Cover-Bild Q
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16,99
inkl. MwSt
  • Verlag: FISCHER Taschenbuch
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 384
  • Ersterscheinung: 27.10.2021
  • ISBN: 9783596704538
Christina Dalcher

Q

In dieser Welt ist Perfektion alles - Roman
Michaela Grabinger (Übersetzer)

In der Zukunft besitzt jeder Mensch einen Q-Wert. Er misst Intelligenz und Einkommen, und weist jedem seinen Platz in der Gesellschaft zu. Ein gutes System für eine zunehmend heterogene Welt. Das glaubt auch Elena, die an einer Eliteschule lehrt, wo sie täglich das Potential ihrer Schüler testet. Wohin die Kinder verschwinden, deren Q zu niedrig ist – darüber spricht niemand. Als Elenas 9-jährige Tochter durch einen Test fällt, und ihr Wert unter Niveau, lernt die Mutter die Kehrseite der schönen neuen Welt kennen. Was, wenn die Auslese der Besten nur der Anfang eines schrecklichen Plans ist? Was, wenn man ihr das eigene Kind nehmen will?

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.06.2025

Ich bin sprachlos! WOW

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Ich habe Q mit einem mulmigen Gefühl begonnen – und es hat mich nicht mehr losgelassen. Christina Dalcher schafft es erneut, wie schon bei Vox, eine dystopische Welt zu entwerfen, die erschreckend nah ...

Ich habe Q mit einem mulmigen Gefühl begonnen – und es hat mich nicht mehr losgelassen. Christina Dalcher schafft es erneut, wie schon bei Vox, eine dystopische Welt zu entwerfen, die erschreckend nah an der Realität ist. Dieses Mal geht es um ein Bildungssystem, das auf Leistung, Effizienz und einem sogenannten Q-Wert basiert – ein einziger Zahlenwert, der über alles entscheidet: Zukunft, Bildung, Status. Was mich so gefesselt hat, ist, wie subtil und gleichzeitig brutal dieses System ist. Es fängt mit etwas an, das wie eine clevere Idee klingt – wer möchte nicht, dass Schulen besser funktionieren? – und endet in einer gnadenlosen Selektion.

Besonders spannend fand ich die Perspektive der Protagonistin Elena. Ihre Entwicklung ist intensiv und nachvollziehbar. Als Mutter gerät sie zwischen ihre eigenen Überzeugungen und das, was sie für den Schutz ihrer Töchter tun muss. Ich konnte ihre inneren Konflikte sehr gut nachempfinden, besonders weil die Geschichte zeigt, wie leicht man in Strukturen mitläuft, die man eigentlich nie befürworten wollte. Und wie schwer es ist, sich dem zu entziehen, wenn man merkt, dass das System Unschuldige verschlingt.

Der Schreibstil ist klar, mit einem starken Sog, der mich regelrecht durch die Seiten gezogen hat. Gleichzeitig regt er zum Nachdenken an. Ich habe mich oft gefragt, wie weit unsere heutige Gesellschaft eigentlich noch von diesem Szenario entfernt ist. Was wäre, wenn Leistung tatsächlich über alles entscheidet? Was ist ein Mensch wert, wenn er nicht “gut genug” ist?

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Veröffentlicht am 04.01.2022

Wenn der Q-Wert dein Leben bestimmt

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In einer nicht ganz so fernen Zukunft wurde in den Vereinigten Staaten ein System eingeführt, dass jeder Bürgerin und jedem Bürger seinen Platz in der Gesellschaft zuweist, in dem der sogenannte Q-Wert ...

In einer nicht ganz so fernen Zukunft wurde in den Vereinigten Staaten ein System eingeführt, dass jeder Bürgerin und jedem Bürger seinen Platz in der Gesellschaft zuweist, in dem der sogenannte Q-Wert gemessen wird. Dieser Wert setzt sich aus gemessener Intelligenz und Einkommen zusammen und wird regelmäßig durch Tests kontrolliert. Je höher dieser Wert ist, desto besser sind die Chancen auf Bildung und zukünftiges Einkommen.
Fällt der Wert niedriger aus, führt der Weg nach unten, von einer „silbernen“ Eliteschule zu einer „grünen“ Schule und wenn der Testwert noch weiter sinkt, führt der Weg zu einer „gelben Schule“, von denen niemand genau weiß, wo sie sind und was mit den Kindern passiert, die abgeholt werden, um zu einer solchen Schule gebracht zu werden.
Oberflächlich betrachtet ist bei Elena alles in Ordnung, sie selbst unterrichtet an einer Eliteschule, die große Tochter Anne liefert guten Noten, ihr Ehemann Malcolm hat eine wichtige Rolle bei der Einführung des Q-Wertes gespielt. Einzig ihre Tochter Freddie fällt aus der Heile-Welt-Rolle und geht auf eine grüne Schule und leidet unsäglich unter dem Druck der monatlichen Tests.
Dann passiert das, was nicht passieren darf, Freddie fällt unter den Wert, der ihr noch ermöglichen würde, weiter auf der grünen Schule zu bleiben.

Das Buch habe ich verschlungen, es war unglaublich spannend und unsagbar schrecklich zugleich. Wobei nicht das Buch oder der Stil schrecklich waren, sondern die Geschichte. Diese Angst der Eltern, dass die Kinder es im nächsten Monat nicht schaffen, den Test zu bestehen und ein Schulwechsel nötig ist, der auch gleichzeitig sozialen Abstieg bedeutet. Alles ist nur noch auf die schulische Leistung fixiert und darauf, diesen bestimmten Wert zu halten.

Klar, so etwas gibt es auch jetzt schon, aber das in dem Buch beschriebene System geht weit darüber hinaus. Es hat relativ harmlos begonnen und wird dann immer mehr ausgeweitet bzw. greift auf etwas zurück, dass es schon einmal gegeben hat und nicht nur im dritten Reich. Menschen werden als weniger wichtig herabgestuft, als unnütz für die Gesellschaft und es werden ihnen schreckliche Dinge angetan und die breite Masse unterstützt es. Alles schon einmal dagewesen und es wird mit Angst gearbeitet, um die breite Masse zu kontrollieren.

Und genau das ist das Perfide all dieser Systeme. Solange man im Rahmen bleibt, schaut niemand über seinen Tellerrand und ist froh, dass es für ihn oder für sie funktioniert. Sobald man aus dem Rahmen fällt, wird der Blick nach rechts und links gerichtet und meist steht man dann allein da, denn die anderen bleiben im System und werden nichts zur Unterstützung tun. Nur die, die aus dem System gefallen sind, helfen sich untereinander, wenn sie es überhaupt können und sie noch nicht gebrochen wurden.

Dies ist auch in diesem Buch so und es ist ein geschickter Schachzug, dass Christina Dalcher ihre Hauptperson, Elena Fairchild, so ausgewählt hat, dass sie nicht nur eine Mitläuferin des Systems ist, sondern dass sie ganz nah dran ist. Denn zum einen ist ihr Ehemann Malcolm mit für die Einführung dieses Wertesystems verantwortlich und zum anderen ist sie nicht ganz unschuldig daran, dass er so weit gegangen ist. Dies wird im Laufe der Geschichte klar und macht das Ganze noch spannender.



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Veröffentlicht am 29.12.2021

Ein beängstigendes Szenario

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Broschiert: 384 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch (27. Oktober 2021)
ISBN-13: 978-3596704538
Originaltitel: Master Class
Übersetzung: Michaela Grabinger
Preis: 16,99 €
auch als E-Book erhältlich

Ein ...

Broschiert: 384 Seiten
Verlag: FISCHER Taschenbuch (27. Oktober 2021)
ISBN-13: 978-3596704538
Originaltitel: Master Class
Übersetzung: Michaela Grabinger
Preis: 16,99 €
auch als E-Book erhältlich

Ein beängstigendes Szenario

Inhalt:
Elena Fairchild ist Lehrerin an einer Eliteschule. Monat für Monat bereitet sie ihre Schüler auf Tests vor, deren Ergebnis in den Q-Wert einfließen. Dieser wiederum bestimmt die Stellung jedes Einzelnen im Leben und hängt ab von schulischen Leistungen, Stellung der Eltern, Reichtum und anderen Faktoren. Erst als Elenas eigene Tochter bei einem Test versagt und ihren Eltern weggenommen wird, beginnt sie das System zu hinterfragen. Und sie kämpft mit allen Mitteln für ihre Tochter …

Meine Meinung:
Wie schon in „Vox“ hat Christina Dalcher auch in ihrem zweiten Roman ein beängstigendes Szenario entworfen. Als Romanhandlung beschreibt sie reine Fiktion, doch wird immer wieder auf historische Ereignisse angespielt wie zum Beispiel die Eugenik im Dritten Reich.

Erzählt wird aus Elenas Ich-Perspektive. Dadurch ist man natürlich ganz nah in diesem Charakter dran und kann seine Entwicklung hautnah miterleben. Elenas Gedanken und Gefühle sorgen dafür, dass man ihre Handlungsweisen stets nachvollziehen kann und in dieser Hinsicht nichts unklar bleibt.

Ihr Mann Malcolm sowie andere Figuren werden etwas einseitig dargestellt, was mich im großem Zusammenhang aber nicht gestört hat, denn es geht zwar um üble Machenschaften, aber eben hauptsächlich um Elenas Sicht dazu.

Christina Dalcher erzählt sehr fesselnd und spannend. Der Roman hat mich gut unterhalten, aber auch ziemlich erschreckt. Ich war von der ersten Seite an im Bann dieser dystopischen Welt, die sich gar nicht so sehr von der unsrigen unterscheidet und ganz schnell Wirklichkeit werden könnte, wenn wir nicht gegensteuern.

Christina Dalcher hat als Autorin auf jeden Fall jede Menge Potential. Ich bin schon gespannt, was sie uns in ihrem nächsten Roman vorlegen wird.

★★★★★

Veröffentlicht am 27.10.2021

Von guter Abstammung

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Der Roman „Q“ von Christina Dalcher gehört zu den Werken, die einen richtig packen, wachrütteln und auch sehr wütend machen. Das hat für mich mehrere Gründe. Zum einen wäre da die Protagonistin Elena, ...

Der Roman „Q“ von Christina Dalcher gehört zu den Werken, die einen richtig packen, wachrütteln und auch sehr wütend machen. Das hat für mich mehrere Gründe. Zum einen wäre da die Protagonistin Elena, kurz El genannt. Auf der einen Seite ist „Dr. Elena Fischer Fairchild, Lehrerin für Life Scienes an der Davenport Silver School“ [314], ziemlich naiv und gutgläubig. Und das ändert sich auch nicht bis zum Ende der Geschichte. Auf der anderen Seite ist sie die Person, die zwar ganz schön blauäugig an die Sache rangeht, aber auch dafür alles opfert.
Als Leser*in hat man relativ früh eine Idee wohin sich die Geschichte entwickeln wird. Dies kann natürlich auch daran liegen, dass man die düstere Vergangenheit Deutschlands vor Augen hat. Aber auch hier hätte Elena viel früher auf ihre Großmutter hören und auch reflektierender sein können. Denn die „Monster aus einer gar nicht so fernen Vergangenheit“ [140] lauern überall und kommen immer wieder. Geschichte wiederholt sich.
Vieles beginnt mit einem Ziel. Der Q-Wert ist nur „zum Besten der Gesellschaft.“ [68] Die Umsetzung kommt meist schleichend. Wenn man dann das ganze Ausmaß begriffen hat, ist es meist schon zu spät.
In ihren Anmerkungen schreibt die Autorin Dalcher folgendes: „Sollten Sie durch die Hinweise in diesem Buch aufgewühlt sein, habe ich gute Arbeit geleistet.“ [331 f.] Sie hat ihr Ziel erreicht und zeigt auf eindrucksvolle Weise, dass man aus den Fehlern der Vergangenheit lernen sollte. Wachsam sein und mit einem gesunden Maß müssen die Geschehnisse hinterfragt werden.
Die Themen der Vergangenheit kommen immer wieder. Nur in unterschiedlichen Ausprägungen. Hier am Beispiel des Themas Eugenik dargestellt.
Das Buch lässt sich aufgrund des Schreibstils wunderbar lesen. „Q“ ist kein ruhiges Lesevergnügen. Man ist von der Geschichte gefesselt und fiebert dem Ende entgegen.
„Die meisten Männer gelten als die wertvolleren Elternteile, auch wenn sie es gar nicht sind.“ [76]

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Veröffentlicht am 16.02.2022

Wenn Perfektion alles ist, was zählt

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Worum geht’s?
In einer Welt, in der Perfektion das höchste Ziel ist, gibt es keinen Platz für diejenigen, die den Ansprüchen nicht genügen. Für Lehrerin Elena scheint das ganz logisch zu sein, immerhin ...

Worum geht’s?
In einer Welt, in der Perfektion das höchste Ziel ist, gibt es keinen Platz für diejenigen, die den Ansprüchen nicht genügen. Für Lehrerin Elena scheint das ganz logisch zu sein, immerhin wird so gewährleistet, dass ihre Schüler wirklich ihr Bestes geben. Als dann aber ihre eigene Tochter Gefahr läuft, durch das Erfolgsraster zu fallen, stellt sie sich erstmals die Frage, welches Risiko sie einzugehen bereit ist, um ihr Kind zu schützen.


Meine Meinung
Dystopien von Christina Dalcher haben immer einen erschreckend realistischen Beigeschmack, was ihre Bücher gleichzeitig aber eben auch so besonders gut macht. Gesellschaftliche Auslese aufgrund von Kriterien zur Messbarkeit der menschlichen Perfektion – ganz so unwahrscheinlich klingt das wirklich nicht.

Der Aufbau des Handlungsbogens hat insbesondere zu Beginn einiges an Konzentration von mir verlangt, da mich das System und die vorherrschenden Regelungen beim Lesen tatsächlich sehr wütend gemacht haben. Auf den ersten Blick mag das Streben nach Perfektion ja vielleicht nach einer effektiven Methode aussehen, um das beste aus allen Mitgliedern der Gesellschaft heraus zu holen, da aber Individuen mit einem als unterdurchschnittlichen Leistungsstand keine Daseinsberechtigung mehr zugestanden wird, ist das Setting an sich nicht immer leicht zu ertragen.

Der Spannungsbogen ist an sich interessant gestaltet und macht es leicht, die Geschichte bin zum Schluss verfolgen zu wollen. Mir persönlich kam das Ende dann allerdings ein wenig arg konstruiert vor, denn auch wenn ich auf der einen Seite natürlich recht glücklich über die schlussendliche Auflösung der Geschichte war, hätte das Setting ein solches Ende eigentlich nicht so richtig realistisch gemacht.

Auch den Charakteren gegenüber bin ich noch immer ein wenig zwiegespalten. Grundsätzlich fand ich es wirklich spannend, sie auf ihrer Reise durch diese dystopische Welt zu begleiten. Rein objektiv betrachtet wären ein paar mehr Emotionen aber schon schön gewesen, denn so richtig mitgenommen wurde ich hier auf emotionaler Ebene leider nicht.


Fazit
Auch wenn in der Umsetzung vielleicht noch etwas Luft nach oben gewesen wäre, war dieses Buch definitiv eine spannende Lektüre mit wichtigen Themen, die zum Nachdenken anregen. Fans der Autorin wird diese Geschichte sicherlich begeistern, für mich hätte allerdings einfach noch ein wenig an den Charakteren und dem Ende gefeilt werden müssen, um mich restlos von dieser Dystopie begeistern zu können.

Dafür gibt es knappe vier Bücherstapel.

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