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Veröffentlicht am 19.03.2020

Etwas andere High-Fantasy

Die letzte Dichterin
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Die letzte Dichterin ist ein Buch, auf das ich mich sehr gefreut habe, vor allem, weil ich gerade in einer Phase bin, in der ich am liebsten nur Fantasy lesen würde. Der Klappentext hat mich sehr neugierig ...

Die letzte Dichterin ist ein Buch, auf das ich mich sehr gefreut habe, vor allem, weil ich gerade in einer Phase bin, in der ich am liebsten nur Fantasy lesen würde. Der Klappentext hat mich sehr neugierig gemacht und versprach eine etwas andere High-Fantasy.

Das Buch erzählt die Geschichte rund um Minna Fabelreich, Finn Mienengräber, Valerian Ohneruh und Malwine Wüstenherz, die Königin in dem Land Phantopien, in dem die Magie verschwunden ist. Lediglich in Fernab existiert noch ein letzter Rest Magie, die Hauptstadt, welche man nur mit einer persönlichen Einladung betreten kann. Als Minna, eine verarmte Dichterin, eine Einladung zu einem Dichterwettstreit erhält, geht ihr größter Traum in Erfüllung. Gemeinsam mit dem Schatzsucher Finn macht sie sich auf den Weg, nicht wissend, dass in Fernab vieles nicht so ist, wie es auf dem ersten Blick scheint … und die dunkle Königin ihre ganz eigenen Ziele verfolgt.

Zuerst einmal zum Konzept des Buches. Die Magie, die einen in „Die letzte Dichterin“ erwartet, ist ganz anders, als man denkt und das ist einer der großen Pluspunkte des Buches. Der letzte Rest Magie, der in Phantopien existiert, ist sehr schwach, weil ihm die Grundlage genommen wurde: Kunst. Menschen glauben nicht mehr an die Macht von Kunst, die Macht von Worten, die Macht von Musik. Und weil das nicht mehr geschätzt wird, konnte auch die „offensichtlichere“ Magie nicht überleben. Minna ist eine der letzten Verfechterinnen der „sterbenden Künste“ und versucht im Kleinen zu bewirken, dass die Menschen die Künste wieder schätzen.

Dieser sehr poetische Aspekt hat mir an „Die letzte Dichterin“ wirklich gut gefallen. In vielerlei Hinsicht wurde mir direkt aus dem Herz gesprochen und das hat mich einfach unfassbar fasziniert. Jetzt aber zu den Charakteren. Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, die wichtigsten sind hier Minna, Finn, Valerian und die Königin. Jede einzelne von ihnen hat ihre eigene Geschichte.

Minna, einst aus wohlhabendem Hause, hat sich für ein Leben in Armut entschieden, um der Dichtkunst nachzugehen. Sie ist eine Kämpferin und das sieht man nicht nur daran, dass sie sich trotz der vielerorts offenen Ablehnung gegen ihre Kunst immer durchbeißt und weitermacht.

Finn ist ein Schatzsucher, der immer wieder von seinem sehr berühmten Vater und seinem Onkel drangsaliert wird. Zu Beginn des Buches fängt er an, seinen eigenen Weg zu gehen und findet auch im Laufe der Geschichte heraus, wie er sich überhaupt sein Leben vorstellt.

Valerian ist der Gabensucher. Er sucht magisch begabte Menschen im Auftrag der Königin. Malwine Wüstenherz selbst ist erst seit einem Jahr an der Macht, und sie verfolgt düstere Pläne. Beide sind durch die Vergangenheit miteinander verbunden, inwiefern, müsst ihr aber selbst herausfinden.

Insgesamt mochte ich alle Charaktere sehr gerne, allerdings muss ich auch Kritik üben. Ich finde, alle hatten sehr viel Potenzial, leider wurde das nicht vollkommen ausgeschöpft. Während in der ersten Hälfte der Fokus stark auf Minna und Finn lag, hat sich das in der zweiten Hälfte etwas geändert. Die Königin und Valerian wurden viel mehr miteinbezogen, was ich prinzipiell gut fand. Allerdings hätte ich es besser gefunden, wenn von Anfang an der Fokus etwas ausgeglichener gewesen wäre. So hätte ich zu allen Figuren gleichermaßen eine starke Bindung aufbauen können. Da dies aber nicht der Fall war, hat es mir bei allen Figuren etwas gefehlt, wirklich emotional involviert zu sein, da ich durch den wechselnden Fokus zudem etwas die Bindung zu Minna und Finn verloren habe.

(Nichtsdestotrotz: VALERIAN!! <33)

Die Handlung wiederum mochte ich sehr gerne. In „Die letzte Dichterin“ warten einige Wendungen, mit denen man nicht unbedingt rechnet, und die zeigen, dass Katharina Seck sich getraut hat, eine Geschichte zu schreiben, die etwas anders ist als die „typische“ High-Fantasy. In der Mitte gab es für meinen Geschmack ein paar Längen, die man gerne dafür hätte nutzen können, um den Charakteren noch mehr Tiefe zu geben. Alles in allem bin ich mit der Story aber sehr zufrieden und auch das Ende fand ich sehr passend.

Fazit: „Die letzte Dichterin“ lässt mit der vielen Poesie und der wörtlich genommenen Magie des Erzählens so einige Leserherzen höherschlagen. Kleine Kritikpunkte bei der Darstellung der Charaktere und ein, zwei Längen in der Handlung schaden dem Lesevergnügen nur wenig. Ich vergebe 4/5 Sterne!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 08.03.2020

Viele schöne Lesestunden!

Someone New
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Nachdem ich schon viele verschiedene Meinungen über Someone New gehört hatte, war ich sehr gespannt darauf, wie es mir gefallen würde. Das Cover gefällt mir ausgesprochen gut und auch der Klappentext hat ...

Nachdem ich schon viele verschiedene Meinungen über Someone New gehört hatte, war ich sehr gespannt darauf, wie es mir gefallen würde. Das Cover gefällt mir ausgesprochen gut und auch der Klappentext hat mich neugierig gemacht.

In der Geschichte geht es um Micah, die gerade ihr Jura-Studium beginnt und in eine eigene Wohnung zieht. Ihr neuer Nachbar Julian ist ihr aber alles andere als unbekannt: ein paar Wochen zuvor war sie der Grund, warum er seinen Job verloren hat, doch als Micah das wiedergutmachen will, trifft sie nur auf Mauern. Julian, der Architektur studiert, ist abweisend und unnahbar, dennoch übt er auf Micah eine seltsame Faszination aus. Sie will unbedingt herausfinden, warum er so viele Menschen von sich stößt, nicht wissend, dass er ein Geheimnis hat. Ein Geheimnis, das die Art und Weise, wie sie ihn sieht, für immer verändern könnte …

Schon aus früheren Büchern kenne ich Laura Kneidls Schreibstil und auch in Someone New hat er mir wieder sehr gut gefallen. Sie findet an den passenden Stellen die richtigen Worte, um die Gefühle der Charaktere zu unterstreichen und dadurch konnte ich zu allen Figuren relativ schnell eine Bindung aufbauen, was dazu führte, dass ich schnell in die Geschichte fand.

Micah war mir vom ersten Moment an unglaublich sympathisch, was es mir zudem sehr leicht gemacht hat, in die Geschichte zu finden. Sie stammt aus einer sehr reichen Familie, und ist in der High Society aufgewachsen, trotzdem habe ich sie beim Lesen als bodenständige junge Frau kennengelernt. Ihr augenscheinlich perfektes Leben bringt so einige Hürden mit sich, die sie im Laufe des Buches meistern muss. Micah ist keine Figur, die immer alles richtig macht, aber das macht sie meiner Meinung nach sehr authentisch. Ich konnte wirklich zu jedem Zeitpunkt nachvollziehen, warum sie so handelt und ihre Emotionen nachempfinden – und das ist einer der Gründe, warum ich sie ins Herz geschlossen habe.
Über Julian findet man nur sehr langsam mehr heraus, was ich aber in Someone New als große Stärke empfunden habe. Julian ist jemand, der nur er selbst sein will, was in seinem sozialen Umfeld bereits zu einigen Schwierigkeiten geführt hat. Insgesamt habe ich auch bei ihm sehr stark mitgefiebert. Um die Entwicklung zwischen Micah und Julian darzustellen, nimmt sich Laura Kneidl einfach sehr viel Zeit und das hat mir wahnsinnig gut gefallen.

Was mir aber am besten an Someone New gefallen hat, ist die Chemie zwischen Micah und Julian. Sie haben beide einen tollen Humor, der mich immer wieder zum Lachen gebracht hat und ergänzen sich in dieser Hinsicht einfach perfekt. Es hat unglaublich viel Spaß gemacht, über die beiden zu lesen! Außerdem gibt es noch einen zweiten Handlungsstrang: Micahs Zwillingsbruder Adrian ist verschwunden und sie tut alles dafür, ihn zu finden. Ganz ehrlich, da ich selbst eine Zwillingsschwester habe, werde ich bei Zwillingen in Büchern immer ganz emotional.

Zudem behandelt Someone New ein sehr wichtiges Thema. Alle, die es bereits gelesen haben, wissen, was ich meine. Leider wusste ich schon vorher, was diese Thematik ist, die sich eigentlich erst im Laufe des Buches auflöst. Nichtsdestotrotz muss ich sagen, dass Laura Kneidl mit sehr viel Feingefühl an das Thema herangegangen ist. Ich hatte nie das Gefühl, die Geschichte wäre „drüber“, überdramatisiert oder ähnliches, aber auch nie schöngeredet. Sondern einfach nur realistisch und authentisch.

Fazit: Insgesamt hatte ich wirklich sehr viel Spaß an Someone New, was für mich ein echtes Wohlfühl-Buch ist. Es werden ernste Themen auf sehr einfühlsame Weise behandelt. Wenn ich genau überlege, fällt mir kein einziger Kritikpunkt ein. Deswegen vergebe ich 5/5 Sterne!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 27.02.2020

Schwächen zu Beginn, aber tolle Charaktere!

Eloise 1: Hinter den Mauern des Feindes
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Vielen Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar!

Von Anfang an war ich sehr gespannt auf Eloise – Hinter den Mauern des Feindes, weil ich die Idee, eigentlich das ganze Konzept von einem weiblichen ...

Vielen Dank an die Autorin für das Rezensionsexemplar!

Von Anfang an war ich sehr gespannt auf Eloise – Hinter den Mauern des Feindes, weil ich die Idee, eigentlich das ganze Konzept von einem weiblichen Robin Hood in einer dystopischen Welt wahnsinnig spannend fand. Das Buch spielt in einer Zukunft, in der nach einer großen Katastrophe ein tiefer Spalt zwischen Arm und Reich herrscht. Die Reichen und Mächtigen sind die Mitglieder des Ordens der Gläubigen, eine Religion, die sich nach der Katastrophe gebildet hat. Eloise, die Protagonistin, hat ihr Leben den Armen verschrieben. Schon als junges Mädchen begann sie damit, den Leuten zu helfen, die nichts haben und zeigt ein hohes Maß an Selbstlosigkeit. Dadurch hat sie einen besonderen Status unter den Armen inne und wird vom Orden als „die große Ketzerin“ gesucht. Ihre Tarnung fliegt auf, doch unter besonderen Umständen ist sie dazu gezwungen, ein neues Leben im Orden zu beginnen und hat vielleicht auch die Möglichkeit, hinter den Mauern des Feindes ihrer Sache zu dienen.

Eloise ist eine starke junge Frau, die ihr ganzes Leben lang nichts anderes getan hat, als Menschen zu helfen. Sie ist selbstlos, weitsichtig und überaus intelligent. Diese Eigenschaften erfährt man in der ganzen Geschichte immer wieder, wobei diese facettenreich dargestellt werden. Zum Beispiel wird erwähnt, dass Selbstlosigkeit bis zur Selbstzerstörung nichts Gutes mehr ist und man bei allem Guten, das man tut, auch auf sich selbst achten muss.

Kastor, der männliche Protagonist, ist Mitglied des Ordens und hat dort sogar eine relativ hohe Position inne. Über ihn werde ich nicht allzu viel sagen, um nichts vorweg zu nehmen, doch er wird nicht umsonst „Der Mann mit Herz“ genannt. Obwohl er und Eloise in verschiedenen Welten aufgewachsen sind, verfolgen sie ähnliche Ziele, was sie zu einem guten Team macht.

Leider hatte ich etwas Probleme, in die Geschichte zu finden. Ich habe lange darüber nachgedacht und ich denke, ich kann jetzt sagen, woran das lag. Beim Lesen kam es mir so vor, als würden vor allem im ersten Drittel die Namen der Charaktere nur sehr sparsam verwendet werden. Zwar waren die Eigenschaften der Charaktere von Anfang an relativ klar, doch da das Buch in der dritten Person geschrieben ist und statt den Namen oft nur Personalpronomen verwendet wurden, fand ich es etwas unpersönlich und dadurch recht schwer, sofort eine Bindung zu den Figuren aufzubauen.

Hinzu kommt, dass oft die Vorhaben der Charaktere für meinen Geschmack etwas zu sehr betont wurden, also was wer jetzt genau mit dieser Handlung plant. Besser hätte es mir gefallen, wenn man als Leser mehr selbst herausfinden/erschließen muss. An manchen Stellen ging es mir so auch mit den Botschaften der Geschichte, da sie wiederholt wurden, als sie (meiner Meinung nach) schon beim Leser angekommen waren.

Gleichzeitig muss ich sagen, dass diese beiden Kritikpunkte sich vor allem auf die erste Hälfte des Buchs beziehen. Gegen Mitte fand ich zu den Charakteren und auch in die Geschichte.

Des Weiteren muss ich betonen, dass die Botschaften von Eloise – Hinter den Mauern des Feindes eine der großen Stärken der Geschichte sind, Wiederholung hin, oder her. Jessica Wismar hat in ihrem Debüt die Gesellschaft sehr differenziert dargestellt und dafür ziehe ich meinen Hut vor ihr. Das beste Beispiel ist hierfür der Orden, bzw. der Glaube. Keiner dieser beiden Aspekte wurde im Buch verteufelt. Stattdessen wurde zuerst sehr genau dargestellt, dass der Glaube nicht der Orden ist. Es wurde zwischen Religion und Institution unterschieden, und ich denke, dass es sehr gut ein wichtiges Thema unserer Zeit trifft. Außerdem wurde in Eloise 1 auch sehr deutlich, dass man nicht verallgemeinern darf und nur, weil eine Person schlecht ist, bedeutet es nicht, dass die ganze Gruppe das auch ist.

Letztlich ist es ein Buch, dessen Wert man erkennt,
wenn man die Geschichte sacken lässt. Mit manchen Aspekten der Umsetzung bin ich nicht ganz zufrieden. Trotzdem ist es ein sehr starkes Buch geworden, dass sich auch mit der Frage beschäftigt, wer überhaupt der Feind ist und ob jene, die als Feinde bezeichnet werden, überhaupt diese Bezeichnung verdient haben.

Vom zweiten Teil, der ja schon bald erscheint, würde ich mir wünschen, dass man noch mehr über die Welt erfährt und in dieser Hinsicht ein größeres Bild erhält. Das Konzept, die Welt … das alles finde ich sehr, sehr interessant und ich würde gerne mehr darüber erfahren. Zum Glück erscheint Eloise 2 schon bald und ich werde es auf jeden Fall auch lesen.

Fazit: Eloise und Kastor sind starke Protagonisten und wichtige Themen werden im Buch angesprochen. Dadurch, dass ich lang brauchte, um in die Geschichte zu finden und eine Bindung zu den Charakteren aufzubauen, muss ich leider etwas abziehen. Ich vergebe 3,5/5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 24.02.2020

Grandioser zweiter Teil und Abschluss des Duetts!

Light Up the Sky
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VORSICHT! Diese Rezension wird Spoiler zum Ende von Bring down the Stars enthalten und den Cliffhanger auflösen. Allerdings thematisiere ich inhaltlich nur das, was bereits in der Leseprobe von Light up ...

VORSICHT! Diese Rezension wird Spoiler zum Ende von Bring down the Stars enthalten und den Cliffhanger auflösen. Allerdings thematisiere ich inhaltlich nur das, was bereits in der Leseprobe von Light up the Sky zu lesen ist!

Wie fange ich am Besten an? Ich denke, es gibt keine passenden Worte, um dieses Buch zu beschreiben. Ehrlich nicht. Nach Bring down the Stars hatte ich ja große Hoffnungen in Light up the Sky gesetzt, doch ich hatte nicht damit gerechnet, dass ich so unfassbar begeistert sein würde. Noch nie hat mich ein New Adult-Buch emotional so mitgerissen, noch nie habe ich eins so schnell gelesen – in einem Rutsch durch, innerhalb weniger Stunden. Wie ihr seht: ich bin total begeistert. Und das hat mehrere Gründe.
Nach den schockierenden Ereignissen am Ende von Bring down the Stars kehren Connor und Weston nach Hause zurück. Connor ist traumatisiert von seinem Kriegseinsatz, Weston schwer verletzt. Beide müssen das Geschehene verarbeiten, wieder gesund werden, heilen und das ist, wo Light up the Sky richtig beginnt. Man erlebt, wie Autumn von allem erfährt, wie es gesundheitlich um die Beiden steht, wie die Familien mit alledem umgehen. Man leidet mit, Leserherzen werden gebrochen, das Buch beginnt in einer sehr, sehr düsteren Zeit für alle Charaktere. Und gleichzeitig ist das einer der Gründe, warum ich Light up the Sky so sehr liebe: alles ist realistisch dargestellt. Sowohl die medizinischen Aspekte der Geschichte, die Abläufe, vor allem aber die Gefühle der Charaktere. Jeder einzelne von ihnen muss darum kämpfen, wieder ins Leben zurückzufinden. Jeder geht anders mit diesem Trauma um und ich spreche hier nicht nur von Connor und Weston, sondern auch von Autumn und den Angehörigen der Beiden. Für alle ist es eine sehr schwere Zeit. Manche sind hysterisch, andere stoßen alle von sich weg, insgesamt ist dieser ganze Prozess sehr authentisch und, WOAH, das hat mich wirklich umgehauen. Ich war mitten in der Geschichte. Ich bewundere Emma Scott dafür, dass sie es geschafft hat, diese Geschichte auf eine ganz besondere Art und Weise in Worte zu fassen.

Aus diesem Grund war Light up the Sky eins der emotionalsten Bücher, die ich bis dato gelesen habe. Ich konnte es nicht weglegen und habe bis mitten in der Nacht gelesen, weil ich immer wissen wollte, wie es weitergeht. Alle Charaktere haben sich in dem Buch weiterentwickelt, inwiefern kann ich aber ohne Spoiler nicht sagen, da es einfach sehr mit der Handlung verknüpft ist. Nur eins: wie auch in Teil 1 liebe ich Weston einfach! Noch nie habe ich besondere Stellen in Büchern markiert, doch in Light up the Sky finden sich jetzt vier Einmerker für ganz besondere Stellen, die vor allem mit Weston zu tun haben.

Emma Scotts Schreibstil ist wie gewohnt wundervoll. Sie findet in den richtigen Momenten die passenden Wörter, um den Leser zu packen. Noch mehr: in Light up the Sky ist er an manchen Stellen richtig poetisch und das hat die ganze Geschichte einfach nur wunderbar unterstützt.

Zwei winzig kleine Kritikpunkte habe ich dennoch: in Teil 1 habe ich ja kritisiert, dass Connor für mich ein sehr eindimensionaler Charakter und für mich einfach nicht richtig greifbar ist. Das hat sich in Teil 2 zwar ein gutes Stück verbessert, allerdings war auch hier noch Luft nach oben. Nichtsdestotrotz fand ich auch seinen Handlungsstrang sehr gelungen.

Kritikpunkt Nummer zwei ist, dass ich finde, dass das Ende etwas zu lang ist. Es gibt einen Punkt im Buch, an dem eigentlich alle Konflikte gelöst sind und man es gut hätte abrunden können. Stattdessen folgen noch viele Ausführungen, wie die Zukunft für die verschiedenen Charaktere aussieht und an dieser Stelle hätte ich mir ein etwas offeneres Ende gewünscht, damit der Leser sich selbst die Zukunft ausmalen kann.

Diese beiden Kritikpunkte tun aber meiner Begeisterung keinen Abbruch. Für mich ist diese Geschichte einfach besonders. In Light up the Sky wird Stärke und Hoffnung an dunklen Orten gefunden, man lernt, wie es ist loszulassen, weiterzumachen, zu sich selbst zu finden und für seine Träume zu kämpfen. Ich hatte beim Lesen die ganze Zeit das Gefühl, gemeinsam mit den Charakteren zu heilen. Mein Herz, das am Ende von Bring down the Stars gebrochen wurde, wurde in Light up the Sky wieder zusammengesetzt.

Fazit: Was für ein Buch! Eine höchst emotionale Geschichte, die aufgrund der tollen Erzählweise und der Authentizität in der Handlung glänzt. Light up the Sky wird einen nicht mehr so schnell loslassen. Ich vergebe 5/5 Sterne, bin absolut begeistert und spreche eine RIESIGE Leseempfehlung aus!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.02.2020

(Zu) viele wichtige Themen, die in der Umsetzung nicht richtig greifbar sind.

180 Seconds - Und meine Welt ist deine
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Erst einmal vielen Dank an den LYX Verlag für das Rezensionsexemplar! Ich habe mich sehr gefreut.Meine

Meinung:

Ich fange wie immer e dem Cover an. Es gefällt mir mit seinen zurückhaltenden Farben ...

Erst einmal vielen Dank an den LYX Verlag für das Rezensionsexemplar! Ich habe mich sehr gefreut.Meine

Meinung:

Ich fange wie immer e dem Cover an. Es gefällt mir mit seinen zurückhaltenden Farben ausgesprochen gut, aber es ist inzwischen kein Geheimnis mehr, dass ich die Cover vom LYX Verlag sehr liebe. Auch der Klappentext hat mich neugierig gemacht, das Konzept mit dem Sozialexperiment fand ich total interessant.
Die Geschichte wird aus Allisons Perspektive erzählt, aber am Anfang habe ich ziemlich gebraucht, um mit ihr warm zu werden. Man erfährt relativ schnell sehr viel über ihre Vergangenheit und Kindheit bei verschiedenen Pflegefamilien, was durchaus dazu führt, dass man sie gut kennenlernt. Leider ist mir Allison mit ihrer pessimistischen Art auf den ersten 40 Seiten ziemlich auf die Nerven gegangen. Ich konnte zwar nachvollziehen, warum sie so fühlt, aber da ich einfach eine Optimistin bin, ist es mir schwergefallen, sie sofort zu mögen. Das hat sich dann aber geändert, denn sobald ihre Charakterentwicklung begonnen hat, bin ich mit ihr warm geworden.
Esben ist ein Social-Media-Star und er hat es sich sozusagen zum Ziel gemacht, Gutes zu tun und Menschen zu helfen. Darum drehen sich auch seine Videos, Beiträge, etc. Auf den ersten Blick wirkt er wie jemand, der immer gut drauf ist und nie schwierige Situationen erlebt hat, allerdings ist das nicht ganz richtig. Im Laufe des Buches lernt man ihn besser kennen, allerdings hatte ich oft das Gefühl, dass er ein bisschen „zu perfekt“ ist. Er ist dadurch für mich ein Charakter, der nicht ganz greifbar ist.
So ging es mir auch ein bisschen mit der ganzen Geschichte; sie war für mich nicht ganz greifbar. Sie hatte viele tolle Stellen, die mich auch emotional gepackt haben, dann aber auch Stellen, die ich nervig, oder einfach langweilig fand. Es war irgendwie ein ständiges hin und her beim Lesen. Dabei gefällt mir der Schreibstil von Jessica Park sehr gut. Er ist wirklich angenehm und hat die Stellen, die mich mitfiebern ließen, gut unterstützt. Auch die Thematiken, die in 180 Seconds behandelt wurden, haben viel Potenzial und könnten ein absolut grandioses und wichtiges Buch daraus machen.
Leider wurde meiner Meinung nach dieses Potenzial nicht wirklich ausgeschöpft. Es war oft einfach zu viel. Eigentlich hätte die Thematik, inwiefern Pflegekinder unter ständiger Unsicherheit und häufigen Umzügen leiden, vollkommen ausgereicht. Dieser Aspekt hätte noch weiter herausgearbeitet werden können, immerhin ist es vor allem am Anfang ein großer Teil von Allisons Persönlichkeit und sie muss dieses Trauma erst einmal verarbeiten. Hätte man diesen Aspekt in den Vordergrund gerückt und ihre Entwicklung ausgebaut, wäre das packend gewesen.
Ich hatte dann aber das Gefühl, dass Allison das zu schnell verarbeitet und sich dann vollkommen auf Esben einlassen kann, damit dadurch für andere, schwierige Thematiken sozusagen Platz geschaffen wird. Was die anderen beiden Themen waren, verrate ich an dieser Stelle aber nicht, aber jede von ihnen hätte ein eigenes Buch füllen können. In 180 Seconds jedoch wurde ich von einer Thematik in die andere geworfen, bevor die eine überhaupt erst sacken konnte. So konnte ich bei keinem der Themen wirklich mitfiebern, weil das Buch sehr vollgepackt ist.
Ich will nicht bestreiten, dass es durchaus packende Momente gab. Das Sozialexperiment hat mir wirklich super gefallen und auch gegen Ende habe ich die ein oder andere Träne verdrückt. Dennoch war es ein Wechselbad der Gefühle, außerdem finde ich den Titel nicht unbedingt passend. Er hatte teilweise nicht wirklich etwas mit dem Buch zu tun, außer, dass es eben die Art und Weise ist, wie sich Allison und Esben kennenlernen. Der Rückbezug auf das Sozialexperiment kam für mich etwas zu spät. Es bildet zwar gewissermaßen einen Rahmen für das Buch, aber da so viele andere Thematiken noch behandelt werden, scheint es mir nicht ganz stimmig.

Fazit:
180 Seconds – und meine Welt ist deine ist ein Buch mit viel Potenzial, das leider nicht ausgeschöpft wird. Es werden zu viele wichtige Themen angesprochen, sodass keins richtig greifbar ist. Trotzdem gibt es die ein oder andere emotionale Stelle, die einen mitfiebern lässt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere