Cover-Bild Tod in Baden
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12,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Emons Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Krimi: Historisch
  • Genre: Krimis & Thriller / Historische Kriminalromane
  • Seitenzahl: 256
  • Ersterscheinung: 17.10.2019
  • ISBN: 9783740806590
Beate Maly

Tod in Baden

Historischer Kriminalroman
Ein herrlicher Schmöker-Krimi in der Tradition von Agatha Christie.



Baden bei Wien, 1924: Die pensionierte Lehrerin Ernestine und ihr Freund, der Apotheker Anton, fahren zur Erholung nach Baden in die Kuranstalt Sauerhof. Das heilende Schwefelwasser zieht prominente Gäste aus aller Welt an. Doch nicht für jeden ist der Aufenthalt gesundheitsfördernd: Als eine Leiche im Kurpark aufgefunden wird, ist Ernestines und Antons Neugierde geweckt. Wer trachtet den Kurgästen nach dem Leben?

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 24.03.2020

ein spannender 4. Fall für Ernestine Kirsch und Anton Böck im historischen Baden

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Kurz zum Inhalt:
Baden bei Wien, April 1924. Die pensionierte Lehrerin Ernestine Kirsch überredet ihren guten Freund, den ehemaligen Apotheker Anton Böck, zur Erholung ins Kurhotel Sauerhof nach Baden ...

Kurz zum Inhalt:
Baden bei Wien, April 1924. Die pensionierte Lehrerin Ernestine Kirsch überredet ihren guten Freund, den ehemaligen Apotheker Anton Böck, zur Erholung ins Kurhotel Sauerhof nach Baden bei Wien zu fahren. Das Kurhotel zieht natürlich auch prominente Gäste an.
Doch als zuerst eine Leiche im Kurpark auftaucht, und dann auch noch eine weiterer Gast vergiftet aufgefunden wird, ist für Ernestine ganz klar: sie und Anton müssen herausfinden, wer den Kurgästen nach dem Leben trachtet!


Meine Meinung:
"Tod in Baden" ist der vierte Teil um die pensionierte Lehrerin Ernestine Kirsch und ihren Apotheker-Freund Anton Böck.
Die Geschichte ist - wie die anderen - in sich geschlossen und kann eigenständig gelesen werden. Vorangegangene Abenteuer der beiden werden im Laufe der Geschichte erwähnt und machen neugierig auf die vorigen Bände (wenn man sie noch nicht kennt).
Die viele indirekte Rede macht die Geschichte lebendig und das Buch lässt sich aufgrund der liebevollen und der damaligen Zeit angepassten Schreibweise schnell lesen.
Die Kurbehandlungen im Hotel und die verschiedenen Gäste lassen einen an seine eigenen Spa-Aufenthalte erinnern. Nur, dass es damals natürlich weniger Gäste waren und es viel familiärer zuging. Man wurde mit unbekannten anderen Gästen an einen Tisch gesetzt. Heutzutage undenkbar. Aber so kann Ernestine noch mehr ihre Neugier befriedigen, lernt sie doch die lebensfrohe Witwe Körndl, das Brauereibesitzer-Ehepaar Jandrisch, den Seifenfabrikanten Ferdinand Heimlich samt Gattin, die sensible und kränkliche Frau Glickstein und ihren Mann, den ehemaligen Oberstleutnant Holzinger und Gattin, den schrulligen Wissenschaftler und Insekten-Forscher Professor Leichtfried sowie den berühmten Stürmer des Arbeiter-Fußball-Vereins Rapid-Wien, Pepi Kratochwil, kennen.
Der neue Band um die beiden Hobbydetektive ist authentisch, spannend und äußerst unterhaltsam. Die schrecklichen Folgen des Krieges auf die Menschen werden treffend auf den Punkt gebracht.
Vor allem unter der Diät und dem scheußlichen Schwefelwasser, das die Kurgäste literweise trinken sollen, leidet Anton sehr. Es ist witzig ihn dabei zu beobachten, wie er Ausreden wegen des Schwefelwassers und für einen Kaffeehausbesuch findet.
Sehr schön ist auch die - wenn auch langsame - private Entwicklung der beiden liebenswerten Protagonisten: hier in Band 4 duzen sie sich endlich! :)
Ernestines Spürsinn, ihr detailgetreues Gedächtnis und ihre Kombinationsgabe sind (auch aufgrund ihrer großen Neugierde) wieder hervorragend und die Auflösung ist überzeugend!
Zu erwähnen ist auch das wieder einmal wunderschön gelungene Cover: mit dem historischen Design passt es zu den anderen Bänden und lässt die Reihenzugehörigkeit erkennen, und die erhabene Schrift des Titels und die goldfarbenen Ornamente lassen dieses Taschenbuch hochwertig und edel erscheinen.


Fazit:
Auch der vierte Band der Reihe ist ein unterhaltsamer Cosy-Crime im Miss Marple-Stil mit dem charmanten Ermittler-Duo. Ich liebe diese Reihe und vergebe sehr gerne wieder 5 Sterne!

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Veröffentlicht am 29.01.2020

Anton und Ernestine auf Kur - ein Hochgenuss!

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Mit "Tod am Semmering" hat damals alles begonnen: Beate Maly hat mit Ernestine Kirsch und Anton Böck ein hoch sympathisches Ermittlerpaar erschaffen, das seinesgleichen sucht. Ich habe mich einfach Hals ...

Mit "Tod am Semmering" hat damals alles begonnen: Beate Maly hat mit Ernestine Kirsch und Anton Böck ein hoch sympathisches Ermittlerpaar erschaffen, das seinesgleichen sucht. Ich habe mich einfach Hals über Kopf verliebt in die Figuren und die ganze Buchreihe, die im Wien (und Umgebung) der 1920er Jahre spielt. Maly schafft es auf ganz besondere Weise, ihre Figuren schriftlich zum Leben zu erwecken. Sie sind einfach lebendig und strahlen eine Authentizität aus, die mir oft fehlt in anderen Büchern.
Darüberhinaus hat die Autorin als gebürtige Wienerin eine bestechende Ortskenntnis. Durch gute Recherchearbeit hat sie es geschafft, dass das Wien um 1920 absolut glaubhaft rüberkommt, mit seinen verschiedenen schönen und weniger schönen Gesichtern. Die Kriegsversehrten aus dem 1. Weltkrieg sind ein großes Thema, die Schere zwischen Arm und Reich (Industrielle und Kriegsgewinnler vs. Arbeiterschicht), Luxusdenken vs. Überlebenskampf, Kulturbeflissenheit vs. Armenalltag.
Anton als Apotheker und Ernestine als pensionierte Lehrerin gehören eher der Mittelschicht an und bewegen sich u.a. durch Ernestines Zubrot als Nachhilfelehrerin in den unterschiedlichsten sozialen Kreisen. So kommen sie in "Tod in Baden" auch in den Genuss einer Kur im noblen Kurort der Wiener High Society. Auch hier passiert - wie immer wenn die beiden verreisen oder zusammen etwas unternehmen - ein Mord. Und wie immer überredet Ernestine den zurückhaltenden Anton dazu, die "Ermittlungen" aufzunehmen.
Diesmal kommt Antons (der wie immer ganz entzückend ist mit seiner Vorliebe für gutes Essen und seine Ruhe) Vorliebe für Fußball zum Tragen, denn ein berühmter Spieler von Rapid Wien ist mit auf ihnen auf Kur…
Wieder einmal ist das Personalkarussell, das Beate Maly hier versammelt, ganz wunderbar arrangiert. Viele Verdächtige mit unterschiedlichen Motiven und eine fulminante Auflösung direkt am Ende, die auch Miss Marple würdig gewesen wäre.
Auch skurrile und humorvolle Situationen kommen wie immer nicht zu kurz. Unterstützt wird dies durch die dezente Verwendung des Wiener Dialekts und die liebevolle Dynamik zwischen Anton und Ernestine.
Das Cover des Krimis, der im Emons Verlag erschienen ist, wurde wieder einmal wunderbar mit - diesmal in Gold gehaltenen - Jugendstil-Ranken illustriert.
Ich kann nur hoffen, das es noch viele Fälle gibt, die Anton und Ernestine bearbeiten werden! Aber ich bin auch ein echter Fan.


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Veröffentlicht am 08.12.2020

Kur mit Hindernissen

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Der Apotheker Anton Böck lässt sich dazu überreden, gemeinsam mit der pensionierten Lehrerin Ernestine Kirsch eine Kur anzutreten. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg in das Kurhotel Sauerhof in Baden. ...

Der Apotheker Anton Böck lässt sich dazu überreden, gemeinsam mit der pensionierten Lehrerin Ernestine Kirsch eine Kur anzutreten. Gemeinsam machen sie sich auf den Weg in das Kurhotel Sauerhof in Baden. Eine schöne und erholsame Zeit soll es werden. Doch daraus wird nichts. Der gute Ruf des Hotels zieht Gäste aus der ganzen Welt an, zum Teil sogar Prominenz, die es schwierig macht, sich zu erholen. Dann stolpern sie auch noch quasi über eine Leiche. Ernestine ist sofort hellwach und neugierig. Auch Anton kann sich dem nicht entziehen, aber warum wurde hier getötet und stehen noch mehr Leben auf dem Spiel?

Diese historischen Krimis aus der Feder von Beate Maly, sind wunderbar zu lesen. Obwohl es sich hier um eine Reihe handelt, kann man sie problemlos einzeln lesen, oder so wie ich nicht der Reihe nach. Bei „Tod in Baden“ handelt es sich um Band 4 dieser Reihe. Beate Maly lässt ihre Protagonisten in den 20-Jahren des 19. Jahrhunderts agieren. Ihre Krimis sind ruhig und mit einer schönen Portion Humor gewürzt. Ich lese sie sehr gern.

Diesmal befinden sich Anton und seine Ernestine zur Kur in Baden, aber mit einer schönen Erholung wird es wohl nichts werden. Ich finde es herrlich so sehen, wie die zwei älteren Protagonisten miteinander umgehen, wie sie sich umgarnen, ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Ihre Gefühle füreinander sind für den Leser offensichtlich für Anton wohl eher weniger, aber das macht die schöne Stimmung in diesen Büchern aus. Beate Maly hat es gut verstanden, den Lebenshunger der 20er-Jahre mit den Traditionen aus der Zeit vor dem Krieg zu verbinden. Während Anton noch so seine Probleme hat, sich anzupassen, scheint Ernestine etwas weiter zu sein. Mir gefällt dieser private Teil der Handlung sehr gut.

Der Krimi ist gradlinig, die Spuren dabei nicht zu offensichtlich und man bekommt beim Lesen schon die Möglichkeit, eigene Spekulationen anzustellen. In diesem Teil erfährt man zudem noch, wie es damals war, eine Kur zu besuchen. Die strengen Regeln, die befolgt werden mussten, und das Unterhaltungsprogramm waren interessant zu lesen. Es entlockte doch so manchen Schmunzler. Auch fand ich die Schilderungen gut, wie auch damals schon mit der Prominenz umgegangen wurde. Anton so in Begeisterung zu sehen, hat Spaß gemacht. Überhaupt sind die Charaktere liebevoll gezeichnet worden.

Der Erzählstil von Beate Maly ist leicht und flüssig zu lesen. Sie versteht es, an den richtigen Stellen auch mal Wiener Dialekt einfließen zu lassen, sodass der Leser nicht vergisst, in welchem Land er sich befindet. Die Krimihandlung kommt leise und langsam daher und entwickelt sich so nach und nach, der historische Hintergrund bietet gute Einblicke in das Leben dieser Zeit und rundet die Handlung ab.

Fazit:

„Tod in Baden“ ist ein gelungener Krimi zum Mitraten und sich unterhalten lassen. Ich mag diese ruhigen, humorvollen Krimis aus der Feder von Beate Maly und kann sie wirklich nur empfehlen. Gerne mehr davon.

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Veröffentlicht am 18.01.2020

Geruhsamer Wohlfühlroman mit Krimielementen

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Das Titelbild dieses Buches, das ich von einer lieben Freundin geschenkt bekam, sprach mich gleich an. Schlicht und doch prägnant gestaltet weist das Design schon gelungen auf die 1920er Jahre hin, in ...

Das Titelbild dieses Buches, das ich von einer lieben Freundin geschenkt bekam, sprach mich gleich an. Schlicht und doch prägnant gestaltet weist das Design schon gelungen auf die 1920er Jahre hin, in denen die Geschichte stattfindet.

"Tod in Baden" machte von der erste Seite an einen guten Eindruck auf mich, da hier bereits mehrere historische Details - der Prolog spielt im Jahr 1914 - gut in die Geschichte eingeflochten waren und der Prolog Spannung und gutes Erzähltempo mit sich brachte.

Spannung und Erzähltempo sind in der eigentlichen Geschichte wesentlich reduzierter, was aber wohl auch beabsichtigt ist und sich angenehm liest. Es handelt sich um den vierten Band einer Reihe von Kriminalfällen, die durch Anton und Ernestine aufgeklärt werden, zwei älteren Leuten, die einander freundschaftlich verbunden sind, wobei sich wohl allmählich ein wenig mehr anbahnt (was zum Glück die Handlung nicht überlagerte). Ich kannte die ersten drei Bände nicht, was aber überhaupt nicht stört. Die Charaktere werden gut eingeführt, die Geschichten sind in sich abgeschlossen.

Anton und Ernestine fahren also im Jahr 1924 zur Kur nach Baden, einem gemütlichen Städtchen in der Nähe Wiens. Man merkt sehr gut, daß wir in Österreich sind, immer wieder wird ein wenig Dialekt in die Dialoge eingestreut, was mir gefiel. Das mir mit diesem Buch zusammen geschenkte "Wiener Wörterbuch" erwies mir gute Dienste, denn es werden auch immer wieder Worte verwendet, die in Deutschland nicht bekannt sind. Ich mag gut und in Maßen eingebrachtes sprachliches Lokalkolorit und fand das hier sehr gelungen.

Das Buch firmiert als "historischer Kriminalroman". Allerdings dauert es fast bis Seite 90, bevor der Mord geschieht, um den es geht. Das kenne ich aus anderen sog. Cosy Crimes auch, wenn es hier doch ein wenig sehr geruhsam zugeht. Das störte mich allerdings nicht, denn wir erhalten eine liebevolle Schilderung des Kurhotelalltags, einiger mehr oder weniger skurriler Gäste und Antons eingeschränkter Begeisterung über Schwefelwasser und Diätkost. Das liest sich unterhaltsam, manchmal habe ich laut gelacht, ab und an rutschte es ins Alberne ab, was mir nicht so gut gefiel. Der Schreibstil ist eingängig, läßt sich entspannt lesen.

Auch nach dem Mord geht es recht gemächlich weiter. Ganz zum ruhigen Kurort passend wird eher ein wenig nebenbei ermittelt. Der Fall ist recht gut ausgedacht, wenn auch weniger ausgefeilt, als ich es in anderen cosy crimes gelesen habe, so richtig spannend wurde es für mich nie, aber ich habe gemütlich mit gerätselt und mich ansonsten an der Atmosphäre gefreut. Weiterhin finden sich immer wieder interessante historische Informationen und man merkt auch, wie nah der Erste Weltkrieg noch im Bewußtsein der Charaktere ist, welche Traumata er teilweise hinterlassen hat. Es gibt hier inmitten des ansonsten eher heiteren Dahinplätscherns einige Momente, die nachdenklich machen.

Auch die Fallauflösung kommt ein wenig beiläufig daher, und ich persönlich würde das Buch nicht als Kriminalroman einstufen, sondern als heiteren Roman mit historischem Hintergrund und einigen Krimielementen. Mit dieser Mischung war ich aber sehr zufrieden. Ich habe das Kurhotel vor mir gesehen, habe auch die Bescheibungen des Praterlokals in Wien genossen, bin mit Anton auf der Suche nach Mehlspeisen durch das geruhsame Baden spaziert. Ein Wohlfühlbuch, dessen Lektüre ich absolut empfehlen kann.

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Veröffentlicht am 02.01.2020

Ist der "Tank" der Mörder?

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Ist Pepi Kratochwil, genannt der "Tank", ein Mörder?

Kurort Baden bei Wien, 1924: Ernestine Kirsch, die pensionierte Lehrerin und Anton Böck, der Apotheker, befinden sich hier im Sauerhof zur Kur. Anton ...

Ist Pepi Kratochwil, genannt der "Tank", ein Mörder?

Kurort Baden bei Wien, 1924: Ernestine Kirsch, die pensionierte Lehrerin und Anton Böck, der Apotheker, befinden sich hier im Sauerhof zur Kur. Anton plagt ein wenig das Übergewicht und die Galle. Doch von der Reduktionskost (Klare Suppe mit einigen wenigen Schnittlauchröllchen) und dem schwefelhältigen Sauerwasser hält der Genussmensch wenig. Daher grantelt er herum und sucht eine Ausrede nach der anderen, um in eines der zahlreichen Kaffeehäuser zu entschwinden.

Die anderen Kurgäste geben sich mondän, manche übertünchen damit aber nur ihre fehlende Kinderstube. Einziger Lichtblick ist der Fußballer Pepi Kratochwil, der aus seinem Herzen keine Mördergrube macht und den abscheulichen Gesang einer selbst ernannten Operndiva schrecklich findet und dies auch sagt. Und ausgerechnet die Verlobte von Kratochwil wird im Kurpark ermordet aufgefunden.

Natürlich schwirren die Gerüchte und der Fußballstar, der liebevoll "der Tank" genannt wird, wird von den hochnäsigen Kurgästen des Mordes bezichtigt.

Ernestine, setzt ihre gewohnte Neugier und Menschenkenntnis ein und entdeckt, dass so manch anderer Kurgast, egal ob Mann oder Frau, durchaus selbst ein handfestes Motiv haben könnte, Kratochwils Verlobte zu töten.

Meine Meinung:

Dies ist der vierte Fall für das Ermittlerpaar. Diesmal dauert es relativ lange, bis der erste Mord geschieht, den die beiden aufklären. Zwar beginnt der Prolog im Jahr 1914 mit einem Tötungsdelikt an zwei Frauen, doch der Zusammenhang mit dem aktuellen Mordfall erschließt sich den Lesern lange nicht.

Auch die Vorstellung der vielen Kurgäste braucht eine geraume Zeit, so dass zu Beginn ein wenig das Tempo fehlt. Gut herausgearbeitet sind wieder die Standesdünkel mancher Leute. Die Morde sind elegant in den zeitgeschichtlichen Kontext eingeflochten.

Da es sich bei dieser Krimi-Reihe um eine „closed room“-Story à la Agatha Christie handelt, darf natürlich auch ein heimliches Durchsuchen eines Hotelzimmers nicht fehlen. Ernestine macht ihre Sache recht gut. Sogar so gut, dass der aus Wien herbeigerufene Kommissar Erich Felsberg, ziemlich blass wirkt. Möglicherweise hält sich Felsberg deshalb zurück, weil er sich in die Tochter (und Enkelin) von Anton Böck verliebt hat und den nicht vergrämen möchte.

In Ernestines und Antons Beziehung zueinander kommt langsam aber sicher Bewegung: Sie duzen sich fortan. Ob sie jemals ein Paar werden? Ernestine musste ja während ihrer Berufslaufbahn als Lehrerin unverheiratet bleiben. Ob sie trotzdem einmal eine Liebesgeschichte hatte? Das wäre spannend, mehr aus ihrer Vergangenheit zu erfahren. Von Anton wissen wir ja, dass er seine Frau früh verloren hat und Tochter Heide allein aufgezogen hat. Dass Anton ein für diese Zeit unkonventioneller Vater war und ist, zeigt sich an dem Gespräch, das er mit der verwitweten Heide führt. Einerseits fürchtet er um den guten Ruf seiner Tochter (und vielleicht der Apotheke), die mit Felsberg ein Verhältnis hat, und andererseits gönnt er ihr ein neues Lebensglück. Immerhin sind seit dem Erhalt der Todesnachricht sechs Jahre vergangen.

Das Cover ist wieder großartig gelungen und hat einen hohen Wiedererkennungswert.

Fazit:

Mir hat der Krimi wieder recht gut gefallen, doch leider muss ich einen Stern für den langsamen Beginn abziehen. Daher diesmal nur 4 Sterne.