Cover-Bild Gelbe Monster
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22,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Suhrkamp
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 192
  • Ersterscheinung: 11.03.2026
  • ISBN: 9783518433003
Clara Leinemann

Gelbe Monster

Roman
Die Mathematikstudentin Charlie sitzt mit einem blauen Auge in der U-Bahn. Eben hat sie noch »schlechter Mensch« gegoogelt, jetzt ist sie auf dem Weg zu einem Antiaggressionstraining für Frauen. Nur wenn sie daran teilnimmt, darf sie weiter bei ihrer besten Freundin Ella wohnen. In die eigene Wohnung kann sie nicht zurück. Doch mit den »Schwerverbrecherinnen«, die sie in der Gruppe anzutreffen vermutet, will Charlie nichts zu tun haben. Ist es denn ihre Schuld, dass ihr Exfreund Valentin sie immer wieder zur Weißglut trieb? Dabei hatte es gut angefangen: Mit ihm an der Seite fühlte sie sich endlich schön, als besserer Mensch. Bis es eskalierte. Erst im Austausch mit den anderen Frauen beginnt Charlie, sich ihrer eigenen Verantwortung zu stellen, die Geschichte neu zu erzählen. Mit Ellas Unterstützung kämpft sie sich aus der Spirale von Wut, Schmerz und Scham heraus.
Mit Leichtigkeit und Witz erzählt Clara Leinemann in Gelbe Monster von einer Beziehung, die perfekt zu sein scheint – bis sie es nicht mehr ist. Von tradierten Liebesidealen, weiblicher Gewalt und emotionaler Abhängigkeit. Ein mitreißendes Debüt, dessen Antiheldin so liebenswert ist, dass man sich auf der letzten Seite nicht von ihr trennen möchte.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 31.01.2026

Interessante Antiheldin

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Clara Leinemanns Roman „Gelbe Monster“ ist ein interessantes und kurzweiliges Debüt, das mir wegen seiner flüssigen, stringenten Erzählweise und dem ungewöhnlichen Thema gefallen hat. Im Mittelpunkt steht ...

Clara Leinemanns Roman „Gelbe Monster“ ist ein interessantes und kurzweiliges Debüt, das mir wegen seiner flüssigen, stringenten Erzählweise und dem ungewöhnlichen Thema gefallen hat. Im Mittelpunkt steht Charlie, die ihrer Freundin Ella zuliebe an einem Antiaggressionstraining für Frauen teilnimmt, obwohl sie sich selbst keiner Schuld bewusst ist.

In Rückblicken erfährt man dann, wie nach und nach die Dynamik zwischen Charlie und ihrem Ex-Freund Valentin eskaliert ist und wie Charlie gewalttätig wird, wie besessen Charlie von Valentin ist und wie sehr sie in einer Traumwelt lebt, neben der die Realität enttäuschend sein muss. Als Leserin pendelt man dabei gedanklich zwischen Charlie und Valentin hin und her, weil man versucht, ihre jeweiligen Motive zu durchschauen. Da alles aus Charlies Perspektive erzählt wird, hat man jedoch nur unzuverlässige Informationen. Dennoch hätte ich mir stellenweise noch mehr Hintergrundinformationen zu Charlie und insbesondere zu Valentin gewünscht, um ihre Gründe, warum beide so lange an der Beziehung festhalten, zu erfahren.

Insgesamt ist „Gelbe Monster“ trotz des ernsten Themas ein unterhaltsamer Roman mit interessantem Thema, der für mich jedoch noch etwas mehr Tiefe hätte haben dürfen.

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Veröffentlicht am 04.02.2026

Viel kognitive Dissonanz

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Dieses Buch tut für mich vor allem eins: es wirft extrem viele moralische Fragen auf - an die eigenen Grundsätze, an Ethik und Moral ganz allgemein. Die Protagonistin Charlie hat mich teilweise extrem ...

Dieses Buch tut für mich vor allem eins: es wirft extrem viele moralische Fragen auf - an die eigenen Grundsätze, an Ethik und Moral ganz allgemein. Die Protagonistin Charlie hat mich teilweise extrem getestet. Vor allem am Anfang verargumentiert sie was passiert ist, sie relativiert das objektiv Falsche und sie versucht uns Leser:innen subtil durch ihre Gedankenwelt auf ihre Seite zu sehen. Sie baut ihre eigene Kleine Welt und konstruiert eine Geschichte, mit der sie und und sich uberzeugen will. Die Gedankengänge sind dabei meiner Meinung nach schon realistisch gehalten, wenn auch unangenehm zu lesen - wie sie sich von den anderen Frauen abgrenzt, wie sie Valentin romantisiert, wie sie ihre Freundinnen und andere Frauen sieht. Deshalb ist es zwar nervig aber auch so wichtig, dass wir uns quasi in ihrem Kopf befinden, das ist Absicht um unsere eigenen moralischen Grenzen zu testen.

Was dazu noch interessant ist: das Buch zeichnet kein schwarz-weiß Täterinnenbild, durch die Perspektive wird nicht scharf verurteilt sondern es wird Nuance gezeigt, die es in diesen Themen leider gibt. Das war für mich sehr schmerzhaft zu lesen, zeigt aber auch wie wichtig diese Sichtweise ist. Die Beziehung zwischen Charlie und Valentin ist von Anfang an beidseitig sehr toxisch - das entschuldigt nichts, setzt es aber in einen nötigen Kontext. Hier wird nicht ausgeklammert was es heißt, eine Frau in der aktuellen Gesellschaft zu sein, auch wenn sie sich falsch verhält und das ist ein absolut interessanrer Punkt.

Ein Buch, auf das man gefasst sein muss, das für mich schmeezhaft, nervig und augenöffnend war und vor allem ganz anders, als man es erwartet.

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Veröffentlicht am 08.02.2026

Eine Geschichte über Beziehungen und persönliche Grenzen

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„Gelbe Monster“ greift mit weiblicher Wut und toxischen Beziehungsmustern ein relevantes Thema auf. Der Schreibstil ist leicht, die kurzen Kapitel lesen sich schnell und angenehm. Besonders gelungen finde ...

„Gelbe Monster“ greift mit weiblicher Wut und toxischen Beziehungsmustern ein relevantes Thema auf. Der Schreibstil ist leicht, die kurzen Kapitel lesen sich schnell und angenehm. Besonders gelungen finde ich, dass die Geschichte konsequent aus Charlies Perspektive erzählt wird – ihre Emotionen wirken dadurch glaubwürdig und nah.

Gleichzeitig bleiben viele Aspekte für mich zu oberflächlich. Vor allem die zahlreichen Rückblicke hätten mehr Tiefe vertragen, um Charlies Entwicklung besser nachvollziehen zu können. Auch andere Figuren, insbesondere Valentin, bleiben sehr schemenhaft.

Das Buch regt dennoch stark zum Nachdenken an und hinterfragt Rollenbilder, Schuld und Abhängigkeit. Für mich hätte der Roman länger sein dürfen, um diese Themen wirklich auszuerzählen.

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