Cover-Bild Marlene und die Suche nach Liebe

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12,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Aufbau TB
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 544
  • Ersterscheinung: 15.02.2019
  • ISBN: 9783746635064
C. W. Gortner

Marlene und die Suche nach Liebe

Roman
Christine Strüh (Übersetzer)

Von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt.

Wie im Rausch erkundet die junge Marlene die wilden Nächte Berlins. Sie liebt, wen immer sie begehrt, und wird mit „Der blaue Engel“ zum Star. Bald feiert man sie in Hollywood als glamouröse Diva. Ihr Streben nach Selbstbestimmung lässt Marlene jedoch immer wieder anecken, und auch in der Liebe bleibt sie auf der Suche – bis sie dem Schauspieler Jean Gabin begegnet. Doch dann zieht Marlene mit den amerikanischen Truppen an die Front – und die Rückkehr in das zerstörte Deutschland wird zu ihrem persönlichen Drama.

Eine große Geschichte über Leidenschaft und Kunst, eine Welt im Wandel – und die Liebe

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 21.04.2019

"Tu es, und du wirst Erfolg haben."

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„Kinder, Küche, Kirche – das schien der alleinige Ehrgeiz, der deutschen Mädchen eingeimpft wurde wie zuvor ihren Müttern und Großmüttern.“

Doch eine ganz besondere Frau ließ sich nie in dieses Schema ...

„Kinder, Küche, Kirche – das schien der alleinige Ehrgeiz, der deutschen Mädchen eingeimpft wurde wie zuvor ihren Müttern und Großmüttern.“

Doch eine ganz besondere Frau ließ sich nie in dieses Schema drängen, C. W. Gortner erzählt in „Marlene und die Suche nach Liebe“ einen Teil der Geschichte der weltbekannten deutschen Filmgröße Marlene Dietrich, voll Kampfgeist, Sex und großer Namen.


Die Reise beginnt in Marlenes Jugend, denn bereits früh steht fest, dieses Mädchen ist nicht wie alle anderen. Nachdem Marlene erkennt, dass sie zu mehr berufen ist, als zu heiraten und ein bürgerliches Leben zu führen, beginnt ihre Reise durch das schillernde Berlin. Singend, tanzend, spielend, liebend. Bis hin zu ihrem großen Durchbruch, ihrer Umsiedlung nach Hollywood und schließlich dem Mann, der sie veranlasst sich der Wahrheit über ihre mittlerweile nationalsozialistische Heimat zu stellen. Sofort steht fest, auch vor Stars macht ein Krieg nicht Halt und so beginnt schlussendlich Marlene Dietrichs selbstlosester Kampf. Der Dienst an der Front.


Gortner gelingt es mit seiner leichten und dennoch wortgewandten Schreibweise den Leser in eine Welt mitzunehmen, die abseits des Normalen liegt. Speziell der Wandel von der Prüderie, in der die Dietrich aufgewachsen ist hin zu dieser selbstbestimmten, starken Frau hat mich beeindruckt. Die frühe Filmwelt war mir schon zuvor nicht unbekannt, daher war es spannend, wie viele bekannte Namen ihren Auftritt bekommen haben. Insgesamt ist der Einblick in Marlenes Karriere sehr gelungen, wobei ich hier keine genaue Kenntnis habe, ob die Fakten dem tatsächlich entsprechen. Mir persönlich war das jedoch zweitrangig, Gortner liefert einen guten Überblick, gerade da es sich hier um einen Roman handelt und eben keine simple Biografie. Auch ein witziger Part war für mich Marlenes hemmungsloses Liebesleben, indem sie praktisch keine Grenzen zu kennen scheint. Sie ist eine Verführerin durch und durch und nimmt sich was und wen sie will.

Ein Kritikpunkt ist für mich lediglich die Erzählperspektive. So wird hier von einem Ich-Erzähler berichtet, also praktisch aus Marlenes Sicht, allerdings mangelt es dabei doch an einigem. Es geht im gesamten Buch eher um einen schnellen Abriss von Fakten und Beziehungen, wodurch alles doch eher oberflächlich und unpersönlich beschrieben wird. Speziell die Weiblichkeit fehlt mir hier sehr. Obwohl ich zu Beginn nicht wusste, dass C. W. für einen männlichen Autor steht, war es mir bereits nach wenigen Seiten klar, da sich der Ausdruck nicht wirklich organisch anfühlte. Eine weiche, gefühlbetonte, reflektierende Seite gibt es praktisch nicht, daher wirkt der gesamte Roman eher kühl und kalkuliert, die Erzählperspektive unglaubwürdig und flach. Für eine Aufbesserung der Allgemeinbildung kann das Buch also dienen, aber eine emotionale Assoziation kommt kaum auf.


Nach einem schwierigen Einstieg durch eine nicht sonderlich erfreuliche Kindheit, habe ich Marlenes Reise schlussendlich genossen. Diese Frau ist zutiefst beeindruckend und faszinierend, gerade im letzten Abschnitt, in dem es primär um ihren Einsatz im Zweiten Weltkrieg geht konnte ich das Buch kaum weglegen.

Da dies mein erstes Buch der Reihe war, hat es meine Neugier auf die anderen Teile sofort geweckt. Und nach Marlenes Begegnung mit der zauberhaften Coco Chanel geht meine Reise nun in Paris weiter.

Veröffentlicht am 19.04.2019

Kühle Leidenschaft

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Diesen scheinbaren Widerspruch hat Marlene Dietrich gelebt, jedenfalls dem biographischen Roman C.W. Gortners zufolge. Der Autor lässt uns die Schauspielerin mit der besonderen Ausstrahlung auch als starke ...

Diesen scheinbaren Widerspruch hat Marlene Dietrich gelebt, jedenfalls dem biographischen Roman C.W. Gortners zufolge. Der Autor lässt uns die Schauspielerin mit der besonderen Ausstrahlung auch als starke Frau erleben, als eine, die sich niemals die Butter vom Brot nehmen ließ, auch wenn es hart auf hart kam.

Und das kam nicht selten vor in ihrem Leben: durch den frühen Tod ihres Vaters in einfachen Verhältnissen aufgewachsen, kam sie in den "Roaring Twenties" durch ein eher halbseidenes Milieu zum Film, wo sie schnell den Durchbruch schaffte.

Man könnte sagen, sie war zur richtigen Zeit am richtigen Ort, denn sie war Berlinerin, und das bedeutete in den 1920ern, am Puls der Zeit zu leben. Jedenfalls, was die Kultur anging.

Wir lernen "die Dietrich" als Frau lernen, die sowohl Frauen als auch Männer liebte und mit ihrem Ehemann und Vater ihrer Tochter verheiratet blieb, obwohl seit Jahrzehnten getrennt lebend. Als eine tapfere Frau, die den Nazis schon früh die Stirn bot, auch wenn das nur in Teilen ihrer eigenen Familie gut ankam. Als schwierige Frau, die ihrer Zeit weit voraus war und als Frau mit einem riesengroßen Herzen. Kühl wirkte sie, doch ihre Leidenschaft blieb dennoch nicht im Verborgenen.

Ein wirklich spannender und unterhaltsamer biographischer Roman, den ich mit großem Genuss gelesen habe und gerne weiter empfehle.

Veröffentlicht am 12.04.2019

Eine mögliche Variante von Marlene Dietrichs schillerndem Leben

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Wer eine realitätsnahe Biografie über Marlene Dietrich sucht, sollte wohl nicht zu diesem Buch greifen. Denn dieses voluminöse Buch ist viel eher ein Roman über eine junge Frau am Anfang des letzten Jahrhunderts, ...

Wer eine realitätsnahe Biografie über Marlene Dietrich sucht, sollte wohl nicht zu diesem Buch greifen. Denn dieses voluminöse Buch ist viel eher ein Roman über eine junge Frau am Anfang des letzten Jahrhunderts, die aus allen Zwängen und Regeln (und davon gab es in den 20er Jahren in Berlin doch erstaunlich wenig - so eine freizügige Zeit wie damals gab es danach wohl erst wieder Ende der 60er) ausbrechen und unbedingt berühmt werden will - koste es, was es wolle. Und es kostet einiges.
Zuerst versucht Marlene ihr Glück - gezwungen von der strengen Mutter - als Geigerin. Sie ist darin nicht schlecht, aber hat nicht das Potential einmal 1. Geigerin eines berühmten Orchesters zu werden. So verlegt sie sich auf Revueauftritte, steht vereinzelt auch Model für Fotoaufnahmen, nimmt Schauspielunterricht und gelangt über die Theaterbühne schließlich zum Film.

Ich habe noch keinen einzigen Film mit Marlene Dietrich gesehen (wäre jetzt aber sehr interessiert daran, auch aus filmhistorischer Sicht), und wusste auch kaum etwas von ihr als Person. Ich wählte dieses Buch vor allem, um mehr über die ersten Jahrzehnte des vergangenen Jahrhunderts zu erfahren, um Einblicke in die Anfänge der Filmindustrie zu erhalten und schließlich auch um mehr über diese geheimnisvolle Dietrich zu erfahren. Alle meine Ansprüche wurden vollends erfüllt! Nur Fotos haben mir gefehlt, denn ich habe gern ein Bild vor Augen wenn im Buch ein bekannter Name auftaucht oder von einem Filmdreh geschrieben wird. So war ich ständig am googeln, und stieß dadurch leider auch immer wieder auf Fehler in diesem biografischen Roman. Anna May Wong war z.B. erst ab Herbst 1928 in Berlin - im Buch ist es allerdings Ende 1925 oder maximal 1926. Von Gary Cooper, mit dem sie 1930 eine Affäre hat, wird mehrmals behauptet er sei verheiratet. Ist er aber erst seit 1933 (und lernt seine Frau auch erst in dem Jahr kennen, es kann also noch nicht mal seine Verlobte gewesen sein). Als Dietrich ihn 1935 wiedertrifft ist er wohl gerade dabei sich von seiner Gattin scheiden zu lassen - das tut er aber bis zu seinem Tode nicht. Und auch Cary Grant lebte erst ab 1934 (nach seiner 1. Ehe) mit Randalph Scott in der Villa in Malibu. Im Buch schreiben wir aber das Jahr 1933.

Und dass sind nur die Dinge, die mir ohne großen Rechercheaufwand aufgefallen sind. Es lässt mich aber glauben, dass es der Autor hier mit der Wahrheit nicht immer so genau nahm, und lieber eine gute Geschichte erzählen wollte nach dem Motto 'So könnte es gewesen sein'. Denn all die Gespräche und Vorkommnisse, die sich in Marlenes eigenen vier Wänden (oder Garderoben oder sonstwo außerhalb der Öffentlichkeit) abspielten - und davon handelt das Buch zum überwiegenden Teil - sind wohl größtenteils der Phantasie des Autors entsprungen und nicht überliefert oder belegt. Das sollte man beim Lesen im Hinterkopf behalten! Vielleicht ist es so gewesen, vielleicht aber auch nicht. Der Autor schreibt dazu selbst im Nachwort: "Die zentralen Ereignisse dieses Romans sind wirklich passiert, wenngleich sie durch erfundene Dialoge und Eindrücke der Protagonisten neu interpretiert wurden." D.h. die Filmdrehs, Umzug nach Hollywood und Auftritte an der Front haben ja nachweislich stattgefunden, der Rest ist a 'good guess'. Doch immerhin liest sich das Buch sehr unterhaltsam, es wird nie langweilig und einiges davon wird wohl auch stimmen.

Dem deutschen Titel (im englischen Original wurde es unter dem simplen "Marlene" veröffentlicht) wird der Roman absolut gerecht. Das Thema Liebe wird sehr groß geschrieben, und der Autor ist in seinen Schilderungen genauso wenig prüde wie Marlene Dietrich selbst mit ihrem Körper oder ihrer Lust. Sie hat nichts anbrennen lassen, und landet mit fast jedem Namen, der im Buch erwähnt wird - egal ob männlich oder weiblich - ziemlich rasch in der Kiste.

Es gibt in dieser Reihe des Aufbau-Verlags zahlreiche andere Bücher zu weiteren Frauen der Kunstszene des 20. Jahrhunderts. Aber nur dieses Buch hat mich wirklich gereizt, zu lesen, denn hier interessierte mich sowohl die geschichtliche Zeit, das Gewerbe und die Person an sich. (Einzig Coco Chanel würde ich auch spannend finden.)

Ich habe in einem Filmseminar im Studium mal beiläufig gehört, dass einzig Josef von Sternberg Marlene Dietrich "zum Star machte", mit der Art wie er sie filmen und fotografieren ließ. Da wir das Thema aber nicht vertieft hatten, wusste ich damit nicht viel anzufangen. Wie kann man jemanden dazu machen? Entweder ein Schauspieler hat Talent, und das Glück die richtigen Rollen zu erwischen, oder eben nicht. Nach diesem Roman verstehe ich viel besser was gemeint ist, und auch wie von Sternbergs mit der richtigen Beleuchtung das Aussehen von Marlene so positiv beeinflussen konnte.
Was ich mich dabei aber fragte: wieso hat man nicht gleich eine perfekte Schönheit genommen? Die Romanfigur Marlene klagt ständig darüber, dass sie zu dick ist, vom Regisseur eine Diät auferlegt bekommt mit der sie sich immer wieder quälen muss, dass ihr Gesicht und ihre Nase zu dick sind und nur bei der richtigen Beleuchtung mit dem Schmetterlingsschatten unter ihrer Nase gut aussieht. Auch ihre Auftritte in den Filmen vor dem "Blauen Engel" waren "grauenvoll", wie von Sternberg ihr sagt. Wieso also die ganze Mühe wenn es sicher Dutzende andere Schauspielerinnen gab, die von vornherein perfekt waren?
Anscheinend hatte sie das gewisse Etwas, eine Attitude (Gleichgültigkeit gepaart mit Arroganz und auch einem nicht unerheblichen Anteil an Rotznäsigkeit und Chupze), die ihr eine geheimnisvolle Aura verlieh und die Marlene Dietrich bis heute zu einer unvergessenen Ikone der Film- und auch Modewelt machen.

Veröffentlicht am 11.04.2019

Marlene und die Suche nach Liebe

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Handlung:
In jungen Jahren erkennt Marlene bereits eine rebellische und aufreizende Art an sich, die von einigen Mitmenschen, u.a. ihrer Mutter nicht akzeptiert wird. Doch schnell erkennt sie, wie sie ...

Handlung:
In jungen Jahren erkennt Marlene bereits eine rebellische und aufreizende Art an sich, die von einigen Mitmenschen, u.a. ihrer Mutter nicht akzeptiert wird. Doch schnell erkennt sie, wie sie diese Eigenschaften zu ihrem Nutzen einsetzen kann. Marlene zieht es in die Hauptstadt Deutschlands, wo sie allerhand Liebschaften hat, einige Partys feiert, aber auch ihre ersten Karriereschritte begeht. Nach dem Film „Der blaue Engel“ ist Marlene auf ihrem bisherigen Karrierehöhepunkt angekommen und sie nimmt ein Filmangebot aus Hollywood an. Während sie beruflich immer wieder große Erfolge sammelt, läuft es für Marlene in der Liebe nicht so rund. Sie verliebt sich zwar öfter, aber nur selten entsteht etwas langfristiges....

Meinung:
Ein sehr schönes Cover lädt dazu ein, den Roman in die Hand zu nehmen und genauer zu betrachten. Es ist leicht verschwommen und nostalgisch dargestellt, sodass man als Betrachter schnell die Illusion erhalten kann, dass die Person auf vor dem Brandenburger Tor tatsächlich Marlene Dietrich ist, die sich stark von dem Gesamtbild abhebt.Durch ihre dunkle Hose wird sie zum Blickfang und überstrahlt den Hintergrund. Die gewählten Farben harmonieren bestens miteinander, sie bilden eine Einheit und lassen das Buch für mich auf den ersten Blick interessant wirken.

Eingeteilt wurde der Roman in sieben Szenen, die dann jeweils noch in mehrer Kapitel unterteilt wurden. Anschließend gibt es noch ein Nachwort, in dem der Autor auf die Entstehung des Werkes hinweist, aber auch weitere Informationen zum Leben der Marlene Dietrich gibt. Dort erfährt man noch einige Fakten zu ihrem Leben nach 1964. Zum Schluss gibt es noch eine Biographie, wo einige Werke aufgelistet sind, mit denen sich Christopher W. Gortner während seiner Recherche befasst hat.

Die Handlung des Romans beginnt 1914 und erstreckt sich mit kleinen Zeitsprüngen bis ins Jahr 1946. Man lernt Marlene als Schulmädchen kennen, begleitet sie während ihrer Jugend und kann ihre Entwicklung zu einer selbstbewussten Frau direkt mitverfolgen. Am Anfang einer jeden neuen Szene wird angegeben, in welchen Jahren die folgende Handlung stattfindet, ab und an gibt es auch in den Kapiteln einen Vermerk auf die Jahreszahl.

Sehr überraschend war für mich die Erzählperspektive. Es wurde ein Ich-Erzähler gewählt, d.h. alle Ereignisse wurden aus Marlenes Sicht geschildert. Es ist einige Zeit her, dass ich ein Buch mit Ich-Erzähler gelesen habe und es hat mir mal wieder richtig gut gefallen. Marlene war für mich zu weiten Teilen eine recht angenehme Protagonistin, die das Herz definitiv auf dem rechten Fleck hat.
Weiterhin fand ich ihre Wahrnehmung zu verschiedenen Ereignissen und in ihre Gedankenwelt spannend.

Die Schreibweise hat mir zu weiten Teilen gefallen, war aber nicht perfekt. Sie war zwar einfach und gut verständlich, sodass ich den Roman meistens richtig gerne gelesen habe. Mich hat es mit der Zeit gestört, dass so gut wie jede von Marlenes sexuellen Beziehungen thematisiert wurde und an diesen Stellen dann auch oft eine vulgäre Sprache genutzt wurde, die für mich absolut nicht zu dem restlichen Schreibstil und dem Roman passt. Es hätte auch anders genannt werden können, dass Marlene Dietrich viele Beziehungen zu Personen unterschiedlichen Geschlechts hatte und es war nicht nötig, diese dann immer genaustens zu beschreiben. Das hat mir den Charme des Buches verleidet und ist mein einziger Kritikpunkt des Romans.

Als Ich-Erzählerin steht natürlich Marlene Dietrich klar im Mittelpunkt des ganzen Geschehens. Man verfolgt ihr Leben über eine lange Periode und hat genügend Zeit, um sich eine Meinung zu bilden und einzuschätzen, ob man mit der Protagonistin sympathisiert. Mir fiel das nicht schwer, ich fand sie schon als kleines Kind reizend und an vielen Stellen ihres Lebens habe ich sie für ihre Entschlossenheit und auch ihren Mut bewundert. Sie erschien mir oft als reizende Frau, die ich nur zu gerne auf der Bühne live gesehen hätte. An einigen Stellen musste ich über einige Entscheidungen den Kopf schütteln, doch gestört hat das nicht. Im Gegenteil, ich fand es richtig gut, dass mir nicht alles an ihr gefallen hat und so wurde Marlene für mich menschlicher und fassbarer.
Äußerst gelungen und interessant war die Einbindung von verschiedenen berühmten Persönlichkeiten der Zeit. Ich war immer wieder überrascht, wenn jemand neues aufgetreten ist und jeder noch so kurze oder lange Auftritt hat dem Roman Lebendigkeit eingehaucht.

Fazit:
Ein eigentlich wirklich gelungener Roman, wenn nicht die Schreibweise wäre, die mich nicht ganz überzeugen konnte, weshalb ich in meiner Bewertung einen Stern abziehe. Ansonsten hat für mich alles gepasst. Angefangen von der Erzählperspektive, hin zu den Charakteren und den Settings, die vielfältig und reizend dargestellt werden. Es wird definitiv ein guter Einblick in Marlene Dietrichs Leben gegeben und ich denke, dem Autor ist es gut gelungen, Marlenes Charakter ziemlich identisch wiederzugeben.

Veröffentlicht am 10.04.2019

Eine Hommage an einen Weltstar

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Im 8. Band der Reihe "Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe" erschienen im Aufbau TB Verlag widmet sich der Autor C. W. Gortner dem Leben und Schaffen der Künstlerin Marlene Dietrich beginnend mit ihrer ...

Im 8. Band der Reihe "Mutige Frauen zwischen Kunst und Liebe" erschienen im Aufbau TB Verlag widmet sich der Autor C. W. Gortner dem Leben und Schaffen der Künstlerin Marlene Dietrich beginnend mit ihrer Kindheit bis zum Ende des 2. Weltkrieges.

In der "Ich Perspektive" erzählt der Autor die mitreißende Geschichte der androgynen Schönheit, deren Markenzeichen ihre langen Beine, ihre tiefe Stimme und ihr Faible für männliche Garderobe (Hosen) war.

Nach einer lieblosen Kindheit, in der sie von ihrer ehrgeizigen Mutter zu einer Karriere als Konzertgeigerin gedrängt wird, geht sie junge Marlene zunächst zur staatlichen Musikhochschule nach Weimar. Einmal den Fängen ihres strengen Elternhauses entkommen, blüht sie auf und setzt sich selbstbewusst über alle geltenden Konventionen hinweg. Sie wendet sich der Schauspielerei zu und hat ein ausschweifendes Liebesleben. Zahlreiche Geliebte beiderlei Geschlechts können ihre stetige Suche nach Anerkennung und Liebe jedoch nicht befriedigen. Sie heiratet, bekommt sogar ein Kind, trennt sich wieder, wird aber nie geschieden, Für ihre Tochter ist sie eigentlich fast nie present, die aufstrebende Karriere geht immer vor. Ihr ganzer Ehrgeiz zielt darauf ab ein Star zu werden, und sie wird tatsächlich ein Weltstar.

Trotzdem scheint rückblickend die Zeit , in der sie für amerikanische Soldaten an der Front gesungen hat die Zeit zu sein, die für sie die Sinnvollste ihres Lebens gewesen ist. Gegen Hitler und die Nazis hat sie immer klar Stellung bezogen.

Gortner beendet seine Hommage an Marlene Dietrich 1946. Die späten Jahre der deutschen Ausnahmekünstlerin sind nicht mehr Teil dieses interessanten Porträts. Ich fand diesen Biographieroman sehr spannend zu lesen, wusste ich doch bis dato nicht allzuviel über "The Dietrich".

Das Buch wurde mir freundlicherweise vom Verlag über Lovelybooks zur Verfügung gestellt und ich empfehle es sehr gerne weiter.