Magisch, atmosphärisch und trotz Vorhersehbarkeit sehr unterhaltsam
Wycherleys - Die NovizinAurelia hat einen schrecklichen Familienfluch geerbt, der ihre Magie fast schon verunstaltet hat und dafür sorgt, dass sich niemand mit ihr binden möchte. Wenn sie ihre Magie behalten will, muss sie herausfinden, ...
Aurelia hat einen schrecklichen Familienfluch geerbt, der ihre Magie fast schon verunstaltet hat und dafür sorgt, dass sich niemand mit ihr binden möchte. Wenn sie ihre Magie behalten will, muss sie herausfinden, wie man als Hexe ohne Pendant seine Kräfte bewahren kann. Jules ist ebenfalls auf der Suche nach einer Lösung für dasselbe Problem. Obwohl die beiden aus rivalisierenden Familien stammen und seine Vorfahren an Aurelias Fluch Schuld tragen, beschließen sie, sich zusammenzutun und gemeinsam nach einer Lösung zu suchen, wobei sie sich vielleicht auch näherkommen, als erwartet …
Die Charaktere:
Aurelia ist eine sympathische Protagonistin, die es durch ihren Fluch nicht leicht hat, jedoch trotzdem selbstbewusst durchs Leben geht und sich von niemandem unterkriegen lässt. Ihr größter Wunsch ist es, ihre Magie behalten zu können, und dafür würde sie wirklich alles versuchen.
Jules ist relativ kühl, gefasst und sehr gut darin, seine Gefühle zu verstecken. Anfangs mochte ich ihn nicht ganz so sehr, aber je besser man ihn kennenlernt, desto sympathischer wird er, und man kann seine Handlungen deutlich besser nachvollziehen.
Die Umsetzung:
Der Schreibstil der Geschichte gefällt mir sehr. Zwar wird alles ausschließlich aus Aurelias Sicht erzählt, weshalb mir persönlich Jules Gefühlswelt etwas verschlossen blieb, aber insgesamt fand ich die Geschichte sehr bildlich und leicht zu lesen.
Was ich an dem Buch besonders mochte, war die Atmosphäre. Dieses Gefühl vergangener Zeiten, kombiniert mit echten Hexen, hatte einen ganz besonderen Charme und dass es sechs Zirkel gibt und wie dies in die Geschichte eingeführt wurde, gefiel mir sehr. Die Charaktere mochte ich ebenfalls unheimlich gerne. Ich fand, dass sie super zusammenpassen und es sehr interessant war, die Entwicklung ihrer Beziehung zu verfolgen. Die Anziehung zwischen ihnen war deutlich spürbar, aber durch die limitierte Sicht auf Jules’ Gefühle konnte ich diese tiefe Verbundenheit, von der die beiden sprechen, nicht immer ganz nachvollziehen.
Die Geschichte an sich mochte ich auch, jedoch fand ich sie leider sehr vorhersehbar, da die Hinweise darauf, was passiert sein könnte, sehr offensichtlich waren. Dadurch war das Geheimnis ungefähr zur Hälfte des Buches schon fast gelüftet. Abgesehen davon mochte ich die Geschichte aber wirklich gerne.
Mein Fazit:
Eine schöne und vor allem atmosphärische Geschichte aus einer früheren Zeit, in der Hexen nicht nur Fabelwesen waren, sondern ein Teil der Gesellschaft. Trotz der etwas vorhersehbaren Entwicklung hat mich das Buch sehr gut unterhalten, weshalb ich ihm 4 von 5 Sterne gebe und mich auf die Fortsetzung freue.