„The Knight and the Moth“ ist der Auftaktband der “Stonewater Kingdom” Dilogie der Autorin Rachel Gillig und ich habe mich so gefreut endlich dieses Buch lesen zu dürfen. Das Cover finde ich schon unglaublich schön gemacht und passt hervorragend zu dem Roman. Es ist ein wenig düster, etwas mysteriös und einfach passend zur Story. Der Schreibstil war sehr eingängig, ich kam richtig schnell durch das ganze Geschehen und wurde wunderbar unterhalten. Die Geschichte wird aus der Sicht der Weissagerin Sybil/Sechs erzählt.
Sybil ist eine von sechs Weissagerinnen der Aisling Kathedrale. Zusammen mit ihren „Schwestern“ ließt sie Omen und weissagt Menschen ihre Zukunft. Da taucht eines Tages der unverschämte Ritter Roderick auf, und alles ändert sich schlagartig. Er zeigt ihr ganz genau, was er von ihresgleichen hält, doch sie sagt ihm trotzdem seine Zukunft voraus – und sieht ein mysteriöses Omen, welches sie nicht zu deuten vermag. Bald darauf verschwinden ihre Schwestern eine nach der anderen spurlos, und sie kann sich nur an Rory wenden, ihre Schwestern zu finden. Gemeinsam mit diesem unverschämten Ketzer macht sie sich auf die Suche, schon bald erkennend, dass nicht immer alles so ist wie es scheint und das Schicksal ihr eine größere Rolle zugedacht hat…
Schon von vornherein habe ich mich riesig auf diese Geschichte gefreut und wurde nicht enttäuscht. Es gibt mysteriöse Weissagungen, seltsame Dinge geschehen auf Aisling, der dreiste Ritter und Sybils Zusammenspiel sind frech, witzig und auch süß. Dann das Highlight des Buches ist eindeutig der Gargoyle, welcher Sybil begleitet. Es gibt jede Menge zu entdecken, bis hin zu den Omen, neue Landschaften und viele „Anderswesen“, welche die Menschheit vernichten will, welche mir auch unheimlich leidgetan haben. Die rätselhafte Äbtissin der Kathedrale war einfach nur seltsam und viele solcher Dinge.
Der Roman startet fast gleich mit einer Weissagung, welche überhaupt nicht gut aussieht und man erkennt schon sehr früh, was die Weissagerinnen alles auf sich nehmen müssen. Wie kommt man bitte genau auf diese Art und Weise zu weissagen? Einfach nur seltsam und echt nicht ohne. Sybil, nur als Sechs bekannt, ist eine der gehorsamsten und beste Weissagerin, aber macht sie das gerne? Sie ist eine erstaunlich starke und auch sehr vielseitige Person, welche einen echt in Erstaunen versetzt, was sie so alles kann. Trotzdem ist sie doch noch sehr naiv und glaubt vieles, was man ihr erzählt. Langsam erkennt sie, dass nicht alles so ist wie es scheint und stellt Nachforschungen an, und möchte unbedingt ihre Schwestern finden. Sie macht eine unglaubliche Entwicklung durch und man sieht wie sie wächst, wie sie sich endlich frei fühlt und etwas anderes erlebt als diese triste Kathedrale.
Roderick/Rory ist ihr da sehr hilfreich. Er hält nichts von den Weissagerinnen und zeigt dies auch immer wieder. Er ist ungehobelt, frech, hält nichts zurück und sagt was er für richtig erachtet, und nicht was diese „heiligen“ Weissagerinnen und Omen zeigen. Ich mochte seine ruppige Art und mit der Zeit ist er einfach nur der beste Kerl geworden, den man sich nur vorstellen kann. Er ist aufmerksam, passt immer auf Sybil auf, obwohl er das was sie tut nicht gutheißt. Er wird immer so herrlich süß rot, ich liebe diese kleinen Streitereien und Frotzeleien mit Sybil, vor allem, da sie auch nicht zurücksteckt und immer Kontra gibt. Er hat einen bestimmten Plan und wird diesen auch ausführen und Sybil soll dabei helfen, und dafür werden sie nach den Schwestern suchen.
Diese lernen wir anfangs etwas näher kennen und jeder hat seinen ganz eigenen Charakter und zeigt auch wie verschieden die Weissagerinnen sind. Wie sehr sie sich nach etwas Neuem, etwas Normalem sehnen. Nach einer Familie, nach Reisen, einfach etwas anderes als dieses stumpfsinnige Leben in der Kathedrale. Gerne hätte ich mehr von ihnen gesehen. Aber leider verschwinden sie ja eine nach der Anderen und das ist nicht mit schön anzusehen. Es zerreißt einem ja das Herz, da zuschauen zu müssen.
Begleitet auf der Suche nach den Schwestern werden Rory und Sybil vom Kindskönig Benji, welcher erst neu gekrönt wurde und deren Freundin Maude. Maude ist eher so der mütterliche Typ und hat immer ein Auge auf Benji und Rory, ist auch eine super Kämpferin. Sie ist eine tolle Person, wenngleich Maude auch ihren Wert gegenüber ihren prestigeträchtigen Vorfahren beweisen will. Da steht sie etwas unter Druck und macht auch manche Sachen, welche sie nicht will. Benji ist mir von Anfang an ein wenig suspekt erschienen. Er ist sehr jung König geworden und verhält sich manchmal echt seltsam. Seine Weissagung hat er einfach achselzuckend aufgenommen und gleich abgestreift. Er hat Informationen über Aisling und mehr und gibt diese nur widerwillig bereit, ist dabei aber so überaus charmant und liebenswürdig, da muss doch etwas im Busch sein. Am meisten ist mir aufgestoßen, dass er zu Sybil immer „meine Weissagerin“ gesagt hat und sie auch immer nur „Sechs“ genannt hat, auch nachdem sie ihnen ihren wahren Namen genannt hat. Nach einem bestimmten Ereignis ist er ein wenig anders geworden und da habe ich mir schon gedacht, dass mit ihm sicher nicht so gut Kirschen essen ist, wie erwartet. Ich jedenfalls bin nie ganz warm mit ich geworden, obwohl er immer sehr lieb und nett ist.
Wie oben schon erwähnt war für mich das Highlight des Buches der Gargoyle, welcher immer mit Sybil unterwegs ist. Ich fand ihn einfach unglaublich süß und niedlich. Er hat so eine bestimmte Art und Weise alle Sprichwörter und anderes ein klein wenig anders zu sagen und formulieren, sodass es nur richtig süß ist. Man merkte schon sehr früh, dass er alle Bartholomew nennt, und er sicher eine recht interessante Geschichte aufzuweisen hat. In seinem Fall war sie einfach nur abgrundtief traurig, das kann man sich gar nicht vorstellen und man versteht danach so viel mehr.
Die Geschichte selbst und der Aufbau haben mir sehr zugesagt. Es gibt kleinere Abschnitte, wobei man sieht wo man sich bald befinden wird und bald weiß man auch, was man dort sucht und macht. Jedes einzelne war anders und hatte sein eigenes Flair. Rory mit Maude und Benji waren auf der Suche nach Omen, und es war interessant zu sehen was aus diesen Omen geworden ist, und was dies alles mit der Story zu tun hatte. Einiges dabei war auch recht gruselig und verstörend, was man da herausgefunden hat. Ich muss aber auch gestehen, dass ich gerne mehr über die Omen erfahren wollte, das nicht alles ganz so schnell abgehandelt wird. Gerne hätte ich da mehr gesehen, es wurde doch meist sehr schnell gelöst.
Rory und Sybil jedenfalls haben bald schon einen Draht zueinander, wissen wie sie miteinander umzugehen haben, kabbeln sich häufiger, flirten auch. Ich finde es noch immer total süß, wie Rory immer rot wird. Die Chemie zwischen den beiden stimmt einfach und bemerkt man auch. Beide gehen es äußerst langsam an, denn Sybil muss noch herausfinden was sie will und ihre Freiheit genießen.
Es gab einige interessante Themen und eines ist in dem ersten Band sehr zu kurz gekommen, wie ich finde. Und das sind die sogenannten „Anderswesen“. Diese Wesen werden gejagt und umgebracht, ohne darauf einzugehen warum diese eigentlich immer wieder angreifen. Rory hat es verstanden, genauso wie Sybil. Maude eigentlich auch und findet es ganz schrecklich, was sie ihnen zumutet, hört aber eigentlich auch nicht auf. Vielleicht ändert sich dies im zweiten Band. Diese Wesen jedenfalls habe ich mir schwer vorstellen können. Außer die „Birklingen“, die habe ich mir halbwegs vorstellen können. Die Anderswesen wurden meist nur so als Weghindernis eingebaut und es wurde gezeigt wie grausam die Menschen zu solch Wesen sein können, ohne überhaupt nachzudenken.
Das Ende der Geschichte war nicht ganz so überraschend, dass hier etwas passiert, was einen echt auf den Magen schlägt. Der Kampf in der Kathedrale fand ich zu kurz und einfach und das kurz danach etwas blöd gemacht, denn Sybil braucht daraus ja noch etwas, aber wie kommt sie dann ran? Für sie ist es immens wichtig, aber das wird sicher aufgeklärt werden. Was das andere angeht, ist einfach nur grausam und es steuert in diesen Trope, welchen ich ehrlich gesagt absolut nicht ausstehen kann, denn er ist einfach nur Bäh. Sybil muss sich wieder entscheiden und ich hoffe wirklich, dass es nicht so weit kommt und alle einen Ausweg aus dieser Situation finden werden.
Dieser Roman war interessant, mysteriös, aufwühlend, emotional, traurig und für jede Menge Aufregung zu haben. Der Gargoyle ist mein Liebling und der Schluss einfach absolut nicht in Ordnung. Es ist einfach nur fies und gemein. Die Chemie von Rory und Sybil fand ich super und der Umgang zwischen den beiden einfach toll. Ich freue mich schon richtig auf den zweiten Band und hoffe, dass man nicht zu lange warten muss.
Hiermit möchte ich mich noch recht herzlich bei LYX und NetGalleyDE für die Bereitstellung dieses Rezensionsexemplars bedanken, wobei meine Meinung jedoch in keinster Weise beeinflusst wurde.