Sehr spannend und äußerst faktenreich
Es ist ein wichtiger Tag für Cosima Liefenstein. Heute tritt sie aufs Podium. Vor hunderten Gästen, dem Kanzler und auch dem Bürgermeister von Bonn. Sie verkündet, dass sie eine Stiftung gründen möchte. ...
Es ist ein wichtiger Tag für Cosima Liefenstein. Heute tritt sie aufs Podium. Vor hunderten Gästen, dem Kanzler und auch dem Bürgermeister von Bonn. Sie verkündet, dass sie eine Stiftung gründen möchte. Der Name: Wilhelm Liefenstein. Ihr Zweck? Sie soll Frauen und deren Kindern zur Seite stehen. Frauen, die verwitwet und alleinerziehend sind. Alle weiblichen Opfer des Krieges gehören zu den Betroffenen. Nach ihrer bewegenden Rede merkt sie, dass viele Gäste sich für ihr Projekt interessieren. Doch, was ist das? Ein ihr durchaus bekannter Mann greift ihren Lieblingsonkel an. Nur wenige Tage später wird dieser Mann aufgefunden. Ermordet. Und nicht nur Cosima ist sich sicher, dass sein Tod mit seinem Zusammentreffen mit ihrem Onkel zu tun hat.
„Die Erbin“ ist nicht nur ein überaus spannendes Buch. Es greift Fakten auf, die nach dem Ende des Krieges leider von vielen Menschen verdrängt wurden. So viele Anhänger der NSDAP wollten nichts gewusst haben. Sie bekamen viel zu schnell ihren „Persilschein“ und konnten so weiterleben wie vor dem Krieg. Selbst Aktive waren wieder in verantwortlichen Positionen tätig. Sei es in der Politik oder als Firmeninhaber. Dabei wurden etliche dieser Fabriken von ihnen arisiert. Also für einen unverschämt niedrigen Betrag gekauft. Auch Zwangsarbeiter mussten für sie bis zur Erschöpfung arbeiten und bekamen keinerlei Entschädigungen.
Die hier genannten Fakten sind nur ein kleiner Teil der Themen um die es in dem Buch geht. Cosima Liefenstein weiß gar nichts von den Anfängen der Fabrik ihrer Familie. Sie wuchs weitab von Krieg und Entbehrungen auf und wurde trotzdem keine verwöhnte Erbin. Der Roman ist spannend und aufschlussreich zugleich. Die Autorin hat wieder einmal umfangreich recherchiert. Aus dem Grund mag ich ihre Bücher sehr. Immerhin lerne ich sehr viel über die Vergangenheit. Sie vermittelt mir immer wieder Tatsachen, die ich trotz vieler gelesener Bücher über diese Zeit, nicht kenne.