Cover-Bild All das zu verlieren
9,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Luchterhand
  • Themenbereich: Belletristik - Belletristik: zeitgenössisch
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Ersterscheinung: 13.05.2019
  • ISBN: 9783641212896
Leïla Slimani

All das zu verlieren

Roman
Amelie Thoma (Übersetzer)

»Die neue Stimme der französischen Literatur.« ZEITmagazinKann man sich zu seinem Glück zwingen? Prix Goncourt-Preisträgerin Leïla Slimani erzählt von der Zerrissenheit einer Frau und schafft eine »moderne Madame Bovary« (Libération). Nach außen hin führt Adèle ein Leben, dem es an nichts fehlt. Sie arbeitet für eine Pariser Tageszeitung, ist unabhängig. Mit ihrem Ehemann, einem Chirurgen, und ihrem kleinen Sohn lebt sie in einem schicken Viertel, ganz in der Nähe von Montmartre. Sie reisen, sie fahren übers Wochenende ans Meer. Dennoch macht Adèle dieses Leben nicht glücklich. Gelangweilt eilt sie durch die grauen Straßen, trifft sich mit Männern, hat Sex mit Fremden. Sie weiß, dass ihr die Kontrolle entgleitet. Sie weiß, dass sie ihre Familie verlieren könnte. Trotzdem setzt sie alles aufs Spiel.

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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 14.06.2019

Selbstzerstörerische Sexsucht

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Leila Slimani greift in ihrem Buch "All das zu verlieren" das Tabuthema Sexsucht auf. Ihre Protagonistin Adèle sollte eigentlich ein zufriedenes Leben führen. Sie ist jung, schön und ist mit einem erfolgreichen ...

Leila Slimani greift in ihrem Buch "All das zu verlieren" das Tabuthema Sexsucht auf. Ihre Protagonistin Adèle sollte eigentlich ein zufriedenes Leben führen. Sie ist jung, schön und ist mit einem erfolgreichen Arzt verheiratet. Sie lebt mit ihrem Mann und ihrem kleinen Sohn mitten in Paris in einer schönen Wohnung und hat zudem noch einen guten Job als Journalistin.

Dennoch ist sie unzufrieden und ruhelos. Sie hasst ihr Leben, ihren Job, ihr Kind ist ihr zu anstrengend, ihrem Mann spielt sie etwas vor. Schon die ersten Zeilen des Buches sind die einer Süchtigen: " Seit einer Woche hält sie durch. Eine Woche schon ist Adèle standhaft geblieben.Vernünftig... Aber heute Nacht hat sie davon geträumt und konnte nicht mehr einschlafen.....Sie will, dass man sie packt, dass ihr Kopf gegen die Scheibe prallt. Sobald sie die Augen schließt, hört sie die Geräusche: das Stöhnen, die Schreie, das Klatschen der Körper. Ein nackter, keuchender Mann, eine Frau, die kommt."

Die Autorin beschreibt alle Facetten dieser Sucht. Die Heimlichkeiten, die Ausreden, ständige Aidstest und Schwangerschaftstests. Nur wenn sich Adèle immer wieder wildfremden Männern hingibt,verschafft ihr das für kurze Zeit einen Glücksrausch, der genauso schnell wieder vergeht und Scham und Selbsthass hinterlässt. Für den nächsten Kick stürzt sich in weitere Affairen, die Männer langweilen sie nach kürzester Zeit, der Sex wird härter. Alle Dinge des Alltags werden zugunsten der Sucht vernachlässigt. Das wird besonders deutlich als ihr Mann verunglückt und mit einer Beinfraktur im Krankenhaus liegt. Ihren Sohn kann Adèle gar nicht schnell genug bei den Schwiegereltern parken, um sich fremde Männer ins Haus zu holen.Ihr Haushalt versinkt nach kürzester Zeit im Chaos und sie vergisst sogar den Termin an dem ihr Mann entlassen wird und lässt ihn unnötig warten.

Der Ursache ihres Verhaltens kommt man nur schwer auf die Spur. Es gibt zwar Rückblicke auf ihre Kindheit, die recht freudlos war, aber die Autorin streut wirklich nur ab zu ein paar Andeutungen und so bleiben bis zum Buchende doch ziemlich viele Fragezeichen. Auch der Ehemann Richard war mir in seinem Verhalten und seiner Beziehung zu seiner Frau oft unverständlich. Nachdem Adèle nach seinem Unfall dann doch auffliegt dachte ich es kommt vielleicht noch Schwung in die Geschichte, wurde aber leider enttäuscht. Alles in allem war dieser Roman sprachlich brillant, inhaltlich aber einfach nur deprimierend und verstörend.

Veröffentlicht am 14.05.2019

Nichts gewonnen

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Leider hat mich dieser kurze Roman nicht erreicht und ich habe durch die Lektüre nichts gewonnen.

Eher fassungslos bin ich den Erlebnissen Adèles gefolgt. Sie ist eine Frau, der es nach eigenem Bekunden ...

Leider hat mich dieser kurze Roman nicht erreicht und ich habe durch die Lektüre nichts gewonnen.

Eher fassungslos bin ich den Erlebnissen Adèles gefolgt. Sie ist eine Frau, der es nach eigenem Bekunden gefallen würde, sich den ganzen Tag für ihren Mann zu schmücken und ihn zu erwarten. Schon das fand ich seltsam. Warum sie aber einen Arzt geheiratet hat, den sie nicht liebt, einen Sohn geboren hat, ohne Kinder zu wollen, wahllos mit jedem Mann ins Bett geht, obwohl sie diese Männer eigentlich abstoßend findet, hat sich mir nur wenig erschlossen. Es hat mir auch keine große Lesefreude bereitet. Eine schlimme Kindheit wird angedeutet, wieder einmal, wie in so vielen Büchern, die dieses Elend wohl erklären soll.

Abschließend lässt die Autorin ihre Leserinnen und Leser mit einem offenen Ende allein. 218 Seiten Ratlosigkeit. Für 22 € schon ein anspruchvolles Preisleistungsverhältnis!

Veröffentlicht am 13.05.2019

Untreue aus Langeweile und innere Leere

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Der Roman „All das zu verlieren“ von Leila Slimani, erschienen Mai 2019 bei Luchterhand Literaturverlag, handelt davon, ob man sich zu seinem Glück zwingen kann.
Adele führt nach außen hin ein perfektes ...

Der Roman „All das zu verlieren“ von Leila Slimani, erschienen Mai 2019 bei Luchterhand Literaturverlag, handelt davon, ob man sich zu seinem Glück zwingen kann.
Adele führt nach außen hin ein perfektes Leben. Sie ist mit dem Arzt Richard verheiratet und hat einen kleinen Sohn. Die Familie lebt in Paris und kann sich dort ein gutes Leben leisten. Adele arbeitet als Journalistin. Doch all das reicht Adele nicht. Sie langweilt sich und stürzt sich immer wieder in Sexabenteuer mit fremden Männern. Nach einiger Zeit findet das ihr Mann heraus und das Drama nimmt seinen Lauf.
Adele ist der Hauptcharakter des Romans. Sie sieht ihre Familie als eine Art Verpflichtung und tut das, was die Gesellschaft von ihr erwartet – Ehefrau und Mutter sein. Doch das reicht ihr nicht, sie träumt von einem Luxusleben und wilden Sexabenteuern. Richard ist ein bodenständiger Mann, der für seine Familie hat arbeitet und alles tut, um Adele glücklich zu machen. Das Buch ist in einer leicht verständlichen Sprache geschrieben und flüssig zu lesen. Das Cover passt zum Buch. Es zeigt eine junge Frau, die raucht – wie Adele.
Meiner Meinung nach ist der Roman „All das zu verlieren“ ein unterhaltsames Buch für zwischendurch. Des geht um Liebe, Treue und das persönliche Glück an sich. Der Leser bekommt mit, was in Adele vorgeht und warum sie sich so verhält, wie sie es tut.
Fazit: Kann man mal lesen…