Cover-Bild Ginsterburg
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20,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Klett-Cotta
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 15.02.2025
  • ISBN: 9783608123975
Arno Frank

Ginsterburg

Roman | SWR Bestenliste April 2025
Der große Roman von Arno Frank über Menschlichkeit in unmenschlichen Zeiten
»Er dokumentiert in glänzend literarischem Stil den schleichenden Einfluss der Faschisten. Was trügerisch beschaulich beginnt, führt in den Abgrund.«Bernd Noack, Nürnberger Nachrichten
Nach der Machtergreifung ist in Ginsterburg ein neuer Alltag eingekehrt. Manche Einwohner der kleinen Stadt leiden, andere profitieren – und die meisten versuchen, sich mit der neuen Ordnung zu arrangieren. Allmählich aber öffnet sich unter dem Alltag der Abgrund. Ein feinfühliger und atmosphärischer Roman über Liebe, Familie, Freundschaft – und persönliche Verstrickungen in den Jahren 1935 bis 1945.
Lothar träumt vom Fliegen. Eben noch ein kleiner Junge, kann seine Mutter Merle nur ohnmächtig zusehen, wie sein Traum von der Freiheit ihren Sohn in die Arme der Hitlerjugend treibt. Eine neue Zeit ist angebrochen. So sehr Merle ihr auch misstraut, kann sie ihr doch nicht entkommen – nicht in ihrer Buchhandlung, nicht in den Gesprächen mit Eugen, dem Feuilletonisten der Lokalzeitung von Ginsterburg. Doch während die einen verstummen und einige sich langsam korrumpieren lassen, verstehen andere es, die neue Machtverteilung zu ihren Gunsten zu nutzen. Blumenhändler Gürckel schwingt sich zum Kreisleiter auf, Fabrikant Jungheinrich macht beste Geschäfte, und auch der Arzt Hansemann wittert völlig neue Möglichkeiten. Im Lichtspielhaus spielt weiter Heinz Rühmann, über den Nürburgring schießen Runde für Runde die Silberpfeile. Doch der Krieg, an fernen Fronten geschlagen, ist bald auch im Mikrokosmos der Stadt zu spüren, in den erschütterten Beziehungen und Seelen der Menschen. Und über allem schwebt ein britischer Bomberpilot, der sich dem einstmals beschaulichen Ginsterburg unaufhaltsam nähert.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.02.2025

Krieg

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1935: Langsam, aber spürbar ändert sich im kleinen Städtchen Ginsterburg die Stimmung. Die Jugend marschiert zur HJ bzw. zum BDM, Lothar lässt sich zum Piloten ausbilden, Blumenhändler Gürckel wird Kreisleiter. ...

1935: Langsam, aber spürbar ändert sich im kleinen Städtchen Ginsterburg die Stimmung. Die Jugend marschiert zur HJ bzw. zum BDM, Lothar lässt sich zum Piloten ausbilden, Blumenhändler Gürckel wird Kreisleiter. Über einen Zeitraum von zehn Jahren beobachtet Arno Frank, wie der Krieg die Menschen beeinflusst.

Drei große Abschnitte, drei Jahre, 1935, 1940 und 1945, führen durch die Handlung, welche eher eine Ansammlung an Puzzlestücken ist als ein dahinfließendes Geschehen. Mehrere Personen aus Ginsterburg stehen im Mittelpunkt, und obwohl sie vieles am gemeinsamen Wohnort verbindet, gibt es große Verschiedenheiten, ganz besonders im Umgang mit dem Krieg. Obwohl Arno Frank mit seinen Figuren beste Beispiele erschafft, wie Menschen auf Judenhass, Paragraf 175 oder Gier nach Macht reagieren, wie auch Familienzusammenhalt und Liebe weitergehen können, so verspürt man beim Lesen kaum Gefühlsregungen. Einzelne, häufig wechselnde Szenen, nüchterne Beschreibungen, teilweise ohne Dialoge, lassen die Handlung manchmal eher zäh erscheinen, in die Figuren hineinversetzen, das funktioniert nur selten. Es braucht keine brutalen Episoden in solch einem historischen Roman, aber ein wenig mehr an Emotionen hätte schon sein dürfen. So fügen sich leider nur viele kleine Puzzlesteine aneinander, die zwar wichtige Themenbereiche ansprechen, aber das Gefühl einer real ablaufenden Geschichte vermissen lassen.

Ein nüchtern und kühl gehaltener Roman über die Zeit von 1935 bis 1945 mit einer Fülle an Botschaften, die jedoch die emotionale Ebene beim Leser kaum erreichen. 3 Sterne.

Veröffentlicht am 15.02.2025

Ein Buch, dass nicht einfach so zwischendurch gelesen werden kann

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In diesem Buch begleitet der Leser die Einwohner der fiktiven Stadt Ginsterburg durch die Jahre 1935, 1940 und 1945. Die unterschiedlichen Einwohner versuchen 1935 sich mit der Herrschaft der Nazis zu ...

In diesem Buch begleitet der Leser die Einwohner der fiktiven Stadt Ginsterburg durch die Jahre 1935, 1940 und 1945. Die unterschiedlichen Einwohner versuchen 1935 sich mit der Herrschaft der Nazis zu arrangieren oder Profit daraus zu schlagen. Die Zeitsprünge in die Jahre 1940 und 1945 beschreiben die Entwicklung und Veränderung der Menschen. Die Juden sind 1945 geflohen oder haben sich durch Suizid der Deportation entzogen. Profiteure sind Nutznießer. Kritische Stimmen existieren nicht mehr, entweder sie schweigen oder haben die Seiten gewechselt. Und 1945, der Untergang des Städtchens.
Der Autor hat hier ein Gesellschaftsporträt kurz nach dem Beginn bis zum Ende des dritten Reiches entworfen, das zeitweise sehr anstrengend und anspruchsvoll zu lesen ist. Denn es wird eine sehr hohe Konzentration verlangt, da Szenen und Perspektivenwechsel bei den vielen Protagonisten teilweise zu Verwirrung führten und ich einige Male nachschlagen musste, wer denn nochmals wer ist.
Leider konnte mich dieses Buch nicht ganz überzeugen. Die Protagonisten kamen auf mich flach herüber und so konnte ich zu ihnen keinen Zugang finden. Auch war es schwer, mich mit der Schreibweise des Autoren anfreunden. Für meinen Geschmack war er an einigen Stellen einfach viel zu weitschweifig.
Mein Fazit:
Ein Roman, der im Augenblick hochaktuelle Probleme aufzeigt. Mich konnte jedoch die Umsetzung nicht ganz überzeugen, da meiner Meinung nach mehr Potential in dieser Lektüre gewesen wäre.
3 Sterne.

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Veröffentlicht am 16.01.2025

Hat nicht komplett überzeugt

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Ein interessantes und leider auch wieder sehr aktuelles Thema, das der Autor in seinem Roman aufgreift. Auch wenn die Stadt Ginsterburg fiktiv ist, könnte sie jede Stadt gewesen sein. Die Geschichte spielt ...

Ein interessantes und leider auch wieder sehr aktuelles Thema, das der Autor in seinem Roman aufgreift. Auch wenn die Stadt Ginsterburg fiktiv ist, könnte sie jede Stadt gewesen sein. Die Geschichte spielt in den Jahren 1935, 1940 und 1945 und zeigt uns eindringlich, das sich ändernde Verhalten der Bewohner der Stadt über die Jahre.
Allerdings muss ich gestehen, hatte ich mit dem Schreibstil des Autor meine Probleme. Ich bin mit den Figuren nicht warm geworden, denn sie waren mir teilweise zu oberflächlich und die Bilder, die der Autor in der Geschichte malt, waren mir des Öfteren unverständlich. Ich habe lieber klare Worte, als hintergründige Beschreibungen. Ich hatte dadurch Schwierigkeiten, in die Geschichte hinein zu kommen, obwohl ich diese Thematik wichtig und spannend finde. Auch hätte ich mir mehr Informationen zu den historischen Personen gewünscht, vielleicht in einem Nachwort.

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