Cover-Bild Wenn unsere Welt kippt
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21,90
inkl. MwSt
  • Verlag: Fischer Sauerländer
  • Genre: keine Angabe / keine Angabe
  • Seitenzahl: 640
  • Ersterscheinung: 24.09.2025
  • ISBN: 9783737344159
  • Empfohlenes Alter: ab 14 Jahren
Jandy Nelson

Wenn unsere Welt kippt

Eine große Coming-of-Age-Saga der Autorin von "Über mir der Himmel"
Barbara König (Übersetzer)

Drei Geschwister. Ein geheimnisvolles Mädchen. Eine schicksalhafte Begegnung.

Willkommen in Paradise Springs – einer Kleinstadt voller Hitze, Staub und Magie inmitten des Wine Country Kaliforniens und Heimat der Fall-Familie. Die 12-jährige Dizzy Fall ist eine grandiose Kuchenbäckerin, sieht Geister und wäre am liebsten eine Romanheldin. Der 17-jährige Miles Fall ist zugleich hochbegabt und Sportskanone, Hundefanatiker und unfassbar schön. Aber auch verloren und auf der Suche nach dem Jungen seiner Träume. Wynton Fall brilliert als 19-jähriger Geigenvirtuose und fährt sein Leben dabei konsequent gegen die Wand. 
Als Cassidy, ein geheimnisvolles Mädchen mit regenbogenfarbigem Haar in Paradise Springs auftaucht, wirbelt sie die Welt der drei Geschwister durcheinander. Doch bevor Dizzy, Miles und Wynton herausfinden, wer Cassidy wirklich ist, passiert die Katastrophe. Nur Cassidy kann die Fall-Familie wieder zusammenführen …

Ein kaleidoskopisch erzählter Coming-of-Age-Roman voller Rivalitäten, Geheimnisse, Roadtrips, Leidenschaft, Verrat und Liebe. Eine moderne Familiensaga, die mitten ins Herz trifft und sofort nach Erscheinen auf die New-York-Times-Bestsellerliste sprang.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 17.10.2025

Schwach

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Die Vorfahren der Familie Fall sind die Begründer der kleinen Stadt Paradies Springs in Kalifornien.
Doch auf der Familie liegt ein Fluch, der mit der Rivalität zweier Brüder begann und sich bis in die ...

Die Vorfahren der Familie Fall sind die Begründer der kleinen Stadt Paradies Springs in Kalifornien.
Doch auf der Familie liegt ein Fluch, der mit der Rivalität zweier Brüder begann und sich bis in die heutige Zeit auswirkt. Vor zwölf Jahren verunglückte der Vater von Wynton, Miles und Dizzy schwer. Danach verschwand er und niemand hat seitdem etwas vom ihm gehört. Jeder in der Familie trauert für sich allein. Bis eines Tages eine junge Frau mit Haaren in den Farben des Regenbogens auftaucht und endlich Licht ins Dunkel bringt.


Die Zusammenfassung des Romans klingt vielversprechend. Ein Coming-of-Age Roman ab 14 Jahren, über 600 Seiten stark, der die Geschichte einer kalifornischen Familie erzählt.
Doch schon nach dem ersten Drittel verliert sich der Roman in detailreiche Ausschweifungen. Es geht mehr um das, was in der Vergangenheit liegt, als um die aktive Handlung in der Gegenwart. Immer wieder werden unterschiedliche Stile vermischt. So wird beispielsweise ein Handlungsstrang durch Ausschnitte von E-Mails oder Briefen unterbrochen. Dann wiederum findet sich der Leser in einer Fabel bzw. in einer märchenhaften Erzählung wieder.
Hinzu kommt, dass die gesamte Handlung von Problemen, Drama und Tragik völlig überladen ist. Die Familie Fall lässt nichts aus. Von Mobbing über Vernachlässigung von Kindern, Drogen, Alkoholsucht, Betrug, Missbrauch und Depression, es ist alles dabei. Sehr kritisch sehe ich die Passagen, in denen es um sexuelle Fantasien und Handlungen geht, gerne auch unter Drogen, da der Roman für Heranwachsende sein soll.
Alles in allem fehlt dem Roman der Fokus. Weniger Drama, weniger unnützer Stilmix, dafür mehr aktive Handlung und 300 Seiten weniger, würden die Figuren authentischer machen, der Erzählung mehr Tiefe verleihen und so könnte ein Spannungsbogen entstehen, der den Leser fesselt. Das Buch kann ich keinem Heranwachsenden empfehlen, denn es ist in weiten Teilen langweilig, konfus und vermittelt aus meiner Sicht nichts Positives, weder in Sachen Gemeinschaft oder Freundschaft und schon gar nicht in Sachen Familie.

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Veröffentlicht am 19.10.2025

Nicht meins

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Jandy Nelsons Jugendbuch „Wenn unsere Welt kippt“ war so gar nicht meins.

Die Geschichte um die Familie Fall in Paradise Spring ist sehr opulent angelegt. Drei Geschwister stehen dabei im Zentrum: Dizzy ...

Jandy Nelsons Jugendbuch „Wenn unsere Welt kippt“ war so gar nicht meins.

Die Geschichte um die Familie Fall in Paradise Spring ist sehr opulent angelegt. Drei Geschwister stehen dabei im Zentrum: Dizzy Fall, 12, in der Schule eher eine Außenseiterin – sie kann die Ahnen der Falls sehen. Dann ist da ihr Bruder Miles, 17, der sein Coming out erlebt und so Gefahr läuft, von everybody’s darling, dem „vollkommenen“ Miles, zum alles andere als perfekten Miles zu werden. Und schließlich ist da noch sein 19-jährier Bruder Wynton. Er ist ein begnadeter Geigenvirtuose, der mit seinem Spiel die Menschen verzaubert.

Eigentlich bräuchte es nicht mehr Personen, denn die drei Geschwister haben nicht nur alle ihre Eigenarten, die beiden Brüder verstehen sich zudem auch so gar nicht. Diese Kain-und-Abel-Story zieht sich durch das Buch. Nichtsdestotrotz ist da noch die Mutter und der verschollene Vater wie auch ein geheimnisvolles Mädchen, das allen drei Geschwistern begegnet. Viel Zündstoff also für ein Buch.

Zündstoff meine ich hier im wörtlichen Sinn. Denn tatsächlich prägen Konflikte die Beziehungen, die auch körperlich ausgetragen werden. Zudem werden Grenzen ausgetestet mit wilden Partys, Drogen & Co.

Dizzy wirkt dagegen eher pflegeleicht. Ihr Hauptproblem ist, dass sie aussieht „wie ein Frosch mit Perücke“, Gespenster sieht und von ihrem ersten Freund Lizard verlassen wird.

Im Laufe des Jugendromans wandelt sich das Bild vom selbstlos-sozialen Miles, der entweder Bücher liest oder im Tierheim aushilft, und vom bösen Bruder Wynton, der sogar im Gefängnis landet. Hier ist es Jandy Nelson gelungen, ein paar überraschende Wendungen einzubauen.

Was so gar nicht meins war, ist die Mischung, die Jandy Nelsons Jugendbuch prägt. Übersinnliches spielt eine große Rolle, von der Geister sehenden Dizzy bis dahin, dass Miles mit seinem Hund reden kann (der zudem unsterblich ist!). Also: ein schräges Fantasy-Mixtape, zudem noch die Geschichte der Vorfahren, die fast wie ein Märchen erzählt wird.

Dass die Erzählung einer Mutter, die ihr Kind extrem vernachlässigt, neben blumig ausgeschmückten Fantasy-Elementen steht, hat für mich überhaupt nicht zusammengepasst. Auch sprachlich stehen hier Welten gegeneinander. Sehr brutale Gewaltbeschreibungen („Ich schlage zu, bis mir die Knöchel bluten“) und obszöne Formulierungen („Was für ein Arschloch von Vater“; „ihr Name ist fucking Mary“) stehen neben humorvollen Lebensratschlägen („Das Leben ist eine nasse Socke, die man nicht ausziehen kann“) und kitschigen Küssen („Begehren pochte durch ihn durch“).

Auch gelingt es Jandy Nelson in ihrem Buch nicht, sich auf die Hauptfiguren zu konzentrieren. Alle möglichen Details werden auserzählt, auch bei Nebenfiguren. Erst auf den letzten Seiten ist der Autorin doch noch aufgefallen, dass sie doch irgendwann zum Ende kommen muss, und gibt Gas – vieles wie die langsame Erblindung einer Person, wird schnell so nebenher abgehandelt.

Fazit: Für mich war „Wenn unsere Welt kippt“ ein viel zu detailreich erzählter Schmöker, dem es nicht gelingt, furchtbare, realistische Lebensschicksale und märchenhaft erzählte Elemente in Einklang zu bringen. Es beißt sich ganz ordentlich in Jandy Nelsons neuem Jugendbuch.

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