Gelungener Auftakt einer neuen Reihe mit viel Luft nach oben
In "We Solve Murders" wird auf Amy Wheeler, eine private Leibwächterin, ein Kopfgeld ausgesetzt. Zusammen mit der berühmten Schriftstellerin Rosie und dem Ex-Polizist Steve reist sie quer durch die Welt, ...
In "We Solve Murders" wird auf Amy Wheeler, eine private Leibwächterin, ein Kopfgeld ausgesetzt. Zusammen mit der berühmten Schriftstellerin Rosie und dem Ex-Polizist Steve reist sie quer durch die Welt, um Morde aufzuklären – und gleichzeitig die loszuwerden, die ihr diese Morde in die Schuhe schieben wollen. Ach ja, und nebenbei muss sie noch jede Menge Auftragskiller abschütteln.
Die Geschichte macht richtig Spaß und hat deutlich mehr Action und jugendlichen Vibe als Osmans andere bekannte Reihe, Der Donnerstags Mord Club. Osman ist echt gut darin, ein paar seiner Figuren so zu schreiben, dass sie einem direkt ans Herz wachsen. Besonders Rosie und Steve sind super gelungen: Beide haben ihre Macken, sind aber total charmant und ziehen die Geschichte richtig gut durch.
Die Nebencharaktere? Ganz witzig, oft mit einem Augenzwinkern dargestellt, aber eben nicht sonderlich tiefgründig. Mechaniker Tony zum Beispiel ist so der klassische Typ, den man sofort versteht: Er gehört nicht ins Quizteam und hat keinen blassen Schimmer, was eine Haustürkamera ist. Das ist lustig, klar, aber eben auch nicht mehr als ein Gag. Amy selbst? Joa, die hätte mehr Tiefe vertragen. Man merkt, dass sie tough ist und auch mal mit ihrem Schwiegervater über Alltagsthemen quatschen kann, aber viel mehr gibt’s da nicht. Sie liebt ihren Mann, muss ihn aber nicht ständig sehen oder sprechen – das war’s. Für eine Hauptfigur ist das ein bisschen wenig.
Am Anfang hatte ich ehrlich gesagt Schwierigkeiten, reinzukommen. Liegt vor allem daran, dass die Einführung der ganzen Charaktere und ihrer Perspektiven ein bisschen dauert. Aber ab dem Moment, wo Amy das erste Mal angegriffen wird und Rosie anfängt, so richtig zu glänzen, ging’s plötzlich total schnell. Ab da war ich voll drin und hab’s kaum noch weglegen können. Die Story hat mich echt bis zum Schluss auf Trab gehalten und immer wieder überrascht.