Unterhaltsamer Ausflug in die Wachau
Das Leben des mäßig erfolgreichen Krimiautors Horvath wird unversehens turbulent, als sein Bruder in Untersuchungshaft landet, weil er einen Nachbarn mit einem vergifteten Marillenknödel ermordet haben ...
Das Leben des mäßig erfolgreichen Krimiautors Horvath wird unversehens turbulent, als sein Bruder in Untersuchungshaft landet, weil er einen Nachbarn mit einem vergifteten Marillenknödel ermordet haben soll. Auch auf Drängen seiner Schwägerin stellt Horvath seine eigenen Nachforschungen an, tatkräftig unterstützt von seiner esoterisch angehauchten Freundin Mimi, deren Guru Shaman (bei dem es sich in Wirklichkeit um den Pfeiffer Schorschi aus Langenlois handelt) – und Kommissar Krüger, dem Helden aus seinen Büchern. Bald stellt er fest, dass hinter den Kulissen eines idyllischen Dorfes in der Wachau diverse Abgründe lauern.
Die Autorin, die selbst in der Wachau verwurzelt ist, hat hier zahlreiche interessante Charaktere geschaffen. Allen voran ist diesbezüglich natürlich „der Horvath“ zu nennen, aus dessen Perspektive erzählt wird und der einen wirklich sympathischen Antihelden abgibt. Trotz seiner Schwächen und einiger Steine, die ihm in den Weg gelegt werden, treibt er seine Ermittlungen energisch voran und gerät dabei immer wieder in amüsante Situationen. Doch auch bei den Nebendarstellern, seien es die Mitglieder von Horvarths „Ermittlerteam“ oder die Dorfbewohner, handelt sich um lebendig gezeichnete, teilweise skurrile Figuren, es macht Spaß, sie alle kennen zu lernen.
Obwohl der Humor im Vordergrund steht, kommt auch die Krimispannung nicht zu kurz. Dabei gibt es zwar ein paar Ungereimtheiten und nicht jedes Verhalten ist nachvollziehbar. Man kann aber auch gut miträtseln und überlegen, wo die Hintergründe der Tat liegen.
Die aus Tätersicht geschilderten Passagen ergeben außerdem ein Rezept für Marillenknödel, die (giftfreie) Zutatenliste findet sich im Anhang.
Alles in allem ein gelungener Ausflug in die Wachau. Ich würde mich über eine Fortsetzung freuen.