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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 13.01.2026

Spannende Idee, schwache Umsetzung

Sophie L.
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Leider konnte mich dieser „Thriller“ gar nicht abholen. Von Thrill war aber wirklich nicht das Geringste zu spüren, es war eher ein mittelmäßig spannender Familien-/Historischer Roman. Die Idee klang total ...

Leider konnte mich dieser „Thriller“ gar nicht abholen. Von Thrill war aber wirklich nicht das Geringste zu spüren, es war eher ein mittelmäßig spannender Familien-/Historischer Roman. Die Idee klang total spannend, aber die Umsetzung hat wirklich sehr, sehr viel Potenzial verschenkt. Auch mit dem Schreibstil bin ich nicht warm geworden, dieser las sich häufig irgendwie hölzern.
Olivia ist Gedächtnisexpertin – wie immer wieder betont wird, sie hat sogar einen Doktortitel – und arbeitet als Psychotherapeutin in irgendeinem Londoner Vorort. Eines Tages gesteht ihre Großmutter, die in Paris lebt, mitten in der Lobby eines bekannten Hotels, dass sie 1945, als sie nach dem Krieg drei Tage im Hotel verbringen musste, dort eine andere Frau umgebracht und deren Namen angenommen hat. Als einzige Verwandte eilt Olivia natürlich sofort von England aus nach Paris. Da ihre Großmutter Anzeichen von Gedächtnisverlust zeigt, ist das ja ihr Fachgebiet!
Nur leider ist von Olivias angeblicher Expertise das gesamte Buch hindurch wirklich gar nichts zu merken. Sie stolpert sehr naiv durch die Geschichte, ist ständig verwirrt und zeigt nicht einen Funken ihres angeblichen Fachwissens. Das fand ich mit der Zeit wirklich nervig, denn warum wird ihre Profession ständig so betont, wenn sie davon nichts nutzt, um den Vorfall zu klären?
Olivia als Charakter konnte ich auch gar nicht greifen. Es wurden einige Elemente hinzugefügt, die ihr wohl irgendwie Tiefe geben sollten, die aber weder logisch noch gut ausgearbeitet waren. Sie lebt bspw. von ihrem Exmann, dem Vater ihres Sohnes, getrennt und verliert über diesen kein gutes Wort. Vor allem wird er immer wieder als unzuverlässig und wenig involviert beschrieben. Dann kann sie ihm aber plötzlich (PER SMS!) das Kind für unbestimmte Zeit anvertrauen, ohne danach je mit ihm zu sprechen oder sich zu erkundigen, ob alles in Ordnung ist. Auch beim Kind fragt man sich, ob der Autor je einen Sechsjährigen gesehen hat. An einer Stelle versteht das Kind Facetime nicht (unwahrscheinlich für Gen Alpha), an einer anderen zockt es aber selbstständig XBOX.
Es waren einfach sehr viele kleine Ungereimtheiten, die mich beim Lesen immer wieder haben stocken lassen. Dazu kommen noch zahlreiche Stellen im Buch, wo man nicht weiß, ob das Lektorat einfach schlampig gearbeitet hat (überflüssige viel zu detaillierte Backstory mit Olivias Ex und Kind, super viele Wiederholungen, die am Ende keine Bedeutung haben …).
Die verschiedenen Zeitebenen hätten spannend sein können, leider wurde auch hier insgesamt viel zu oberflächlich erzählt. Statt auf die Gefühle der Figuren einzugehen, die 1945 zum Großteil als Überlebende aus KZs in das Hotel kamen, wurde unnötig oft ihre gestreifte Kleidung, die geschorenen Schädel oder die Tatsache, dass sie ungewaschen riechen, wiederholt.
Es wurden auch einige spannende Fragen aufgemacht und durch die kurzen Kapitel ist das Buch schnell zu lesen – hätte man aber alle halben Leerseiten und Wiederholungen weggelassen, wäre es auch nur halb so dick geworden.
Dafür, dass das Buch viele Längen hatte, ging am Ende dann plötzlich alles ganz schnell und trotz einer (mehr oder weniger glaubwürdigen) Auflösung bleiben zahlreiche Fragen offen. Der Täter war auch sehr früh klar, eine Überraschung, einen spannenden Plot Twist oder wenigstens ein interessantes Motiv gab es nicht. (Er war halt böse und wollte Macht, dafür manipulierte er jahrzehntelang fröhlich die Erinnerungen seiner Patient:innen.)

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Veröffentlicht am 13.01.2026

Hat mir gut gefallen

Eisiger Dienstag
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Insgesamt ein toll durchdachter Thriller, ich fand ihn aber nicht ganz so so gut wie den ersten Band (den man auf jeden Fall gelesen haben sollte, da auf einiges Bezug genommen wird). Mir hat ein wenig ...

Insgesamt ein toll durchdachter Thriller, ich fand ihn aber nicht ganz so so gut wie den ersten Band (den man auf jeden Fall gelesen haben sollte, da auf einiges Bezug genommen wird). Mir hat ein wenig der Thrill gefehlt, vor allem zum Ende hin, der Cliffhanger deutet aber auf einen spannenden dritten Band hin.

Frieda Klein ist eine super interessante Protagonistin, die durch ihre Empathie und Beobachtungsgabe oft mehr sieht als alle anderen. Langsam erfahren wir auch mehr Hintergründe aus ihrer Vergangenheit, ich bin gespannt, wie es weitergeht.

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Veröffentlicht am 29.12.2025

Immer wieder gut

Harry Potter und die Kammer des Schreckens (Harry Potter 2)
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Auch Band 2 habe ich in der Weihnachtszeit nach etlichen Jahren nochmal gelesen. Der Schreibstil - bzw. muss hier auch mal die Übersetzung gelobt werden - ist einfach sehr gut. Man ist sofort wieder in ...

Auch Band 2 habe ich in der Weihnachtszeit nach etlichen Jahren nochmal gelesen. Der Schreibstil - bzw. muss hier auch mal die Übersetzung gelobt werden - ist einfach sehr gut. Man ist sofort wieder in der magischen Welt und begleitet Harry und seine Freunde in ihrem zweiten Jahr in Hogwarts bzw. bei ihrem zweiten großen Abenteuer. Auch wenn sie gerne mal Regeln brechen, steht Freundschaft über allem, das müssen auch die Lehrer einsehen.

Wenn man alles nochmal liest, ist es faszinierend zu sehen, wie hier die gesamte Welt, die sich in den sieben Bänden entfaltet, schon angelegt ist und man nach und nach mehr Hintergründe und Zusammenhänge erfährt.

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Veröffentlicht am 29.12.2025

Klassiker zur Weihnachtszeit

Harry Potter und der Stein der Weisen (Harry Potter 1)
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Auch wenn J. K. Rowling mittlerweile sehr kritisch gesehen werden muss, habe ich zur Weihnachtszeit nochmal Harry Potter gelesen (die Bände hatte ich sowieso schon Zuhause).

Der Schreibstil und der Aufbau ...

Auch wenn J. K. Rowling mittlerweile sehr kritisch gesehen werden muss, habe ich zur Weihnachtszeit nochmal Harry Potter gelesen (die Bände hatte ich sowieso schon Zuhause).

Der Schreibstil und der Aufbau der gesamten Welt um Harry Potter ist einfach grandios, das kann ich nicht abstreiten. Im ersten Band begleiten wir Harry, wie er herausfindet, ein Zauberer zu sein, endlich seinen fiesen Verwandten entkommt, neue Freunde findet und endlich seiner wahren Bestimmung näherkommt.

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Veröffentlicht am 19.12.2025

Ein Krimi für Zwischendurch

Todesflut
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Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde gelesen. Der Krimi beginnt mit einem Auftrag: Die Privatdetektivin Emma Klar soll im Auftrag einer Staatsanwältin eine aus dem Gefängnis geflohene Frau finden, ...

Ich habe das Buch im Rahmen einer Leserunde gelesen. Der Krimi beginnt mit einem Auftrag: Die Privatdetektivin Emma Klar soll im Auftrag einer Staatsanwältin eine aus dem Gefängnis geflohene Frau finden, die dafür verurteilt wurde, ihren Ex-Freund auf offener Straße erstochen zu haben. Recht schnell schwant ihr jedoch, dass sehr viel mehr dahintersteckt.

Die Thematik, die sich dann entfaltet, ist eigentlich äußerst interessant: Obdachlose Frauen, eine vulnerabelsten Gruppen überhaupt, verschwinden in vielen Städten an der Küste. Die Taten scheinen zusammenzuhängen und wie steckte der ermordete Ex-Freund mit drin? Für mich war das Erzähltempo aber leider viel zu langsam.

Insgesamt hatte mir das Buch zu viele Längen. Emma – oder eigentlich viel eher ihr Mitarbeiter Padorn, der IT-Spezialist und eine Art Hacker ist – finden durch dessen „Programme“ und Hackereien immer wieder neue Spuren, denen dann nachgegangen wird. Etwas schade fand ich, dass einem als Leser:in die Erkenntnisse immer als gegeben präsentiert wurden, wie die „Programme“ die meisten Sachen gefunden haben, kann man nicht nachvollziehen. Denn ohne diese Unterstützung hätte Emma rein gar nichts aufgeklärt. Und ich frage mich, ob das alles vor Gericht überhaupt Bestand hat.

Am Ende ging mir dann aber alles viel zu schnell. Ratz fatz wurden die Hintergründe grob aufgeschlüsselt, meiner Meinung nach blieben aber viele Fragen ungeklärt. Bzw. war das Ende dafür, dass sich der gesamte Rest des Buches teilweise sehr zieht und jede Spur ausführlich behandelt, zu oberflächlich und vor allem hat mir gefehlt, wer wie mit drinsteckte und welche Strafen die Täter bekommen haben.
Somit fand ich das Ende etwas „wenig“. Also nicht in dem Sinne, dass kein großes Verbrechen aufgeklärt wurde, sondern WIE alles zusammengebracht wurde. Mir hat es im gesamten Buch schon an Spannung gefehlt, ich hätte mir darum zum Schluss nochmal etwas Action gewünscht.

Und ich habe wirklich lange kein Buch mehr gelesen, in dem SO viele Rechtschreibfehler waren! Das würde ich dringend für eine weitere Auflage korrigieren.

Sehr gut fand ich allerdings den Fokus auf Männer, die sich allein wegen ihres Geschlechts überlegen fühlen und auf Frauen – besonders sozial schwache – herabblicken bzw. sie verachten. Das ist ein sehr wichtiges Thema und ich finde es gut, dass es hier so viel Aufmerksamkeit bekommen hat!

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