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veronique

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 03.05.2026

Starker Beginn mit Flüchtigkeitsfehlern

The Crane and the Nightjar
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Dieser Auftakt einer Reihe hat mich mit den ersten Seiten direkt in den Bann. Crane und Zara begegnen sich bei einem illegalen Kartenspiel, doch dann werden sie entdeckt. Schnell gewinnt die Geschichte ...

Dieser Auftakt einer Reihe hat mich mit den ersten Seiten direkt in den Bann. Crane und Zara begegnen sich bei einem illegalen Kartenspiel, doch dann werden sie entdeckt. Schnell gewinnt die Geschichte an Dynamik. Crane ist rätselhaft, gleichzeitig schmeichelt er mir auch und ist sehr gewitzt. Doch auch Zara ist eine Protagonistin, die viel Mut und vor allem Willenskraft erweist. Zwischen den beiden herrscht eine knisternde Anspannung, bei der ich als Leserin ständig gehofft habe, dass sie sich endlich näherkommen. Leider blieben dafür die Nebenfiguren blass.
Zusammen müssen sie bei den königlichen Diebeswettkämpfen antreten, wo ich das Gefühl bekam, die Autorin verrennt sich. Während der Beginn so stark war, zog sich der Mittelteil um die Wettkämpfe. Kaum wurde es rasant, waren die Konflikte auch schon wieder gelöst, der Spannungsaufbau zunichte gemacht.
Auch das Lektorat ist zu hinterfragen, da einige Logikfehler auffällig sind. Um ein Beispiel zu nennen, ist das Kleid dunkelgrün, auf der nächsten Seite aber schwarz.
Am Ende bin ich aus allen Wolken gefallen, das hatte ich so nicht erwartet. Es macht Lust auf mehr!
Insgesamt hat die Reihe auf jeden Fall Potenzial, wobei ich hoffe, dass die Fortsetzung ohne Logikfehler und Längen auskommen wird.

Veröffentlicht am 03.05.2026

Imposant

Ich, die ich Männer nicht kannte
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In dem Roman werden 39 Frauen und ein jüngeres Mädchen in einem unterirdischen Gefängnis von Männern gefangen gehalten. Das Mädchen kennt kein anderes Leben und die Frauen haben nur noch vage Erinnerungen ...

In dem Roman werden 39 Frauen und ein jüngeres Mädchen in einem unterirdischen Gefängnis von Männern gefangen gehalten. Das Mädchen kennt kein anderes Leben und die Frauen haben nur noch vage Erinnerungen an ihr Leben davor.
Während der Roman gleichzeitig mit einem literarischen Schreibstil auftrumpft, ist er doch wenig komplex, sodass er auch die breite Masse anspricht. Mich hat es sehr bewegt, von dem Mädchen zu lesen, das anders als die anderen ist, ihre Periode nicht bekommen hat, in der Entwicklung zur Frau gestoppt ist und vor allem aber Fragen über das Leben stellt. Ganz anders als die Frauen, die des Lebens ohnmächtig sind, hat das Mädchen den Willen zur Handlungsfähigkeit noch nicht verloren.
Hier werden viele wichtige Themen und philosophische Fragestellungen angesprochen, wie beispielsweise, ob Sterbehilfe vertretbar ist und ob dieses Leben überhaupt lebenswert ist.
In der Mitte gab es einen Teil, der mir zu emotionslos und beschreibend blieb. Diese Stelle wirkte für mich wie ein Lückenfüller bei dem sonst so imposanten Schreibstil.
Wer eine Geschichte zum Nachdenken sucht, ist hier genau richtig. Große Handlungssprünge darf man aber nicht erwarten.

Veröffentlicht am 28.04.2026

Warmherzige Figuren

The House Witch 1
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In „The House Witch“ wird man von dem charmanten Finlay Ashowan begrüßt, der ein unfassbar talentierter Koch ist und das neue Personal am königlichen Hof ist. Doch keiner ahnt, dass er eine Haushexe ist ...

In „The House Witch“ wird man von dem charmanten Finlay Ashowan begrüßt, der ein unfassbar talentierter Koch ist und das neue Personal am königlichen Hof ist. Doch keiner ahnt, dass er eine Haushexe ist und seine Magie vor allem dazu nutzt, Ordnung, Schutz und Harmonie zu schaffen. Doch es besteht auch immer die Gefahr, dass er auffliegt…
Meine persönliche Heldin in dem Roman war die kleine schwarze Katze, die auch schon über das Cover flitzt. Finlay hat mir unheimlich viel Spaß gemacht, da er alles andere als ein typischer Held ist. Er ist sehr besonnen, wobei Annika ihn gut mit ihrer ruhigen Art ergänzt. Auch das andere Personal das Hofes ist lebhaft und die Dialoge sind amüsant und locker, aber vor allem mit Herz. Auch wenn das sehr gemütlich klingt, wird es immer spannender, da Finlay sich in verschiedene Situationen verstrickt und es teilweise auch politisch wird.
Mich hat diese Mischung aus Gemütlichkeit und Spannung zum stetigen Weiterlesen gedrängt. Zum Glück ist es das erste Buch einer Reihe, sodass ich mich auf weitere tolle Lesestunden mit warmherzigen Figuren freuen kann.

Veröffentlicht am 14.04.2026

Berührende Own Voice Geschichte

Where We Belong
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Zofia ist gebürtig Polin und hat vom ersten Tag an in Deutschland mit Vorurteilen zu kämpfen gehabt. Heute steht sie dem Mann gegenüber, der ihr das Gefühl von Zugehörigkeit gegeben hat, aber sie dann ...

Zofia ist gebürtig Polin und hat vom ersten Tag an in Deutschland mit Vorurteilen zu kämpfen gehabt. Heute steht sie dem Mann gegenüber, der ihr das Gefühl von Zugehörigkeit gegeben hat, aber sie dann zutiefst verletzt hat.
Zofia habe ich als Steh-auf-Figur kennengelernt. Sie hat ein verdammt großes Päckchen zu tragen und früh musste sie lernen, Verantwortung zu übernehmen. Die Autorin stellt authentisch da, wie es ist, in ein anderes Land zu immigrieren, wo man die Sprache nicht beherrscht und nicht nur die Anträge formale Hürden darstellen, sondern auch von Stereotypen umgeben ist.
Ihre Sicht wechselt sich mit der von Nils ab, der Zofia aus ihrer Vergangenheit bereits bekannt ist. Seine Gedanken laden ein, ihn besser zu verstehen. Zwischen den beiden entfacht sich eine ganz eigene Dynamik aus Angst und Mut.
Für mich ist das eine authentische, kurzweilig erzählte Geschichte mit realem Hintergrund, bei der das Ende jedoch mit einem unnötigen Drama aufwartet. Es hätte mir vollkommen ausgereicht, Zofia und Nils ihre Geschichte samt ihrer Entwicklung auserzählen zu lassen.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 26.02.2026

Gemischte Gefühle

Gelbe Monster
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Charlie meldet sich wegen ihres Exfreundes Valentin bei einem Antiaggressionstraining an. Er hat so viel Wut in ihr ausgelöst, die ihre Bahnen bricht.
Der Roman wird aus zwei Zeitebenen geschildert. Man ...

Charlie meldet sich wegen ihres Exfreundes Valentin bei einem Antiaggressionstraining an. Er hat so viel Wut in ihr ausgelöst, die ihre Bahnen bricht.
Der Roman wird aus zwei Zeitebenen geschildert. Man lernt die gegenwärtige Charlie kennen, die etwas verändern will und deshalb die Therapie aufsucht, während immer wieder Anekdoten aus der Beziehung zu Valentin eingestreut werden, wobei für Valentin auch metaphorische Ausdrücke eingearbeitet werden. Hierbei ist es gelungen, die „Schuldfrage“ für Charlies Wut zu stellen, ohne sie gleich einer Figur zuzuschieben. Immer wieder habe ich mich gefragt, ob Valentin es wirklich „schuld“ ist oder ab Charlie nicht doch überreagiert? Jedenfalls bleibt es spannend, wie Charlie mit schwierigen Situationen umgeht.
Die Perspektive aus der Therapie war mir zu nüchtern, zu beschreibend erzählt. Für mich wurden Charlies Gefühle zu wenig transportiert und es ging um andere Geschichten in der Therapie, die für die Geschichte meiner Meinung nach keinen Mehrwert hatten.
Insgesamt habe ich den Roman mit gemischten Gefühlen zugeschlagen. Während die eine Seite so einnehmend war, hat es mich auf der anderen Seite unberührt dagelassen. Die Gegenwartssequenzen hätten definitiv mehr Potenzial gehabt.