Ein fesselnder Krimi mit starkem roten Faden und cleveren Wendungen
„Todesflut“ war für mich das erste Buch aus der Reihe um Ermittlerin Emma Klar – und ich war positiv überrascht, wie gut man als Neueinsteiger in die Handlung hineingeführt wird. Obwohl immer wieder auf ...
„Todesflut“ war für mich das erste Buch aus der Reihe um Ermittlerin Emma Klar – und ich war positiv überrascht, wie gut man als Neueinsteiger in die Handlung hineingeführt wird. Obwohl immer wieder auf Ereignisse aus früheren Bänden angespielt wird, fühlte ich mich nie verloren. Im Gegenteil: Die Hinweise auf Emmas Vergangenheit machten mich eher neugierig und gaben ihrem Charakter Tiefe, ohne mich zu überfordern.
Schon auf den ersten Seiten entwickelt sich ein klassischer Krimi mit moderner Note: die Handlung spielt nach der Corona-Pandemie, was gelegentlich anklingt, ohne sich unangenehm in den Vordergrund zu drängen. Die Atmosphäre bleibt durchgehend spannend, und Emma wird als kluge, erfahrene Ermittlerin dargestellt, die ihre Gedanken oft mit den Leser teilt – was die Ermittlungsarbeit besonders nahbar macht.
Je weiter man liest, desto deutlicher wird, wie komplex der Fall tatsächlich ist. Was zu Beginn noch eher überschaubar wirkt, wächst sich nach und nach zu einem vielschichtigen Ermittlungsnetz aus. Neue Spuren, neue Zeugen, neue Verbindungen – und Emmas Team wird gefühlt mit jedem Kapitel größer. Trotzdem schafft es die Autorin, den roten Faden klar zu halten und nicht im Chaos zu versinken. Gerade dieser strukturierte Aufbau ist einer der großen Pluspunkte des Romans.
Auch die Figurenentwicklung, insbesondere rund um Karina, hat mir gut gefallen. Zunächst als Hauptverdächtige im Raum stehend, wandelt sich ihr Bild zunehmend. Dieser stetige Perspektivwechsel sorgt für zusätzliche Spannung und hält die Lesenden aktiv im Miträtseln.
Der Showdown überrascht: Mit einem Täter den ich nicht erwartet hätte! Die Auflösung fügt sich logisch zusammen, auch wenn sie nicht diesen ganz großen „WOW“-Moment erzeugt hat, den ich mir insgeheim erhofft hatte.
Besonders positiv hervorheben möchte ich:
den klaren, nachvollziehbaren roten Faden,
die kontinuierliche Spannung,
die vielen kleinen Hinweise, die nach und nach ein vollständiges Bild ergeben,
die authentische Ermittlungsarbeit, die mich immer wieder hat überlegen lassen, wie nah das wohl an der Realität liegt.
Für jemanden, der normalerweise keine Krimis liest, war „Todesflut“ überraschend fesselnd – auch wenn es für mich persönlich nicht zum absoluten Highlight geworden ist, genieße ich den respektvollen, sauberen Aufbau der Story sehr.
Fazit:
Ein spannender, gut strukturierter Krimi mit starker Ermittlerin, solider Atmosphäre und einer Auflösung, die logisch, wenn auch nicht übermäßig spektakulär ist.