Cover-Bild Please unfollow
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19,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Arctis ein Imprint der Atrium Verlag AG
  • Genre: keine Angabe / keine Angabe
  • Seitenzahl: 416
  • Ersterscheinung: 08.10.2025
  • ISBN: 9783038802235
  • Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Basma Hallak

Please unfollow

| Emotionaler Young Adult-Roman über das Gefühl, für alle transparent zu sein |

Die ganze Welt weiß, wer sie ist – nur sie selbst hat keine Ahnung. 

Die siebzehnjährige Sherry landet in einem Camp für straffällige Jugendliche – nach einer Tat, die ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt hat. Zunächst genießt sie es, an einem Ort zu sein, an dem niemand ihre Vergangenheit kennt, denn online ist ihr Leben ein offenes Buch: Seit dem Tag ihrer Adoption haben Sherrys Eltern jede Einzelheit aus ihrem Leben mit einem Millionenpublikum auf Youtube geteilt. Egal, wie es Sherry ging, egal, wo ihre Bilder und Videos anschließend landeten, die Follower durften nicht enttäuscht werden. Hier, in dem Camp mitten in der Sächsischen Schweiz, hat sie endlich das Gefühl, sie selbst sein zu können und nicht performen zu müssen. Als Sherrys neue Clique jedoch von ihrem Geheimnis erfährt, droht ihr Leben erneut in Flammen aufzugehen.

Hinweis: Dieses Buch wird ab der zweiten Auflage ohne Farbschnitt ausgeliefert. 

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 29.10.2025

Einmal unsichtbar sein

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Vorab:
Please Unfollow ist, auch wenn es für mich kein Highlight war, ein Buch, dass jede/r lesen sollte.
Basma Hallak schreibt hier von einem so wichtigen Thema, dass man sich zu Herzen nehmen sollte.
Denn ...

Vorab:
Please Unfollow ist, auch wenn es für mich kein Highlight war, ein Buch, dass jede/r lesen sollte.
Basma Hallak schreibt hier von einem so wichtigen Thema, dass man sich zu Herzen nehmen sollte.
Denn Kinder gehören nicht ins Internet. Schon gar nicht, wenn sie sich nicht mal dazu äußern und Gefahren einschätzen können.
Denn genau das ist es, was Protagonistin Sherry jeden Tag widerfährt.
Sie wächst quasi vor der Kamera auf. Denn ihre Adoptiveltern filmen und posten jedes noch so kleine Detail aus ihrem und auch Sherrys leben. Kein Geheimnis oder Missgeschick bleibt den Millionen Followern verborgen.

Ziemlich traurig, dass das genug Eltern in der Realität ebenso tun.

Warum war es jetzt kein Highlight? Das Buch lässt sich gut lesen, aber irgendwas hat mir gefehlt. Es regt zum Nachdenken an, aber richtig fesseln konnte es mich nicht.
Das Buch ist aufgeteilt aus unterschiedlichen Sichten. Einmal kurze Sequenzen mit ihren Eltern, in denen es um die Videos geht und einmal um Sherrys leben abseits ihrer Familie.
Ersteres war teilweise ziemlich grausam und kam überspitzt rüber, war aber dennoch gut zu lesen. Nur die Love-Story im zweiten Teil fand ich nicht so spannend. Mir hat da das gewisse etwas gefehlt. Ich mags auch nicht so, wenn ein Geheimnis, wieso sie im Arrest gelandet ist, immer wieder angeteasert wird und es sich bis zum Ende hinzieht.
Auch fand ich die Leute im Camp irgendwie alle "zu nett" und zu über korrekt. Jeder hatte Verständnis. Ich mein die Leute haben Straftaten begangen und keiner ist irgendwie Zickig drauf? Fand ich etwas unglaubwürdig.
Aber gut.

Dennoch gibts ne große Empfehlung. Vielleicht passt bei euch ja das Gesamtkonzept.

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Veröffentlicht am 18.01.2026

Wichtige Message, teilweise etwas zu plakativ

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Worum geht’s?

Sherry wächst bei einem Elternpaar auf, das ihr ganzes Leben öffentlich auf Social Media darstellt. Umso älter Sherry wird, umso mehr wird es für sie zum Problem. Als sie sich nicht mehr ...

Worum geht’s?

Sherry wächst bei einem Elternpaar auf, das ihr ganzes Leben öffentlich auf Social Media darstellt. Umso älter Sherry wird, umso mehr wird es für sie zum Problem. Als sie sich nicht mehr anders zu helfen weiß, eskaliert sie und findet sich in einer Einrichtung für straffällig gewordene Jugendliche wieder. Hier scheint sie keiner zu erkennen und das ermöglicht ihr ganz neue Erfahrungen.

Wie war’s?

Das Thema ist total aktuell. Die Kindheit als Content zu vermarkten ist schon krass und dennoch nicht aus der Luft gegriffen. Was das für ein Kind bedeuten kann, können wir in diesem Buch eindringlich miterleben. Das hat mich zwischendurch schon wütend und auch immer wieder sprachlos gemacht. Sherrys Eltern sind dermaßen egozentrisch und kein bisschen empfänglich für die Wünsche und Privatsphäre ihrer Tochter, da kann man nur den Kopf schütteln. Es will gar nicht in meinen Kopf, dass es solche Eltern tatsächlich geben kann.

Die Rückblicke waren für mich tatsächlich die spannendsten Momente im Buch. Man erfährt, was Sherry in ihrem Leben erdulden musste und gleichzeitig schockieren diese Szenen durch die Verhaltensweisen der Eltern und die Kommentare unter den geposteten Videos.

Die Szenen in der Gegenwart waren mir dagegen etwas zu langatmig. Langezeit war mir auch nicht klar, wohin die Reise gehen soll. Gewünscht hätte ich mir außerdem ein bisschen mehr Tiefgang in Bezug auf das Umfeld gewünscht. Gerade in der Schule ist doch offensichtlich, dass es Sherry nicht gut geht, dass sie keine Freunde hat, dass sie ausgegrenzt wird. Und wirklich niemand sucht das Gespräch mit ihr, nimmt sie ernst, sieht das problematische Verhalten der Eltern? Dennoch lässt sich das Buch, nicht auch zuletzt dank des leichten, unkomplizierten Schreibstils, gut und schnell lesen.

Please Unfollow ist kein Pageturner, aber ein Buch mit einer wichtigen Message. In der Umsetzung bleibt es mir häufig jedoch zu schwarz-weiß.

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Veröffentlicht am 13.12.2025

Wichtiges Thema, zu gewollt erzählt

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Sherry ist eine rebellisch wirkende Teenagerin, die auf dem Weg in ein Camp für Jugendliche mit Problemen heimlich ihre Haare grün färbt, ein Versuch, unkenntlich zu werden. Denn Sherry lebt auch als Sherezade ...

Sherry ist eine rebellisch wirkende Teenagerin, die auf dem Weg in ein Camp für Jugendliche mit Problemen heimlich ihre Haare grün färbt, ein Versuch, unkenntlich zu werden. Denn Sherry lebt auch als Sherezade Weiß, dem „Star“ des Familien-YouTube-Kanals Familie Weiß. Seit ihrer Adoption haben ihre Eltern ihr gesamtes Leben öffentlich gemacht und monetarisiert.
Der Roman erzählt auf zwei Ebenen: Sherezades Zeit im Camp, wo sie neue Freundschaften schließt und ihr Geheimnis bewahrt, und Rückblicke in Form von Transkripten der YouTube-Videos samt Kommentaren. Besonders diese Einblicke fand ich sehr stark und zugleich erschütternd, weil sie zeigen, wie schamlos das Privatleben eines Kindes für Profit ausgeschlachtet wird. Auch die Kommentare wirken authentisch, von treuen Fans bis hin zu Menschen mit eindeutig problematischem Interesse.
Allerdings nehmen diese Kommentare den Lesenden viel Interpretationsarbeit ab, hier hätte ich mir mehr Mut zur Lücke gewünscht.
Generell hatte ich den Eindruck, dass den Lesenden wenig zugetraut wird. Die Eltern werden sehr stark antagonisiert, meiner Ansicht nach hätte es diese „in-your-face“-Botschaft von den bösen Social-Media-Eltern nicht in dieser Konsequenz gebraucht.
Der Schreibstil wirkt stellenweise etwas anspruchslos, etwa wenn von einer „metaphorischen Frage“ statt einer „rhetorischen“ die Rede ist. Das mag pingelig erscheinen, hinterlässt für mich aber den Eindruck sprachlicher Ungenauigkeit.
Trotzdem gelingt es dem Buch eindrücklich, die Folgen totaler Transparenz auf Identität und Selbstbild einzufangen. Für Leser*innen, die sich bisher nicht mit Kindern auf Social Media beschäftigt haben, ist der Roman ein gut zugänglicher Einstieg in das Thema.

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