Wildness
A Touch of Wilderness von Mareike Allnoch hat mich mit seiner ruhigen Intensität und der spürbaren Nähe zur Natur sofort in seinen Bann gezogen. Dieses Buch fühlt sich beim Lesen an wie ein tiefes Durchatmen ...
A Touch of Wilderness von Mareike Allnoch hat mich mit seiner ruhigen Intensität und der spürbaren Nähe zur Natur sofort in seinen Bann gezogen. Dieses Buch fühlt sich beim Lesen an wie ein tiefes Durchatmen fernab von Lärm, Erwartungen und gesellschaftlichem Druck – und genau darin liegt seine große Stärke. Die Autorin schafft es, die Wildnis nicht nur als Schauplatz, sondern als lebendigen Gegenpart zur inneren Welt der Protagonistin darzustellen: rau, ehrlich, manchmal überfordernd, aber letztlich heilend. Besonders berührt hat mich, wie feinfühlig innere Verletzlichkeit, Einsamkeit und der Wunsch nach Rückzug beschrieben werden, ohne jemals pathetisch zu wirken. Die Natur wird zum Spiegel der Gefühle – ungezähmt, unberechenbar und doch tröstend – und man spürt auf jeder Seite, wie sehr das Alleinsein hier kein Davonlaufen, sondern ein Sich-selbst-Begegnen ist. Die Beziehungsebene entwickelt sich leise, fast vorsichtig, was ich als unglaublich authentisch empfunden habe, weil sie Raum lässt für Wachstum und Vertrauen statt für überstürzte Dramatik. Mareike Allnochs Schreibstil ist dabei poetisch, aber klar, mit Bildern, die lange nachhallen und eine Stimmung erzeugen, die man nicht einfach abschüttelt. A Touch of Wilderness ist für mich kein Buch, das man nur liest – man fühlt es, man verlangsamt sich mit ihm, und am Ende bleibt das Gefühl, dass Heilung manchmal dort beginnt, wo man den Mut hat, still zu werden und sich der eigenen Wildnis zu stellen.