Verstörend und unfassbar intensiv
Hunter White, ein wohlhabender Amerikaner, reist nach Afrika, um endlich seine „Big Five“ zu vollenden und ein Nashorn zu jagen. Doch als Wilderer ihm die Beute vor der Nase wegschnappen, wird er von seinem ...
Hunter White, ein wohlhabender Amerikaner, reist nach Afrika, um endlich seine „Big Five“ zu vollenden und ein Nashorn zu jagen. Doch als Wilderer ihm die Beute vor der Nase wegschnappen, wird er von seinem Jagdveranstalter mit einer noch extremeren Idee konfrontiert – den „Big Six“. Dahinter verbirgt sich eine Grenzüberschreitung, die Hunter tiefer in den Strudel von Macht, Gier und Jagdfieber zieht, als er jemals geahnt hätte.
What The F***! Was war das? Ich meine, ich wusste so ungefähr, worauf ich mich einlasse, und ich habe lange gezögert, dieses Buch zu lesen. Und ich bin ehrlich: Ich weiß nicht, ob ich mich noch einmal dazu entscheiden würde. Das ist so … unbeschreiblich. Der Einstieg fiel mir etwas schwer, denn der Stil von Gaea Schoeters ist schon eigen, aber dann war ich drin – und irgendwann wird es so spannend, dass man mit angehaltenem Atem weiterliest und immer tiefer in die Jagd hineingezogen wird.
Einige Textpassagen fand ich richtig stark, andere dagegen einfach nur schrecklich. Wobei das weniger am Schreibstil liegt, sondern vielmehr an der Thematik: in den Kopf eines Jägers zu schauen, die menschlichen Abgründe mitzuerleben, die teils detailreichen Beschreibungen. Das war für mich sehr ungewöhnlich und extrem harte Kost. Was Schoeters großartig gelingt, ist die Verbindung von Natur und Moral. Diese intensiven Beschreibungen – die Geräusche, die Gerüche, das Licht – all das wirkt so lebendig, dass man die Savanne fast spürt. Gleichzeitig schleichen sich dabei ständig Fragen ins eigene Bewusstsein: Was ist ein Menschenleben wert? Wer hat das Recht, über Leben und Tod zu bestimmen?
Für mich ein schonungsloser, provozierender Roman, der moralische Fragen aufwirft und lange nachhallt – definitiv nichts für zwischendurch, aber absolut besonders.