Fulminanter Abschluss der Reihe
„...Julius erinnerte sich nicht an seinen Vater. Adam war gestorben, als Julius noch klein gewesen war, und hatte seine Mutter in der Blüte ihrer Jahre zur Witwe gemacht...“
Der Prolog spielt im Jahre ...
„...Julius erinnerte sich nicht an seinen Vater. Adam war gestorben, als Julius noch klein gewesen war, und hatte seine Mutter in der Blüte ihrer Jahre zur Witwe gemacht...“
Der Prolog spielt im Jahre 1859. Elise hat erneut geheiratet und ist mit ihremMann, dem Arzt und Chirurgen Leopold Leitner, nach Blasewitz bei Dresden gezogen.
Die Autorin hat einen spannenden Abschluss ihrer Saga geschrieben. Der Schriftstil ist gut ausgearbeitet. Er bringt die historischen Gegebenheiten gekonnt auf den Punkt.
Seit dem Geschehen im Prolog sind 10 Jahre vergangen Aus Kindern wurden Leute. Netty hat sich zu einer gefragten Primaballerina entwickelt und wartet in Dresden auf ihren ersten Auftritt. Julius studiert Bauwesen, zeigt aber auch Begabungen in der Musik. Nur Elises Gedanken wandern häufig in die Vergangenheit. Es gibt ein Geheimnis in ihrem Leben, mit dem sie noch nicht abgeschlossen hat.
In der Semperoper werden nun auch neue Stücke gespielt.
„...Auf der Bühne entspann sich nun die Vorführung. Richard Wagner war noch immer nicht wohlgelitten in Dresden, seit er hier vor zwanzig Jahren auf den Barrikaden gegen die Obrigkeit gekämpft hatte, doch seine Musik war allgegenwärtig...“
Während Netty im Waisenhaus nach ihrer Vergangenheit forscht, lernt Julius Rahel kennen, die Tochter eines jüdischen Bankiers. Rahel ist eine selbstbewusste junge Frau. Ihr Vater hat ihr eine umfangreiche Bildung angedeihen lassen. Sie ist eine begeisterte Mathematikerin, hat aber weder Chancen, als Frau ein Abitur in Sachsen machen zu dürfen, noch gar ein Studium aufnehmen zu können. Hinzu kommt, dass Ehen bei unterschiedlicher Konfession nicht gestattet sind.
Doch die neue Zeit geht auch an Dresden nicht vorbei. Ein Beispiel dafür ist Fannys Kindergarten.
„...Die angehende Erzieherin nahm das Wort von Fröbel, dass Kinder wie Blumen seien, zu denen man sich herunterneigen müsse, um ihre Schönheit zu erkennen, allzu wortgetreu. Fanny wusste es besser. Auch in einem Kindergarten musste man Unkraut jäten und darauf achten, dass wilde Triebe nicht zu sehr in alle Richtungen ausschlugen...“
Dann kommt Dienstag, der 21. September 1869. Er wird für Dresden zu einem schwarzen Tag. Die Semperoper brennt bis auf die Grundmauern nieder. Es ist ein Wunder, dass sich alle Anwesenden retten könnten.
In Dresden schlagen die Wogen hoch. Soll man die Oper wieder aufbauen oder gibt es Wichtigeres? Dann kommt Christian Hildebrand nach Dresden. Er war einst Kulissenmaler in der Oper. In Zürich hat er sich ein neues Leben aufgebaut. Nun werden er und Semper in Dresden gebraucht.
Wird Elise die Vergangenheit ruhen lassen oder nun klar Schiff machen?
Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen.