Sehr bewegend, sehr einfühlsam und doch erschütternd
MEINE MEINUNG
Es startet erst einmal mit Esther und ihrer Flucht. Sie lebte zu einer Zeit, in der Juden deportiert wurden. Da lebt sie in großer Gefahr und muss ständig aufpassen, das sie nicht einfach ...
MEINE MEINUNG
Es startet erst einmal mit Esther und ihrer Flucht. Sie lebte zu einer Zeit, in der Juden deportiert wurden. Da lebt sie in großer Gefahr und muss ständig aufpassen, das sie nicht einfach von der SS gefangen genommen wird.
Dann wechselt es ins Jahr 2014 in der Juna mit einem Burn out kämpft. Um etwas für die Gesellschaft zu tun und nicht nur zu Hause herum sitzt, meldet sie sich dort an. Sie möchte ein ehrenamtlicher Buddy werden und so einem einsamen Menschen etwas Gesellschaft leisten. So trifft sie auf Vincent Molen, bei dem schon so einige Buddies waren. Doch Juna wollte durchhalten und so kehrt sie immer wieder zu ihm zurück um den kauzigen und manchmal so stillen 90 jährigen beim Spaziergang zu begleiten. Sie schafft es, das Vincent aus seinem Schneckenhaus kommt.
Das Buch wechselt immer zwischen den Zeiten, was sehr interessant ist, weil man zu Beginn nicht weiß, wie das alles zusammenhängt. Doch als Juna es endlich schafft, den harten Kern von Vincent zu knacken, kommt man der ganzen Sache deutlich näher. So ist also die Verbindung zu Esther.
Die Autorin hat hier eine sehr raffinierte Art gefunden um uns diese Geschichte näher zu bringen. Ich fand das alles sehr emotional, weil die ganze Geschichte in seiner Gesamtheit so traurig war. Nun kann man verstehen, warum Vincent so ist wie er ist.
Die Autorin hat uns hier klar gemacht, das man manchmal einfach nur am Ball bleiben muss um eine sehr harte Schale zu knacken. Das ganze birgt hier so viele Gefühle in sich, das es einem schon sehr nahe geht.
Die Deportation von den Juden war eine schlimmer Sache und geht mir immer wieder ans Herz. Auch meine Oma war eine Flüchtige und sie hat es geschafft, sich hier etwas aufzubauen, auch wenn sie ihren Mann an den Krieg verloren hat. Da liest man das ganze mit etwas anderen Augen. Man sollte aber die Augen auch nicht vor dem verschließen, was damals passiert ist. Man sieht hier sehr deutlich, was das aus den Menschen gemacht hat und wie man das Leben danach bewerkstelligen muss.
Vincent hat mir hier wirklich sehr leid getan und das Ende von diesem Buch treibt einem beim lesen zu 100% die Tränen in die Augen. Das war so herzig und auch so traurig zugleich. Da liegt doch die Traurigkeit, die Liebe und eine ganz innige Verbindung sehr nahe beieinander.
Also von mir gibt es hier ganz klar die vollen 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung, denn hier muss man einfach eintauchen, in Vincents Leben.