Schwach
Die Vorfahren der Familie Fall sind die Begründer der kleinen Stadt Paradies Springs in Kalifornien.
Doch auf der Familie liegt ein Fluch, der mit der Rivalität zweier Brüder begann und sich bis in die ...
Die Vorfahren der Familie Fall sind die Begründer der kleinen Stadt Paradies Springs in Kalifornien.
Doch auf der Familie liegt ein Fluch, der mit der Rivalität zweier Brüder begann und sich bis in die heutige Zeit auswirkt. Vor zwölf Jahren verunglückte der Vater von Wynton, Miles und Dizzy schwer. Danach verschwand er und niemand hat seitdem etwas vom ihm gehört. Jeder in der Familie trauert für sich allein. Bis eines Tages eine junge Frau mit Haaren in den Farben des Regenbogens auftaucht und endlich Licht ins Dunkel bringt.
Die Zusammenfassung des Romans klingt vielversprechend. Ein Coming-of-Age Roman ab 14 Jahren, über 600 Seiten stark, der die Geschichte einer kalifornischen Familie erzählt.
Doch schon nach dem ersten Drittel verliert sich der Roman in detailreiche Ausschweifungen. Es geht mehr um das, was in der Vergangenheit liegt, als um die aktive Handlung in der Gegenwart. Immer wieder werden unterschiedliche Stile vermischt. So wird beispielsweise ein Handlungsstrang durch Ausschnitte von E-Mails oder Briefen unterbrochen. Dann wiederum findet sich der Leser in einer Fabel bzw. in einer märchenhaften Erzählung wieder.
Hinzu kommt, dass die gesamte Handlung von Problemen, Drama und Tragik völlig überladen ist. Die Familie Fall lässt nichts aus. Von Mobbing über Vernachlässigung von Kindern, Drogen, Alkoholsucht, Betrug, Missbrauch und Depression, es ist alles dabei. Sehr kritisch sehe ich die Passagen, in denen es um sexuelle Fantasien und Handlungen geht, gerne auch unter Drogen, da der Roman für Heranwachsende sein soll.
Alles in allem fehlt dem Roman der Fokus. Weniger Drama, weniger unnützer Stilmix, dafür mehr aktive Handlung und 300 Seiten weniger, würden die Figuren authentischer machen, der Erzählung mehr Tiefe verleihen und so könnte ein Spannungsbogen entstehen, der den Leser fesselt. Das Buch kann ich keinem Heranwachsenden empfehlen, denn es ist in weiten Teilen langweilig, konfus und vermittelt aus meiner Sicht nichts Positives, weder in Sachen Gemeinschaft oder Freundschaft und schon gar nicht in Sachen Familie.