Die Kraft der Liebe
„...Linnea Newberry schien Schwierigkeiten noch stärker anzuziehen als das Laternenlicht der Motten...“
Diese Tatsache bestätigt sich an vielen Stellen der Geschichte. Meist ist Linnea so in ihre Arbeit ...
„...Linnea Newberry schien Schwierigkeiten noch stärker anzuziehen als das Laternenlicht der Motten...“
Diese Tatsache bestätigt sich an vielen Stellen der Geschichte. Meist ist Linnea so in ihre Arbeit als Botanikerin vertieft, dass sie die Gefahren nicht sieht.
Die Autorin hat einen berührenden und humorvollen historischen Roman geschrieben. Er spielt im Jahre 1863 in Kansas. Der Schriftstil ist fein ausgearbeitet. Er sorgt nicht nur für einen inneren Spannungsbogen, sondern lässt auch Raum für die Emotionen der Protagonisten.
„...Gott, hilf mir! Angst und Panik krochen in ihr hoch...“
Die Geschichte geht gleich heftig los. Linnea ist mit ihrem Großvater und einer Gruppe Wissenschaftler, deren Leiter der Großvater ist, auf den Weg in den Westen, als eine Unebenheit den Wagen ins Schwanken bringt und sie im Fluss landet. Glücklicherweise ist Flynn McQuaid in der Nähe, der mit seinem Pferd in die Flut reitet und sie herauszieht.
Flynn McQuaid ist auf den Weg zur Farm seines Bruders, um ihm eine Herde Rinder zu bringen. Er hat seine beiden jüngeren Geschwister bei sich. Für den Humor der Geschichte sorgt vor allem seine kleine Schwester Ivy, die ohne die Anleitung einer Mutter aufgewachsen ist und immer sagt, was sie denkt. Linnea kommt ihr gerade recht. Warum? Das sagt das folgende Zitat.
„...Nash hat zu Jericho und Dylan gesagt, dass du gereizt bist, wie eine Zecke auf einem Kalb. Sie sind sich einig, dass du dringend eine Frau brauchst...“
Linnea ist seit wenigen Wochen Witwe. Ihr Mann war mit auf der Expedition und ist an einer Lungenentzündung gestorben. Ihr Großvater würde sie am liebsten zurückschicken. Doch dann kommt ihm ein anderer Einfall. Er engagiert Flynn, der sie im Auge behalten soll. Allerdings darf sie von der Abmachung nichts wissen. Ob das eine gute Idee ist?
Linnea ist sehr frei erzogen. Ihre Mutter ist in der Frauenbewegung aktiv und diese Werte ihrer Tochter vermittelt. Linnea möchte gleichwertig wie die anderen Wissenschaftler behandelt werden. Das sehen die logischerweise anders. Einer von ihnen hofft, die Stelle ihres verstorbenen Mannes einnehmen zu können. Dem ist Flynn ein Dorn im Auge, denn es nicht zu übersehen, dass es zwischen Flynn und Linnea zunehmend knistert.
Mir gefällt, dass Linneas Glauben gekonnt, aber nie vordergründig in die Handlung einbezogen wird.
Das Buch hat mir sehr gut gefallen.