Cover-Bild Und damit fing es an
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11,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Insel Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 330
  • Ersterscheinung: 12.12.2017
  • ISBN: 9783458363156
Rose Tremain

Und damit fing es an

Roman
Christel Dormagen (Übersetzer)

Und damit fing es an ist ein zarter, bewegender Roman, der davon erzählt, dass es manchmal fast ein ganzes Leben dauert, bis man das Glück findet – in dem einen Menschen, den man zum Leben braucht.

Gustav Perle ist ein zurückhaltender Mann. Schon in den 40er-Jahren, als Kind in ärmlichen Verhältnissen, hat er gelernt, nicht zu viel vom Leben zu wollen. Als Anton in seine Klasse kommt, ein Junge aus einer kultivierten jüdischen Familie, hält mit ihm auch das Schöne in Gustavs Leben Einzug. Seine Mutter Emilie sieht das nicht gerne, aber für Gustav ist Anton alles, was er braucht, um glücklich zu sein. Doch das Leben treibt sie auseinander und es wird lange Jahre dauern, bis beide sich wiedersehen – und erkennen, dass das Glück vielleicht schon immer direkt vor ihnen lag.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 18.03.2019

Ein bewegender Roman

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Die Geschichte folgt Gustavs und Antons Freundschaft 55 Jahre lang: Sie beginnt 1947 bei ihrem ersten Treffen in der Vorschule und endet im Jahr 2002 mit den beiden als gestandene Männer. Dazwischen erleben ...

Die Geschichte folgt Gustavs und Antons Freundschaft 55 Jahre lang: Sie beginnt 1947 bei ihrem ersten Treffen in der Vorschule und endet im Jahr 2002 mit den beiden als gestandene Männer. Dazwischen erleben sie Zeiten enger Freundschaft und Zeiten großer Distanz. Der mittlere Teil des Romans macht einen Ausflug in die 1930er Jahre und der Leser erfährt die tragische Geschichte von Gustavs Eltern. Die Rückblende, die das chronologische Erzählen unterbricht, zeigt, warum Gustavs Mutter so distanziert und wenig liebevoll mit ihrem Sohn umgeht und gibt dem Leser einen tiefen Einblick in zwischenmenschliche Beziehungen aller Art. Mir gefällt, dass ihre Charaktere nicht nur nach "böse" und "gut" geordnet sind, sondern Tiefe haben.

Rose Tremain erzählt die bewegende Geschichte unaufgeregt und nüchtern. Obwohl beide Jungen und die Menschen um sie herum einige Tragödien erleben, drückt die Autorin nie auf die Tränendrüse. Das macht die Geschichte sehr eindringlich. Tremain erzählt anschauliche, kurze Episoden, in denen die Charaktere dem Leser mit ihren Vorzügen und Problemen nahe kommen.

Veröffentlicht am 17.09.2021

Beziehungen

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Das ist der rote Faden in diesem Buch: Beziehungen unterschiedlicher Art: zwischen Eltern und Kindern, zwischen Eheleuten, unter Freunden - darauf basiert das gesamte Konstrukt des Buches.

Im Mittelpunkt ...

Das ist der rote Faden in diesem Buch: Beziehungen unterschiedlicher Art: zwischen Eltern und Kindern, zwischen Eheleuten, unter Freunden - darauf basiert das gesamte Konstrukt des Buches.

Im Mittelpunkt stehen Gustav und Anton, die sich bereits in der Grundschule kennenlernen, wobei Gustav die eigentliche Hauptfigur ist, aus deren Perspektive die Geschichte kolportiert wird, wenn sie auch nicht nur in seiner Zeit spielt. Nein, auch davor, denn auch die Geschichte seiner Eltern hat eine Bedeutung für die späteren Entwicklungen.

Gustav ist ein Nachkriegskind, eigentlich ein während des zweiten Weltkrieges geborenes Kind, das jedoch in den Nachkriegsjahren aufwächst. Und zwar in der Schweiz, die ja neutral war. Es ist interessant, in diesem Roman zu erfahren, was die Neutralität bedeutet. Die britische Autorin Rose Tremain, die hier ein für sie ungewöhnliches Thema gewählt hat, hat wie immer hervorragend recherchiert. Denn Gustavs Vater Erich, ein Polizist, hatte sich durch sein Handeln am Arbeitsplatz, in eine gehörige Bredouille gebracht und war zu Tode gekommen. Gustav wächst also allein bei seiner Mutter in ärmlichen Verhältnissen auf und genießt seine Freundschaft zum musikalischen Anton, der in einer intakten Familie lebt. Eine Freundschaft mit vielen Facetten und einer klaren Rollenverteilung, die bis in das Erwachsenenleben hinein anhält.

Doch es ist nicht nur die Geschichte dieser Freundschaft, die das Buch ausmacht, auch wenn sie im Mittelpunkt steht, es sind - wie erwähnt - weitere Bindungen bzw. Kontakte unterschiedlicher Art, die sich drum herum ranken.

Ein außergewöhnliches Buch, das sich auf Themen einlässt, die für eine britische Autorin durchaus gewagt zu sein scheinen, angesichts der Erfahrung dieser Autorin jedoch hervorragend von ihr gemeistert werden. Nein, es ist etwas anderes, das mich störte - stellenweise fehlte mir dann doch eine durchgehende Zielführung und die Erzählweise kam ab und an ein wenig fahrig rüber.

Dennoch lesenswert wie jedes Buch von Rose Tremain, schon des Themas und vor allem der Charaktere wegen, die aus meiner Sicht eine Stärke der Autorin sind. Rose Tremain entwickelt wunderbare Figuren, die lebendig und greifbar sind, sich im Kopf des Lesenden und vor seinen Augen klar entwickeln, also zum Kopfkino einladen. Für historisch Interessierte und Tremain-Fans also definitiv ein Muss!

Veröffentlicht am 01.02.2020

Sehr beeindruckend!

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Dieses Buch strahlt sehr viel Lokalkolorit und Schweizer Flair aus, schwächelt aber nach meinem Dafürhalten etwas, was den Titel angeht, und ich frage mich, warum man sich nicht am zum Buchinhalt gut passenden ...

Dieses Buch strahlt sehr viel Lokalkolorit und Schweizer Flair aus, schwächelt aber nach meinem Dafürhalten etwas, was den Titel angeht, und ich frage mich, warum man sich nicht am zum Buchinhalt gut passenden Originaltitel orientierte. Auch das Coverbild ist in meinen Augen nicht sonderlich aussagekräftig, passt aber wenigstens einigermaßen zum Inhalt der leicht lesbar erzählten Geschichte.
Diese handelt hauptsächlich von Gustav Perle, der im 2.Weltkrieg in einem kleinen Schweizer Ort geboren wird, und in einigen Rückblicken auch vom Leben seiner Eltern. Das Buch endet in den ersten Jahren des neuen Jahrtausends.
Zwischenmenschliche Beziehungen unterschiedlichster Art sind ebenso Thema wie die Judenverfolgung unter den Nazis und welche Auswirkungen sich daraus für die politisch ja als neutral geltende Schweiz ergaben.
Der zweite Protagonist, ein früherer Klassenkamerad von Gustav, mit dem er auch Eislaufen war, was zum Titelbild geführt haben könnte, hatte eine Affinität zu Klavier und klassischer Musik, die auf diese Weise auch gelegentlich zum Thema wurde.
Mehrmals war ich sehr bewegt vom Gelesenen, das jedoch nie die Grenze zum Kitschigen erreichte.
Unbedingte Leseempfehlung für Leute, die auch leise Töne lieben.

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