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Veröffentlicht am 01.02.2020

(Zu) viele wichtige Themen, die in der Umsetzung nicht richtig greifbar sind.

180 Seconds - Und meine Welt ist deine
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Erst einmal vielen Dank an den LYX Verlag für das Rezensionsexemplar! Ich habe mich sehr gefreut.Meine

Meinung:

Ich fange wie immer e dem Cover an. Es gefällt mir mit seinen zurückhaltenden Farben ...

Erst einmal vielen Dank an den LYX Verlag für das Rezensionsexemplar! Ich habe mich sehr gefreut.Meine

Meinung:

Ich fange wie immer e dem Cover an. Es gefällt mir mit seinen zurückhaltenden Farben ausgesprochen gut, aber es ist inzwischen kein Geheimnis mehr, dass ich die Cover vom LYX Verlag sehr liebe. Auch der Klappentext hat mich neugierig gemacht, das Konzept mit dem Sozialexperiment fand ich total interessant.
Die Geschichte wird aus Allisons Perspektive erzählt, aber am Anfang habe ich ziemlich gebraucht, um mit ihr warm zu werden. Man erfährt relativ schnell sehr viel über ihre Vergangenheit und Kindheit bei verschiedenen Pflegefamilien, was durchaus dazu führt, dass man sie gut kennenlernt. Leider ist mir Allison mit ihrer pessimistischen Art auf den ersten 40 Seiten ziemlich auf die Nerven gegangen. Ich konnte zwar nachvollziehen, warum sie so fühlt, aber da ich einfach eine Optimistin bin, ist es mir schwergefallen, sie sofort zu mögen. Das hat sich dann aber geändert, denn sobald ihre Charakterentwicklung begonnen hat, bin ich mit ihr warm geworden.
Esben ist ein Social-Media-Star und er hat es sich sozusagen zum Ziel gemacht, Gutes zu tun und Menschen zu helfen. Darum drehen sich auch seine Videos, Beiträge, etc. Auf den ersten Blick wirkt er wie jemand, der immer gut drauf ist und nie schwierige Situationen erlebt hat, allerdings ist das nicht ganz richtig. Im Laufe des Buches lernt man ihn besser kennen, allerdings hatte ich oft das Gefühl, dass er ein bisschen „zu perfekt“ ist. Er ist dadurch für mich ein Charakter, der nicht ganz greifbar ist.
So ging es mir auch ein bisschen mit der ganzen Geschichte; sie war für mich nicht ganz greifbar. Sie hatte viele tolle Stellen, die mich auch emotional gepackt haben, dann aber auch Stellen, die ich nervig, oder einfach langweilig fand. Es war irgendwie ein ständiges hin und her beim Lesen. Dabei gefällt mir der Schreibstil von Jessica Park sehr gut. Er ist wirklich angenehm und hat die Stellen, die mich mitfiebern ließen, gut unterstützt. Auch die Thematiken, die in 180 Seconds behandelt wurden, haben viel Potenzial und könnten ein absolut grandioses und wichtiges Buch daraus machen.
Leider wurde meiner Meinung nach dieses Potenzial nicht wirklich ausgeschöpft. Es war oft einfach zu viel. Eigentlich hätte die Thematik, inwiefern Pflegekinder unter ständiger Unsicherheit und häufigen Umzügen leiden, vollkommen ausgereicht. Dieser Aspekt hätte noch weiter herausgearbeitet werden können, immerhin ist es vor allem am Anfang ein großer Teil von Allisons Persönlichkeit und sie muss dieses Trauma erst einmal verarbeiten. Hätte man diesen Aspekt in den Vordergrund gerückt und ihre Entwicklung ausgebaut, wäre das packend gewesen.
Ich hatte dann aber das Gefühl, dass Allison das zu schnell verarbeitet und sich dann vollkommen auf Esben einlassen kann, damit dadurch für andere, schwierige Thematiken sozusagen Platz geschaffen wird. Was die anderen beiden Themen waren, verrate ich an dieser Stelle aber nicht, aber jede von ihnen hätte ein eigenes Buch füllen können. In 180 Seconds jedoch wurde ich von einer Thematik in die andere geworfen, bevor die eine überhaupt erst sacken konnte. So konnte ich bei keinem der Themen wirklich mitfiebern, weil das Buch sehr vollgepackt ist.
Ich will nicht bestreiten, dass es durchaus packende Momente gab. Das Sozialexperiment hat mir wirklich super gefallen und auch gegen Ende habe ich die ein oder andere Träne verdrückt. Dennoch war es ein Wechselbad der Gefühle, außerdem finde ich den Titel nicht unbedingt passend. Er hatte teilweise nicht wirklich etwas mit dem Buch zu tun, außer, dass es eben die Art und Weise ist, wie sich Allison und Esben kennenlernen. Der Rückbezug auf das Sozialexperiment kam für mich etwas zu spät. Es bildet zwar gewissermaßen einen Rahmen für das Buch, aber da so viele andere Thematiken noch behandelt werden, scheint es mir nicht ganz stimmig.

Fazit:
180 Seconds – und meine Welt ist deine ist ein Buch mit viel Potenzial, das leider nicht ausgeschöpft wird. Es werden zu viele wichtige Themen angesprochen, sodass keins richtig greifbar ist. Trotzdem gibt es die ein oder andere emotionale Stelle, die einen mitfiebern lässt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 07.01.2020

Grandioser Abschluss der Trilogie!

Ophelia Scale - Die Sterne werden fallen
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VORSICHT! DIESE REZENSION ENTHÄLT SPOILER ZU TEIL 1 UND 2!!!
Meine Meinung:
Am besten fange ich mit dem Cover an. Wie immer finde ich es super schön und für mich spiegeln im Allgemeinen die Cover der Trilogie ...

VORSICHT! DIESE REZENSION ENTHÄLT SPOILER ZU TEIL 1 UND 2!!!
Meine Meinung:
Am besten fange ich mit dem Cover an. Wie immer finde ich es super schön und für mich spiegeln im Allgemeinen die Cover der Trilogie Ophelias Entwicklung als Charakter wieder. Zuerst sieht sie in die eine Richtung, dann in die andere, sie wechselt also die Seiten. Im letzten Teil blickt sie entschlossen nach vorne und das stellt meiner Meinung nach ihren Charakter in Teil 3 sehr gut dar.
Genau wie Teil 1 endete Teil 2 mit einem ziemlich gemeinen Cliffhanger, sodass es mir sehr leicht fiel, in die Geschichte zu finden. Auch den letzten Teil der Reihe habe ich innerhalb kürzester Zeit verschlungen, wobei ich immer wissen wollte, wie es weitergeht, aber gleichzeitig nicht wollte, dass es vorbei ist. Lena Kiefer hat hier eine wirklich grandiose Trilogie geschaffen!
Nachdem Lucien nach Maraisville zurückkehren musste, um dort den Platz seines Bruders als König einzunehmen, ist Ophelia bei ReVerse auf sich allein gestellt. Als Spionin spielt sie dem königlichen Geheimdienst Informationen über die Schachzüge der Rebellen zu und verhindert im Geheimen immer wieder, dass sie ihre Pläne in die Tat umsetzen können. Bald jedoch gerät sie an der Front in Gefahr und geht nach Maraisville zurück, während sich der Kampf gegen die OmnI immer weiter zuspitzt.
Von Anfang an hat man bei diesem Buch gemerkt, wie ernst die Lage ist und, dass sich die Geschichte auf den finalen Kampf zubewegt. Wie immer schafft es Lena Kiefer, innerhalb kürzester Zeit eine unfassbare Spannung zu erschaffen und diese auch durchgehend oben zu halten. In Ophelia Scale 3 lauern einige Plottwists und ich traue mich gar nicht, besonders viel zum Inhalt zu sagen.
Wie in den Vorgängern ist Ophelia alles andere, als eine perfekte Protagonistin, dafür umso authentischer. Auch in Teil 3 lernt sie immer dazu und ihre Charakterentwicklung kommt zu ihrem Höhepunkt. Ich finde, man liest gerne über sie, weil sie keine Superheldin, sondern ein Mensch ist und auch mal Fehler macht. Letztendlich will sie aber immer nur das Richtige tun und das macht sie durchweg sympathisch.
Noch besser gefallen hat mir im Abschluss der Trilogie aber Lucien. Schon zuvor wusste man, dass er seine Gefühle offen zeigt und manchmal auch hitzköpfig ist. Jetzt, in der Rolle des Königs, sind plötzlich sehr viel Augen auf ihn gerichtet und er muss die ganze Situation und den Krieg gegen ReVerse und die OmnI gewinnen. Wie sehr er darunter leidet, ist nicht von Anfang an klar, dann aber wird gezeigt, wie menschlich er ist. Lucien ist ein unglaublich starker Charakter, doch keineswegs eine Maschine. Er leidet, er trauert, er weint. Ich bin Lena Kiefer unglaublich dankbar, dass sie einen Protagonisten geschaffen hat, der seine Gefühle zeigt. So etwas gibt es viel zu selten!!
Lucien und Ophelia im Doppelpack haben mir ebenfalls sehr viel Freude bereitet. Zum ersten Mal in der Trilogie wussten beide, was sie wollten und ihre Beziehung musste sich auch weiterentwickeln, was meiner Meinung nach sehr schön dargestellt wurde.
Die Nebencharaktere, die man aus Teil 1 und 2 bereits kannte, waren wieder mit dabei und ich weiß wirklich nicht, was ich an ihnen kritisieren könnte. Dufort und Jye bleiben meine absoluten Lieblinge.
Als es dann auf das Finale zuging, muss ich gestehen, dass sich meine Vorahnungen bestätigt haben. Ganz überraschend kamen die Entwicklungen für mich nicht, was es aber nicht weniger spannend gemacht hat. An mancher Stelle hätte ich mir vielleicht gewünscht, dass sich ein bisschen mehr Zeit genommen wird und persönlich denke ich, dass das Ende ein bisschen offener hätte gestaltet werden können. Am besten macht ihr euch darüber aber selbst ein Bild, denn mehr kann ich dazu nicht sagen, ohne zu spoilern.

Fazit:
Obwohl ich zum ersten Mal etwas an einem Ophelia-Scale-Buch zu kritisieren hatte, war es ein grandioser Abschluss der Trilogie. Auch dieser Teil erhält von mir 5/5 Sterne – denn ganz ehrlich, ich kann nicht anders, als dieses Buch zu lieben!

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 28.12.2019

Sehr emotional mit einer kleinen Schwäche

Bring Down the Stars
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Erst einmal vielen Dank an den LYX Verlag zur Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
Das Cover von Bring down the Stars finde ich wirklich sehr hübsch und gemeinsam mit der Tatsache, dass es ein weiteres ...

Erst einmal vielen Dank an den LYX Verlag zur Bereitstellung des Rezensionsexemplars!
Das Cover von Bring down the Stars finde ich wirklich sehr hübsch und gemeinsam mit der Tatsache, dass es ein weiteres Buch von Emma Scott ist, war für mich sofort klar, dass ich es unbedingt lesen muss, weil sie mich mit All In zum New Adult-Fan gemacht hat. Deswegen hat es mich auch nicht gestört, dass es in dem Buch um eine Dreiecksbeziehung geht. Normalerweise mag ich so etwas nämlich gar nicht und mache auch einen großen Bogen um derartige Bücher. Aber da es Emma Scott ist und sie mich bisher nie enttäuscht hat, wollte ich herausfinden, ob sie mich mit einer Dreiecksbeziehung überzeugen kann.
Sie kann.
Ich fange mit den Charakteren an. Autumn stammt aus einfachen Verhältnissen und hat für ihr Studium ein Stipendium erhalten. Sie ist eher ruhig, aber sehr zielstrebig und weiß genau, was sie will. An verschiedenen Stellen hat sie bewiesen, dass sie für ihre Überzeugungen entschlossen, aber gleichzeitig besonnen eintreten kann und das macht sie mir unglaublich sympathisch. Sie liebt Lyrik und Romantik, was ich sehr gut nachempfinden kann. Zu Beginn von Bring down the Stars hat sie eine schmerzhafte Trennung hinter sich, weil ihr Ex sie betrogen hat und dementsprechend möchte sie eigentlich erst einmal keine neue Beziehung führen. Bis sie auf Connor trifft und beschließt, ihm eine Chance zu geben, ohne sich direkt zu binden.
Connor studiert ebenfalls in Amherst und gehört dort zu den beliebtesten Leuten. Seine Familie ist sehr reich, sein Vater ein erfolgreicher Unternehmer, seine Mutter Senatorin. Er ist eigentlich immer gut gelaunt und strahlt mit der Sonne um die Wette. Trotzdem ist es in seiner Gefühlswelt nicht so rosig, wie es den Anschein hat, denn seine Eltern haben eine ganz andere Vorstellung von seiner Zukunft, als er selbst. Er versucht sich zu beweisen, seinen eigenen Weg zu gehen und endlich für seine Eltern genug zu sein.
Weston ist Connors bester Freund. Genau wie Autumn stammt auch er aus einfachen Verhältnissen und hat ein Sportstipendium, das er aufgrund seiner überragenden läuferischen Fähigkeiten erhalten hat. Connors Familie, die sehr reich ist, hat seiner Familie schon oft finanziell unter die Arme gegriffen. Westons Vater hat die Familie im Stich gelassen, ist einfach abgehauen und Weston leidet darunter noch immer. Er hat eine Mauer um sich herum aufgebaut, um nicht erneut verletzt zu werden und will sich niemals verlieben – was nicht mehr klappt, als Autumn in sein Leben tritt.
Zu Beginn des Buches lernt man im Prolog Weston und Connor mit 12 Jahren kennen und erfährt gleichzeitig, wie sie sich kennengelernt haben, was sehr wichtig für den weiteren Verlauf der Geschichte ist. Dann geht es richtig los. Alle drei starten in ihr drittes Studienjahr und schon bald lernt Autumn Connor kennen, der ihr mit einer ewig guten Laune sofort sympathisch ist. Auch auf Weston trifft sie unabhängig von Connor, der im Prinzip das Gegenteil von Connor und allen gegenüber – gelinde gesagt – unfreundlich ist, Autumn aber trotzdem fasziniert.
Es wird aus Autumn und Westons Sicht erzählt, wie sie und Connor sich immer näherkommen. Autumn zweifelt immer wieder an dieser Beziehung, weil sie eigentlich nichts Ernstes eingehen will und auch Connor nicht richtig einschätzen kann. Das liegt daran, dass Connor mit den Dingen, die sie liebt – Lyrik und Romantik – nichts am Hut hat. Weston schon. Und dieser wird von Connor immer wieder um Hilfe gebeten, was ihn in eine unmögliche Situation bringt, weil er sich auch in Autumn verliebt. Dennoch kann er seinem besten Freund nichts ausschlagen und das Unglück nimmt seinen Lauf.
Teilweise war das Buch wirklich chaotisch und hat mir fast schon körperliche Schmerzen bereitet. Autumn verliebt sich in zwei Personen gleichzeitig, ohne es zu wissen: in Connor, der sich um sie bemüht und ein sehr positiver Mensch ist und in Weston, der mit seinen Worten ihr Inneres berührt. Für mich war von Anfang an klar, dass ich Team Weston bin. Vor allem in seinen Kapiteln fühlt man den Schmerz, den er in sich trägt und die Zerrissenheit, weil er Autumn wirklich mag, aber auch Connor glücklich sehen will. Die beiden Freunde verstricken sich immer weiter in dieser Lüge und die Situation spitzt sich weiter zu, als Connor eine ziemlich schockierende Entscheidung trifft, um seinen Eltern etwas zu beweisen. Was das ist, verrate ich an dieser Stelle nicht, weil ihr das am Besten selbst lesen solltet.
Ab dieser Stelle nimmt das Buch eine Wendung, mit der ich auf keinen Fall gerechnet hätte. Wobei mir dann ab einem gewissen Zeitpunkt klar war, worauf das Ende dann hinauslaufen würde, was es aber nicht weniger schockierend machte. Auch hier sind meine Lippen versiegelt, ich kann aber sagen, dass ich AUF JEDEN FALL Light up the Sky lesen MUSS! Und am liebsten sofort und nicht erst Ende Januar.
Emma Scotts Schreibstil ist gewohnt schön, man kann das Buch sehr flüssig lesen und die Geschichte hat sich an keiner Stelle gezogen. Autumn und Weston sind zwei Protagonisten, die man sehr schnell ins Herz schließt und die auf ganz unterschiedliche Weise sehr stark sind.
Bei Connor bin ich immer noch zwiegespalten. Ich wollte ihn wirklich mögen, ich wollte wirklich bei ihm so mitfiebern, wie bei Autumn und Weston, aber das fiel mir sehr schwer. Leider finde ich, dass er ein ziemlich platter Charakter ist. Man erfährt zwar immer so nebenbei, was in ihm vor sich geht, aber leider hat mir das nicht gereicht, um eine richtige Bindung zu ihm aufzubauen. Ich hätte mir vielleicht ein paar Kapitel aus seiner Sicht gewünscht, denn vor allem durch den Konflikt mit seinen Eltern hat er als Charakter eigentlich sehr viel Potenzial. Leider wurde das auch angesichts der Wichtigkeit seines Charakters nicht wirklich ausgeschöpft, was ich sehr schade finde. Letztendlich waren Autumn und Weston viel lebendiger für mich.
Ich bin auf jeden Fall sehr gespannt auf den zweiten Teil, da ich noch immer nicht richtig weiß, was ich von dem Ende halten soll. Es lässt einen absolut fassungslos zurück.

Fazit: Bring down the Stars ist ein herzzerreißendes Buch mit einem schockierenden Ende. Der Schreibstil von Emma Scott ist wie immer sehr schön und obwohl ich keine Bindung zu Connor aufbauen konnte, lässt mich diese Geschichte nicht mehr los. Ich vergebe 4,5/5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.12.2019

Sehr gute Fortsetzung

Ophelia Scale - Der Himmel wird beben
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ACHTUNG, DIESE REZENSION ENTHÄLT SPOILER ZU TEIL 1!

Meine Meinung:
Nachdem der Teil 1 mit einem so fiesen Cliffhanger endete, musste ich sofort Teil 2 lesen – der glücklicherweise bereits erschienen ...

ACHTUNG, DIESE REZENSION ENTHÄLT SPOILER ZU TEIL 1!

Meine Meinung:
Nachdem der Teil 1 mit einem so fiesen Cliffhanger endete, musste ich sofort Teil 2 lesen – der glücklicherweise bereits erschienen war und auch bis zum ET vom dritten Teil war es gar nicht mehr so lange hin.
Der zweite Teil beginnt drei Wochen nach Ende des ersten Teils. Ophelia ist aufgrund des Attentats im königlichen Gefängnis, erhält dann aber vom Geheimdienst ein Angebot: Um ihre Strafe zu mindern, soll sie sich bei ihren ehemaligen Freunden bei ReVerse einschleichen und den Geheimdienst mit Informationen über den Widerstand versorgen. Mehr oder weniger dazu gezwungen, stimmt Ophelia zu und kehrt zu ReVerse zurück, wo sie einige Leute aus ihrer Vergangenheit wiedersieht. Komplizierter wird der Auftrag, als Lucien als Unterstützung zu ihr kommt und die Frage nach ihren Gefühlen wieder/immer noch im Raum steht.
Durch den Cliffhanger fällt es sehr leicht, wieder in die Geschichte zu finden. Außerdem ist Lena Kiefers Schreibstil gewohnt gut, was einen regelrecht durch die Seiten fliegen lässt.
Von Anfang an ist die Geschichte super spannend. Wie auch im ersten Teil weiß die Autorin, wie man Spannung aufbaut. Wenn man einmal mit dem Lesen begonnen hat, kann man nur schwer wieder aufhören, man wird in die Geschichte hineingesogen und sie lässt einen nicht mehr los.
Ophelia ist eine gewohnt starke Protagonistin, die zwar alles andere als perfekt ist, was sie aber umso authentischer Macht. Ich finde, ihre Charakterentwicklung setzt sich in Teil 2 fort und ihr wird einmal mehr klar, dass nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Außerdem ist sie erneut zwischen zwei Seiten hin und her gerissen, nur, dass das Setting jetzt nicht mehr Maraisville ist, sondern ReVerse. Es war ziemlich interessant zu lesen, wie sie mit dieser Situation umgeht.
Lucien … ich muss zu ihm eigentlich nicht viel sagen. Lucien ist und bleibt einfach toll. Was so besonders an ihm ist, ist die Tatsache, dass er seine Gefühle zeigt. In der Fortsetzung ist das neben seinem Humor auch Schmerz. Ophelia hat ihn mit ihrem Handeln in Teil 1 verletzt und das man ihm das auch anmerkt, ist einmal eine Abwechslung zu dem, was man sonst so liest. Wir brauchen mehr Luciens in der Buchwelt!
Doch nicht nur die Geschichte rund um Ophelia und Lucien zieht einen in den Bann. Die Nebencharaktere schließt man ebenso ins Herz. Zum einen ist da Jye, Ophelias bester Freund, den ich schon in Teil 1 total geliebt habe. Er ist ein absolut loyales Goldstück, von dem man nur hoffen kann, dass man seine Gesellschaft genießen darf. Wir brauchen nicht nur mehr Luciens, sondern auch mehr Jyes! In Maraisville schlägt Ophelia aufgrund des Attentates sehr viel Hass entgegen, aber auch die Charaktere, die man schon aus dem ersten Teil kennt, wie z.B. den Ausbilder Dufort, kann man einfach nicht hassen.
Die Handlung fand ich ebenfalls wieder super spannend, wobei ich beim Lesen etwas über der Hälfte des Gefühl hatte, sie lässt ein klein wenig nach – doch das hat dem Buch im Großen und Ganzen nicht geschadet.
Ophelia Scale – Der Himmel wird beben hängt Teil 1 eigentlich in fast nichts nach. Auch nicht in Sachen Cliffhanger. Vielleicht war er nicht ganz so fies, wie vom Vorgänger, aber gemein trotzdem und vor allem so, dass man auch die ein oder andere Träne verdrücken kann. Was es ist, müsst ihr selbst herausfinden!

Fazit:
Auch der zweite Teil der Ophelia Scale – Trilogie konnte mich mitreißen und restlos begeistern. Die Reihe bleibt für mich einfach ein Jahreshighlight und auch dieses Buch erhält 5/5 Sterne von mir.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.12.2019

Toller Auftakt der Reihe

Neon Birds
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Meine Meinung:
Neon Birds ist ein Buch, auf das ich mich schon sehr lange gefreut habe. Ich liebe das Cover, es ist sogar das, wofür ich damals bei der Abstimmung gestimmt habe. Den Titel mag ich auch ...

Meine Meinung:
Neon Birds ist ein Buch, auf das ich mich schon sehr lange gefreut habe. Ich liebe das Cover, es ist sogar das, wofür ich damals bei der Abstimmung gestimmt habe. Den Titel mag ich auch sehr gerne, vor allem, weil viele Aspekte der Welt, in der Neon Birds spielt, sehr grell und abgefahren sind.
Neon Birds spielt im Jahr 2101. Ein technischer Virus verwandelt Menschen in Cyborgs, sogenannte Mojas, die von der künstlichen Intelligenz KAMI kontrolliert werden. Dieser Virus breitet sich immer weiter aus und ist wirklich hochansteckend, weswegen auf der ganzen Welt Sperrzonen existieren, in denen die Befallenen eingepfercht sind und von Supersoldaten bekämpft werden. Als auf einmal immer mehr Mojas entwischen und es im Allgemeinen ein paar besorgniserregende Entwicklungen gibt, führt das Schicksal vier junge Erwachsene zusammen, die herausfinden wollen, was vor sich geht. Okijen, Flover, Luke und Andra sind die Protagonisten des Buches und aus ihrer Perspektive wird die Geschichte auch erzählt.
Eigentlich konnte ich alle von ihnen sofort ins Herz schließen, denn Marie Grasshoff hat hier unglaublich authentische Charaktere erschaffen.
Okijen ist trotz seiner jungen Jahre ein ehemaliger, gefeierter Supersoldat, der inzwischen im Ruhestand ist. Er hat viel erlebt und ist traumatisiert. Sein sehnlichster Wunsch ist es, nie wieder kämpfen zu müssen und einfach nur für den Rest seines Lebens vom Militär in Ruhe gelassen zu werden – was natürlich aufgrund der Mojas, die ausbrechen, nicht funktioniert. Hinzu kommt, dass er ein Cyborg ist. Er wurde technisch optimiert und ist deswegen der beste Soldat, den es jemals gab. Ich liebe Okijen und hatte während des Lesens immer das Bedürfnis, ihn einfach in den Arm zu nehmen.
Flover ist ein Charakter, der mich absolut überrascht hat. Während ich auf den ET gewartet habe, dachte ich immer, dass ich mich für ihn am wenigsten interessieren würde. Keine Ahnung, warum das so war. Auf jeden Fall hätte ich mich nicht mehr täuschen können! Flover gehört einer geheimen Militäreinheit an, die Moja innerhalb der normalen Bevölkerung aufspürt und beseitigt. Am Anfang von Neon Birds erhält man ein Bild von ihm, das aber im Laufe des Buches vollkommen auf den Kopf gestellt wird. Über ihn will ich eigentlich gar nicht so viel sagen, weil ihr das am besten selbst lest. Wenn ich mich zwischen Okijen und Flover entscheiden müsste – keine Ahnung, wer es wird! Im Übrigen mochte ich die Beiden im Doppelpack sehr gerne, die Dynamik zwischen ihnen fand ich wirklich total gelungen. Bei ihnen gibt es nichts zwischen Todfeind und besten Freunden, so kam es mir zumindest vor und das war beim Lesen stellenweise sehr unterhaltsam.
Luke ist Politikstudent und Flovers Mitbewohner. Nach außen hin ist er sicherlich nicht besonders, doch er hütet ein düsteres Geheimnis und verfolgt seine ganz eigenen Ziele. Vielleicht ist er ein bisschen naiv und gibt sich trügerischen Hoffnungen hin, aber er ist sehr treu gegenüber seinen Liebsten und das wiederum finde ich sehr bewundernswert.
Andra ist die Letzte im Bunde. Sie hat eigentlich immer am wenigsten mit der Zivilisation zu tun gehabt, weil sie den Yuna angehört, einem Stamm von Menschen, die abgeschieden in der Wüste leben. Andra erleidet einen großen Verlust und muss diesen im Laufe des Buches verarbeiten. Sie ist ein starker Charakter, der aber erst einmal seinen Weg finden muss. Ich bin gespannt, was noch so folgt.
Die Welt, in der Neon Birds spielt, ist auf der einen Seite grün und gut. Niemand muss hungern, für jeden ist gesorgt. Trotzdem ist die Atmosphäre einfach nur unfassbar düster. Die Moja und KAMI hängen wie ein Damoklesschwert über allem und stellenweise empfand ich Neon Birds als wirklich bedrückend. Eigentlich sollte alles gut sein, doch aufgrund des Virus ist es eine Katastrophe, was man im ganzen Buch deutlich spürt.
Der Einstieg in die Geschichte fällt wirklich leicht. Wenn man einen ruhigen Anfang erwartet, dann liegt man völlig falsch. Man wird sofort ins Geschehen geworfen, eigentlich sogar in eine Katastrophe und kann die nächsten 120 Seiten einfach nicht mit dem Lesen aufhören. Ich konnte Neon Birds einfach nicht mehr weglegen. Man wird regelrecht in die Geschichte gesogen und auch, als die Handlung dann etwas ruhiger wurde und es dann darum ging, die Hintergründe gewisser Ereignisse aufzudecken, blieb die Neugier bestehen. Neon Birds hat eine hohe Erzähldichte und deswegen wird es einfach nie langweilig. Die Seiten fliegen nur so dahin. Der Schreibstil der Autorin hat mir auch sehr gut gefallen, was diesen Effekt natürlich noch weiter unterstützt. Mehr will ich zu der Handlung auch gar nicht sagen.
Was ich zudem wirklich gelungen fand, sind die Militärakten, die an passenden Stellen die Geschichte unterstützten. Damit wurde man immer genau zum richtigen Zeitpunkt mit Informationen versorgt, damit man alles verstehen konnte.
Die ganze Zeit währenddes Lesens geisterte mir die Frage im Kopf herum, wie viel man für das Wohl der Menschheit tun darf und, ob man irgendwo einen Schlussstrich ziehen sollte. Neon Birds ist teilweise wirklich blutig. Viele Tode, viel Brutalität und man ertappt sich dabei, dass man sich fragt, wofür das überhaupt geschieht. Dafür, dass sich die Menschheit immer wieder als Monster entpuppt? Das ist vermutlich das Erschreckendste an dem ganzen Buch.
Nichtsdestotrotz sind für mich noch ein paar Fragen offen geblieben. Ich weiß, dass es der erste Teil der Trilogie ist und ich bin mir sicher, dass auf das ein oder andere noch eine Antwort folgt, ich mich dafür aber noch mindestens bis März, wenn Cyber Trips (Teil 2) erscheint, gedulden muss. Dennoch ist das der Grund, warum ich in der Bewertung einen halben Stern abziehe. Ein Beispiel hierfür ist Okijen. Er ist ein Cyborg und ich hätte mir hier noch ein paar Details gewünscht. Wie kann er fühlen? Funktioniert das wie mit normaler Haut? Oder auch, was das Worldbuilding angeht. Das ist wirklich grandios, doch es wird z.B. ein Kalter Krieg erwähnt, der definitiv nicht der Kalte Krieg ist, wie wir ihn kennen. Wie genau wurde er ausgelöst? Was ist da alles passiert? Das sind alles winzige Details, auf die Marie Grasshoff sicherlich eine Erklärung hat und auf manches bekomme ich bestimmt noch eine Antwort. In Teil 1 ist mir das jedoch ein bisschen abgegangen.
Und noch ganz, ganz wichtig: Was, verdammt, ist in Sao Paulo geschehen???
Neon Birds endet mit einem der miesesten Cliffhanger, die ich jemals gelesen habe – und glaubt mir, ich habe schon viele Cliffhanger mitgemacht. Jetzt bin ich einfach furchtbar gespannt, wie es weitergeht und kann den ET von Cyber Trips gar nicht abwarten!

Fazit:
Neon Birds ist ein unglaublich faszinierendes, aber auch erschreckendes Buch, das so manche Abgründe der Menschheit offenbart. Eine spannende und fesselnde Geschichte, die trotz einem (wirklich winzigen) Kritikpunkt sehr empfehlenswert ist! 4,5/5 Sterne.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere