere dunkle Stellen in Thomas' Leben auf. Sie fragen Kolleg:innen, ehemalige Mitschüler:innen, reden mit den Eltern. Stück für Stück kommen dabei andere Puzzleteile ins Spiel, die aber auch durchaus von den Suchenden hinterfragt werden. Wie weit kennt man sich selber? Die Sorgen, die einem wirklich auf der Seele liegen? Wo ist der "unsichtbare Elefant", den vermutlich jeder von uns im Raum stehen hat? Was ist die Wahrheit? Natürlich gibt es keine "einzige" Wahrheit, und so nimmt Thomas logischerweise auch die letzte Frage mit sich ins Jenseits.
Ganz nebenbei vermittelt Max A. Edelmann in seinem Roman viel Allgemeinwissen, aus der Kunst über Geschichte bis hin zu Ausflügen in die Ornithologie.
Mich wird das Buch auch im Nachhinein noch sehr beschäftigen und Fragen in meinem Kopf rumspuken lassen. Und Max A. Edelmann wird definitiv ein Autor sein, der mir noch oft zwischen die Finger geraten wird.

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Veröffentlicht am 25.01.2026

Grandioser Auftakt eines Brüsseler Kommissares

Spicy Files
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Inspektor Marcel Vermeylen ist etwas eigen: Er fährt seine alte Schrottkiste, liebt Chansons von Jacques Brel und gutes Essen. Außerdem hört er nicht wirklich gerne auf Befehle seiner Chefetage und geht ...

Inspektor Marcel Vermeylen ist etwas eigen: Er fährt seine alte Schrottkiste, liebt Chansons von Jacques Brel und gutes Essen. Außerdem hört er nicht wirklich gerne auf Befehle seiner Chefetage und geht einem Geheimnis lieber auf die Spur anstatt im Büro Akten zu wälzen.
Kurzum: Ein Protagonist zum Verlieben!
Er ermittelt in dem schönen und multikulturellen Brüssel, wohin die Leser auf eine spannende und facettenreiche Reise mitgenommen werden. In seinem ersten Fall bestimmt ihn das Mordopfer, welches laut dem ersten Eindruck der Polizei lediglich ein Unfallopfer ist, per Notar zum ermittelnden Inspektor. Marcel erkennt recht schnell, dass ihm das Opfer, der Journalist Trevor Chesterfield, eine Liste mit seinen Erpressungsopfern hinterlassen hat: Von Politik über Kultur ist die High Society quasi komplett dabei. Einer von ihnen scheint sich die Erpressungen nicht gefallen gelassen zu haben. Oder befindet sich Marcel auf einem Irrweg?
Auf seinen Ermittlungen begegnen ihm diverse Menschen, davon einige durchaus sehr interessante Charaktere wie die Historikerin Malaika Kombo, der Geruchtsmediziner Gaston Tryphon oder auch den im EU-Parlament sitzenden Jürgen Todtmann.
Dominique Elsaesser versteht es, den Menschen in seinem Krimi ein Leben einzuhauchen, dass man die Personen plastisch vor sich sieht und fühlt ebenso wie man förmlich Brüssel vor sich hat beim Lesen. Der Krimi ist zudem gespickt mit historischen sowie kulturellen Informationen, ohne dabei zu lehrhaft zu sein.
Ich freue mich jetzt schon auf weitere spannende Fälle des Inspecteurs Vermeylen und vergebe fünf Sterne.

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Veröffentlicht am 19.01.2026

Spannender Detektivcomic für Kinder

Detektiv Spatz und die gebrochene Feder
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Bei "Detektiv Spatz und die gebrochene Feder" handelt es sich um einen kurzweiligen und amüsanten "Fall", den der kleine Spatz lösen möchte. Vögel fallen vom Himmel, und niemand kann sich erinnern, warum ...

Bei "Detektiv Spatz und die gebrochene Feder" handelt es sich um einen kurzweiligen und amüsanten "Fall", den der kleine Spatz lösen möchte. Vögel fallen vom Himmel, und niemand kann sich erinnern, warum und wie das passiert sein könnte. Gemeinsam mit seiner neuen Freundin, der Raufusskäuzin Boreala, ermittelt Detektiv Spatz und sucht nach den potentiellen Tätern. Mit einer ordentlichen Portion Humor stellen die beiden die Stadt auf den Kopf, um den oder die Täter zu finden.
Die Illustrationen sind schön gestaltet - weder zu niedlich noch zu skizziert. Die Sprechblasen sind in einer gut leserlichen Schrift und auch groß genug.
Besonders schön ist, dass es zwischen den einzelnen Kapiteln immer kurze detaillierte Erläuterungen und Antworten auf Fragen zu Vögeln in der Stadt gibt.
Diese sind auch die Kinder verständlich erklärt.
Meine Tochter fand sie etwas anstrengend - aber auch nur, weil sie den Comic gerne am Stück durchgezogen hätte. Sie sagte, dass die Informationen darin sehr gut seien, aber dass es ein wenig schwierig war, nach der spannenden Geschichte auf quasi wissenschaftliche Texte umzusteigen.
Alles in allem hat uns das Buch sehr gefallen, und wir würden uns bei einem nächsten Band diesen sogleich zulegen.

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