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Veröffentlicht am 27.04.2026

Tragischer Unfall

Drei Leben lang
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Sie fahren jedes Jahr in den Urlaub nach Spanien. Doch als sie in diesem Jahr durch den Tunnel fahren, kommt ihnen ein Auto entgegen. Plötzlich sind Michi und seine kleine Schwester Xandra Vollwaisen. ...

Sie fahren jedes Jahr in den Urlaub nach Spanien. Doch als sie in diesem Jahr durch den Tunnel fahren, kommt ihnen ein Auto entgegen. Plötzlich sind Michi und seine kleine Schwester Xandra Vollwaisen. Das Jugendamt versucht eine gemeinsame Pflegestelle für die Beiden zu finden, scheitert aber. Der 14jährige Michi meint, er müsse die Dinge selbst in die Hand nehmen. Zunächst einmal nur, um Xandras Lieblingskuscheltier aus dem Elternhaus zu holen. Und müssten sich nicht irgendwelche Verwandten finden lassen, die die Geschwister aufnehmen können? Immer droht die Gefahr, dass Michii von seiner Schwester getrennt wird.

Welch ein tragischer Unfall. Eigentlich darf es garnicht sein, dass Kinder ihre Eltern verlieren. Eigentlich darf es auch nicht sein, dass niemand sie gemeinsam aufnehmen will. Als Michi klarwird, dass die vom Jugendamt sich zwar bemühen, es aber nicht schaffen, einen annehmbaren Platz zu finden, will der die Dinge selbst in die Hand nehmen. Doch auch er stößt auf taube Ohren. Und er ist doch erst vierzehn. Müssen sich die Geschwister etwa damit abfinden,, dass sie getrennt werden? Wie wird sich das auf ihre Lebenswege auswirken? Fragen, die man gerne beantwortet hätte.

Die Idee zu diesem Buch fixt einen schon sehr an. Man will einfach wissen, wie es den Geschwistern nach diesem tragischen Unfall ergeht. Ob einem die Antwort, die man bekommt, gefällt, steht möglicherweise auf einem anderen Blatt. Zum einem weil man den Eindruck gewinnt, als könne der Klappentext ein wenig irreführend sein. Zum anderen weil man sich einfach eine positivere Geschichte für die Geschwister wünschen würde. Es können doch nicht alle abweisend und egoistisch handeln. Denkt man jedenfalls. Was die Story doch einigermaßen spannend macht, ist, dass sich einige Zusammenhänge nach und nach erschließen und dass man schließlich etwas zu unterschiedlichen Lebenswegen sagen kann. Insgesamt vermittelt die Handlung jedoch eine Wirklichkeit, von der man nicht so viel lesen möchte.

2,5 Sterne

Veröffentlicht am 26.04.2026

Sonnenschein

The Iced Caramel Coffee Agreement
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Schon immer lebt Eleanore in der kleinen Stadt Lower Whilby nicht zu weit von London, aber doch weit genug. Mit Mitte Zwanzig hat sie ihren Platz gefunden, allerdings fühlt sie sich eher wie das nette ...

Schon immer lebt Eleanore in der kleinen Stadt Lower Whilby nicht zu weit von London, aber doch weit genug. Mit Mitte Zwanzig hat sie ihren Platz gefunden, allerdings fühlt sie sich eher wie das nette Mädchen von nebenan. Als Dann James` Bruder Dex nach Lower Whilby kommt, ändert sich einiges Eleanore gehört zu den Organisatoren des alljährlichen Musikfestivals und da hatte sie vor Jahren eine kurze Begegnung mit Dex, die sie nie vergessen hat. Dex hat sich dagegen bei seinem Bruder einquartiert, weil er allem entfliehen will. Mit Eleanore ergeben sich schnell anregende und manchmal auch intensive Gespräche auf freundschaftlicher Ebene. Und so soll es auch sein, oder?

Freundschaft ist ja völlig okay. Zum Glück kann das Gegenüber die Gedanken nicht hören. Dann müsste Eleanore vor Dex zugeben, was sie schon lange empfindet. Und andersherum hat Dex nicht damit gerechnet, was die Treffen mit Nore bei ihm auslösen. Eigentlich will er alles hinwerfen, er fühlt sich als Musiker nicht gut genug. Seine Eltern hatten in den 90ern eine berühmte Band und er meint, dass er da einfach nicht mithalten kann. Was ist jedoch die Alternative? Nore ist zufrieden mit ihrem Job, meistens jedenfalls. Ihr Leben könnte allerdings mehr Aufregungen gebrauchen.

Hin und wieder braucht man mal ein Buch, bei den man beim Anschauen des gute Laune auslösenden Covers, worauf es hinausläuft. Dann kann man sich mit Freude auf den Weg begeben, der zum mit einigen Umwegen zum kuscheligen Happyend führt. Zwar kommt einem Nore vielleicht manchmal etwas sehr unerfahren vor und Dex scheint von reichlich Selbstzweifeln geplagt. Und hin und wieder vermisst man in den Gesprächen das Prickeln. Aber meist verbreitet die Handlung mit ihren sympathischen Protagonisten einfach gute Laune. Man bekommt also genau, was man sich gewünscht hat.

Vorgetragen wird dieses Hörbuch von Sandra Voss und Jesse Jordan. So kann man sich bestens in die Gedanken- und Gefühlswelt von Eleanore und Dex hineinversetzen.

Veröffentlicht am 25.04.2026

Before

Bevor wir unsere Freundlichkeit vergessen
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Vier Geschichten um einen Sohn, ein namenloses Kind, einen Vater und einen Valentinsgruß. Der Sohn ist so freundlich und fürsorglich, dass er vieles unternimmt, damit seine Eltern glücklich sind. Manchmal ...

Vier Geschichten um einen Sohn, ein namenloses Kind, einen Vater und einen Valentinsgruß. Der Sohn ist so freundlich und fürsorglich, dass er vieles unternimmt, damit seine Eltern glücklich sind. Manchmal vergisst er sich selbst dabei. Und er ist doch erst sieben Jahre. Eine junge Mutter wollte mit ihrem Mann gemeinsam einen Namen für das Ungeborene aussuchen. Leider ist ihr Mann noch vor der Geburt gestorben. Ein Vater traut seiner Tochter nicht viel zu. Das führt dazu, dass sie im Unfrieden aus dem Haus geht. Der Vater bereut seine Worte bald. Und schließlich zwei Frauen, die schon während der Schulzeit befreundet waren, sich aber auseinander entwickelt haben.

In diesem Café kann man in die Vergangenheit reisen. Allerdings unterliegt das bestimmten Regeln. Fast mehr Regeln als man sich merken kann. Und der Aufenthalt ist kurz. Nur bis der Kaffee kalt wird. Und es ändert nichts. Was passiert ist, passiert trotzdem. Ein wenig ändert sich doch. Für die Reisenden, denn auch ihre Erinnerung bleibt. Für die Zurückbleibenden, die diesen Moment haben. Und die einfühlsamen Mitarbeiter im Café versuchen ihre Gäste sicher durch die Zeit zu bringen.

Die Sammlung von vier Geschichten um Menschen und was sie versäumt haben, wen sie verpasst haben, was sie bereuen ist sehr interessant. Einen Fehler nicht direkt wieder gutmachen, aber doch erklären oder einen Groll zum Verschwinden bringen. Aber wenn es letztlich nichts bewirkt oder nur für die reisende Person? Ob man da völlig mitgeht, mag so eine Sache sein. Allerdings berühren die Erzählungen jeweils auf ihre Weise. Vielleicht wünscht man sich die Rahmenhandlung etwas zusammenhängender. Dazu ist jedoch zu sagen, dass der vorliegende bereits der vierte Band der Reihe um dieses Café ist. Auch kommt es einem manchmal so vor als würden Regeln dazu erfunden, wenn es gerade notwendig erscheint. Dennoch überzeugt die Idee der letzten Chance, um Worte, die einem auf der Seele brennen, auszusprechen.

3,5 Sterne

Veröffentlicht am 24.04.2026

Die Waffe

Liars all around me
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Ryle staunt nicht schlecht als seine Mitschülerin Avery ihn bittet, ihr eine Waffe zu besorgen. Was will die Klassenbeste denn damit? Sie meint wohl, auf seinen Ruf als bad Boy kann man sich verlassen. ...

Ryle staunt nicht schlecht als seine Mitschülerin Avery ihn bittet, ihr eine Waffe zu besorgen. Was will die Klassenbeste denn damit? Sie meint wohl, auf seinen Ruf als bad Boy kann man sich verlassen. Und Avery? Sie hat schon ihre Gründe, die will sie Ryle nicht auf die Nase binden. Außerdem lehnt er sowieso ab ihr zu helfen. Nur kurze Zeit darauf wird eine andere Schülerin in der Nähe des Leuchtturms tot aufgefunden. Sie weist Schussverletzungen auf. Ryle braucht nicht lange, um zu kombinieren. Avery muss die Täterin sein. Als er sie konfrontiert, streitet sie das vehement ab.

Wird Avery es schaffen, den wahren Täter zu finden? Ryle gibt ihr eine Woche Zeit, um ihre Unschuld zu beweisen. Avery als Tochter der Bürgermeisterin und Ryle aus einfachem Elternhaus verkehren nicht in den gleichen Kreisen. Sie merken schnell, dass es vielleicht am Besten ist, wenn sie das nutzen und ihre Nachforschungen anstellen. Vertrauen können sie sich natürlich nicht, aber die Kräfte bündeln? Obwohl das nicht geplant und auch nicht gewollt ist, müssen Avery und Ryle sich eingestehen, dass nicht alles, was sie von dem jeweils anderen dachten, der Wahrheit entspricht. Bevor sie genauer darüber nachdenken, müssen sie ihre Verdächtigen sortieren.

Wenn sich zwei erst überhaupt nicht leiden können, kommt es oft anders. Man merkt jedoch bald, dass Avery durchaus etwas zu verbergen hat. Und auch in Ryles Leben ist nicht alles so wie es scheint. Trotz des Misstrauens, dass zwischen ihnen herrscht, müssen sie zusammenarbeiten. Wieso wurde Sheila umgebracht? Wie sollen sie ein Motiv finden? Einen Verdächtigen? Gefesselt liest man, wie sich falsche Fährten in Nichts auflösen. Man beginnt selbst Vermutungen anzustellen. Gleichzeit erlebt man, wie Avery und Ryle sich näher kommen. Und doch bleibt die Frage nach dem, was wirklich passiert ist. Gefesselt liest man von Kapitel zu Kapitel und erfährt sowohl von Avery als auch von Ryle, wie sie die Welt sehen. Daraus entwickelt sich ein Bild aus Verknüpfungen, deren nahende Lösung eine vor Spannung den Atem anhalten lässt.

Veröffentlicht am 24.04.2026

Tod am See

Das letzte Buch von Marceau Miller
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Er hatte doch versprochen, dass er nicht mehr ungesichert klettert. Sarah ist fassungslos als sie die Nachricht erhält, dass ihr Mann nach einem Absturz vom Berg tot aufgefunden wurde. Alles sieht nach ...

Er hatte doch versprochen, dass er nicht mehr ungesichert klettert. Sarah ist fassungslos als sie die Nachricht erhält, dass ihr Mann nach einem Absturz vom Berg tot aufgefunden wurde. Alles sieht nach einem Unfall aus. Aber Sarah hat ein komisches Gefühl und an der Unfallstelle bemerkt sie einige Ungereimtheiten. Ein befreundeter ehemaliger Polizist hilft ihr, ein paar Nachforschungen anzustellen. Die Polizei allerdings, besonders in From des zuständigen Ermittlers Delmas, beharrt auf der Unfallthese. Nach und nach findet Sarah mehr Indizien, die etwas anderes aussagen. Gleichzeitig muss sie sich den Erinnerungen an Marceau stellen, der ein berühmter Schriftsteller war, aber eben auch ihr Mann.

Sarah Miller muss zum einen mit dem unerwarteten Tod ihres geliebten Mannes klarkommen, den Versuch starten, ihren Kindern gerecht zu werden, und dem Verdacht nachgehen, der Absturz könnte absichtlich herbeigeführt worden sein. Manchmal weiß sich Sarah nicht anders zu helfen als ihren überbordenden Gefühlen nachzugeben und auszurasten. Zum Glück hilft ihre Freundin Karen mit den Kindern und der Firma. So kann sich Sarah auf ihre Trauer, aber auch auf ihre Nachforschungen konzentrieren. Immer wieder denkt sie an die Vergangenheit zurück. Und dann gibt es Hinweise auf ein letztes Manuskript, die eine fieberhafte Suche auslösen.

Der See auf dem Titelbild dieses spannenden Romans wirkt sehr idyllisch wie er in die Landschaft eingebettet ist. Das Leben von Marceau Miller spiegelt das nicht wieder wie sich herausstellt. Sehr fesselnd und überraschend entwickelt sich die Handlung. Sarah wehrt sich gegen die Erkenntnis, dass ihr Mann nicht mehr da ist. Sie hat eine Wut, aus der sich nur langsam die Trauer kristallisiert. Der Weg wird schwieriger je mehr sie merkt, dass sie nicht alles von Marceau wusste. Wie kann das sein nach einer langen Beziehung? Sie und ein paar Freunde waren doch eine eingeschworene Clique. Man fühlt mit beim Lesen. Nicht jede überbordende Emotion mag vielleicht für die norddeutsche Seele zur Gänze nachvollziehbar sein, aber grundsätzlich ist man ausgesprochen gepackt von der Story, in der eine Frau ihren Mann nochmal ganz neu kennenlernen muss, nachdem dieser verstorben ist. Jede neue Wendung birgt eine Erklärung und eine Überraschung.