Cover-Bild Paddy Clarke Ha Ha Ha
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: GOYA
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: Heranwachsen
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 320
  • Ersterscheinung: 13.11.2024
  • ISBN: 9783833748431
Roddy Doyle

Paddy Clarke Ha Ha Ha

Alexandra Rak (Übersetzer)

Dublin, 1968. Patrick »Paddy« Clarke ist zehn Jahre alt. Tagsüber langweilt er sich in der Schule oder vertreibt sich die Zeit mit seinen Freunden, zieht durch die Straßen, treibt Unfug. Abends sitzt er vor dem Fernseher und knabbert Chips. Lesen tut er am liebsten mit Taschenlampe unter der Bettdecke - so macht es einfach mehr Spaß. Seinen kleinen Bruder Francis, genannt Sinbad, ärgert er unablässig, oft gemeinsam mit Kevin, seinem besten Freund, mit dem er Fußball und Verbrechen spielt. Doch Paddys Welt ist alles andere als heil: Sein Vater trinkt zu viel und streitet immer häufiger mit seiner Mutter, wird sogar handgreiflich. Paddy versucht mehr und mehr, den Frieden zu Hause zu wahren, die Eskalation abzuwenden, doch es gelingt ihm nicht. Niemand schreibt so gut über Dublin wie Roddy Doyle! Ohne Psychologisierungen und nüchtern, in typischer Doyle-Manier, wird authentisch und mitreißend aus einem Jahr im Leben eines Jungen erzählt, der aus dem Paradies der Kindheit vertrieben wird. Unfug, Raufereien und Langeweile: Ein einfühlsames, stilsicheres Porträt eines Zehnjährigen und seiner Welt. Paddy Clarke Ha Ha Ha ist eine Wiederentdeckung eines großartigen Romans in fabelhafter Neuübersetzung und auch heute aktueller denn je. Ausgezeichnet mit dem Booker Prize! Das gleichnamige Hörbuch erscheint bei GOYALiT und wird von Stephan Schad gesprochen.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.01.2025

Eine Sozialstudie der irischen Arbeiterklasse der 1960er aus Sicht eines Kindes

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Paddy Clarke ist 10 Jahre alt, hat viele Freunde und wächst doch in Umständen auf, die man keinem Kind wünscht, und die gleichzeitig viel zu alltäglich sind, nicht nur im Irland der 1960er, in denen der ...

Paddy Clarke ist 10 Jahre alt, hat viele Freunde und wächst doch in Umständen auf, die man keinem Kind wünscht, und die gleichzeitig viel zu alltäglich sind, nicht nur im Irland der 1960er, in denen der Roman angesiedelt ist. Aus Perspektive von Paddy nehmen wir an seinem Alltag teil, in der Familie, Schule, im Freundeskreis. An all diesen Orten begegnet Paddy ähnlichen Verhaltensmustern: Hierarchie, Gewalt, das Recht des Stärkeren. Paddy ist aufmerksam und klug, trotzdem agiert er oft grob, hierarchieversessen, gemein und gewalttätig, auch seinem jüngeren Bruder gegenüber. In seinem Herkunftsmilieu ist jedoch nichts davon auffällig, sondern gelebte Normalität. Immer wieder gibt es im Roman Anzeichen, dass Paddy intuitiv spürt was falsch und richtig ist, und doch ist er in den Strukturen und der Kultur seines Herkunftsmilieus gefangen, er leidet darunter und reproduziert es trotzdem, vielleicht gerade deshalb.

Eine zentrale Rolle nimmt die Beziehung zwischen den Eltern ein, der Vater klassischer Arbeiter, die Mutter kümmert sich um den Haushalt und die vier kleinen Kinder. Die Lieblosigkeit die Paddys Alltag prägt, kennzeichnet auch die Beziehung seiner Eltern. Auch wenn immer wieder durchscheint, wie beide versuchen gute Eltern zu sein, wird Paddys Lebensrealität und die seiner Geschwister im Laufe des Romans immer prekärer in dem Maße wie auch Gewalt und Streit zwischen den Eheleuten eskalieren.

Paddys Heimatsiedlung, Barrytown ein Vorort von Dublin, verändert sich im Laufe des Romans. War der Ort zunächst nur von Natur als natürlicher Grenze umgeben, mit vielen Freiheiten, die dies auch für die Kinder ermöglichte, führt das Besiedlungsprogramm zu einer spürbaren Verengung und Einschränkung der Freiräume auch für Paddy und seine Freunde. Die Siedlung wird urbanisiert, Bauernhöfe weichen neuen Sozialbauten. Diese Veränderung der Umgebung findet im Roman ihre Entsprechung in Paddys unmittelbarem Leben, auch dort, in seinen familialen und freundschaftlichen Beziehungen verändern sich seine Bezugspunkte und fordern ihn sich neu zu orientieren, und viel zu früh erwachsen zu werden.

Mit Paddy Clarke Ha Ha Ha gelingt Roddy Doyle eine Form von Sozialstudie der irischen Arbeiterschicht der 1960er aus der Sicht eines Kindes: von der Arbeit erschöpfte Männer, die ihren Frust an Frauen und Kindern auslassen, Frauen, die sich um den Haushalt kümmern und versuchen es allen recht zu machen und Kinder, die eine gewisse Verrohung im Umgang aus dem Elternhaus kennen und auch in ihrem eigenen Sozialverhalten reproduzieren. Unglaublich eindringlich wird dabei die innere Zerrissenheit und Hilflosigkeit Paddys geschildert. Dies ist nicht immer leicht zu lesen, oft bedrückend und gerade deshalb ein wichtiges Buch!

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Veröffentlicht am 19.01.2025

Mit den Augen eines 10-Jährigen

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In „Paddy Clarke Ha Ha Ha“ lässt uns Roddy Doyle in die Haut des 10-jährigen Paddy schlüpfen, dessen Leben in den 1960er-Jahren eine Gratwanderung zwischen unbeschwerter Kindheit und existenzieller Sorgen ...

In „Paddy Clarke Ha Ha Ha“ lässt uns Roddy Doyle in die Haut des 10-jährigen Paddy schlüpfen, dessen Leben in den 1960er-Jahren eine Gratwanderung zwischen unbeschwerter Kindheit und existenzieller Sorgen ist. Wir ziehen mit Paddy und seinen Freunden durch die Straßen seiner irischen Heimatstadt, erleben, wie er vor kindlichem Leichtsinn und Langeweile reichlich Dummheiten anstellt, besuchen mit ihm die Schule und lernen seine Familie und deren Alltag kennen. Doch sein Leben ist bei genauerer Betrachtung alles andere als unbeschwert. Seine Welt verändert sich und droht einzustürzen. Dort, wo die Kinder einst spielten, werden neue Häuser und Straßen gebaut. Fremde Kinder und manchmal auch Freunde werden plötzlich zu Rivalen. Streiche und Streitereien sind oftmals nicht mehr harmlos. Der Schulalltag ist von Leistungsdruck und Gewalt geprägt. Der Vater unberechenbar und die Ehe der Eltern von Streitereien geprägt. Mittendrin steckt ein 10-jähriger Junge, der zunehmend überfordert ist. Aus Angst, seine Eltern könnten wieder streiten, wenn er einschläft, verbietet er sich zu schlafen. Sein inneres Gefühlschaos verwandelt sich in Aggression und Gewalt. Gegen seinen kleinen Bruder, seine Freunde und in gewisser Weise auch gegen sich selbst.
Mich hat beeindruckt, wie sehr es Roddy Doyle gelungen ist, dem Leser das Geschehen durch die Augen eines 10-jährigen Jungen erleben zu lassen. Das, was er in seiner Umgebung wahrnimmt, was er daraus für Schlüsse zieht, seine Sorgen und Ängste. Alles ganz ungefiltert und wertfrei. Klug und naiv zugleich. Und so konfus wie die Gedanken des Jungen sind, ist passend dazu auch die Schilderung der Geschehnisse. Dieser Schreibstil passt natürlich wie Faust aufs Auge, war aber beim Lesen auch durchaus anspruchsvoll.
„Paddy Clarke Ha Ha Ha“ ist ein Buch, das nachhallt. Dessen Umfang einem vielleicht erst mit etwas Abstand so richtig bewusst wird. Dann, wenn die kindlichen Passagen verblassen und der harte Kern der Geschichte übrigbleibt. Roddy Doyle ist da schon ein kleiner Geniestreich gelungen.

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Veröffentlicht am 01.01.2025

Der Blick eines Zehnjährigen auf seine Welt

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Paddy Clarke zeigt uns in dem mit dem Booker Prize ausgezeichneten Roman 'Paddy Clarke Ha Ha Ha' von Roddy Doyler seinen Blick auf die Welt eines Zehnjährigen in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. ...

Paddy Clarke zeigt uns in dem mit dem Booker Prize ausgezeichneten Roman 'Paddy Clarke Ha Ha Ha' von Roddy Doyler seinen Blick auf die Welt eines Zehnjährigen in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Er wächst auf im fiktiven Vorort Barrytown, einem Vorort von Dublin. Seine Sinne für seine Umwelt sind geschärft und so erlebt er eine Brutalität in der Familie, die vom gewalttätigen Vater ausgeht, die seiner Kindheit ein jähes Ende setzt, weil er versucht, mit seinen naiven Mitteln, dem elterlichen Drama zu begegnen. Paddy ist, wenn er nicht in der Schule sitzt mit seinen Freunden und seinem Bruder unterwegs, lässt keinen Streich aus, die mitunter gewalttätig, kriminell und ohne die Konsequenzen zu überdenken, ausgeführt werden.
Der Autor lässt seinen Protagonisten in seiner kindlichen Sprache episodenhaft erzählen. Das erfordert zu Beginn des Romans etwas Geduld, um in die Geschichte einzutauchen und ihren Reiz zu erfassen. Das Milieu, in dem der Junge aufwächst, ist konfliktreich, spiegelt das Leben seiner Zeit authentisch wider und verfügt durchaus an Aktualität.

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Veröffentlicht am 14.12.2024

Kindheit in einer sich verändernden Welt

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Ich habe „Paddy Clarke Ha Ha Ha“ von Roddy Doyle, das in neuer Übersetzung von Alexandra Rak im Goya Verlag erschienen ist, nun beendet – und wow, was für ein emotionaler Abschluss! Der Roman wird aus ...

Ich habe „Paddy Clarke Ha Ha Ha“ von Roddy Doyle, das in neuer Übersetzung von Alexandra Rak im Goya Verlag erschienen ist, nun beendet – und wow, was für ein emotionaler Abschluss! Der Roman wird aus der Sicht des 10jährigen Paddy erzählt, der im Irland der 60er Jahre aufwächst und die Veränderungen der Zeit miterlebt. Es war eine Lektüre, die mich vor allem zu Beginn etwas herausgefordert hat, weil die Erzählweise so sprunghaft ist, ähnlich wie die Gedankenwelt eines zehnjährigen Jungen. Diese kurzen Anekdoten sind teils einfach sehr unterhaltsam, teils aber auch beunruhigend, weil sie immer wieder aufzeigen, wie stark Gewalt den Alltag von Paddy und seinen Freunden prägt.

Paddy und seine Freunde treiben jede Menge Streiche, doch diese scheinen oft wie ein Ventil für die schwierige Realität zu sein. Die Dynamik zwischen den Charakteren – besonders zwischen Paddy und seinem Bruder Francis (genannt Sinbad) – hat mich zunehmend beschäftigt. Es liegt etwas Unausgesprochenes in der Luft, das mich nicht losgelassen hat. Immer wieder wird deutlich, dass die Welt der Kinder nicht von Dauer sein wird: Veränderungen und zunehmende Entfremdung zeichnen sich ab, ob durch den zunehmenden Verkehr oder die Streitigkeiten der Erwachsenen.

Roddy Doyle schafft es aus meiner Sicht, eine Kindheit in all ihrer Unschuld und Härte einzufangen. Die Figuren wirken so lebendig, dass ich sie fast greifen konnte. Das Ende fand ich herzzerreißend. Ein Roman für alle, die vielschichtige Coming-of-Age-Geschichten lieben!

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Veröffentlicht am 12.12.2024

Bewegender Roman über eine Kindheit in Irland

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Der GOYA Verlag hat den Roman "Paddy Clarke Ha Ha Ha" des irischen Schriftstellers Roddy Doyle in neuer Übersetzung veröffentlicht. Der Autor wurde für sein Buch, das bereits 1993 im Original erschienen ...

Der GOYA Verlag hat den Roman "Paddy Clarke Ha Ha Ha" des irischen Schriftstellers Roddy Doyle in neuer Übersetzung veröffentlicht. Der Autor wurde für sein Buch, das bereits 1993 im Original erschienen ist, mit dem renommierten Booker Prize ausgezeichnet.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht der 10-jährige Paddy Clarke, der gemeinsam mit seinem Bruder Francis, den er Sinbad nennt, und den beiden Schwestern im Irland der 60iger Jahre aufwächst. Die Eltern leben mit ihren Kindern in einem kleinen Einfamilienhaus in Barrytown, einem Vorort von Dublin. Paddy und sein bester Freund Kevin gehören einer Clique an, die Fußball spielt, durch die Stadt zieht und nicht nur viele Streiche spielt, sondern auch vor Ladendiebstählen und Brandstiftung nicht zurückschreckt.

Wir lesen keine fortlaufende und zusammenhängende Handlung, sondern recht kurze Abschnitte über Paddys Alltag in der Familie, der Schule und in seiner Freizeit. Es hat mir gut gefallen, dass das Buch in der Ich-Form erzählt ist. Dadurch erleben wir Paddys Leben hautnah aus Sicht und in der Sprache eines Kindes. Wir folgen seinen Gedanken und lernen ihn, seine Familie und Freunde nach und nach immer besser kennen. Paddy ist ein intelligenter Junge, der beobachtet, wie sich die Welt um ihn herum verändert. Seinen kleinen Bruder ärgert und quält er gnadenlos ohne jegliches Schuldgefühl. Im Umgang mit seinen Freunden ist es ihm wichtig, mutig und hart zu sein.

Ich hatte meine Probleme mit Paddy wegen seiner Gewaltbereitschaft, seinem mangelnden Unrechtsbewusstsein und der Art, wie er Francis behandelt. Doch er beweist, dass er auch eine sensible Seite hat. Die Eheprobleme seiner Eltern entgehen ihm nicht, sie machen ihm Angst. Er leidet unter der Unberechenbarkeit des Vaters, der ihn und seinen Bruder regelmäßig verprügelt, und es schmerzt und belastet ihn, dass seine Mutter nicht glücklich ist. Sehr berührend fand ich die Szene, in der er eine ganze Nacht wach bleibt, um aufzupassen, dass nichts passiert.

Die Geschichte, in der es auch um Mobbing und Ausgrenzung geht, hat mir sehr gut gefallen. Obwohl sie teilweise recht humorvoll geschrieben ist, ist sie keine leichte Kost. Dem Autor ist es hervorragend gelungen, dem Leser mit seinem Buch die Welt eines Kindes durch dessen Augen nahezubringen. Paddy machte es mir besonders in den ersten beiden Dritteln des Buches schwer, ihn zu mögen. Den kleinen Francis dagegen hatte ich sofort in mein Herz geschlossen. Ich hatte großes Mitleid mit dem kleinen Jungen, der von Paddy so oft schikaniert wurde.

Leseempfehlung für diesen bewegenden Roman!

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