Eher ein dystopisches Drama als ein Thriller.
In DEATH TV geht es um eine Reality Show in einer dystopischen Zukunft, in der sich ausgewählte Kandidaten, die sich zuvor einigen psychologischen Tests unterziehen mussten, live vor laufender Kamera umbringen ...
In DEATH TV geht es um eine Reality Show in einer dystopischen Zukunft, in der sich ausgewählte Kandidaten, die sich zuvor einigen psychologischen Tests unterziehen mussten, live vor laufender Kamera umbringen lassen. Dafür erhalten die Hinterbliebenen Millionenbeträge, abhängig anhand der Einschaltquoten, die in aller Regel astronomisch sind.
Unsere Hauptprotagonistin Frankie Percival, berufliche Mentalistin und Illusionistin, bewirbt sich nach reiflicher Überlegung bei DEATH TV, da eine andere Möglichkeit, schnell an viel Geld zu kommen, nicht gegeben ist. Sie sieht darin die Lösung eines großen Problems und genau das ist auch der Knackpunkt, warum mir dieses Buch nur mäßig gut gefallen hat.
Nie im Leben würde ein junger, gesunder Mensch eine Entscheidung solcher Tragweite treffen. Der Autor konnte mir das Konzept der Sendung an keiner Stelle schlüssig und glaubhaft erklären, dass es wirklich Menschen gibt, die sich freiwillig töten lassen, nur um anderen einen finanziellen Geldsegen zu ermöglichen. Nein, sorry, aber soweit geht niemand, egal wie sehr man jemanden liebt.
Bis auf die letzten 70 Seiten war das Buch auch eigentlich nicht sonderlich spannend. Interessant ja, jedoch m. E. kein Thriller, trotz des Prologs. Ich würde DEATH TV eher als dystopisches Drama einordnen. So richtig warm bin ich mit Frankie als Charakter leider auch nicht geworden.
Der Schreibstil war gut, die Kapitel kurz, die Idee kreativ, aber mit einem m. E. großen Logikfehler. Trotz allem ist DEATH TV kein schlechtes Buch. Es hat mich an sich ganz gut unterhalten, jedoch keine Begeisterung oder etwas Besonderes in mir ausgelöst. Das Theater-, Bühnen- und TV-Setting war in jedem Fall ein toller Schauplatz für den Roman.