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17,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Wallstein Erfolgstitel - Belletristik und Sachbuch
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 23.07.2025
  • ISBN: 9783835389366
Jehona Kicaj

ë

Roman. Shortlist Deutscher Buchpreis 2025
Ein stilles und zugleich sprachmächtiges Buch, das vom Verlust der Heimat durch Krieg, von Schmerz und Sprachverlust erzählt. In diesem ergreifenden Debüt findet die Autorin eine großartige eigene Sprache.

Der ungewöhnliche Titel »ë« steht für einen Buchstaben, der in der albanischen Sprache eine wichtige Funktion hat, obwohl er meist gar nicht ausgesprochen wird. Als Kind von Geflüchteten aus dem Kosovo ist die Erzählerin auf der Suche nach Sprache und Stimme. Sie wächst in Deutschland auf, geht in den Kindergarten, zur Schule und auf die Universität, sucht nach Verständnis, aber stößt immer wieder auf Zuschreibungen, Ahnungslosigkeit und Ignoranz.
Als der Kosovokrieg Ende der 90er-Jahre wütet, erlebt sie ihn aus sicherer Entfernung. Doch auch in der Diaspora sind Krieg und Tod präsent – sie werden nur anders erlebt als vor Ort.

Der Roman »ë« erzählt von dem in Deutschland kaum bekannten Kosovokrieg und erinnert an das Leid von Familien, die ihre Heimat verloren haben, deren ermordete Angehörige anonym verscharrt wurden und bis heute verschollen oder nicht identifiziert sind. Eine Vergangenheit, die nicht vergehen kann, weil sie buchstäblich in jeder Faser des Körpers steckt, wird von Jehona Kicaj im wahrsten Wortsinn zur Sprache gebracht.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 04.11.2025

ë ist ein beeindruckender, literarisch dichter Roman

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ë ist ein beeindruckender, literarisch dichter Roman, der schon durch seine Shortlist-Nominierung für den Deutschen Buchpreis 2025 aufhorchen lässt – und das völlig zu Recht. Jehona Kicaj erzählt mit einer ...

ë ist ein beeindruckender, literarisch dichter Roman, der schon durch seine Shortlist-Nominierung für den Deutschen Buchpreis 2025 aufhorchen lässt – und das völlig zu Recht. Jehona Kicaj erzählt mit einer außergewöhnlichen sprachlichen Sensibilität und einem feinen Gespür für Atmosphäre. Jeder Satz ist bedacht, kraftvoll und zugleich poetisch, sodass man beim Lesen oder Hören in eine ganz eigene Welt eintaucht.

Die Figuren sind intensiv gezeichnet und hinterlassen einen bleibenden Eindruck. Kicaj schafft es, komplexe Emotionen und Gedanken auf eine klare, prägnante Weise zu vermitteln, die nachklingt und zum Nachdenken anregt. Die erzählerische Dichte verlangt dem Leser Aufmerksamkeit ab, belohnt aber mit einem tiefen Leseerlebnis, das man nicht so schnell vergisst.

Mein Fazit:
Ein sprachlich und inhaltlich außergewöhnlicher Roman, der auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises 2025 völlig zurecht steht. ë ist anspruchsvoll, intensiv und nachdenklich – perfekt für alle, die Literatur lieben, die berührt, herausfordert und lange nachwirkt.

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Veröffentlicht am 13.10.2025

Gewaltig, wichtig und eindrücklich - ein Roman, der nachhallt und durch sprachliche Eleganz besticht

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Jehona Kicaj ist 1991 im Kosovo geboren und in Göttingen aufgewachsen. Sie hat Germanistik, Philosophie und Neuere Deutsche Literaturwissenschaft studiert. Als Kind kosovarischer Geflüchteter erzählt sie ...

Jehona Kicaj ist 1991 im Kosovo geboren und in Göttingen aufgewachsen. Sie hat Germanistik, Philosophie und Neuere Deutsche Literaturwissenschaft studiert. Als Kind kosovarischer Geflüchteter erzählt sie ihre Geschichte und die des Krieges im Kosovo Ende der 90er Jahre, den sie aus sicherer Entfernung in Deutschland miterlebt. Sie erzählt von ihrer eigenen Familie, aber auch von Exil, Flucht, Migration und Völkermord. Der Titel "ë" steht dabei für einen Buchstaben, der essentiell für die albanische Sprache ist, aber kaum hörbar ist beim Sprechen.

Mit 176 Seiten ist das Buch nicht allzu dick, hat es dafür aber in sich. Sprachgewaltig und feinfühlig beschreibt die Autorin hier ein wichtiges Thema, das in Vergessenheit gerät und für viele von uns nicht präsent ist oder war. Sie verpackt sensible Themen wie Krieg, Flucht und Sprachlosigkeit gekonnt in eine Geschichte, die sowohl ihr selbst als auch allen Opfern und Überlebenden des Krieges gerecht wird.
Der Roman beginnt mit der Sprachlosigkeit im weitesten Sinne - bei einem Zahnarztbesuch. Die Autorin benötigt eine Beißschiene, denn sie presst die Kiefer wohl so fest aufeinander, dass Zähne und Knochen Schaden nehmen. Bereits hier zeigt sie eindrucksvoll, wie sie die Sprachlosigkeit und -suche erlebt, stets zwischen zwei Sprachen zu sein, die Sprache nicht finden und greifen zu können. Sie widmet sich einer Fülle an Themen, auch ihre Erfahrungen als Kind Geflüchteter in Deutschland sind Thema: Rassismus und Ausgrenzung in Schule und Universität, aber auch im Alltag. Ebenso die kollektiven Erinnerungen, beispielsweise ihrer Eltern oder anderer Familienmitglieder und die Angst, die Sprache zu verlieren, beschreibt sie treffend und stets wird ihre Zerrissenheit deutlich, an der sie uns als Leser teilhaben lässt. Der Erzählstil ist dabei sachlich, aber eindringlich und nie belehrend und das entfaltet einen Sog beim Lesen, dem man sich als Leser kaum entziehen kann. Einen kleinen Abzug gibt es für mich für die vielen Wechsel der Zeit- und Personenebenen, weil das Buch keine Kapitel oder Überschriften hat. Oft musste man sich erst wieder in die Geschichte einfinden, wenn in einem neuen Absatz ein neuer Gedanke aufgegriffen wird. Aber es fordert beim Lesen und passt zur Handlung und der Geschichte.
Das Buch hat mich sehr bewegt und zum Nachdenken gebracht, es hallt nach und greift das Thema und die Aufarbeitung des Kosovokrieges auf, das oft ignoriert wird und in Vergessenheit gerät.

Jehona Kicaj jat mit "ë" einen gewaltigen, wichtigen und fordernden Roman geschrieben, der nicht nur unterhält sondern auch die Grausamkeiten und Komplexitäten von Krieg, Migration und Sprachlosigkeit aufgreift. Für mich völlig zurecht auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2025, ich würde mich freuen, wenn sie damit ausgezeichnet wird. Unbedingte Leseempfehlung!

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Veröffentlicht am 12.09.2025

Authentisch und lesenswert

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Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen und ich finde, dass es die Nominierung für den Deutschen Buchpreis wirklich verdient hat. Die Erzählerin ist eine junge Frau, die in verschiedenen Erzählszenarien ...

Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen und ich finde, dass es die Nominierung für den Deutschen Buchpreis wirklich verdient hat. Die Erzählerin ist eine junge Frau, die in verschiedenen Erzählszenarien wiederkehrende Erzählstränge schildert. Die Episoden beim Zahnarzt zeigen eindringlich, dass sie etwas Unbenanntes zu verarbeiten hat. Gleichzeitig gibt es Erinnerungen an die erste Zeit in Deutschland, prägende Begegnungen, Studium, Treffen mit der Familie und deren Erinnerungen. Dazu kommt eine Vortragsreihe über den Kosovo und grausame Details über den Krieg. Als Leser pendelt man mit der Erzählerin zwischen Distanz und Betroffenheit. Der Schreibstil ist sachlich und fast neutral, nie belehrend, aber doch auch eindringlich und die junge Erzählerin wirkte auf mich alt, entwurzelt und auch ein bisschen desillusioniert. Sehr gut beschreiben fand ich den Spagat zwischen Sprachlosigkeit und Assimilation in der neuen Heimat. Durch die Stimmen und Erinnerungen der Familie werden Fluchterinnerungen geteilt und die Ängste der Älteren, die fürchten, dass die Kinder das Wesentliche ihrer Kultur vergessen. Auf mich wirkte das Buch sehr authentisch und ich finde die Darstellungen der verschiedenen Erlebnisse und Gefühle sehr feinfühlig und reflektiert.

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Veröffentlicht am 04.09.2025

Ein äußerst wichtiges Buch

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„e“ steht im Albanischen für einen Buchstaben, der meist gar nicht ausgesprochen wird – und wenn, dann wie das e in „Bäume“.

Ein ergreifendes Buch, das vom Verlust von Heimat und Sprache erzählt – ausgelöst ...

„e“ steht im Albanischen für einen Buchstaben, der meist gar nicht ausgesprochen wird – und wenn, dann wie das e in „Bäume“.

Ein ergreifendes Buch, das vom Verlust von Heimat und Sprache erzählt – ausgelöst durch den Kosovo-Krieg.
Die Erzählerin ist das Kind geflüchteter Kosovo-Albaner und wächst größtenteils in Deutschland auf.
Eines Tages wacht sie auf, findet ein Stück abgeriebenen Zahns in ihrem Mund und spürt Schmerzen im Kiefer. Der daraufhin aufgesuchte Zahnarzt erklärt ihr, dass Zähneknirschen auch mit unterdrückten Gefühlen oder unausgesprochenen Worten zusammenhängen kann. Daraufhin begibt sie sich auf die Suche nach den Gründen.
In Form von Erinnerungen schildert sie, welche Gräueltaten im Kosovo begangen wurden, welche Folgen das für die Bevölkerung hatte und welche Nachwirkungen bis heute spürbar sind. Auch die im Ausland lebenden Kosovo-Albaner leiden psychisch und körperlich, selbst wenn sie den Krieg nicht unmittelbar miterlebt haben. Fast jeder kennt einen verschollenen Verwandten, dessen Leiche nie gefunden wurde.
Jehona Kicaj ist es gelungen, einen sehr interessanten und informativen Roman über ein schreckliches Thema zu schreiben, der jedoch nicht anklagt, sondern darstellt. Es geht um Völkermord, Heimat, Flucht, Identität und Integration. Vieles war mir zuvor nicht bewusst! Sprachlich ist das Buch unglaublich gut geschrieben.
Was für ein Debüt!
Ein äußerst wichtiges Werk über einen fast vergessenen Teil europäischer Geschichte

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Veröffentlicht am 23.07.2025

Geht unter die Haut

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"ë" , der Debütroman von Jehona Kicaj ist keine leichte Kost aber absolut lesenswert.

Der Titel ë ist ein albanischer Buchstabe, ein häufig gebrauchter Buchstabe, Dieser Buchstabe ist stimmlos. Ebenso ...

"ë" , der Debütroman von Jehona Kicaj ist keine leichte Kost aber absolut lesenswert.

Der Titel ë ist ein albanischer Buchstabe, ein häufig gebrauchter Buchstabe, Dieser Buchstabe ist stimmlos. Ebenso stimmlos wie die Protagonistin des Romans. In der Ich-Perspektive erzählt Jehona Kicaj aus ihrem Leben und ihrer Suche nach ihrer Vergangenheit. Sie ist als Tochter von Geflüchteten in Deutschland aufgewachsen, hat den Krieg im Kosovo nur aus der Ferne erlebt. Sie ist schüchtern, sehr schweigsam und knirscht nachts mit den Zähnen. Als sie ihr Studium beendet hat, begibt sie sich auf Spurensuche in ihrer Heimat.

Der Krieg im Kosovo 1998-1999 dürfte vielen Lesenden kein Begriff sein, hier empfiehlt sich einmal im Internet nachzuschauen. Der Roman selbst geht tiefer. Er beschreibt in eindringlicher Sprache nicht nur die Situation vor Ort sondern auch das Verhalten gegenüber Geflüchteten in Deutschland. Ich interpretiere das Zähneknirschen der Protagonistin, die im Schlaf so fest zubeißt, dass sie ihre Zähne nachhaltig beschädigt, als unbewusstes Verarbeiten eines Familientraumas, hervorgerufen durch den Krieg im Kosovo. Dieser Krieg wird von der Autorin über Unterhaltungen und Begegnungen mit ihrer Familie in Deutschland und im Kosovo erzählt. Auch die heutige Situation der Kosovoalbaner wird beschrieben ebenso die Grausamkeit dieses Krieges.

Kicaj schildert in einer Sprache, die einem wirklich unter die Haut geht und traurig macht. Ich würde mir wünschen, dass dieser Roman viele Lesende erreicht, um mit Vorurteilen aufzuräumen und eigenes Handeln zu überdenken.

Eine absolute Leseempfehlung von mir und verdiente 5 Sterne!

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