Cover-Bild Der Geruch von Häusern anderer Leute

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17,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Carlsen
  • Genre: Kinder & Jugend / Jugendbücher
  • Seitenzahl: 320
  • Ersterscheinung: 18.03.2016
  • ISBN: 9783551560216
Bonnie-Sue Hitchcock

Der Geruch von Häusern anderer Leute

Sonja Finck (Übersetzer)

Alyce weiß nicht, wie sie Fischen und Tanzen in Einklang bringen soll. Ruth hat ein Geheimnis, das sie nicht mehr lange verbergen kann. Dora will ihren Vater nie wieder sehen und wird von Dumplings Familie aufgenommen. Hank und seine Brüder hauen von zu Hause ab, doch einer von ihnen gerät dabei in große Gefahr. Und trifft auf Alyce … Hier, unweit des nördlichen Polarkreises, wo der Alltag manchmal unerbittlich ist, kreuzen sich ihre Lebenswege immer wieder. Sie kommen einander näher, versuchen einander zu retten. Und wenn man es am wenigsten erwartet, gelingt es.

Deutscher Jugendliteraturpreis 2017

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.01.2018

Vier Geschichten, ein Setting

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>>Da ist es, mein Herz. Es mag aus tausend Stücken zusammengeflickt und etwas mitgenommen sein, aber es schlägt. Eindeutig…

>>Da ist es, mein Herz. Es mag aus tausend Stücken zusammengeflickt und etwas mitgenommen sein, aber es schlägt. Eindeutig… <<, S. 315


Meine Meinung:
Die Geschichte beginnt mit einer kurzen Erinnerung von Ruth, als sie noch gemeinsam mit ihren Eltern im unabhängigen Alaska wohnte. Nicht nur die Anerkennung Alaskas zum 49. Bundestaat der USA, sondern auch der Tod ihres Vaters hat ihr Leben verändert. Nun wohnt sie mit ihrer kleinen Schwester bei ihrer Oma, die sehr auf Prinzipien beharrt. Als Ruth ein Geheimnis hat, das sie bald schon nicht mehr verheimlichen kann, erfährt sie viele Dinge, wodurch sie die Vergangenheit ihrer Familie aufarbeiten kann.
Da Doras Vater Alkoholiker ist und sich dann ihr gegenüber gewalttätig verhält, ist sie zu ihren Nachbarn geflüchtet. Dort wohnt sie nun bei ihrer Freundin Dumpling, die in einem behüteten und liebevollen Zuhause aufgewachsen ist.
Alyce träumt von einer Karriere als Tänzerin und muss dafür eine wichtige Aufnahmeprüfung absolvieren, die aber im Sommer stattfindet, wo sie seit Jahren zu ihrem Vater fährt, um ihm bei der Fischerei auf seinem Boot behilflich zu sein. Die Jugendliche ist hin- und hergerissen zwischen ihrem Traum Tänzerin zu werden und ihrer Verpflichtung der Familie gegenüber.
Hank flieht mit seinen Brüdern vor seinem gewalttätigen Stiefvater und seiner Mutter, die sich mehr nach Nähe sehnt als sich um ihre Kinder zu sorgen. Auf ihrer Reise müssen sich die Brüder durch viele Situationen kämpfen, finden aber auch Menschen, die bereit sind ihnen zuzuhören.

Anfangs mögen die vier verschiedenen Personen und ihre individuellen Leben den Leser verwirren, doch die immer auftretende Ich-Erzählung und der ruhige Schreibstil haben sie alle gemein. Trotzdem schildert Bonnie-Sue Hitchcok die Geschichten auf ihre eigene besondere Art und Weise, wodurch die vier Erzählungen sprachlich voneinander getrennt werden. Der Schreibstil strahlt eine große Ruhe und Sensibilität aus, wodurch man die unterschiedlichen Charaktere und deren Lebensumstände zu verstehen lernt.

Eine weitere Besonderheit des Buches ist der gewählte Ort der Geschichten. Die vier Jugendlichen wachsen in den 60er Jahren in Alaska auf, wo das Leben vom Fischfang, der Jagd und sehr kalten Wintern geprägt ist. Dies verleiht der Geschichte eine ganz besondere Atmosphäre, wodurch der Leser sich in einer völlig anderen und interessanten Welt wiederfindet.


Fazit:
„Der Geruch von Häusern anderer Leute“ erzählt vier Geschichten über sehr unterschiedliche Jugendliche, die ihre ganz eigenen Probleme haben. Mit einem sensiblen Schreibstil schildert Bonnie-Sue Hitchcock wie Ruth, Dora, Alyce und Hank ihre Situation bewältigen müssen. Außerdem wird das Alaska der 60er Jahre beschrieben, was ich sehr interessant und informativ fand. Man findet selten ein Buch, das so eine unscheinbare, aber emotionale Geschichte in einem so einzigartigen Settting, wie Alaska, erzählt.

Veröffentlicht am 30.11.2017

Wortgewaltig und emotional

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Meine Meinung zum Buch: Der Geruch von Häusern anderer Leute spielt nicht in unserer Zeit sondern im Alaska der 60er Jahre. Kurz zuvor gab es einen Konflikt, der im Prolog kurz erwähnt wird. Im 19. Jahrhundert ...

Meine Meinung zum Buch: Der Geruch von Häusern anderer Leute spielt nicht in unserer Zeit sondern im Alaska der 60er Jahre. Kurz zuvor gab es einen Konflikt, der im Prolog kurz erwähnt wird. Im 19. Jahrhundert wurde Alaska, was damals eine russische Kolonie war, an die USA verkauft und fortan von ihnen verwaltet. Alaska bekam jedoch schnell eine eigene Regierung und wurde zu Beginn des 20. Jahrhundert sogar in den Kongress der Vereinigten Staaten aufgenommen. 1959 schließlich wurde Alaska der 49. Bundesstaat der USA. Viele Bürger Alaskas wollten diesen Status Alaskas auch erreichen aber nicht die Familien der Mädchen und Jungen, die in diesem Buch zu Wort kommen. So versuchen ihre Väter alles Mögliche, damit das nicht geschieht. Und durch diesen Versuch verliert der eine oder andere seinen Vater auch… Der Hauptteil des Buches spielt ein paar Jahre später und die Erzähler, die damals noch klein waren, können nicht richtig fassen, was damals genau passiert ist und wieso es Gegner des Alaska Statehood Acts gab. Sie sind unbeteiligt an dem Geschehen und ich fragte mich nicht nur einmal, ob man dies genauso erklären kann, wie die Trennung Deutschlands oder andere wichtige Ereignisse, die wir nicht mehr richtig mitbekommen haben. Kommt daher diese Unbeteiligtheit oder hat sich tatsächlich nicht so viel verändert? Ein schöner Denkansatz.
Stattdessen haben die Protagnistinnen und Protagonisten des Buches ganz andere Probleme, die ich im nächsten Abschnitt auch vorgestellt habe. Diese kommen alle sehr gut zum Vorschein, da das Buch mehrstimmig geschrieben ist und wie die Handlung aus vier Sichten lesen. Darüber hinaus gibt es noch viele andere Charaktere, die für die Geschichte wichtig sind. Trotz dieser Vielzahl von Stimmen und Geschichten ist das Buch allerdings nicht verwirrend. Die einzelnen Fäden werden so geschickt ineinander verwoben, dass sie bald schon keine einzelnen mehr sind und man sich ständig an anderen Punkten und Beziehungen orientieren kann.
Nicht nur diesen Punkt hat Bonnie-Sue Hitchcock sehr gut hinbekommen. Das ganze Buch wurde scharfsinnig und gestochen geschrieben und trifft immer genau auf den Punkt. Ich bewundere sie sehr denn trotz ihres Alters hat sie ein herausragendes Buch geschrieben, das von all dem zeugt, was sie die Jahre über gesehen und gemerkt hat. Während viele Schriftstellerinnen noch sehr jung ist, hat Frau Hitchcock den Start auch noch später geschafft und bringt so eine Menge geschichtlichen Hintergrund ein, den nicht jeder hat. Dieses Bewusstsein, dass alles, was man da liest auf historischer Ebene stimmt und auch die Schicksale der Charaktere machen das Buch darüber hinaus sehr emotional und berührend. Das ganze Geschehen wird greifbar und man fühlt sich sofort in diese Zeit versetzt.
Die Protagonistin: Der Geruch von Häusern anderer Leute unterscheidet sich von den anderen Augenblicke-Büchern insofern, dass wir nicht eine starke Protagonistin haben sondern das Buch mehrstimmig ist.
Alyce Eltern sind getrennt und jeden Sommer besucht sie ihren Vater, um ihm beim Fischen auf seinem Boot zur Hand zu gehen. Für sie ist das wichtig, da ihr Vater durch die Trennung schon auf ihre Mutter verzichten muss und doch findet sie es diesen Monat besonders schlimm, denn ihre große Leidenschaft ist das Tanzen und durch ihre Hilfe auf dem Schiff verpasst sie ein wichtiges Vortanzen. Davon will sie ihrem Vater nichts erzählen, denn sie möchte ihn nicht im Stich lassen. Doch dann trifft sie einen ganz besonderen Jungen.
Ruth hat ein Geheimnis, das aber nicht mehr so lange geheim bleiben wird. Denn sie ist schwanger und der Vater des Kindes hat von heute auf morgen mit ihr Schluss gemacht. Sie hat Angst davor, es ihrer Oma zu sagen aber als diese es dann doch erfahren muss, schickt sie Ruth in ein kanadisches Kloster, in dem sich einiges für die verändert.
Dora ist in armen Verhältnissen aufgewachsen. Ihre Mutter kümmert sich nicht um sie und ihr Vaterist im Gefängnis. Sie flüchtet sich zu Dumplings Familie, die sie liebevoll aufnimmt und hat Angst, dass sie diese Familie bald wieder verlassen muss. Besonders dann, als ihr Vater aus dem Gefängnis entlassen wird.
Hank und seine zwei Brüder flüchten von zu Hause, Ihr Vater ist verschwunden und auch sie halten es dort nicht mehr aus. Als blinde Passagiere gehen sie auf ein Passagierschiff, dass sie von Alaska wegbringen soll. Aber dann passiert etwas, mit dem sie nicht gerechnet hätten.
So geheimnisvoll meine Charaktervorstellungen auch klingen, das müssen sie sein. Sie machen so den Reiz des Buches aus und wie in diesen besonderen Filmen verbinden sich die Lebenswege von allen Charakteren zu einem großen Ganzen, das vom Leser selbst entdeckt werden muss.
Die Thematik: Das Buch lebt nicht von einer tiefgehenden Thematik. Man kann hier Identität und Heimat ebenso aufführen, wie Konflikte innerhalb einer Familie. Aber das Buch hat für mich einen anderen Schwerpunkt. Auf der einen Seite lebt es durch die Charaktere, deren Handlungen sich immer wieder ineinander verweben und schon bald nicht mehr getrennt werden können. Auf der anderen Seite ist dieses Buch ein für mich auf kultureller Seite wichtiges Buch denn wir erleben ein Alaska der 60er Jahre und bekommen einen Eindruck vom Leben dort, den wir so wahrscheinlich nie bekommen würden.
Wieso dieses Buch ein Königskinder Buch ist: Es ist emotional und mehrstimmig und vereint mehrere Lebensentwürfe in einer Kultur, die uns eher unbekannt ist. Das Buch schlägt beim Leser ein und klingt noch ganz lange nach.
Wieso es nicht in eurem Regal fehlen sollte: Ich habe das Buch schon Mitte März gelesen und noch heute habe ich es sehr stark im Kopf. Es geistert durch meine Gedanken und bringt mich immer noch zum Nachdenken. Außerdem ist es für mich ein absolutes Muss in fremde Kulturen einzutauchen. Wer das ebenfalls mag ist hier absolut richtig.
Fazit: Mehrstimmig und absolut wortgewaltig schreibt Bonnie-Sue Hitchcock über das Alaska der 60er Jahre und über junge Protagonistinnen und Protagonisten, deren Schicksale sich auf wundersame Weise verknüpfen. Das Buch hallt noch lange nach und wird mir hoffentlich noch lange im Gedächtnis bleiben. Der Geruch von Häusern anderer Leute ist mein liebstes Buch aus dem aktuellen Programm und hat sich diesen Titel auch wirklich verdient.

Veröffentlicht am 06.11.2017

Es hat mich überrascht...

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 "Der Geruch von Häusern anderer Leute" ist ganz anders als ich erwartet habe. Ich muss wirklich gestehen, dass Bücher aus dem Königskinder Verlag nie das sind, was sie zu sein scheinen. Man macht sich ...

 "Der Geruch von Häusern anderer Leute" ist ganz anders als ich erwartet habe. Ich muss wirklich gestehen, dass Bücher aus dem Königskinder Verlag nie das sind, was sie zu sein scheinen. Man macht sich ein Bild durch Klappentext und Cover, und wird doch wieder völlig aus den Socken gehauen.

Eine einzelne Person zu beschreiben, fällt mir hier unglaublich schwer, aber der rote Faden läuft immer wieder zu Ruth zurück. Dem Mädchen, dass im Buch 17 Jahre alt wird und die mit ihrer Schwester Lily bei ihrer Gran lebt. Dem Mädchen, dessen Blick trotz - oder gerade wegen? - eigener Unzulässigkeiten anfangs getrübt ist, von Äußerlichkeiten. Aber auch zu dem Mädchen, das Erkenntnisse und Reife erlangt, bei der alles zusammen läuft und auf gewisse Art Frieden findet.

Dieses Buch ist nicht nur die Geschichte einer Hauptperson, sondern die Geschichte eines ganzen Dorfes in Alaska. Wir lernen Dora, Alyce, Hank, Dumpling, Selma, Jack, Sam und ein paar weitere kennen, und auch wenn jeder ein eigenes Schicksal zu ertragen hat, verbinden sich die Wege oder kreuzen sich auf die eine oder andere Art und Weise. Beeinflussen sie wahrscheinlich sogar.

Ein Beispiel? Der tote Vater des einen Jungen trifft durch Zufall den besten Freund seines Vaters und bekommt endlich die Möglichkeit, seine schwere Last, die er trägt, etwas abzugeben, obwohl er darauf schon nicht mehr gehofft hatte. Dieser Freund ist auf eine Art mit einem Mädchen in Fairbanks verbunden, die mir die Tränen in die Augen getrieben hat.

Ich möchte nicht behaupten, dass jeder Charakter sympathisch ist, aber eins sind sie mit Sicherheit alle. Echt! So authentisch, so mitten aus dem Leben. Es ist, als würde man ein schnelles Jahr seltsamen Urlaub in diesem Dorf machen. Denn wie sagt man so schön? Kehr erst vor deiner eigenen Haustür, bevor du es bei den Nachbarn tust. In diesem Buch ist es das Gleiche. Wir lesen aus mehreren Sichten und betrachten die Menschen ganz subjektiv aus der Wahrnehmung desjenigen, der gerade spricht. Dann hüpfen wir zum nächsten Kapitel und finden uns in dem Charakter wieder, der gerade erst von außen beurteilt wurde. Und was passiert? Ich als Leser habe in jedem neuen Kapitel eine wichtige Erfahrung gemacht:
Es gibt für alles einen Grund. Beurteile nie nach dem Augenscheinlichen!

Jedes Mal wieder habe ich mich ein bisschen selbst ermahnt, die Dinge nicht gleich in eine Schublade zu stecken, wie sie von außen her wirken. Man lässt sich doch so sehr von, wie wir es nennen, Klatsch und Tratsch beeinflussen. Aber guckt man dann hinter die Fassade... wow! Die Emotionen warfen mich schier um. Man spürt die Verzweiflung, die Sorgen und die Ängste mit voller Intensität. Aber auch ein kleiner Glücksmoment wirkt dann so groß und stark, als ob die Sonne aufgehen würde.

Anfangs war es für mich schwer rein zu kommen und diese ganzen Handlungsstränge zu verstehen. Es hat mich, ehrlich gesagt, auch etwas Überwindung gekostet, mich auf so "viel" einzulassen. Aber dann, ich glaube es fing mit Alyce und ihrem Dad auf dem Fischerausflug an, begann die Story mich zu fesseln. Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Ich wollte unbedingt herausfinden, wie die Personen zueinander stehen.

Die Schreibweise ist angenehm und leicht. Daher war es auch einfach das Setting auf sich wirken zu lassen. Die tollen Beschreibungen haben mich nach Alaska versetzt und ich fühlte mich, wie auf einem Kurztrip quer durch Fairbanks und Umgebung. 

Zum Schluss blieb ich sprachlos und vor allem sehr nachdenklich zurück. Kein Mensch ist mürrisch oder griesgrämig, ängstlich oder laut und aufgedreht, ohne Grund. Und vielleicht sollte man manchmal zweimal hinschauen,  bevor man seine Schlüsse zieht. Ich bin beeindruckt, in welcher Form die Teile von "Der Geruch von Häusern anderer Leute" zusammengefügt werden. Das ist keine leichte, dafür aber sehr tiefgründige Lektüre. Und sie hat mich sehr berührt. 

Veröffentlicht am 05.11.2017

Eine magische Geschichte, die vier Einzelschicksale ineinander verwebt und komplett begeistert

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Klappentext
„Alyce weiß nicht, wie sie Fischen und Tanzen in Einklang bringen soll. Ruth hat ein Geheimnis, das sie nicht mehr lange verbergen kann. Dora will ihren Vater nie wieder sehen und wird von ...

Klappentext
„Alyce weiß nicht, wie sie Fischen und Tanzen in Einklang bringen soll. Ruth hat ein Geheimnis, das sie nicht mehr lange verbergen kann. Dora will ihren Vater nie wieder sehen und wird von Dumplings Familie aufgenommen. Hank und seine Brüder hauen von zu Hause ab, doch einer von ihnen gerät dabei in große Gefahr. Und trifft auf Alyce …
Hier, unweit des nördlichen Polarkreises, wo der Alltag manchmal unerbittlich ist, kreuzen sich ihre Lebenswege immer wieder. Sie kommen einander näher, versuchen einander zu retten. Und wenn man es am wenigsten erwartet, gelingt es.“

Gestaltung
Besonders mag ich an der Gestaltung die Blumen, Kirschen und Ranken, die das Cover und das Gesicht des Mädchens umrahmen, denn mir gefällt vor allem die Farbkombination dieser kleinen Coverelemente. Diese Farben bilden auch einen schönen Kontrast zum schwarz-weiß Foto des Mädchengesichtes. Auch unter dem Schutzumschlag weiß das Buch optisch zu überzeugen: die Ranken und Blumen sind auf einem schlichten hellblau abgedruckt und mitten auf dem Buch ist ein schöner Spruch aus der Geschichte abgedruckt.

Meine Meinung
Als ich den Klappentext von „Der Geruch von Häusern anderer Leute“ las, war meine Neugier sofort geweckt. Ich wollte wissen wie und ob die Geschichten der vier Figuren aufeinander treffen und miteinander verbunden werden würden. Sofort musste ich an Filme wie „Tatsächlich…Liebe“ oder „Happy New Year“ denken, die ich gerne mochte. Und nun, nachdem ich dieses Buch gelesen habe, weiß ich gar nicht, wie ich all meine Gedanken und Gefühle in Worte fassen soll, denn dieses Buch war einfach so unglaublich gut. Es hat all meine Erwartungen übertroffen und die Filme locker in den Schatten gestellt.

Bonnie-Sue Hitchcock hat mich mit ihrem Debütroman eiskalt erwischt, denn er hat bei mir eingeschlagen wie eine Bombe. Niemals hätte ich gedacht, dass die Geschichte so gefühlvoll und emotional sein würde! Besonders die tiefgründigen Gedanken der Figuren haben es mir angetan, denn in ihnen steckte so viel Wahrheit über das Leben und zwischenmenschliche Beziehungen. Der sehr ergreifende Schreibstil der Autorin hat sein Übriges dazu beigetragen, dass mich die Worte dieses Buches mitten ins Herz getroffen haben. Passend zum Titel des Buches schafft der Schreibstil der Autorin es aufgrund seiner starken, sehr visuell angehauchten Beschreibungen, dass ich bestimmte Gerüche beinahe selber in der Nase hatte. (wobei die Gerüche nur eine Metapher für die unterschiedlichen Familien sind, also keine Sorge, es geht nicht dauerhaft um Gerüche!) Ich war so in den Gefühlen und Geschichten der Figuren versunken, dass ich dieses Buch innerhalb eines Tages inhaliert habe.

Die Geschichte spielt in den 1970er Jahren in Alaska. Zu dieser Zeit ist es nicht einfach ein Jugendlicher zu sein. Schon gar nicht in einem Land, das für die Zukunft junger Menschen nicht viel bereitzuhalten scheint. Durch den Prolog erfuhr ich einige Hintergrundinformationen über dieses Land, was mich wirklich überrascht hat, denn ich hatte nicht damit gerechnet, Einblicke in Alaskas Geschichte zu erhalten. Dieser geschichtliche Einblick wird im Buch sehr kurz gehalten, aber man lernt dabei so viel und er lässt die Geschichte so viel realer werden, dass ich total begeistert bin!

Erzählt wird die Geschichte abwechselnd von vier Ich-Erzählern: Ruth, Alyce, Dora und Hank. Diese vier Jugendlichen haben so unterschiedliche Geschichten und Hintergründe, die alle sehr individuell und berührend sind, dass ich nicht umhinkam mit jeder einzelnen Figur mitzufühlen. Zunächst beginnt die Geschichte als ein augenscheinliches Aneinanderreihen der vier Einzelschicksale. Dies war zu Beginn etwas ungewohnt, aber mir gelang es gut, die Figuren auseinander zu halten (obwohl ja alle die Ich-Perspektive nutzen), da die Protagonisten sehr unterschiedlich waren und meist sofort in den ersten Zeilen eines neuen Kapitels klar wurde, um wen es sich handelte.

Diese vier Geschichten werden dann zu einer Einzigen verwoben, wie in den eingangs von mir erwähnten Filmen. Ich muss sagen, dass diese Verbindung der verschiedenen Figuren für mich auf einmal so unerwartet kam, dass ich einfach nur begeistert davon bin. Gerade als ich mich zu fragen begann, wann die Geschichten zusammenlaufen würden, geschah dies! Die Autorin verknüpft und vermischt die einzelnen Handlungsstränge dabei auf so magische Weise, dass ich von der Geschichte einfach nur noch mehr in ihren Bann gezogen worden bin. Somit waren die verschiedenen Handlungsstränge keineswegs verwirrend, wie es sonst oftmals bei Büchern mit mehreren Erzählern ist. Vielmehr machen sie die Besonderheit dieses Werkes aus und gerade das stetige Miteinanderverweben der Figuren ließ langsam einen roten Faden entstehen, an dem ich mich immer orientieren konnte.

Besonders berührend fand ich auch die tragischen Schicksale der Figuren. Bonnie-Sue Hitchcock hat hier Themen aus dem Leben aufgegriffen, die die Figuren sehr real und authentisch wirken ließen. Für mich waren dabei alle vier Charaktere interessant und tiefgründig. In diesem Buch begegnen einem eine Teenager-Schwangerschaft ebenso wie Missbrauch in der Familie, das Zerrissen sein zwischen dem eigenen Traum und der Erfüllung der Wünsche der Eltern oder der Flucht vom eigenen zu Hause. Ich fand es so schön, wie die vier Teenager tiefe Beziehungen aufgebaut und auch ihre eigene Identität gefunden haben. Mehr möchte ich auch schon gar nicht zum Inhalt oder den Figuren verraten, denn das sollte jeder Leser selber entdecken.

Fazit
Ein Meisterwerk, dass den Leser mitten ins Herz trifft! Mehr muss zu „Der Geruch von Häusern anderer Leute“ nicht gesagt werden, denn dieses Werk spricht mit seiner Emotionalität und seinen grandiosen Erzählstimmen für sich! Jeder sollte es lesen, sich von seiner Magie fesseln lassen und sich dem Zauber der Worte hingeben. Die vier verschiedenen Erzähler sind überhaupt nicht verwirrend und es ist einfach nur unglaublich zu erleben, wie so unterschiedliche Geschichten zu einer Einzigen verwoben werden. „Der Geruch von Häusern anderer Leute“ ist tiefgründig, emotional und regt durch die Einzelschicksale und die Informationen zum Handlungsort Alaska zum Nachdenken an. Der visuelle Schreibstil der Autorin trägt dazu bei, dass dieses Buch zu einem ganz besonderen Leseerlebnis wird. Bei mir hat dieses Buch eingeschlagen wie eine Bombe und ich bin restlos begeistert!
5 von 5 Sternen!

Reihen-Infos
Einzelband

Veröffentlicht am 06.10.2017

Erinnerungen die bleiben

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Ihr seid auf der Suche nach einem Buch das auch nach dem Lesen immer wieder ein Thema sein wird? Dann ist das Jugendbuch "Der Geruch von Häusern anderer Leute" von Bonnie-Sue Hitchcock genau richtig.

Ich ...

Ihr seid auf der Suche nach einem Buch das auch nach dem Lesen immer wieder ein Thema sein wird? Dann ist das Jugendbuch "Der Geruch von Häusern anderer Leute" von Bonnie-Sue Hitchcock genau richtig.

Ich durfte dieses Buch im Rahmen einer Wanderbuchaktion verschlingen

Der Leser erfahrt in dem Jugendbuch von den vier Hauptcharakteren, denen allesamt ein Schicksal geschieht. Ruth die schwanger wird und das Geheimnis einfach nicht mehr verstecken kann und Dora die auszieht und bei Dumpling unterkommt. Das sind nur zwei der herzergreifenden Geschichten.

Ich finde, dass dieses Buch auch für einen älteren Jahrgang geeignet ist, da viele Themen zum nachdenken anregen. Auch die Gefühle werden hierbei gut hinübergebracht, sodass ich bei der ein oder anderen Stelle eine Träne vergießen musste, vor allem an Ende, dass einfach herzergreifend war.

Als abschließendes Fazit finde ich dass dieses Buch einfach brutal realistisch geschrieben ist und auch in einer angenehmen einfachen Sprache verfasst wurde. Man versteht sehr schnell um was es geht und auch wenn man zwei Tage mal nicht gelesen hat findet man sich sofort wieder zurecht und weiß ganz schnell um was es geht.

Ich würde dieses Buch gerne wieder lesen und mir auf jedenfall selber in mein viel zu volles Bücherregal stellen, da dies einfach die Zeit wert ist die man mit lesen und nachdenken verbringt.