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12,00
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  • Verlag: Arche Literatur Verlag AG
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 448
  • Ersterscheinung: 23.08.2019
  • ISBN: 9783716040232
Winnie M Li

Nein

Volker Oldenburg (Übersetzer)

Vivian hat gerade ihr Studium beendet und startet in London durch. In der Freizeit packt sie am liebsten den Rucksack und geht wandern. An einem sonnigen Frühlingsnachmittag kreuzt ihr Vivian hat gerade ihr Studium beendet und startet in London durch. In der Freizeit packt sie am liebsten den Rucksack und geht wandern. An einem sonnigen Frühlingsnachmittag kreuzt ihr Weg den eines jungen Mannes, fast ein Kind noch. Er lässt nicht locker, bedrängt sie. Vivian sagt mit Nachdruck Nein. Vergebens.
Die Geschichte von Vivian ist Winnie M Lis Geschichte. Schonungslos erzählt sie davon, wie eine einzige Begegnung das ganze Leben verändern kann – und geht noch einen Schritt weiter: Sie schreibt zugleich auch die Geschichte des Mannes auf, für den das Wort Nein nichts zählt.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.01.2021

Realität die schockiert und einen die Welt aus einem ganz anderen Blickwinkel zu sehen lehrt

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Vivian steht mitten im Leben, einem Leben, das gerne auch so bleiben kann. Aber das bleibt es natürlich nicht. Ihr Leben wird auf die schlimmste Art und Weise verändert, man kann sagen regelrecht zerstört, ...

Vivian steht mitten im Leben, einem Leben, das gerne auch so bleiben kann. Aber das bleibt es natürlich nicht. Ihr Leben wird auf die schlimmste Art und Weise verändert, man kann sagen regelrecht zerstört, als ihr auf einer Wanderung der Albtraum einer jeden Frau widerfährt. Sie wird vergewaltigt. Aber das ist noch nicht mal das Schlimmste von allem. Denn das ist die Zeit und ihr Leben danach.

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Schonungslos, ohne Beschönigungen erzählt Winnie M Li von dem Leben einer jungen Frau, die die schlimmste Zeit ihres Lebens durchmacht. Ich ziehe schon den Hut davor, dass sie so etwas schreiben kann, doch sie wird noch extremer indem sie nicht nur Vivians Geschichte, sondern auch Johnnys Geschichte, die ihres Vergewaltigers, erzählt.

Zu Beginn, als die Autorin Erinnerungen der beiden Hauptcharaktere an ihre Kindheit mit den Lesern teilt ist der Wechsel zwischen den beiden Sichtweisen noch ziemlich verwirrend, aber das legt sich im Laufe des Romans. Ungeschönt und ohne Rücksicht beschreibt sie das einzige Aufeinandertreffen der Frau, deren Leben danach nie wieder so sein wird wie zuvor, und des Jungen, der offenbar das Wort "Nein" nicht kennt. Für Vivian beginnt nun ein langer Weg des Leidens, während Johnny, auf der Flucht vor dem Gesetz, vor allen zu verheimlichen versucht, was er getan hat.

Zwei Menschen treffen aufeinander und danach ist nichts mehr, wie es vorher war. Vom ersten Augenblick an hat mich die Art der Autorin zu schreiben gefesselt. Auch auf Grund des Themas ist es nicht immer einfach das Buch zu lesen, man fühlt mit, ist schockiert und beginnt sich zu fragen, wie man mit solch einem sensiblem Thema so offen umgehen kann. Es gehört viel Mut und innere Stärke dazu, seine eigene Geschichte zu erzählen. Winnie M Li versucht hier sogar noch die Tat des Vergewaltigers zu verstehen.

Die Autorin zeichnet von Beginn an ein facettenreiches Bild ihrer Protagonisten. Sie wagt es tief in deren Gefühlsleben und deren Gewissen einzudringen und schockiert damit umso mehr. Im Verhältnis geht sie bedeutend mehr auf die Psyche der Personen ein, als die eigentliche Handlung voranzutreiben. Sie nimmt sich die Zeit mit den Personen mitzufühlen, nimmt sich die Zeit uns mit ihnen mitfühlen zu lassen, was ihr außerordentlich gut gelingt.

Dieser Roman geht durch Mark und Bein und schockiert mit der bitteren Realität, er zeigt eine Hölle auf durch die keiner gehen will, und doch müssen so viele hindurch gehen. Dieses Buch hat meine Sicht auf die Welt radikal verändert, hat mir nur zu deutlich vor die Augen geführt, dass nicht so ist, wie es von außen aussieht, und dass eine Vergewaltigung eigentlich nichts sein sollte, wofür sich ein Opfer schämen sollte und doch verurteilt unsere Gesellschaft nicht nur Täter, sondern auch Opfer.
Winnie M Li ist eine starke Frau, die zu ihrem Leben und ihrer Vergangenheit steht. Daran sollten wir alle uns ein Beispiel nehmen, denn wenn mich dieser Roman eines gelehrt, dann nicht nur, dass der zweite Blick soviel mehr offenbart, als der erste, sondern auch, dass Aufgeben keine Option ist, dass man Leiden darf, dass Leiden sogar natürlich und nichts Verwerfliches ist, dass wir alle unsere Vergangenheit haben, aber wir allein bestimmen wie wir damit umgehen und wer wir sein wollen.

Lest dieses Buch und ihr werdet nicht mehr dieselben sein!

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Veröffentlicht am 30.12.2020

Ungeschönte Wahrheit

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In diesem Roman wird ein sehr schwieriges Thema behandelt: Vergewaltigung! Deshalb ist hier definitiv eine Trigger Warnung angebracht. Die Autorin Winnie M. Li schreibt dieses Buch aus sehr persönlichen ...

In diesem Roman wird ein sehr schwieriges Thema behandelt: Vergewaltigung! Deshalb ist hier definitiv eine Trigger Warnung angebracht. Die Autorin Winnie M. Li schreibt dieses Buch aus sehr persönlichen Gründen, da sie selbst auch Opfer einer Vergewaltigung geworden ist. Einige parallelen zu ihrer Protagonistin Vivian sind deshalb auch im Buch zu finden.

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Vivian ist eine junge reiselustige Amerikanerin, die in Belfast eine Wandertour geplant hat. Zu Beginn ihrer Reise trifft sie auf den 15 Jährigen Jonny, der sie anspricht. Schnell merkt Vivian, das dieser Junge sehr anhänglich ist und nur vorgibt sich verlaufen zu haben. Doch als er ihr scheinbar nicht mehr von der Seite weichen will und sie später sogar verfolgt, ist es für Vivian zu spät zu fliehen. Der Junge vergewaltigt sie in einem Park. Die Qualen die Vivian dabei erleiden muss werden von der Autorin sehr genau und ungeschönt aufgeschrieben. Als Leser ist man wirklich fassungslos und muss mit Schrecken zusehen, was Vivian erleidet.

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Das Buch wird aus den Perspektiven der beiden, Opfer und Täter, im Wechsel gelesen. Die Autorin hat versucht nicht nur die Gedanken von Vivian als Opfer näher zu bringen, sondern versucht auch die Gedanken und die Hintergründe des Täters zu zeigen. Diesen Wechsel fand ich beim lesen sehr gut, denn so konnte man sich ein Bild davon machen, wie verwirrt der Junge eigentlich ist. Durch seine Lügen und sein nicht so gutes Umfeld hat er nicht einmal ansatzweise das Gefühl, das er etwas falsch gemacht hat. Vivians klares NEIN! hat für ihn keinerlei Bedeutung, schließlich sind die Weiber ja alle so....

"Sie wollte es, wie alle Schlampen."
"Am Schluss war sie gar nicht mehr wütend..."

Zu Beginn fand ich das Buch sehr verwirrend, da etwas in die Vergangenheit gezappt wird. Einige Erlebnisse der beiden Protagonisten werden geschildert, ich fand das persönlich sehr verwirrend und habe erst gar nicht gemerkt, das es sich immer um die selben Personen dreht. Ca. ab Seite 100 konnte ich dann aber Problemlos folgen und habe das Buch auch nur selten aus der Hand gelegt. Die Gedanken des Jungen sind sehr herablassend und vulgär, er zeigt keinerlei Emotionen und scheint sich auch nicht vorstellen zu können, das andere Menschen Gefühle haben. Bei Vivian spürt man öfters, das sie versucht sich selbst die Schuld am Vorfall zu geben und auch später bei Gericht wird schnell klar, das der Anwalt des Täters ihr die Täterrolle zuschieben will. Sowas findet man leider auch im "Realen Leben", die Sätze wie "Du wolltest es doch" oder "Wer sich so anzieht ist selbst schuld" sind im Zusammenhang mit Missbrauch ja nicht unüblich.

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Der letzte Teil mit dem Prozess war mir persönlich ab und zu etwas zu langatmig, konnte allerdings die Psychische Belastung des Opfers sehr gut rüberbringen. Der Einblick in den Kopf des Täters fand ich ebenfalls sehr gelungen. Dieses Buch ist definitiv lesenswert, gibt aber Schonungslos den Tathergang sowie die psychischen Folgen wider.

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Veröffentlicht am 03.08.2020

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Nein ist mir sofort aufgefallen und ich wollte es unbedingt lesen. Doch habe ich auf den richtigen Moment gewartet. Den hier bekommt der Leser keine leichte Kost geliefert. In diesem Buch geht es um Vergewaltigung ...

Nein ist mir sofort aufgefallen und ich wollte es unbedingt lesen. Doch habe ich auf den richtigen Moment gewartet. Den hier bekommt der Leser keine leichte Kost geliefert. In diesem Buch geht es um Vergewaltigung und um nochmal genauer zu sein, die Autorin verarbeitet ihren eigenen sexuellen Missbrauch in dieser Geschichte.

Ihr ist etwas sehr Ähnliches passiert wie der Protagonistin und so kann ich mir gut vorstellen, dass es alles andere als leicht war dieses Buch zu schreiben. Natürlich gibt es auch künstliche Freiheiten. So hat sich die Autorin dazu entschlossen das Buch nicht nur aus der weiblichen Perspektive zu erzählen. Sondern auch aus der des Täters.

Dies war auch der Punkt, der mich besonders angesprochen hat. Die Erzählung aus Sicht des Opfers und des Täters. Auch dies stelle ich mir unheimlich schwierig vor. So ist das Buch eher distanziert geschrieben, also es wird nicht versucht großartig die Emotionen des Lesers zu wecken. Die Autorin erzählt einfach was passiert ist und wie es den Beteiligten dabei bzw. damit ergeht, nicht mehr und nicht weniger. Hier bedarf es keinem künstlichen Drama.

Veröffentlicht am 14.04.2020

Wer dieses Buch liest sieht die Opfer von Vergewaltigungen mit anderen Augen!

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Worum geht`s:

Die Ereignisse in diesem Buch basieren so oder so ähnlich auf einer wahren Begebenheit.

Vivian ist 29 Jahre alt, beruflich erfolgreich als Autorin, in der Medienbranche und begeisterte ...

Worum geht`s:

Die Ereignisse in diesem Buch basieren so oder so ähnlich auf einer wahren Begebenheit.

Vivian ist 29 Jahre alt, beruflich erfolgreich als Autorin, in der Medienbranche und begeisterte Reisende. Ihre Wanderurlaube in verschiendensten Ländern tritt sie meist allein an.
2008 kann sie Beruf und Freizeit miteinander verbinden. Sie ist in Belfast auf eine Filmpremiere eingeladen. Den Tag davor möchte sie nutzen und eine Wanderung in einem beliebten Ausflugspark in der Nähe von Belfast unternehmen.
Johnny ist 15 Jahre alt, Traveller (irischer "Nomaden"), und stammt aus einem schwierigen Elternhaus. Eine Schule hat er nie besucht, sein Vater ist extrem gewaltätig und die Mutter mit seinen Schwestern geflüchtet.
Dieser Tag im Park verändert das Leben beider für immer. Das Wort NEIN aus dem Mund von Vivian hat für Johnny keine Bedeutung. Er vergewaltigt sie auf brutale Weise und behauptet hinterher, Vivian hat alles freiwillig migemacht. Sie verspricht ihm ja auch schließlich, es niemandem zu verraten.
Wenige Stunden später wird Johnny von der Polizei gesucht. Er versteht die Welt nicht mehr und versteckt sich bei einem Freund, der ihm zur Flucht verhelfen soll.
Vivian muss unterdessen die Geschehnisse immer wieder auf`s Neue erzählen und etliche beschämende Untersuchungen über sich ergehen lassen.......


Meine Meinung:

Winnie M.Li ist eine amerikanische Autorin und Filmproduzentin. In ihrem ersten Buch "Nein", welches 2017 erschien, beschreibt sie ihre eigene Vergewaltigung, die so oder so ähnlich 2008 geschehen ist. Das Buch ist für mich eher ein Tatsachenbericht als ein Roman und hier kommt das besondere daran: Die Autorin erzählt ihre Geschichte zum einen aus ihrer Sicht und auch aus Sicht des Täters.

Winnie M. Li gibt dem Leser in diesem Buch einen schonungslosen Einblick in den Akt der Vergewaltigung und was dieser sowohl für das Opfer als auch für den Täter nach sich zieht und wie zwei Leben augenscheinlich erst einmal zerstört sind. Das finde ich unglaublich mutig von ihr. Gerade die Tatsache, dass sie nichts beschönigt hat, hat mir gut gefallen. Daran gibt es einfach nichts zu beschönigen.

Und auch das die Autorin das Leben des Täters Johnny besonders vor Tat aber auch seine Gedankengänge danach beschreibt, war sehr wichtig für das Buch. Ich will nicht sagen, dass Verständnis für den Täter beim Lesen aufkommt, aber sein Leben bis zu dieser Tat ist nicht ganz unrelevant.


Fazit:

"Nein" ist ein außergewöhnlicher, schonungsloser Tatsachenbericht darüber, wie eine einzige Begegung das Leben völlig aus dem Ruder laufen lassen kann. Winnie M. Li erzählt sehr detailliert über ihre eigene Vergewaltigung, über die ganzen beschämenden Befragungen und Untersuchungen, die sie danach auf sich nehmen muss und wie einschneidend so ein Erlebnis auf das ganze weitere Leben von Opfer und auch Täter ist.
Sehr interessant waren auch die Erzählungen aus Sicht des Täters und die Einblicke, die der Leser in das Leben von Johnny vor seiner Tat bekommt.
"Nein" ist ein sehr mutiges Buch das zeigt, in welchem Ausmaß das Leben beider Beteiligter durch so eine Tat aus der Bahn geworfen wirft.

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Veröffentlicht am 29.03.2020

schamlos ehrlich...

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Uff. Ich fand das Buch wirklich großartig, auch wenn es mich teilweise sehr mitgenommen hat. Ich musste es öfters zuklappen, um das Gelesene irgendwie sacken lassen und verarbeiten zu können. Gleichzeitig ...

Uff. Ich fand das Buch wirklich großartig, auch wenn es mich teilweise sehr mitgenommen hat. Ich musste es öfters zuklappen, um das Gelesene irgendwie sacken lassen und verarbeiten zu können. Gleichzeitig war ich so gefesselt, dass ich das Buch am liebsten gar nicht aus der Hand legen wollte. Winnie M. Li erzählt die Geschichte einer Vergewaltigung aus der Sicht von Täter und Opfer und ist dabei einfach schamlos ehrlich. Das beeindruckte mich sehr! Ich habe absolut nichts auszusetzen. Selbst das Buchcover empfinde ich als absolut treffend und grandios.

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