Cover-Bild Die Kinder sind Könige
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13,00
inkl. MwSt
  • Verlag: DuMont Buchverlag
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Seitenzahl: 320
  • Ersterscheinung: 14.03.2023
  • ISBN: 9783832166755
Delphine Vigan

Die Kinder sind Könige

Roman
Doris Heinemann (Übersetzer)

Ab sofort als Serienadaption bei Disney+ verfügbar!

Mélanie war als junges Mädchen ein großer Fan von Formaten wie ›Bis Brother‹. Sie hatte stets davon geträumt, gesehen und berühmt zu werden. Jahre später, als Mutter zweier Kinder, ist es ihr gelungen: Sie ist eine erfolgreiche YouTuberin mit Tausenden von Followern.
Objekt ihrer Videos und Posts sind ihre Kinder, die auf Schritt und Tritt gefilmt werden. Seit Kurzem kommt ihre kleine Tochter Kimmy dem Filmen doch immer unwilliger nach. Mélanie tut das als eine Laune ab. Denn wie könnte man die unendliche Liebe, die ihnen aus dem Netz entgegenkommt, als Last empfinden? Doch kurz darauf verschwindet Kimmy nach einem Versteckspiel spurlos.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.09.2025

Happy Family - auch im wirklichen Leben?

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Mélanie ist mit TV Reality-Formaten wie „Big Brother“ aufgewachsen. Gern wäre sie selbst zum TV- Reality Star geworden, ist aber gescheitert. Verheiratet und Mutter von zwei Kindern, dem 6-jährigen Sammy ...

Mélanie ist mit TV Reality-Formaten wie „Big Brother“ aufgewachsen. Gern wäre sie selbst zum TV- Reality Star geworden, ist aber gescheitert. Verheiratet und Mutter von zwei Kindern, dem 6-jährigen Sammy und seiner 4-jähirgen Schwester Kimmy, hat sie Social Media für sich entdeckt und betreibt einen extrem erfolgreichen „Happy Family“ Kanal auf Youtube, postet täglich auf Instagram und Co.
Stars dieser Kanäle sind ihre beiden Kinder, die dressiert wie Zirkusäffchen, täglich für Filmchen und Fotos posieren müssen, um viele Likes zu generieren, die richtig viel Geld bedeuten. Mélanie genießt die Berühmtheit, fühlt sich geliebt und bewundert, der Verlust von Privatsphäre stört sie nicht. Für ihre Kinder ist es nicht so spaßig – kein ungestörtes Spielen, keine Freunde, ständig unter Kamerabeobachtung. Und dann ist eines Tages die kleine Kimmy spurlos verschwunden – wurde sie entführt?
Delphine de Vigan lässt den Leser an den Ermittlungen der Polizistin Clara teilhaben, die das Gegenteil von Mélanie ist – sie lebt zurückgezogen, legt Wert auf Privatsphäre und hat mit Social Media nichts am Hut.
Das Buch liest sich spannend wie ein Krimi, die Geschichte wird abwechselnd aus Mélanies und Claras Perspektive erzählt, zwischendrin schriftliche Aufzeichnungen von Video- und Vernehmungs-protokollen.
Gruselig, wie soziale Medien Menschen dazu bringen, ihr Leben öffentlich zu machen, in einer virtuellen Welt abhängig von Likes zu leben und selbst ihre Kinder als Ware vermarkten. Man mag sich überhaupt nicht vorstellen, welche Auswirkungen das auf die Psyche der Kinder und auch ihre Zukunft hat!
Insgesamt ist „Die Kinder sind Könige“ die gekonnte Umsetzung eines topaktuellen Themas, ein wichtiges Buch, das hoffentlich viele Menschen zum Nachdenken anregt und jede Menge Diskussionsstoff bietet. Sehr lesenswert!

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Veröffentlicht am 21.06.2025

Absolut ein Highlight!

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Mélanie ist eine Familien-Influenzerin. Sie stellt das Leben ihrer beiden Kinder Sam und Kimmy öffentlich via Youtube und Instagram ins Netz, "teilt" Familienleben auf ihrem Kanal "Happy Récré", vertreibt ...

Mélanie ist eine Familien-Influenzerin. Sie stellt das Leben ihrer beiden Kinder Sam und Kimmy öffentlich via Youtube und Instagram ins Netz, "teilt" Familienleben auf ihrem Kanal "Happy Récré", vertreibt Merchandise mit den Bildern ihre Kinder und lässt sie auf Meet & Greets Autogramme und Selfies geben.
Kimmy ist 6 Jahre alt, als sie mit ihrem Bruder und Nachbarskindern verstecken spielen darf und von diesem Spiel nicht zurückkommt. Sie ist spurlos verschwunden! Die Eltern sind verzweifelt, vor allem, als ein Erpresserbrief ankommt...
Die Geschichte handelt vordergründig und zu einem großen Teil von Kimmys Entführung. Wir erleben die verzweifelte Mutter und ihren Trost spendenden Ehemann und wir lesen, wie die "Flic", also Polizistin, Clara ermittelt und sich ihr eigenes Bild der Familie macht. Beide Frauen - Clara, die Ermittlerin und Mélanie, die Influenzerin - werden dem Leser sehr nah gebracht, indem wir ihre Geschichten erfahren und warum sie so leben, wie sie es tun. Während Mélanies innigster Wunsch schon immer der ist, gesehen zu werden, egal wie und aus welchem Grund, Hauptsache von einem riesigen "Publikum", lebt Clara am liebsten allein und unbeobachtet, geht keine tiefen Bindungen ein und hat Angst davor, jemanden zu lieben. Sie bleibt kinderlos und unverheiratet.
Die Geschichte zeigt also zwei sehr unterschiedliche Frauen und ihre Lebensentwürfe, was mich sehr gefesselt hat. Darüber hinaus ist aber der Haupt-Schwerpunkt auf jeden Fall der, was das Leben im Fokus der Öffentlichkeit mit Menschen machen kann - vor allem, wenn sie noch so jung und schützenswert sind wie Kimmy und ihr Bruder Sam. Es gibt nach der Entführungsgeschichte und Auflösung, die ich nicht erwartet hatte, einen Zeitsprung vom Jahr 2019 ins Jahr 2031. Und der hat es echt in sich! Schon davor hat mich das Buch auf vielen Ebenen fasziniert und meine sowieso schon kritische Sichtweise auf Familienblogger/Momblogger und Co. nochmal bestätigt. Doch was im Jahr 2031 aus Sam und Kimmy und ihrer Familie geworden ist, ist so schonungslos und realistisch (???), dass es mir viel mehr Angst gemacht hat als die Entführung - und das sagt sehr viel aus! Eine Entführung eines Kleinkindes, das ohne sein Lieblingskuscheltier verschwindet ist eine Ur-Angst bestimmt so ziemlich jeder Mutter und jedes Vaters und hat mich natürlich auch fertig gemacht. Aber was dann kommt und wie sich die Familie weiter entwickelt und was aus den Kindern und den Eltern wird, allen voran Mélanie, das hat mich echt nicht mehr los gelassen und wird noch lange nachwirken.
Ein absolutes Lese-Highlight 2025 für mich - und Danke für den Tipp an meine mittlere Tochter!!!!

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Veröffentlicht am 23.04.2023

Kinder als Mittel zum Zweck

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Seit sie denken kann, träumt Melanie davon, berühmt und geliebt zu werden. Angefixt durch Reality-TV wie Big Brother meldet sie sich für eine neue Show. Doch beim Casting ist sie den Machern der Sendung ...

Seit sie denken kann, träumt Melanie davon, berühmt und geliebt zu werden. Angefixt durch Reality-TV wie Big Brother meldet sie sich für eine neue Show. Doch beim Casting ist sie den Machern der Sendung zu grau und unscheinbar.
Fast forward: einige Jahre später ist Melanie erfolgreiche Influencerin auf YouTube und Instagram, die den Familienalltag streamt und das Leben ihrer beiden Kinder Sammy (8) und Kimmy (6) vermarktet. Zunehmend leidet die Sechsjährige unter dem Stress der ständigen Verfügbarkeit, auch wenn Melanie nach außen hin behauptet, ihre Tochter genießt es zu wissen, dass so viele Menschen sie lieben und täglich sehen.
Als Melanie auf Instagram eine Story postet, um die nächste Familienchallenge anzukündigen, dürfen die beiden Kinder noch ein wenig mit den anderen Kindern im Hof auf dem Spielplatz spielen. Doch als Melanie ihre Kinder ruft, ist Kimmy verschwunden. Sofort vermutet die Polizei, dass jemand die Story gesehen und das kleine Mädchen entführt hat.

Die Protagonistin dieses Buches hat es geschafft: Melanie ist reich und berühmt geworden. Dank ihren Werbeverträgen, die mit der Bekanntheit ihrer Channel einhergehen, haben die Kinder mehr Spielzeug als sie brauchen und Melanie ein berstendes Konto. Doch zu welchem Preis? Die Kinder sind Könige in einem Palast aus Glas, in dem sie über ihre eigene Privatsphäre nicht entscheiden können und arbeiten müssen wie zu früh gereifte Erwachsene. Dieser Roman liefert reichlich Grübel- und Diskussionsstoff!

Veröffentlicht am 15.03.2024

Die Sucht nach Ruhm und Liebe

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Sehr greifbar und präzise schildert De Vigan, wie Mélanie Claux von Kindesbeinen an vom Fernsehen, besonders von Reality-Shows, fasziniert ist. Schließlich schafft sie es eines Tages selbst in die erste ...

Sehr greifbar und präzise schildert De Vigan, wie Mélanie Claux von Kindesbeinen an vom Fernsehen, besonders von Reality-Shows, fasziniert ist. Schließlich schafft sie es eines Tages selbst in die erste Folge einer Dating Show. Ein "mächtiges Suchtmolekür" wird in ihrem Hirn freigesetzt (S. 30). Jahre später kann sie sich dieser Sucht völlig hingeben: Sie hat mit ihren beiden kleinen Kindern als "Stars" bei YouTube und auf Instagram Millionen von Followern, die praktisch am gesamten Leben der Familie teilnehmen. Bis eines Tages die sechsjährige Kimmy verschwunden ist ...

Der Polizistin Clara, die mit den Ermittlungen betraut ist, ist diese künstliche Welt völlig fremd. Akribisch recherchiert sie und stellt fest, dass Kimmy immer wenig Lust hatte, in den von ihrer Mutter aufwendig produzierten Videos mitzuwirken. Aus Claras Sicht wird uns die Absurdität dieser Inszenierungen vor Augen geführt. Aktionen, die nicht nur sinnfrei sind, sondern völlig überzogen, oberflächlich, teilweise gar gesundheitsgefährdend. Und wenn Mélanie an einer Stelle behauptet, die Kinder seien bei ihr Könige (S. 222), dann steht das im Kontrast zu ihrem Wunsch nach einer idealen Traumwelt, in der sie selbst die Königin ist (S. 95).

Das Buch hat mich gefangengenommen, ich habe es sehr schnell durchgelesen. Einerseits wollte ich natürlich wissen, was mit Kimmy passiert ist, andererseits ist das Thema wahnsinnig interessant. Indem die Autorin der nach Außen orientierten, in einer künstlichen Welt lebenden Mélanie, die pragmatische, zurückgezogene Clara gegenüberstellt, wird der Wahnwitz dieser Sucht nach fremder Anerkennung und Liebe durch die Generierung von Likes und Followern um jeden Preis überdeutlich. Äußerst raffiniert ist der Blick in die Zukunft, zehn Jahre nach den geschilderten Ereignissen.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es regt zum Nachdenken an. De Vigan übt Gesellschaftskritik und das macht sie auf eine wahnsinnig anschauliche, spannende und eindrucksvolle Weise, auch wenn der Schreibstil eher nüchtern ist. Diese Nüchternheit spiegelt Claras Charakter wider, wird aber auch durch die im Text verteilten Verhörprotokolle und Aktennotizen unterstützt.

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Veröffentlicht am 22.12.2023

hatte etwas mehr erwartet

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" Die Kinder sind Könige " von Delphine de Vigan ist ein Buch, das ich mit Spannung erwartet habe, behandelt es soch ein Thema, das wenn man Kinder hat, sehr aktuell ist.
Blogger, Influencer, Instagram, ...

" Die Kinder sind Könige " von Delphine de Vigan ist ein Buch, das ich mit Spannung erwartet habe, behandelt es soch ein Thema, das wenn man Kinder hat, sehr aktuell ist.
Blogger, Influencer, Instagram, Youtube, alles Begriffe, die mit der heutigen Welt in Verbindung stehen, nicht mehr wegzudenken sind.
Kennenlernen tut man sich heute über Social media, fast jeder verfolgt Influencer, verfolgt ihr Leben, was sie in ihren Storys preisgeben und verwendet die Rabattcodes, die die Firmen, die die Influencer bezahlen zur Verfügung stellen. Ein lukratives Geschäft für die Influencer , vor allem , wenn sie eine große Reichweite haben. Fragt man heute junge Leute, was sie werden wollen, kommt hä#ufig die Antwort : Influencer. Doch was passiert, wenn man schon kleine Kinder in dieses Geschäft mit hineinzieht ?

Dies behandelt die Autorin in ihrem Buch. Melanie Claux hat sich als junge Frau für ein TV Format beworben, in dem sie aber schnell ausschieht. Es reichte nicht für eine Influencerkarriere. Die Chance bekomt sie aber, als sie mit ihren beiden Kindern Kimmy und Sammy Diore eine Youtube Channel betreibt und dort Filme mit ihren Kindern postet. Sie werden schnell zu kleinen Stars und generieren innerhalb kürzester Zeit über eine Millionen Follower. Die Firmen treten schnell an Melanie heran und so betreibt sie mit ihren Kindern Werbung für alle möglichen Produkte. Die Kinder werden gefilmt, wenn sie neue Kleidung, Spielzeug oder Nahrung und Süssigkeiten ausprobieren und müssen dabei natürlich Begeisterung zeigen, jeden Tag und das vor einem Millionenpublikum. Jeder kennt sie, kennt ihre intimsten Momente und Gefühle.Keine Privatsphäre, keine Anonymität, dafür ein Übermaß an Konsumgütern. Was macht das mit Kindern ?

Zu Anfang dieses Buches war ich begeistert von dem Thema und der Spannung, die zu Anfang aufgebaut wurde, doch leider flachte das schnell ab.Die weitere Schilderung des Buches ist eher sachlich, beschftigt sich sehr oberflächlich mit den Konsequenzen dieses Tuns und konnte mich dann nicht mehr so begeistern.

Der Schreibstil ist flüssig, aber eben vom Inhalt eher sachlich und dies bei einem doch eigentlich sehr emotionalen Thema, nämlich dem Missbrauch von Kindern.

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