Außergewöhnliche Hommage
Old Shatterhand zieht sich schwermütig von der Versöhnungsfeier am Mount Winnetou zurück und sucht eine ruhige Minute, um sich in Winnetous Testament zu vertiefen. Darin eröffnet sich ihm nicht nur ein ...
Old Shatterhand zieht sich schwermütig von der Versöhnungsfeier am Mount Winnetou zurück und sucht eine ruhige Minute, um sich in Winnetous Testament zu vertiefen. Darin eröffnet sich ihm nicht nur ein unerwarteter Blick auf Winnetous Kindheit, sondern auch auf den Gedankenreichtum seines so schmerzlich vermissten Blutsbruders.
Ich war etwas skeptisch als ich dieses Buch aufgeschlagen habe. Bei Reinhard Marheinecke habe ich schon atemberaubend gute Adaptionen gelesen und sehr holprige. Mit der Anknüpfung ausgerechnet an die für mich schlechteste Karl May-Geschichte, Winnetous Erben, und dem Auftritt des für mich so nervtötenden Herzles, bekam ich Angst, doch welche Befürchtungen und ich auch gehabt haben mochte, sobald man vom Mount Winnetou in die Geschichte Winnetous eintaucht, war ich gefangen. Der Ton und die Gedankenwelt Mays werden meiner Meinung nach sehr gut getroffen. So wie Jutta Laroche und Reinhard Marheinecke im Nachwort gesagt haben: Dieses Buch sollte eine Hommage sein und das ist es auch. Eine äußerst gelungene Hommage.
Um dieses Buch vollständig genießen zu können, ist es natürlich gut, das wesentliche Werk Karl Mays zu kennen, aber auch ohne Kenntnis aller Hintergründe bleibt eine spannende Abenteuerlektüre, die die Figur Winnetous großartig ausbaut. Die Autoren nehmen sämtliche verstreuten, und durchaus heterogenen, Hinweise Mays zu Winnetous Geschichte auf und füllen sie respektvoll und konsistent mit Leben.
Vom ersten Band der 8bändigen Reihe „Winnetous Testament“ bin ich begeistert!