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Veröffentlicht am 23.01.2026

Noch einmal geht es nach Wales

Das Erbe der Drachenkrone
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Mit dem Abschluss ihrer Reihe nimmt Sabrina Qunaj uns noch einmal mit nach Wales – und mir hat diese Reise richtig Spaß gemacht. Die historischen Figuren wirken lebendig und glaubwürdig, mit klaren Stärken, ...

Mit dem Abschluss ihrer Reihe nimmt Sabrina Qunaj uns noch einmal mit nach Wales – und mir hat diese Reise richtig Spaß gemacht. Die historischen Figuren wirken lebendig und glaubwürdig, mit klaren Stärken, Schwächen und inneren Konflikten. Man merkt schnell, dass sie nicht nur Mittel zum Zweck sind, sondern sich im Laufe der Geschichte wirklich weiterentwickeln.

Besonders gelungen finde ich die Darstellung von König Edward. Historisch ist er ohnehin eine spannende Figur, und hier werden seine Zweifel und folgenschweren Entscheidungen sehr menschlich gezeigt. Er ist weder reiner Held noch klarer Gegenspieler, sondern jemand, der Fehler macht, mit den politischen Herausforderungen seiner Zeit ringt und daran wächst. Gerade diese Vielschichtigkeit sorgt dafür, dass man ihm als Leser emotional folgt.

Auch das Wales des 13. Jahrhunderts wird sehr stimmungsvoll eingefangen. Die Atmosphäre ist dicht, ohne sich in unnötigen Details zu verlieren. Machtkämpfe, Intrigen und persönliche Schicksale greifen gut ineinander und sind ausgewogen erzählt. Der Schreibstil bleibt dabei angenehm leicht und lässt trotzdem Raum für ruhige, emotionale Momente zwischen den großen historischen Ereignissen.

Insgesamt ist „Das Erbe der Drachenkrone“ ein überzeugender historischer Roman, der vor allem von seinen glaubwürdigen Figuren lebt. Wer atmosphärische Geschichten mit psychologischem Tiefgang mag, dürfte hier definitiv auf seine Kosten kommen.

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Veröffentlicht am 02.12.2025

Solide Fortsetzung

Bonds of Hercules
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Alexis ist nach der Enthüllung am Ende von Band eins nicht sonderlich gut auf ihre Ehemänner Augustus und Kharon (Karen) zu sprechen. Die beiden geben sich wirklich Mühe, sie wieder auf ihre Seite zu bekommen. ...

Alexis ist nach der Enthüllung am Ende von Band eins nicht sonderlich gut auf ihre Ehemänner Augustus und Kharon (Karen) zu sprechen. Die beiden geben sich wirklich Mühe, sie wieder auf ihre Seite zu bekommen. Gleichzeitig mischen auch Achilles und Patro ordentlich mit und versuchen, bei Alexis zu landen. Die wechselnden Perspektiven haben mir gut gefallen, aber Alexis Sicht bleibt für mich das Highlight. Ihre sarkastische Art ist einfach sooooo lustig. Ich liebe Alexis einfach!

Was ich auch diesmal besonders mochte, waren die Sidekicks. Fluffy Junior, Poco und Nyx bringen wieder jede Menge Humor mit in die Geschichte. Gerade Nyx und Fluffy Junior fand ich herrlich. Bei Poco drifteten manche Szenen allerdings sehr ins Alberne ab. Ein bisschen weniger hätte da völlig gereicht, denn manchmal wirkte es so, als würde der Humor kurz die Geschichte überfahren.

Die Handlung selbst bleibt flott, emotional und voller göttlichem Durcheinander. Alexis entwickelt sich spürbar weiter – bissig, verletzlich, klug –, und das macht sie unglaublich angenehm zu lesen. Weniger angenehm war für mich der Spice. Der ist leider ziemlich schwach geschrieben. Ich bräuchte den ohnehin nicht, und wenn er dann auch noch holprig wirkt, reißt er mich eher raus, als dass er irgendwas beiträgt.

Trotzdem bleibt der zweite Band insgesamt stark, unterhaltsam und hat mich am Ende wieder richtig zufrieden zurückgelassen.

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Veröffentlicht am 16.10.2025

Ist das Seelenpartnerding vielleicht doch nicht so geil?

Soulmates and Other Ways to Die
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Eigentlich erwart ich von gehypten Büchern erstmal gar nichts, denn meist verdreh ich nach 5 Seiten die Augen und ärgere mich über die verschwendete Zeit.

„Soulmates and Other Ways to Die“ hat mich aber ...

Eigentlich erwart ich von gehypten Büchern erstmal gar nichts, denn meist verdreh ich nach 5 Seiten die Augen und ärgere mich über die verschwendete Zeit.

„Soulmates and Other Ways to Die“ hat mich aber überrascht – im besten Sinne. Die Geschichte spielt mit der herrlich schrägen Idee, dass Seelenverwandtschaft vielleicht gar nicht so romantisch ist, wie man denkt. Statt Kitsch gibt’s hier Witz, Tempo und eine ordentliche Portion Nachdenklichkeit.

Besonders mochte ich, dass die Apokalypse hier nicht mit Explosionen und Walking Dead mäßig daherkommt, sondern sich leise in den Alltag einschleicht. Es ist diese unterschwellige Bedrohung, die die Geschichte so realistisch und beunruhigend macht. Man liest und denkt: „Oh Mist, das könnte echt passieren.“

Die Figuren sind sympathisch, ein bisschen chaotisch (wie echte Menschen eben), und trotz aller Dystopie bleibt das Ganze erstaunlich herzerwärmend.

Fazit: Ein Buch, das klug, witzig und emotional ist – ohne in Kitsch oder Klischee zu verfallen. Ich mochte es sehr!

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Veröffentlicht am 16.10.2025

Wenn die Muse dich küsst

Palace of Ink & Illusions, Band 1 - Der Kuss der Muse
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Es fällt mir ehrlich gesagt schwer, hier fair zu bewerten. Ginge es nur um die Grundidee, die Charaktere und die Magie, würde meine Meinung durchaus positiv ausfallen.

Die Figuren sind mir ziemlich ans ...

Es fällt mir ehrlich gesagt schwer, hier fair zu bewerten. Ginge es nur um die Grundidee, die Charaktere und die Magie, würde meine Meinung durchaus positiv ausfallen.

Die Figuren sind mir ziemlich ans Herz gewachsen. Liv ist chaotisch, loyal und hilfsbereit – einfach sympathisch. Auch Flame ist eher eine Green Flag. Die Nebencharaktere (vor allem die Sidekicks) fand ich ebenfalls richtig gelungen.
Aber: Liv und Flame verhalten sich teilweise so unlogisch, dass ich beim Lesen ständig den Kopf geschüttelt habe. Knapp dem Tod entkommen? Klar, erstmal knutschen, statt sich in Sicherheit zu bringen. Liebe ist im Wettbewerb verboten? Natürlich kann man dann trotzdem nicht die Finger voneinander lassen – auch wenn man sofort rausfliegen kann, wenn man erwischt wird.

Viele Logiklücken werden einfach mit Magie erklärt – das hat mich irgendwann ziemlich genervt.

Mein größter Kritikpunkt ist aber der völlig unpassende Spice. Besonders eine Szene war so unangenehm zu lesen, dass ich mich regelrecht fremdgeschämt habe. Positiv ist immerhin, dass auf Verhütung und Consent geachtet wurde – das sollte man lobend erwähnen.

Ich schwanke sehr. Eigentlich ist es für mich ein 3-Sterne-Buch. Aber weil mir die Notizen am Ende gefallen haben, die Sidekicks super witzig sind und ich tatsächlich oft lachen musste, gebe ich noch einen halben Stern drauf – also 3,5 bis 4 Sterne.

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Veröffentlicht am 08.10.2025

Bitter süß ❤️

Paradise Garden
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"Vierzehn ist ein beschissenes Alter, um seine Mutter zu verlieren. Die Trauer kommt und geht wie Ebbe und Flut, aber da ist sie immer."

Wow, was für ein Debüt. Ich habe dieses Buch innerhalb eines Tages ...

"Vierzehn ist ein beschissenes Alter, um seine Mutter zu verlieren. Die Trauer kommt und geht wie Ebbe und Flut, aber da ist sie immer."

Wow, was für ein Debüt. Ich habe dieses Buch innerhalb eines Tages gelesen, weil es mich so gefangen genommen hat, wie kein zweites dieses Jahr.

Die Geschichte des Sommers, in dem ihre Mutter starb, erzählt die vierzehnjährige Billie in Ich-Form. Das ist nicht meine bevorzugte Perspektive, hier klappt es wunderbar.

Billie und ihre Mutter haben nicht viel zum Leben, Manchmal ist das Geld knapp und sie müssen schonmal im Schwimmbad duschen, weil ihnen das Warmwasser abgestellt wurde. Es gibt zum Monatsende Nudeln mit Ketchup und die Wohnung ist winzig. All das macht Billies Mutter durch Liebe, Zeit und Fantasy wieder wett.

Alles ändert sich, als Billies Großmutter aus Ungarn anreist und ihr Leben komplett aus den Fugen gerät.

Billies Mutter stirbt durch einen Unfall und Billie macht sich auf die Suche nach ihrem bisher unbekannten Vater.

Elena Fischer hat mich mit ihren Worten sämtliche Emotionen durchleben lassen. Ich war berührt, traurig und hab geschmunzelt.

Lieblingszitat:

Ich fragte: »Warum ist alles verboten, was Spaß macht?«

»Weil die meisten Menschen schon tot sind, bevor sie sterben«,sagte meine Mutter.

Einzig den Roadtrip fand ich sehr unglaubwürdig. Ein Kind fährt mit einem alten, klapprigen Auto quer durch Deutschland und sämtliche Leute, die dies bemerken, handeln nicht? Hier wäre eine Reise per Anhalter für mich glaubwürdiger gewesen.

Der Schluss hat mich dann wieder ein bisschen versöhnt. Ich werde Elena Fischer definitiv im Auge behalten und auch das nächste Buch von ihr lesen.

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