Cover-Bild Das Gewicht der anderen
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25,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Wallstein Erfolgstitel - Belletristik und Sachbuch
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 439
  • Ersterscheinung: 15.10.2025
  • ISBN: 9783835359123
Bahram Moradi

Das Gewicht der anderen

Roman
Sarah Rauchfuß (Übersetzer)

Ein Roman, der zeigt, wie schnell Gesellschaften verrohen, wenn ein totalitäres Regime an die Macht kommt, wie schnell Gewalt zum Normalzustand wird – und was die Gewalt mit denen macht, die ihr ausgesetzt sind.

Iran, Juni 1981: Der Sieg der Islamischen Revolution liegt zwei Jahre zurück, das neue Regime beginnt, die politische Opposition auszuschalten. Die Welle der Gewalt macht auch vor Minderjährigen nicht Halt, und so verlebt der junge, aufgrund einer Verwechslung festgenommene Peyman Bamshad seine Jugend in verschiedenen Haftanstalten. Folter und Massenhinrichtungen bestimmen den Alltag, dem die Insassen die Bewältigungsstrategie der Jugend entgegensetzen, Grausames und Unverständliches ins Lächerliche zu ziehen. Sie erschaffen sich eine Welt, die nach eigenen Gesetzen funktioniert, mit einer eigenen Sprache und einem eigenen Humor. Nach seiner Entlassung schafft Peyman es nicht, an sein früheres Leben anzuknüpfen. Er isoliert sich, zieht in den Keller seines Elternhauses und verlässt diesen schließlich nicht mehr. In seinem vierzigsten Lebensjahr beschließt er, sich von der Last des Erlebten zu befreien und einem Selbst auf die Spur zu kommen, das kaum Gelegenheit hatte, sich zu entwickeln.
In rasantem Tempo erzählt, folgen wir den Erinnerungen Peyman Bamshads in seinem Keller, wobei der erwachsene Protagonist mit seinem dreizehnjährigen Ich verschmilzt – auf der Suche nach sich selbst führt er uns durch die Absurdität der postrevolutionären Jahre im Iran.

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Lesejury-Facts

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  • Alrik hat dieses Buch gelesen.

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 06.02.2026

Zwischen Kellerwänden und Erinnerungsschmerz

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Manchmal fühlt sich ein Roman nicht wie eine Geschichte an, sondern wie ein Gewicht auf der Brust, das man beim Lesen freiwillig trägt. Genau so ein Buch ist Das Gewicht der anderen – unbequem, düster ...

Manchmal fühlt sich ein Roman nicht wie eine Geschichte an, sondern wie ein Gewicht auf der Brust, das man beim Lesen freiwillig trägt. Genau so ein Buch ist Das Gewicht der anderen – unbequem, düster und trotzdem unmöglich aus der Hand zu legen.

Mitten hinein in ein Iran der frühen Achtziger geworfen zu werden, ohne Schutz, ohne Abstand, macht etwas mit einem. Die Haft, die Gewalt, diese absurde Normalität des Schreckens – all das liest sich nicht sensationell, sondern erschreckend ruhig. Gerade diese Ruhe trifft härter als jede explizite Brutalität. Während Peyman versucht zu überleben, ertappt man sich selbst dabei, nach kleinen Momenten von Humor zu suchen, nur um kurz Luft zu holen. Und genau das macht der Text so stark: Er zeigt, wie Menschen selbst im Grauen noch Mensch bleiben wollen.

Besonders hängen bleibt dieses Verschmelzen von erwachsenem Ich und dreizehnjährigem Jungen. Da sitzt kein klassischer Held im Keller, sondern jemand, der versucht, überhaupt erst eine eigene Identität zu finden. Das ist leise, zerbrechlich und gleichzeitig von einer Wucht, die noch lange nachhallt. Kein Buch für nebenbei, eher eines für stille Abende, an denen man bereit ist, sich wirklich berühren zu lassen.

Perfekt ist es nicht – manche Passagen fordern Geduld und lassen einen bewusst stolpern. Aber vielleicht muss Literatur über Gewalt genau das tun. Wehtun, damit man nicht vergisst. Und genau deshalb bleibt dieses Buch hängen wie ein Satz, den man Tage später immer noch im Kopf wiederholt.

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