Cover-Bild Das Museum der Welt
(11)
  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere

Klicken Sie hier, um den Weitersagen-Button zu aktivieren. Erst mit Aktivierung werden Daten an Dritte übertragen.

24,00
inkl. MwSt
  • Verlag: dtv Verlagsgesellschaft
  • Themenbereich: Belletristik - Abenteuerroman: historisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 528
  • Ersterscheinung: 21.02.2020
  • ISBN: 9783423282185
Christopher Kloeble

Das Museum der Welt

Roman

Ein großer Abenteuerroman und ein unvergesslicher Held

Bartholomäus ist ein Waisenjunge aus Bombay, er ist mindestens zwölf Jahre alt und spricht fast ebenso viele Sprachen. Als Übersetzer für die deutschen Brüder Schlagintweit, die 1854 mit Unterstützung Alexander von Humboldts zur größten Forschungsexpedition ihrer Zeit aufbrechen, durchquert er Indien und den Himalaya. Bartholomäus verfolgt jedoch einen ganz eigenen Plan: Er selbst möchte das erste Museum seines großen und widersprüchlichen Landes gründen. Dafür riskiert er alles, was ihm etwas bedeutet, sogar sein Leben.

Weitere Formate

Dieses Produkt bei deinem lokalen Buchhändler bestellen

Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.07.2020

Das Museum der Welt

0

Klappentext:

„Bartholomäus ist ein Waisenjunge aus Bombay, mindestens zwölf Jahre alt, und er spricht fast ebenso viele Sprachen. Deshalb engagieren ihn die deutschen Brüder Schlagintweit, die 1854 mit ...

Klappentext:

„Bartholomäus ist ein Waisenjunge aus Bombay, mindestens zwölf Jahre alt, und er spricht fast ebenso viele Sprachen. Deshalb engagieren ihn die deutschen Brüder Schlagintweit, die 1854 mit Unterstützung Humboldts zur größten Forschungsexpedition ihrer Zeit aufbrechen, als Übersetzer für ihre Reise durch Indien und den Himalaya. Bartholomäus folgt ihnen fasziniert, aber auch misstrauisch: Warum vermessen ausgerechnet drei Deutsche das Land? Warum sammeln sie unzählige Objekte, wagen sich ins unbekannte Hochgebirge, riskieren ihr Leben? Es ist doch schließlich seine Heimat – und er will der Mann werden, der das erste Museum Indiens gründet.“



Christopher Kloeble hat mit „Das Museum der Welt“ ein ganz besonderes Buch geschaffen! Wir dürfen mit dem Waisenjungen Bartholomäus in eine ganz andere Zeit reisen. Er nimmt uns mit und lässt uns nicht nur in seine kleine Kinderseele blicken, sondern auch wie die geschichtliche Situation der damaligen Zeit in Indien war. Es war die Zeit des Entdeckens, der Neugier und des großen Wissensdurstes. Mit den Brüdern Schlagintweit hat der kleine Junge sehr große und bekannte „Führer/Lehrer“ bekommen. Seine gewisse misstrauische Art konnte ich wirklich gut spüren beim lesen und auch nachvollziehen. Man lässt niemanden gern in sein Land in so einer ungewissen Zeit, alles schien wie das große Wohnzimmer Bartholomäus‘ und er musste sie gewähren lassen. Viele viele Fragen tauchen auf und diese werden sehr gekonnt und faszinierend beantwortet. Auch bei der Wortwahl und der Schreibweise war Kloeble nicht geizig. Er trifft zu jeder Zeit den Nerv des Lesers und erscheint nie langweilig. Gerade die Sichtweise des Jungen so zu nutzen war wirklich ein Highlight! Als wir dann auch noch seine Wünsche erfahren, hat er spätestens jeden Leser um den finger gewickelt. Man fiebert mit ob es wirklich von Erfolg gekrönt ist und wünscht dem Jungen einfach alles Glück der Welt!

Dieses Buch ist eine ganz besondere Zeitreise mit einem besonderen Protagonisten. Sehr sehr lesenswert und deshalb gibt es 5 von 5 Sterne!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 20.05.2020

Lese-Tipp

0

Bartholomäus wächst 1854 in einem Waisenhaus in Bombay auf, er ist mindestens zwölf Jahre alt. Der Leiter des Waisenhauses, ein katholischer Geistlicher, fördert den altklugen Jungen. Die anderen Kinder ...

Bartholomäus wächst 1854 in einem Waisenhaus in Bombay auf, er ist mindestens zwölf Jahre alt. Der Leiter des Waisenhauses, ein katholischer Geistlicher, fördert den altklugen Jungen. Die anderen Kinder (der Protagonist nennt sie nur „die Anderen“) piesacken ihn.
Eines Tages tauchen die bayerischen Brüder Schlagintweit in Bombay auf. Der sprachbegabte Dolmetscher Bartholomäus soll die Forscher, die im Auftrag des preußischen Königs und der britischen East India Company unterwegs sind, auf ihrer Reise durch Indien begleiten. Während der Expedition wird das Waisenkind, das zu Höherem berufen scheint (das Stilmittel erinnert an Dickens) erwachsen. Es dokumentiert die Reise in seinem Notizbuch – Bart nennt es „Museum“, und so muss man sich als Leser/in auf den Ich – Erzähler verlassen. Ist Bartholomäus gar ein unzuverlässiger Erzähler?
Für „Das Museum der Welt“ muss man als Leser/in schon über etwas Sitzfleisch verfügen, aber es lohnt sich!
Für viele Menschen ist code – switching ganz normal, daher habe ich mich über die Hindi – Einsprengsel im Text sehr gefreut! Zwar gibt es kein Glossar, man kann sich die Bedeutung der Worte jedoch aus dem Kontext „zusammenreimen“.
Ich habe den Roman sehr gerne gelesen, da mich die Erzählung nicht nur inhaltlich, sondern auch stilistisch „packen“ konnte. Der Kolonialismus wird äußerst kritisch beleuchtet – gut so! Es ist sicher kein Zufall, dass auch die indische Unabhängigkeitsbewegung eine nicht unerhebliche Rolle im Roman spielt. Gerade in Zeiten von „Das wird man ja wohl noch sagen dürfen“ ist ein Buch wie „Das Museum der Welt“ wichtig.
Bartholomäus ist meines Erachtens ein absolut „runder“, da ambivalenter Charakter. Die Figurenzeichnung ist eine große Stärke des (Abenteuer)Romans. Der indische Vielvölkerstaat mit seinem Kastenwesen trifft auf das chauvinistisch-rassistische Überlegenheitsgefühl der Kolonialherren. Und es gab zu der Zeit viele! Man kann während der Lektüre unheimlich viel lernen, es lohnt sich also, das Buch zu lesen. Die Brüder Schlagintweit waren mir vor der Lektüre unbekannt und ich wusste nicht, dass es auch dänische Kolonien in Indien gab. Jeder wollte ein Stück vom Kuchen, nicht nur die Briten und Portugiesen.

Fazit:
Stichwort Kolonialismus – zuerst denkt man an „Deutsch – Südwestafrika“, an die Herero und Nama im heutigen Namibia.
Dass die Deutschen aber auch in Indien zumindest als Forschungsreisende präsent waren (Alexander von Humboldt hielt große Stücke auf die bayerischen Gebrüder Schlagintweit), ist im kollektiven Gedächtnis nicht so verankert.
Christopher Kloeble präsentiert mit „Das Museum der Welt“ einen gelungenen Genremix und kombiniert reale historische Ereignisse und Personen mit fiktionalen Figuren. Trotz kleiner Schwächen ist dieser historische Roman absolut lesenswert!

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 06.05.2020

Das Reich der Lügen

0

Die Geschichte der gewaltsamen Kolonisation großer Teile der Welt im neunzehnten Jahrhundert ist definitiv keine schöne und in ihr zeigt sich allzu oft der Gedanke der Ungleichwertigkeit von Menschen abhängig ...

Die Geschichte der gewaltsamen Kolonisation großer Teile der Welt im neunzehnten Jahrhundert ist definitiv keine schöne und in ihr zeigt sich allzu oft der Gedanke der Ungleichwertigkeit von Menschen abhängig von der Herkunft, der Hautfarbe, der Religion etc.
Genau um so ein Stück Geschichte handelt das vorliegende Buch. Der Waisenjunge Bartholomäus wird von drei deutschen Forschern engagiert, um sie als Übersetzer während ihrer Erkundungen und Forschungen in Indien zu unterstützen. Dabei wird deutlich, mit welchen absolut fragwürdigen Blick die drei Indien betrachten, wie die Unterdrückerinnen das indische Volk knechten und wie die katholische Kirche Waisenkinder meistbietend zur Vergewaltigung freigibt.
Das Buch ist definitiv interessant und spannend geschrieben, der Inhalt ist aber definitiv nichts für zarte Gemüter.
Wer gerne historische Bücher liest und sich für die massiven Gräueltaten der westlichen Verbrecher
innen in Indien interessiert wird hier in diesem Buch bestimmt viele gute Impulse erhalten.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 05.05.2020

Der Geschichte kann man sich nicht entziehen

0

Das „Museum der Welt“ erzählt von der großen Indienreise der bayerischen Brüder Schlagintweit. 1854 bis 1857 dauerte die Forschungsexpedition, die größte ihrer Zeit übrigens, die die Brüder durch Indien ...

Das „Museum der Welt“ erzählt von der großen Indienreise der bayerischen Brüder Schlagintweit. 1854 bis 1857 dauerte die Forschungsexpedition, die größte ihrer Zeit übrigens, die die Brüder durch Indien und Nepal führte. Unterstützt wurden sie von Alexander von Humboldt, der die Reise nicht selbst durchführen konnte. Kritische Bemerkungen über die Kolonialmacht England verhinderten, dass er die notwendigen Genehmigungen und Unterstützung bekam.

In Bombay lebt im Waisenhaus des katholischen Priesters Vater Fuchs ein kleiner Junge, Bartholomäus, 12 Jahre alt – mindestens, wie er selbst immer betont. Denn als seinen Geburtstag wurde der Tag seiner Ankunft im Waisenhaus genommen. Der Junge ist klein von Wuchs und von schmächtiger Gestalt, aber umso gewitzter und naseweis. Durch Vater Fuchs lernte er hervorragend Deutsch, verstand auch den bayerischen Dialekt des Priesters und außerdem sprach er eine ganze Reihe von indischen Sprachen. So wird er auf Vermittlung seines väterlichen Freundes und Mentors zum Dolmetscher dieser Expedition.

Aber Bartholomäus hat ein ganz anderes Lebensziel, er will ein Museum der Welt erschaffen. Die ersten Gegenstände haben keine lange Lebensdauer, in einem Waisenhaus herrscht ein rauer Umgang und kein Kind gönnt einem anderen einen noch so kleinen Besitz. So entsteht das Museum in einer Kladde, in die Bartholomäus seine Funde, Erkenntnisse und Gedanken schreibt.

Und diese Kladde macht diesen wunderbaren, sprachmächtigen Roman aus. Die nummerierten Fundstücke sind die Kapitel des Buches.

Christopher Kloeble lässt den Leser an dieser Reise teilhaben, als würde er selbst an der Seite des Jungen reisen. Wir sehen alles aus seiner kindlichen Sicht. Dabei fand ich es besonders gelungen, dass der Autor das im Erzählton des Romans deutlich macht, aber nie in einen anbiedernd-kindlichen Ton erzählt. Ein Kontinent im Erwachen wird geschildert, noch ganz in den Fängen der Kolonialherren, der europäischen Geschäftsleute, der Firengi und der englischen Herren, den Vickis, wie sie Bartholomäus in Anspielung auf die ferne Herrscherin Victoria nennt.

Der geschichtliche Hintergrund und die Dokumentationen der Schlagintweits sind die Folie dieses Romans, der die Reise aus einem ganz anderen Blickwinkel schreibt. Das ist eine Abenteuergeschichte, eine spannende Reiseerzählung, ein sorgfältig recherchierter Bericht und nicht zuletzt auch die Geschichte eines Kindes, das zu sich und seinen Platz in der Gesellschaft findet. So ist auch die abschließende Entscheidung Bartholomäus für seinen weiteren Weg nur folgerichtig.

Man kann diesen Jungen im Lauf dieses wunderschönen Buches nur lieb gewinnen, selten konnte ich mich so in einen Protagonisten einfühlen.

Dieser Roman wird noch lange in meinem Kopf bleiben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 25.04.2020

Unwiderstehliches Buch

0

Eine Mischung aus klugen Abenteuerroman, Spionagethriller und Coming-of-Age Geschichte ist dem Autor Christopher Kloeble in seinem großartigen Roman „Das Museum der Welt“ gelungen.

Die Indien-Expedition ...

Eine Mischung aus klugen Abenteuerroman, Spionagethriller und Coming-of-Age Geschichte ist dem Autor Christopher Kloeble in seinem großartigen Roman „Das Museum der Welt“ gelungen.

Die Indien-Expedition der deutschen Gebrüder Schlagintweit, erzählt aus der Sicht des indischen Waisenjungen Bartholomäus, mindestens 12 Jahre alt und höchst sprachbegabt, ist der Dreh- und Angelpunkt des Buches. Auf den ersten Blick gewagt weil aus kindlicher Sicht, beim Lesen aber unwiderstehlich eben gerade deswegen betrachtet man die mir bis dahin unbekannte Entdeckungsreise der im Schatten des großen Alexander von Humboldt stehenden Brüder.

Von Humboldt gefördert brachen kurz vor dem ersten indischen Unabhängigkeitskrieg in den 1850er Jahren die aus Bayern stammenden Brüder Adolph, Hermann und Robert Schlagintweit zur größten Forschungsexpedition ihrer Zeit auf. Unterwegs als Forscher und als Vertreter der allmächtigen East India Company bereisten sie das Land. Soweit die Historie, die mit der fiktiven Geschichte des in Bombay aufgewachsenen neunmalklugen Waisenjungen Bartholomäus verknüpft wird.
Vater Fuchs, der Mentor von Bartholomäus und Leiter des Waisenhauses, stammt wie die Brüder aus Bayern und legt ihnen den sprachbegabten Knaben als Übersetzer ihrer Expedition and Herz.
Bartholomäus ist anfangs von der Idee wenig begeistert, doch im Laufe der Reise ändert er seine Meinung wie auch seine Einstellung gegenüber den Brüdern.

Christopher Kloeble verwebt historische Fakten und Figuren aus hervorragender Recherche mit spannender Fiktion in einer interessanten und höchst unterhaltsamen Geschichte, die sprachlich äußerst detailreich aber nie ausschweifend erzählt ist. Bartholomäus möchte das erste Museum Indiens eröffnen, und seine gesammelten bemerkenswerten Objekte dienen als ungewöhnliche sehr passende Kapiteleinteilung des Romans. Dabei spielt zum Beispiel auch ein Haar des von Bartholomäus sehr verehrten und bewunderten Alexander von Humboldt eine Rolle. Der große Forscher konnte aus politischen Gründen nicht selbst nach Indien reisen, versorgte aber die Brüder Schlagintweit mit Empfehlungsschreiben.

Das Museum wächst im Notizbuch von Bartholomäus während der Reise, als Leser schaut man ihm beim Schreiben über die Schulter und betrachtet die Reise und die Erlebnisse durch seine Augen. Ein äußerst geschickter und kluger Kniff des Autors, wodurch kindliche Wahrheit und staunende Neugier gepaart mit der Sichtweise eines Einheimischen dafür sorgen, dass sich das Buch lobenswert von andern aus kolonialer Sicht geschriebenen Expeditionsromanen abhebt. Ganz davon abgesehen ist Bartholomäus ein absolut umwerfender Erzähler und Protagonist, dessen Erstaunen über die Apparate, Methoden und Gewohnheiten der Europäer gepaart mit der ihm eigenen Neugier und Klugheit unwiderstehlich wirken und den Funken beim Lesen überspringen lassen.
Man nimmt Bartholomäus die naiven Fragen ab, ebenso wie die Gewissens- und Loyalitätskonflikte, in die er im Laufe der Reise durch Mitglieder des indischen Widerstandes gestürzt wird, so dass der Waisenjungen letztlich sogar zum Spion mutiert.

Christopher Kloeble hat ein für mich beispielloses wunderbares Buch geschrieben, großartig recherchiert, genial verknüpft mit einer fiktiven Figur, die all den namenlosen Expeditionsbegleitern eine Stimme gibt und das Geschehen aus einheimischer Sicht betrachtet. Er könnte tatsächlich existiert haben, Bartholomäus, Waisenjunge aus Bombay und genialer Übersetzer der Expedition der Brüder Schlagintweit, zumindest möchte man das dem Autor gerne glauben.

  • Einzelne Kategorien
  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere