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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.08.2019

unterhaltsam

Die Gärten von Monte Spina
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Manchmal kreist man um ein Buch und weiß nicht recht, soll ich es aufschlagen oder nicht. Manchmal ärgert man sich nachher weil man es nicht getan hat und es einem dann ständig noch im Kopf rumsurrt. Manchmal ...

Manchmal kreist man um ein Buch und weiß nicht recht, soll ich es aufschlagen oder nicht. Manchmal ärgert man sich nachher weil man es nicht getan hat und es einem dann ständig noch im Kopf rumsurrt. Manchmal freut man sich, weil man es getan hat.
Die Autorin hat einen sehr liebevollen Umgang mit ihrer Heldin. Auch wenn sie ihr erst mal den geliebten Mann raubt, so gibt sie ihr doch einen Charakter, welcher sie mit der Zeit befähigt, den Verlust überwinden zu können. Gerne habe ich Antonia auf diesem Weg ein Stück begleitet, denn schon nach wenigen Seiten wollte ich unbedingt wissen, wie es weitergeht und natürlich auch, was es mit dem geheimnisvollen Arbeitgeber auf sich hat.

Das Cover gerät durch die leuchtenden Farben als sehr positiv und deshalb ging ich auch so an die Geschichte ran. Mit der Erwartung, dass es alles gut wird. Natürlich kommt es auch so. Es ist keine sehr tiefschürfende Story, auch wenn der Tod und die Verarbeitung eines großen Verlustes anfangs eine Rolle spielt. Die Hauptperson im Buch ist einfach ein netter Mensch, der ein bisserl aus dem Tritt ist und durch das Rätsel um ihren Chef schließlich ihre Trauer vergessen kann und ins Leben zurückfindet.

Unterhaltsam und schön erzählt.

Veröffentlicht am 31.07.2019

so muss ein guter Histo sein

Sterne über der Toskana
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Mal ehrlich.

Ich kann jetzt lang und breit erklären was mir alles an diesem Buch gefallen hat. Von den lebendigen Protas über den interessanten Plot bis hin zu den historischen Zuckerl. Ich könnte jetzt ...

Mal ehrlich.

Ich kann jetzt lang und breit erklären was mir alles an diesem Buch gefallen hat. Von den lebendigen Protas über den interessanten Plot bis hin zu den historischen Zuckerl. Ich könnte jetzt auch von den ersten beiden Teilen schwärmen und dass "Sterne über der Toskana" ein dritter Teil ist, in dem die Autorin Karin Seemayer nochmal zu Höchstform aufläuft.

Aber ich mache es diesmal einfach kürzer.

Kauft dieses Buch, wenn ihr Italien, gute Histos und schöne Liebesgeschichten liebt und keine Angst vor ein paar realistischen Kriegsszenen habt.

Mir hat die Story von allen drei Teilen am besten gefallen (wenn man da überhaupt ein Ranking machen möchte), eben gerade, weil es sehr viele politische Fakten verarbeitet und mir ein Italien (Europa) im kommenden Umbruch gezeigt hat.

Veröffentlicht am 12.07.2019

trauriger Sommer

Dunkelsommer
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Dunkel ist der Sommer in „Dunkelsommer“ tatsächlich. Das liegt weniger am fehlenden Licht als an den deprimierenden, traurigen Lebenssituationen der beiden Hauptpersonen. Die Dramatik des einen Erzählstrangs ...

Dunkel ist der Sommer in „Dunkelsommer“ tatsächlich. Das liegt weniger am fehlenden Licht als an den deprimierenden, traurigen Lebenssituationen der beiden Hauptpersonen. Die Dramatik des einen Erzählstrangs ist das Verschwinden von Lelles 17jähriger Tochter. Auch wenn dieses bereits drei Jahre zurückliegt, bleibt die Frage was passiert ist? Deshalb ist der Mathematiklehrer immer noch auf der Suche nach Antworten. Aber hier spielt auch noch das Persönliche, die Trauer und Trauerverarbeitung eine große Rolle. Das gefällt mir sehr an Romanen und auch wenn das Buch dadurch noch etwas düsterer wird, mag ich das.

Zum anderen gibt es da Meja, einen Teenager, der mit der Mutter zu deren neuem Freund zieht. Auch hier ist zu wenig Liebe im Spiel und auch wenn man nicht gleich weiß, wie diese zwei Handlungsstränge zusammenhängen, so hat man doch schon eine gefühlsmäßige Ahnung, wo die Geschichte hingehen könnte.

Durch den regelmäßigen Wechsel zwischen den Erlebnissen von Meja und Lelle wird Spannung aufgebaut. Der Wald spielt tatsächlich eine wichtige Nebenrolle in der Geschichte, weil er das einsame und abgelegene Leben erklärt, dass die Darsteller teilweise innerlich und äußerlich führen.

Mir war die Geschichte fast etwas zu kurz aber sie hat mir sehr gut gefallen.

Veröffentlicht am 29.06.2019

Tote Herzen

Das Dorf der toten Herzen
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„Das Dorf der toten Herzen“ liegt im Süden Spaniens in der Einöde. Der Titel beschreibt gut die Stimmung des Romans. Er ist düster, traurig und leicht depressiv. Die Menschen in diesem Dorf sind alle desillusioniert, ...

„Das Dorf der toten Herzen“ liegt im Süden Spaniens in der Einöde. Der Titel beschreibt gut die Stimmung des Romans. Er ist düster, traurig und leicht depressiv. Die Menschen in diesem Dorf sind alle desillusioniert, hart gegen sich und andere, voller Vorurteile und Bitternis. Jacobo, Irene und ihre 13jährige Tochter Miriam müssen ins Dorf ziehen, als er den Job verliert und ihnen die finanziellen Mittel ausgehen. Sie kommen In einem heruntergekommenen Haus. Es gelingt ihnen nicht, Fuß zu fassen und eines Nachts dringen Männer ins Haus ein und schießen auf das das Ehepaar. Die Tochter, die die Nacht bei Freunden verbracht hatte, wird des Mordkomplotts beschuldigt. Die Mutter ist tot und der Vater kann sich nur noch bruchstückhaft an alles erinnern, als er aus dem Koma erwacht. Wer waren die Täter, wer hat sie beauftragt. War es wirklich Miriam? Oder der Geliebte der Mutter oder der Sohn des Onkels? Das ganze Dorf scheint etwas zu verbergen, jeder wirkt verdächtig.

Mir gefällt der Sprachstil des Autors und die Art, wie er seine Figuren beschreibt. Auch wenn sie diesmal alles besonders undurchsichtig sind und es nicht unbedingt einen richtigen Sympathieträger gibt. Die psychologische Tiefe ist ausgefeilt. Das Tempo ist zeitweise etwas verhalten und es ist nicht wirklich ein Pageturner. Also nicht ganz so spannend wie „Monteperdido“. Aber dennoch ein solide erzählter und am Ende doch sehr dramatischer Krimi, der die Abgründe einer kleinen fast inzestösen Gemeinschaft schildert und für den im Zentrum die Frage des Warum steht und erst dann des Wer.

Viele "tote Herzen" leben in diesem spanischen Dorf.

Veröffentlicht am 12.06.2019

Durchschnitt reicht nicht

Cari Mora
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Nein, Durchschnitt ist bei einem Autor wie Thomas Harris einfach nicht genug. Nach seinen großartigen Thrillern und einer viel zu langen Schreibpause waren meine Erwartungen an diesen Altmeister der Spannung ...

Nein, Durchschnitt ist bei einem Autor wie Thomas Harris einfach nicht genug. Nach seinen großartigen Thrillern und einer viel zu langen Schreibpause waren meine Erwartungen an diesen Altmeister der Spannung hoch. Vielleicht zu hoch - zugegeben. Ich muss im Nachhinein an Cody McFadyen letzten "Die Stille vor dem Tod" denken. Auch da kam nach einer Schaffenspause ein Buch heraus, welches unausgegoren, überhastet und enttäuschend war.

Ich möchte mich gar nicht lange mit dem abstrusen Inhalt aufhalten. Der hat so viele Logiklöcher und Unwahrscheinlichkeiten, dass ich mich beim Rekapitulieren wieder drüber aufregen muss.

Die Ausgangslage lies mich schon den Kopf schütteln, denn wieso bitte liegt so viel Gold immer noch in diesem Haus rum? Und wieso kann man so ein Haus dann einfach mieten? Alle Erklärungen hierfür sind für mich fadenscheinig.

Dann die Charakterbildung. Bis auf Cari Mora, die zumindest am Anfang noch etwas undurchsichtig für den Leser ist, kommen alle Kerle sehr eindimensional gezeichnet daher. Gut, Hans Peter Schneider hatte durchaus Psychopathen-Potential. Aber wie sein Äußeres, blass und kühl, so blieb er für mich auch und um so ärger seine Phantasien und Pläne mit Cari Mora wurden, um so weniger fürchtete ich mich.

Es gibt eine Wendung im Plot, die man so nicht gleich herausgerochen hat - die Heldin betreffend - aber ansonsten konnte Harris mich nicht überraschen und er nimmt sich auch nicht die Zeit, um den Showdown wenigstens etwas auszuschmücken und logischer zu gestalten.

Da es ein Hörbuch war und der Vorleser Achim Buch sehr gut liest, habe ich das ganze Buch angehört. Hätte ich es lesen müssen, hätte ich es nach der Hälfte weggelegt.

Die drei Sterne hat sich vor allem Herr Buch verdient. Harris hat mich enttäuscht und ihm hätte ich höchstens 2 Sterne gegeben.