Ein ehrliches, kraftvolles Buch über Selbstsabotage und persönliches Wachstum
„The Mountain is You“ von Brianna Wiest zählt für mich zu den eindrucksvollsten Selbsthilfebüchern, die ich je gelesen habe – und ich kann es wirklich jedem ans Herz legen. Die Autorin schafft es, auf ...
„The Mountain is You“ von Brianna Wiest zählt für mich zu den eindrucksvollsten Selbsthilfebüchern, die ich je gelesen habe – und ich kann es wirklich jedem ans Herz legen. Die Autorin schafft es, auf ehrliche, authentische und zugleich fundierte Weise, tiefgreifende Lebensweisheiten zu vermitteln. Seite für Seite fühlt man sich ermutigt, über sich selbst hinauszuwachsen – den metaphorischen Berg zu erklimmen, der oft nur aus den eigenen inneren Blockaden besteht.
Lange habe ich das Buch nicht angefangen – es sah zwar schön im Regal aus, aber ich wusste, dass es mich mit unbequemen Wahrheiten konfrontieren würde. Denn Wiest benennt glasklar, wie Selbstsabotage beginnt und in welchen Mustern wir uns selbst im Weg stehen. Die ersten 50 Seiten fielen mir zunächst etwas schwer, da ich mich erst wieder in den sachlichen Stil einfinden musste. Aber Seite für Seite lernt man immer mehr über sich selbst.
Der Schreibstil ist angenehm und zugänglich – fast so, als würde die Autorin zu einem vertrauten Freund sprechen. Gleichzeitig ist die Struktur klar und durchdacht, und die Inhalte basieren auf einem tiefen psychologischen Verständnis. Es gibt so viele Aha-Momente, dass man das Buch am liebsten mit einem Marker in der Hand lesen möchte.
Im Laufe der Zeit freut man sich regelrecht auf jedes neue Kapitel, weil man weiß: Es wird wieder ein Stück Klarheit bringen. Oft werden Themen angesprochen, die einem erst beim Lesen bewusstwerden – und genau darin liegt die große Stärke dieses Buches. Noch bevor man an die Umsetzung geht, öffnen sich bereits die Augen für tiefsitzende, unbewusste Muster, die bislang unerkannt geblieben sind.
Das zentrale Thema des Buches ist die Selbstsabotage zu überwinden – jenes paradoxe Verhalten, mit dem wir uns selbst im Weg stehen, obwohl wir uns Veränderung und Glück wünschen. Wiest beschreibt, wie diese Muster entstehen, warum sie oft aus unbewussten Schutzmechanismen stammen und wie man sie nachhaltig auflösen kann. Dabei nennt sie auch oft Beispiele, mit denen ich mich identifizieren konnte und erklärt, diesen Beispielen von Selbstsabotage auch im Anschluss direkt.
Das Buch ist klar strukturiert und gliedert sich in mehrere thematischen Kapitel: Beginnend mit der Definition und Entstehung von Selbstsabotage, führt Wiest über die Entwicklung emotionaler Intelligenz hin zu konkreten Strategien der Selbstheilung und Neuorientierung. Dabei vermittelt sie nicht nur psychologisches Wissen, sondern auch praktische Impulse zur Selbstreflexion.
Besonders stark ist das Buch in seiner Mischung aus Klarheit und Empathie. Wiest schreibt direkt, aber stets wertschätzend – und schafft es, komplexe innere Prozesse verständlich zu machen. Man lernt unglaublich viel über das Gehirn und die Einstellung des Menschen. Im Laufe der Kapitel geht es darum, innere Blockaden zu erkennen, sich von alten Denk- und Verhaltensmustern zu lösen und den eigenen „Berg“ zu überwinden – also die Hürden, die man sich selbst aufgebaut hat.
Im letzten Teil des Buches richtet sich der Blick in die Zukunft: Wie kann man ein Leben gestalten, das nicht von Angst, sondern von innerer Klarheit und bewussten Entscheidungen geprägt ist? Wie erschafft man ein neues Selbstbild, das auf Selbstvertrauen und Eigenverantwortung basiert?
Besonders eindrucksvoll war für mich das Kapitel über das Loslassen. Brianna Wiest zeigt auf, dass Loslassen nicht bedeutet, krampfhaft zu vergessen oder sich zum „Nicht-mehr-Denken“ zu zwingen. Es geschieht vielmehr in dem Moment, in dem man einen ersten Schritt in ein neues Leben wagt. Diese Erkenntnis hat sich tief bei mir eingeprägt – weil sie nicht nur logisch, sondern auch unglaublich befreiend ist.
Das Buch vermittelt Hoffnung und macht Mut. Nach dem Lesen fühlte ich mich bestärkt und zuversichtlich, dass es wirklich möglich ist, persönliche Träume und Ziele zu verwirklichen. Dabei wird klar: Niemand außer einem selbst kann diesen Weg gehen. Der Schlüssel zur Veränderung liegt nicht im Außen, sondern in der Entscheidung, Verantwortung für das eigene Leben zu übernehmen.
The Mountain is You steckt voller augenöffnender Zeilen, die zum Nachdenken anregen und oft noch lange nachwirken. Ich weiß schon jetzt, dass ich viele Passagen immer wieder nachlesen werde – weil die Themen Tiefe haben und man sich ihnen mit der Zeit auf neue Weise nähern kann.
Auch wenn man nicht am nächsten Tag als völlig neuer Mensch aufwacht oder sofort alles umsetzt, verändert das Buch auf eine subtile, aber nachhaltige Weise das eigene Denken. Es schafft Bewusstsein für Entwicklung, Selbstverantwortung und innere Klarheit – und das ist der erste Schritt zu echter Veränderung.