Cover-Bild Sisi
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10,99
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  • Verlag: E-Books im Verlag Kiepenheuer & Witsch
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: allgemein und literarisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 22.09.2022
  • ISBN: 9783462321029
Karen Duve

Sisi

Karen Duves großer Roman über Sisi – zwischen Zwang und Freiheit
Als Elisabeth (Sisi) durch Heirat zur Kaiserin von Österreich wird, betritt sie eine streng geordnete Welt voll steifer Konventionen und langweiliger Empfänge. Ausbrechen kann sie nur auf ausgedehnten Reisen und bei Aufenthalten auf ihrem ungarischen Schloss Gödöllö. Dort kann sie ungezwungen leben und ihrer größten Leidenschaft nachgehen: wilden Reitjagden. Kein Wassergraben ist der Kaiserin zu breit, kein Hindernis zu gefährlich – Sisi gehört zu den besten und tollkühnsten Reiterinnen ihrer Zeit. Der legendäre Jagd- und Rennreiter Bay Middleton bewundert die Kaiserin nicht nur für ihr reiterliches Können.
Bei einem Aufenthalt auf Gödöllö lädt Sisi ihre reit- und fechtkundige Nichte Marie Wallersee zu sich ein. Als Tochter einer Schauspielerin ist Marie eigentlich nicht standesgemäß, aber Sisi sieht in ihr ein freieres zweites Selbst und macht sie zur engen Vertrauten. Die 18-jährige Marie erliegt schnell dem Charme der kaiserlichen Tante und assistiert ihr nur allzu gerne, wenn diese die leidenschaftliche Reiterin und Femme fatale gibt. Doch bald wirkt auch Marie anziehend auf andere, besonders auf die männlichen Adligen.
Sisi, daran gewöhnt im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen, sieht sich nach einem Ehemann für die lästige Konkurrenz um und beginnt ein intrigantes Spiel aus Verführung und Verrat.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 01.10.2022

Staubtrockene biographische Fiktion

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Kaiserin Elisabeth ist längst zum popkulturellen Phänomen avanciert. Es gibt die einigermaßen kitschigen Filme mit Karlheinz Böhm und Romy Schneider, unzählige Analysen und Werke zur Geschichte der Habsburger, ...

Kaiserin Elisabeth ist längst zum popkulturellen Phänomen avanciert. Es gibt die einigermaßen kitschigen Filme mit Karlheinz Böhm und Romy Schneider, unzählige Analysen und Werke zur Geschichte der Habsburger, die empfehlenswerte Biographie der renommierten Historikerin Brigitte Hamann (“Hitlers Wien.”) Ein Musical wurde auf die Beine gestellt und eine Netflix - Serie soll bald an den Start gehen. Karen Duve (‘Anständig essen') legt mit ‘Sisi’ eine Art Romanbiographie vor, die sich gut verkaufen dürfte. Besonders gut gefiel mir das Literaturverzeichnis im Anhang. Für diesen Quellennachweis vergebe ich Bonuspunkte.
Die Autorin möchte nicht das komplette Leben der Elisabeth von Bayern porträtieren, vielmehr konzentriert sie sich auf einen bestimmten Lebensabschnitt der Ikone. Man erfährt Dinge, die man als geschichtsinteressierte Leserin schon wusste, die eine oder andere Neuigkeit, vieles ist jedoch schlicht die Auslegung beziehungsweise die Interpretation der Autorin. Grob wird der Zeitraum von 1874-1877 abgedeckt.
In ‚Sisi‘ wird die Protagonistin als nicht mehr ganz junge(circa achtunddreissigjährige) Monarchin gezeigt, die so oft wie möglich aus Wien flieht, um sich ihrem großen Hobby zu widmen, dem Reiten. An Fuchs- und Treibjagden nehmen Adelige und Artisten teil, man erfährt etwas über Hofdamen, Bedienstete und über die Marotten (Jugendwahn und Diätorgien) der Kaiserin. Diese ist enttäuscht von ihrem untreuen Ehemann, daher liebt sie es, von ihren Beaus bewundert zu werden. Als sie jedoch ihre ( nicht standesgemäße)Nichte an den Hof holt, ist ihre Vormachtstellung in Gefahr. Marie Wallersee ist eine ebenso gute Reiterin wie ihre sportbegeisterte Tante, eine junge und hübsche Frau, die bald ins Zentrum der allgemeinen Aufmerksamkeit gerät. Das kann Sisi natürlich nicht erlauben…
Karen Duve blickt mit Staunen und Unverständnis, teilweise mit Abscheu auf Hof und Zeremoniell, sie verurteilt die Fuchsjagd. Keine ihrer Figuren ist sympathisch, die Adeligen sind egozentrisch und wirklichkeitsfremd, den Bediensteten und Hofdamen ist kein autonomes Leben und erst recht kein persönliches Glück vergönnt.
Stilistisch und sprachlich habe ich definitiv mehr erwartet. Karen Duve reiht Hauptsatz an Hauptsatz an Hauptsatz, es gibt flapsige Formulierungen. Der Roman ist knochentrocken geschrieben, ehrlich gesagt habe ich schon wissenschaftliche Arbeiten gelesen, die spannender waren. Zwar gibt es interessante Schauplätze (Ungarn etc.) , die Autorin schafft es aber leider nicht, ein nuanciertes Bild zu zeichnen, sie macht auch markige Sprüche(„Rudolf ist glücklich, wenn er töten kann.“) und gruppiert Aussagen so, dass sie den Sprecher oder die Sprecherin selten sympathisch oder gar empathisch erscheinen lassen.
„Sisi" konnte mich leider überhaupt nicht begeistern. Der Roman ist angenehm kitschfrei, aber leider auch langweilig und trocken konzipiert und simpel formuliert. Da greife ich lieber zu einem wissenschaftlichen Werk oder zu einem Roman, der gar nicht erst versucht, anspruchsvoll und seriös zu sein („ Die Kaiserin").

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Veröffentlicht am 14.05.2023

Stückwerk

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Viele Jahre nach ihrer Krönung zur Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn scheint Sisi offenbar nur noch zwei Ziele vor Augen zu haben. Einerseits richtet sich ihr Tagesablauf und ihre Nachttoilette ...

Viele Jahre nach ihrer Krönung zur Kaiserin von Österreich und Königin von Ungarn scheint Sisi offenbar nur noch zwei Ziele vor Augen zu haben. Einerseits richtet sich ihr Tagesablauf und ihre Nachttoilette danach ihre Schönheit und Jugendlichkeit zu erhalten. Andererseits nutzt sie jede Möglichkeit zu Jagdausflügen, die ihr nicht wild genug sein können, um ihr reiterliches Können unter Beweis zu stellen.
Menschen in ihrer Umgebung sind von ihren Launen und ihrem Wohlwollen abhängig.



Anfänglich musste ich erst einmal mein Sissi-Bild aus den Romy Schneider Filmen verdrängen. Natürlich wusste ich, dass die damaligen Filme kein reales Bild der Kaiserin darstellten. Deshalb empfand ich die Beschreibung des Verhaltens der Kaiserin und Szenenbilder ihrer Jagdausflüge interessant und durchaus real.
Leider wurde der Lesefluss immer wieder durch Szenenwechsel beziehungsweise durch die Aneinanderreihung verschiedener zusammenhanglosen Szenen gestört. Einzig der Werdegang der Baronesse Louise von Wallersee wird durchgehend beschrieben, obwohl es sich doch um Karen Duves großer Roman über Sisi handeln sollte.
Ich glaube, dieser Überschrift wird er nicht gerecht. Ich bin noch nicht einmal sicher, ob es sich um einen Roman handelt. Ich sehe in ihm eher eine Dokumentation über einen bestimmten, aber nicht genannten Zeitraum im Leben der österreichischen Kaiserin.
Und das ist eher unbefriedigend, leider.

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Veröffentlicht am 22.09.2022

Nicht mein Fall

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Gesponserte Produktplatzierung - Rezensionsexemplar
Preis: € 19,99 [D]
Verlag: Galiani-Berlin
Seiten: 416
Format: Ebook
Reihe: -
Erscheinungsdatum: 22.09.2022

Inhalt:

Karen Duves großer Roman über ...

Gesponserte Produktplatzierung - Rezensionsexemplar
Preis: € 19,99 [D]
Verlag: Galiani-Berlin
Seiten: 416
Format: Ebook
Reihe: -
Erscheinungsdatum: 22.09.2022

Inhalt:

Karen Duves großer Roman über Sisi – zwischen Zwang und Freiheit. Bis ins kleinste Detail recherchiert und gnadenlos seziert: Karen Duve über eine Kaiserin, die ihrer Zeit oft weit voraus war und trotzdem bis heute unterschätzt wird.

Als Elisabeth (Sisi) durch Heirat zur Kaiserin von Österreich wird, betritt sie eine streng geordnete Welt voll steifer Konventionen und langweiliger Empfänge. Ausbrechen kann sie nur auf ausgedehnten Reisen und bei Aufenthalten auf ihrem ungarischen Schloss Gödöllö. Dort kann sie ungezwungen leben und ihrer größten Leidenschaft nachgehen: wilden Reitjagden. Kein Wassergraben ist der Kaiserin zu breit, kein Hindernis zu gefährlich – Sisi gehört zu den besten und tollkühnsten Reiterinnen ihrer Zeit. Der legendäre Jagd- und Rennreiter Bay Middleton bewundert die Kaiserin nicht nur für ihr reiterliches Können.

Bei einem Aufenthalt auf Gödöllö lädt Sisi ihre reit- und fechtkundige Nichte Marie Wallersee zu sich ein. Als Tochter einer Schauspielerin ist Marie eigentlich nicht standesgemäß, aber Sisi sieht in ihr ein freieres zweites Selbst und macht sie zur engen Vertrauten. Die 18-jährige Marie erliegt schnell dem Charme der kaiserlichen Tante und assistiert ihr nur allzu gerne, wenn diese die leidenschaftliche Reiterin und Femme fatale gibt. Doch bald wirkt auch Marie anziehend auf andere, besonders auf die männlichen Adligen.

Sisi, daran gewöhnt im Zentrum der Aufmerksamkeit zu stehen, sieht sich nach einem Ehemann für die lästige Konkurrenz um und beginnt ein intrigantes Spiel aus Verführung und Verrat.

Design:

Das Cover mit dein zwei steigenden Zirkuspferden, welche sich zu umarmen scheinen, erschließt sich tatsächlich im Laufe des Buches und rückblickend empfinde ich es als eine sehr gute Wahl. Von mir aus hätte ich es zwar nie mit Sisi in Verbindung gebracht, doch spätestens nach der Lektüre werde ich dieses Bild für immer mit ihr in Verbindung bringen.

Meine Meinung:

Sisi und ihre Nichte Marie Wallersee sind die beiden Hauptprotagonistinnen in diesem Werk. Die Kaiserin von Österreich ist natürlich vielen ein Begriff, doch Marie war für mich neu.

Inhaltlich geht es vor allem um Sisi und ihre Liebe zu den Pferden. Andauernd geht sie reiten, zur Jagd und reist von hier nach dort um an Rennen und Jagden teilzunehmen oder zuzuschauen. Begleitet wird sie von der bereits erwähnten Nichte Marie, die sie unter ihre Fittiche nimmt. Auch wenn es nicht standesgemäß ist - der Kaiserin gibt man keine Widerworte. Dadurch kommt Marie auf den Geschmack der elitären Kreise.

Ich habe damit gerechnet, dass das im letzten Absatz der Inhaltsangabe aufgeführte "intrigante Spiel aus Verführung und Verrat" um Marie einen Mann zu finden den Großteil des Buches einnehmen würde. Doch tatsächlich geht es erst ziemlich am Ende darum, als die Handlung selbst schon fast abgeschlossen ist. Die gemeinsame Zeit von Sisi und ihr steht definitiv mehr im Fokus. Daher habe ich leider etwas anderes vom Buch erwartet.

Gut gefallen haben mir die eingestreuten Rückblenden und kurzen Kapiteln zu Kaiser Franz. Das rundet das Bild ab und zeigt noch eine andere Seite der Geschichte.

Da ich persönlich nicht viel mit Pferden anfangen kann, hat mich ein Großteil des Buches leider ziemlich gelangweilt. Wenn wieder über die Unterschiede der Pferde gefachsimpelt wird oder die zigste Jagd stattfindet - da konnte mich das Buch einfach nicht packen.
Die gesellschaftlichen und politischen Hintergründe werden zwar immer wieder erwähnt und angerissen, doch leider nicht weiter ausgeführt. Durch den Hinweis in der Inhaltsangabe, dass Sisi "ihrer Zeit oft weit voraus war und trotzdem bis heute unterschätzt wird" hätte ich hier mehr erwartet. Dafür wird ausführlich und immer wieder auf die Gesichtspflege und Körperpflege der Kaiserin eingegangen und wie sie in ihre Reitkleidung eingenäht wurde.

Die aufkommende Langeweile wurde für mich abgedämpft von dem wirklich guten Schreibstil. Ihm ist es auch zu verdanken, dass ich das Buch beendet habe.

Fazit:

Leider hat das Buch nicht meinen Geschmack getroffen. Für den guten Schreibstil und die teilweise interessanten Details vergebe ich zwei Sterne.