Ungewöhnlich kurz
Der Fluss der ZeitDer Autor ist eher für etwas umfangreichere Werke bekannt. Leider ist er im Jahr 2023 verstorben. Und nun wurden diese fünf Geschichten aus seinem Nachlass veröffentlicht.
Nacheinander kann man an einer ...
Der Autor ist eher für etwas umfangreichere Werke bekannt. Leider ist er im Jahr 2023 verstorben. Und nun wurden diese fünf Geschichten aus seinem Nachlass veröffentlicht.
Nacheinander kann man an einer Hausübergabe teilnehmen, bei der der ehemalige Inhaber nur schwer loslassen kann, erleben, wie Wohnungslosigkeit droht und was dagegen unternommen wird, man wartet gemeinsam mit dem Protagonisten auf eine Diagnose, man erlebt die möglichen negativen Auswirkungen von Lärm und kehrt nach Jahren nochmal in die Studentenzeit zurück.
Bis auf eine der kleinen Erzählungen kann man sich in die Situationen gut hinein fühlen. Klar ist es schwierig, sein Haus zu verkaufen. Es gilt ein Gleichgewicht zu halten, zwischen der Weitergabe von Informationen und einer leichten Übergriffigkeit. Oder wenn man befürchten muss die Wohnung zu verlieren, wie geht man dann mit unerwarteter Hilfe um. Wann wird es zu viel. Wie beklemmend das Warten auf eine Diagnose sein kann, besonders wenn es nicht so schnell geht, kann sich wohl jeder vorstellen. Etwas schwieriger ist es mit dem Lärm, aber da muss sich jeder seine Gedanken machen. Möglicherweise geht es auch eher um die Reaktion. Das man dann die Gelegenheit wahrnimmt, den Ort des Studium nach Jahren neu zu erkunden, sicher. Ist man vielleicht doch fremd nach all den Jahren.
Diese schönen und auch überraschenden Geschichten erfreuen beim Lesen. Man wüsste gerne, in welchem Lebensalter sie geschrieben wurden, denn es wäre interessant zu wissen, ob er selbst in einem ähnlichen Alter war. Er jedenfalls konnte die Situationen so perfekt beschreiben, dass man beim Lesen denkt, ja, so kann es sein. Dieses kleine Büchlein schließt man mit einem Lächeln, weil man mit dieser tollen Facette des Autors nicht gerechnet hat.