Cover-Bild Schwarzer Leopard, roter Wolf

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28,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Heyne
  • Genre: Romane & Erzählungen / Erzählende Literatur
  • Seitenzahl: 832
  • Ersterscheinung: 21.10.2019
  • ISBN: 9783453272224
Marlon James

Schwarzer Leopard, roter Wolf

Dark Star 1. Roman
Stephan Kleiner (Übersetzer)

Sucher, der Jäger mit dem besonderen Sinn, wird vor seine schwierigste Aufgabe gestellt. Er muss einen Jungen aufspüren, der vor drei Jahren spurlos verschwand. Seine Fährte führt ihn durch Wälder und Städte, zu Gestaltwandlern, Ausgestoßenen und Hexen. Aber kann er den Jungen retten und die Welten wieder in Einklang bringen?

»Man Booker Prize«-Träger Marlon James legt mit »Schwarzer Leopard, roter Wolf« den Auftakt zu einer Trilogie vor, die afrikanische Geschichte und Mythen zu einem gewaltigen Fantasy-Epos verflicht.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 08.01.2020

Marlon James zeichnet ein berauschendes Kaleidoskop einer afrikanisch-exotischen Fantasywelt

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Beschreibung

Man sagt ihm nach er habe eine Nase und so wird der Sucher beauftragt einen Jungen aufzuspüren, der vor drei Jahren entführt wurde. Auf seiner Mission wird er von einem Gestaltwandler – mal ...

Beschreibung

Man sagt ihm nach er habe eine Nase und so wird der Sucher beauftragt einen Jungen aufzuspüren, der vor drei Jahren entführt wurde. Auf seiner Mission wird er von einem Gestaltwandler – mal Leopard, mal Mensch- und einigen Söldnern durch die Steppe und die Wälder Afrikas begleitet. Zusammen müssen sie einige Abenteuer bestehen, die stark durch die mystische Seite der magieumrankten Kultur beeinflusst sind. Doch wird es dem Sucher gelingen zwischen einem drohenden Krieg der Könige den verschwundenen Jungen zu finden?

Meine Meinung

Man Booker Prize Träger Marlon James legt mit »Schwarzer Leopard, roter Wolf« den Auftaktband zu seiner Fantasy Trilogie »Dark Star« vor, die die Meinungen der Leserinnen spalten wird. Hochgelobt von literarischen Größen wie Neil Gaiman oder Salman Rushdie wird der Roman mit dem Urklassiker der High Fantasy, »Der Herr der Ringe«, und der Mega-Bestseller-Reihe »Das Lied von Eis und Feuer« in einem Atemzug genannt. Aus diesem Grund ließ ich mich mit einer hohen Erwartung auf dieses Leseabenteuer ein und wollte mich vom farbenprächtigen Afrika bezirzen lassen, doch diese Geschichte nahm einen ganz anderen Lauf…

Für einen recht holprigen Einstieg, der für mich fast dreihundert Seiten in Anspruch nahm, trifft es das Motto des Suchers auf den Punkt, und so dachte ich mir im Stillen »Fick die Götter«, wo hat Marlon James nur den roten Faden gelassen, der die Leser
innen durch seinen undurchdringlichen Dschungel aus Gestaltenwandlern, Dämonen, Vampiren, Hexen usw. leitet? Doch damit noch nicht genug, denn auch von Marlon James sprachlichem Stil hätte ich mir eher einen Erste-Klasse-Flug erwartet anstatt auf einer altersschwachen Kutsche ordentlich durchgerüttelt zu werden.

Der Weg des homosexuellen Hauptakteuers, der im ganzen Roman einfach nur mit den Namen Sucher angesprochen wird, ist von sexualisiertem Verhalten sowie einer odinären Fäkalsprache gepflastert und liefert mit Vergewaltigungen und der Auslebung gewalttätiger Triebe jede Menge harten Tobak, der zurecht das Label »Heyne Hardcore« trägt.

Die ganze Geschichte wird in sprunghaften Erzählungen aus der Perspektive des Suchers, der sich in der Gegenwart einer dritten Person, dem Inquisitor, befindet geschildert. Dies mag zwar die Wahl der einfachen und hakenden Sprache als Stilmittel erklären, aber sollte dies zutreffend sein, dann ist fraglich warum Marlon James dennoch immer wieder zwischendurch und auf den letzten zweihundert Seiten ein durchaus flüssigeren und angenehmeren Erzählstil durchblicken lässt.

Es gelang mir trotz der Erzählperspektive nicht, mich in den Hauptprotagonisten »Sucher« hineinzuversetzten und ich scheiterte daran, seine Beweggründe und sein Handeln nachzuvollziehen zu können.

Je weiter ich mich jedoch in den psychedelischen Erzählungen verstrickte, desto mehr nahmen mich die traditionellen Sagenwesen des afrikanischen Kontinents gefangen, auch wenn ich hier jede Menge extra nachschlagen musste, da Marlon James zahlreiche Bezeichnungen ohne nähere Erklärungen in den Raum wirft und mich dieses Nachschlagen immer wieder aus dem sich entfaltenden Zauberbann seiner Fantasiewelt herausgerissen hat.

Die ätherische Mixtur von Sagumas über Mingi Kinder, die aufgrund ihrer Fehlbildungen ihr Leben mit dem Tod bezahlen müssen oder als Verstoßene leben, und eine Vielzahl an obskuren Fabelwesen wie z. B. der Blut saugenden Asanbonsam mit seinem Bruder Sasabonsam, dem Blitzvogel Ipundulo sowie Aesi der Götterschlächter liefern einen wunderbaren Ansatz zu einem epischen Fantasiewerk, für mich fehlte es jedoch auch hier an einer erkennbaren Struktur.

»Niemand liebt niemanden.«

Diese drei Worte liefern einen Blick auf den Hauptprotagonisten der Geschichte, der nicht nur im Hinblick auf den entführten Jungen auf der Suche ist, sondern gleich auf mehreren Ebenen auf der Suche ist. Der Glaube seines Stammes macht ihn durch das nicht vollzogene Ritual der Beschneidung zu einem Mann, in dem auch noch eine Frau wohnt, und so wird er folglich nicht als kompletter Mann angesehen, wodurch er auch nicht nur auf der Suche nach seinem Platz in der Gesellschaft ist, sondern auch auf der Suche nach dem Weg zu sich selbst.

Dem Sucher werden diverse Weggefährten an die Seite gestellt, sodass sich das daraus resultierende kuriose Bildnis einer Superhelden-Action-Story mit den Urklängen des Romans vermischt. Mochte zu Beginn des Abenteuers noch die ein oder andere Länge für eine regelrechte Hassliebe gesorgt haben, so hat mich die aufkommende düstere Spannung auf den letzten zweihundert Seiten und die Gruppendynamik der skurillen Gefährten mit dem schweren Einstieg versöhnt.

Fazit

Marlon James zeichnet ein berauschendes Kaleidoskop seiner afrikanisch-exotischen Fantasywelt, die jedoch recht unausgegoren und mit einigen Längen daherkommt.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 04.05.2020

High Fantasy mit afrikanischer Atmosphäre - poetisch und derb zugleich

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Sucher, der Jäger mit dem besonderen Sinn, wird vor seine schwierigste Aufgabe gestellt. Er muss einen Jungen aufspüren, der vor drei Jahren spurlos verschwand. Seine Fährte führt ihn durch Wälder und ...

Sucher, der Jäger mit dem besonderen Sinn, wird vor seine schwierigste Aufgabe gestellt. Er muss einen Jungen aufspüren, der vor drei Jahren spurlos verschwand. Seine Fährte führt ihn durch Wälder und Städte, zu Gestaltwandlern, Ausgestoßenen und Hexen. Aber kann er den Jungen retten und die Welten wieder in Einklang bringen?... (Klappentext)

Triggerwarnung: Sexuelle und körperliche Gewalt, Missbrauch, Zirkumzision (Beschneidung)


❋❋❋❋❋

">>Dies wird keine einfache Reise. Es sind Mächte im Spiel, Sucher. Es sind Mächte im Spiel, Leopard. Sie kommen morgens mit dem Wind oder manchmal auch in der höchsten Sonne, der Stunde des blendenden Lichts der Hexen. So wie ich wünsche, dass er gefunden wird, gibt es gewiss solche, die wollen, dass er verborgen bleibt...<<"
(S. 181)



Er hat keinen Namen und wird von allen nur "Der Sucher" oder "Roter Wolf" genannt. Dieser sitzt einem Inquisitor gegenüber - angeklagt für den Tod eines Jungen. Diesem Inquisitor erzählt er seine Geschichte - wie er zu dem wurde was er ist, wie es zu dem kam was passierte und weshalb es so enden musste wie es endete.
Als LeserIn sitzt man mit dem Inquisitor am Tisch und lauscht dieser Geschichte. Eine Geschichte, die einem jungen Mann begleitet, welcher eine besondere Gabe besitzt, nämlich wie ein Wolf Gerüche aufzunehmen und diesen zu folgen, bis er den Besitzer dieses Geruchs gefunden hat. Diese Gabe führt dazu, dass er mit anderen angeheuert wird einen Jungen zu finden, welcher einst entführt wurde und nun schon seit drei Jahren vermisst wird. Ein Junge, welcher von großer Bedeutung zu sein scheint und den nicht nur er und seine Gefährten suchen. Während seine Truppe den Auftrag hat den Jungen lebend zurückzubringen, scheinen die Anderen nur seinen Tod zu wollen ... und die Zeit läuft.

Hier betritt man eine völlig neue Welt des Fantasy, wobei das Worldbuilding selbst eher in den Hintergrund rückt, während die Atmosphäre afrikanischen Flair versprüht, jedoch dunkel und düster.
Es ist als würde man in eine ferne Welt eintauchen, sich dabei durch das tiefste Afrika bewegen und dabei einer noch älteren Sage lauschen. Einer Sage über uralten Glauben, Riten und Legenden, in der einem Schattenteufel, Hexen, Gestaltenwandler und noch viele anderen Kreaturen begegnen. Man wandert durch Traumlande, Sümpfe und Steppen, Geisterwälder und Orte, die fast schon eine psychedelische Atmosphäre versprühen und man das Gefühl hat auf einem unheimlichen und bedrückenden Trip zu sein.

"Ich wusste, dass ich die Nase hatte, wie Kava sagte, aber ich hatte nicht gewusst, dass ich einem Geruch folgen konnte. Selbst wenn der Leopard weit entfernt war, hatte ich ihn noch immer unmittelbar vor der Nase. Und Kava und seine Gerüche und die kleine Frau und die Rose, die sie in die Falten ihres Fleisches rieb, und den Mann und den Nektar, den er trank, und die Käfer, die er aß, zu viel Bitteres, wo er doch die Süße brauchte, und die Wasserschläuche und das Wasser darin, dass noch nach Büffel roch, und den Bach. Und mehr, mehr noch als das, und immer mehr, genug, um mich in eine Art Irrsinn zu treiben."
(S. 70)


Die Geschichte ist in sechs Hauptkapitel unterteilt:

1. Teil: Wie alles begann - Hier lernt man den Protagonisten kennen und so manch andere relevante Figur, wie z.B. den Leoparden. Man erhält ebenso Einblick in das Worldbuilding.


2. Teil: Die Suche beginnt - Der Auftrag wird angenommen, die Reisegefährten treffen auf aufeinander und die Reise zu dem Ort, an dem der Junge entführt wurde, beginnt.


3. Teil: Kongor - Die Stadt wo alles begann und endete. Reisegefährten verschwinden und ein neuer Gefährte betritt die Bühne, Geheimnisse werden gelüftet und doch bleibt so manches weiterhin im Dunkeln.


4. Teil: Vom Regen in die Traufe - Die Suche geht weiter, es kommt zu neuen Erkenntnissen aber auch zu neuerlichem Verrat und somit wieder zu überraschenden Wendungen. Man trifft auf alte Bekannte, während so manche Figur das Zeitliche segnet. Der Autor macht auch vor liebgewonnenen Figuren nicht Halt. Und schließlich endet die Suche.


5. Teil: Ein Lied eines Griot (vergleichbar mit Minnesängern aus dem Mittelalter), erzählt wie eine Geschichte, welche von der Rückkehr des Suchers in ein altes Dorf handelt.


6. Teil: Die Suche beginnt erneut - Fünf Jahr sind inzwischen vergangen und der Junge muss ein weiteres Mal gesucht werden. Diesmal jedoch aus einem anderen Grund und der Sucher hat sich dafür Hilfe von jemand völlig unerwarteten geholt. Dabei erhält man Einblick in die Vergangenheit und so manche Lücke wird geschlossen.


"Nur einige hundert Schritte von uns entfernt erhoben sich aus einem Nebel, der so schwer war, dass er auf dem Boden ruhte, mit Bäumen so hoch wie Berge und langen Ästen, gespreizt wie gebrochene Finger. Sie kauerten zusammen, tauschten Geheimnisse aus. Ein Grün, so dunkel, dass es blau war.
Die Dunkellande."
(S. 309)


In dieser Story ist der Protagonist umgeben von Intrigen, Geheimnissen und wilden Geschichten rund um den Jungen. Während er durch das Königreich reist wird er in blutige Kämpfe verwickelt, muss Gefahren bestehen und verliert so manchen Vertrauten. Zwischendurch wird geflucht, gevögelt und es werden viele Schädel gespalten.
Der Protagonist selbst ist nicht unbedingt ein Sympathieträger, zumindest war er es für mich nicht. Er ist ein sturer Klugscheißer, der immer nörgelt und sich in Selbstmitleid suhlt. Gleichzeitig erkennt man daran jedoch seine innere Zerrissenheit und das er nicht nur auf der Suche nach dem Jungen, sondern auch nach sich selbst ist und nach einer Konstante in seinem Leben sucht.


"Doch ich verbringe die meisten meiner Tage alleine und die Nächte mit Leuten, die ich am Morgen nicht sehen will. Ich gestehe, wenigstens meiner dunkelsten Seele gegenüber, dass es nichts Schlimmeres gab, als unter vielen Seelen zu sein, selbst Seelen, die man vielleicht kennt, und dennoch einsam zu sein.
Ich habe zuvor schon darüber gesprochen. Männer und auch Frauen habe ich getroffen, die umgeben sind von dem, was sie für Liebe halten, und doch sind sie die einsamsten Menschen in allen zehn und drei Welten."
(S. 281)



Die Story beinhaltet jedoch nicht nur die Thematik der Selbstfindung, sondern auch Homosexualität, die Frau im Manne, das Ritual der Beschneidung und der Glaube dahinter, allgemein das Erwachsenwerden und die Entdeckung der Sexualität (vor allem im 1. Teil des Buches) und der Kampf zwischen Matriarchat und Patriarchat.

Was mich jedoch völlig begeistern konnte war der Schreibstil des Autors, denn dieser ist für mich unvergleichbar.
Der Stil ist nahezu poetisch und kommt gleichzeitig derb daher. Eine Sprachgewalt, deren Direktheit mich abstieß und zugleich einen Sog auf mich ausübte, welcher mich bis zum Ende hin nicht mehr losließ.
Als hätten sich Lew Tolstoi und Irvine Welsh zusammengetan und aus einer Feder geschreiben. Atmosphärisch, bildhaft und auch detailverliebt wie Tolstoi und derb und unverblümt wie Welsh.

Doch genau dieser Schreibstil spaltet die Leserschaft. Zu derb, zu brutal und ekelhaft, um nur einige Bezeichnungen wiederzugeben.
Ja, es wird viel geflucht und das F-Wort benutzt. Ja, es fließt Blut und das in rauen Mengen, Ja, es wird manchmal gevögelt und vor allem Gaysex ist hier vorhanden. Doch die Szenen werden nie explizit beschrieben, manchmal sogar nur angedeutet und manchmal nahezu poetisch.
Da finde ich so manchen "Erotik"-Roman wesentlich schlimmer und abwertender, was die Beschreibung von sexuellen Handlungen betrifft. 


"Ich durchwühlte ihre fünf Gewänder, fand ihre Koo, teilte ihre Lippen nach West und Ost und ließ meine Zunge über die kleine Seele tief in der Frau zucken, die die Ku für einen verborgenen Jungen halten, der herausgeschnitten werden muss, obgleich sie in Wahrheit jenseits von Junge und Mädchen ist."
(S. 146)



Alle schreien sie nach Diversity, doch sobald diese etwas derber daherkommt und nicht so weichgespült wie in so mancher Romantacy, ist die Empörung groß.
Ja, es ist definitiv Geschmackssache und natürlich sind Geschmäcker verschieden, was auch aus den meisten Rezensionen durchaus hervorgeht. Das ist auch gut so!
Doch gerade deshalb verstehe ich es nicht, wenn dann LeserInnen ein Buch schlecht machen, es für "abartig" halten und man sich anhören muss, dass man nicht normal ist, wenn man auf derbe Ausdrucksweise, Blut und Gemetzel in Büchern steht. Wo bleibt da die Toleranz und Liebe zur Vielfalt in der Literatur und auch untereinander, wenn man schon befürchten muss von anderen LeserInnen als "abartig und krank" betitelt zu werden, wenn man blutigen Thrillern, derben Dialogen und härteren Szenen etwas abgewinnen kann?

Des Weiteren sollte einem klar sein, wenn man ein Buch aus einem Verlag wie Heyne Hardcore liest, dass hier kein Kuschelkurs gefahren wird.
So manche LeserInnen hatten beim Kauf wohl nur das wunderschöne und bunte Cover vor Augen, ohne auf Verlag zu achten und/oder sich eine Leseprobe zu gönnen. Dies wird dann vor allem klar, wenn man deren bevorzugtes Genre betrachtet, welches meist im YA- oder Romantacy-Bereich angesiedelt ist. 
Ich muss jedoch auch zugeben, dass der Klappentext und die nähere Inhaltsangabe eine etwas weichere Fantasystory suggerieren und dies von manchen Lesern und Leserinnen falsch interpretiert werden kann.
Wer also klassische Fantasy und Romantacy bevorzug, sollte die Hände von diesem Buch lassen und gönnt Euch vor Kauf unbedingt eine Leseprobe.

Fazit:
Mich persönlich konnte das Buch begeistern und mit sich reißen. Jedoch nicht aufgrund des Plots, sondern vor allem durch den für mich völlig neue Schreibstil, welcher eine Sprachgewalt besitzt, die mich die Luft anhalten ließ. Ich habe noch nie etwas Vergleichbares gelesen.
Die Atmosphäre, welche beim Lesen allgegenwärtig ist, ist dicht gewebt und entführte mich in eine afrikanische Fantasywelt und in eine Story mit tiefgründiger Thematik die ebenso mit Action und Wendungen punkten kann.
Das Einzige was ich zu beanstanden habe ist, dass sich der Autor manchmal von seiner Detailverliebtheit allzu sehr mitreißen lässt und auch die Kampfszenen waren für mich langatmig, obwohl diese nicht mehrere Seiten füllen, wie bei manch anderen Büchern in diesem Genre.


Dies ist übrigens der 1. Band einer Trilogie und ich freue mich jetzt schon auf die nächsten Bände. Bis dahin werde ich mir noch weitere Bücher des Autors gönnen, denn dieser hat es mit diesem Buch ganz nach oben meiner Favoriten-Liste geschafft.


© Pink Anemone

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 10.03.2020

Ein Buch, das polarisiert und provoziert

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Ich muss zugeben, vor dieser Rezension habe ich mich gedrückt, denn ich habe das Buch abgebrochen. Ich habe es wirklich versucht, das Buch begonnen, zur Seite gelegt, es wieder begonnen, es etwas weiter ...

Ich muss zugeben, vor dieser Rezension habe ich mich gedrückt, denn ich habe das Buch abgebrochen. Ich habe es wirklich versucht, das Buch begonnen, zur Seite gelegt, es wieder begonnen, es etwas weiter geschafft und wieder zur Seite gelegt. Letztendlich bin ich ca. 300 Seiten weit gekommen, bevor ich das Handtuch warf, warum, das möchte ich euch nun erzählen.

Eine Sprache zwischen Poesie und Vulgarität
Dieses Buch ist anders. Das wird dem Leser bereits auf der ersten Seite klar. Wir befinden uns in einer Gefängniszelle und Sucher erzähl dem Inquisitor von seinem Leben. Dabei spricht er den Priester bez. den Leser direkt an. Ein Punkt, den ich interessant fand, denn es fesselte sofort meine Aufmerksamkeit, gleichzeitig fühlt man sich unbehaglich, denn Sucher wird schnell deutlich, dass der Inquisitor in dessen Haut der Leser sich quasi befindet, alles andere als ein guter Mensch ist. Dieses Wechselbad der Gefühle gleich zu Beginn fand ich zunächst sehr interessant.

Gleichzeitig wird ein zweiter Punkt bereits hier deutlich: Marlon james nimmt kein Blatt vor den Mund, also so gar nicht. Die Sprache ist ein seltsamer Kontrast zwischen fast schon poetisch anmutenden Wortbildern und Ausdrücken, die man selbst wohlwollend nur als derb und vulgär bezeichnen kann. Diese Ambivalenz spiegelt sich auch in der Handlung wieder. Auf der einen Seite schildert der Autor tatsächlich ein fantastisches, archaisches Afrika, auf der anderen Seite ist die Handlung durchzogen von unaussprechlichen Gewalttaten, die expliziter geschildert werden, als es in meinen Augen nötig wäre. Der Autor versucht offenbar bewusst zu provozieren, was ihm ohne Frage gelingt.

Eine Handlung wie ein Drogenrausch
Der Stil ist also, naja nennen wir es mal eigenwillig, doch die Handlung ist noch undurchsichtiger. Ich bin das Eintauchen in völlig fremde Welten gewohnt udn fidne mich normalerweise schnell zurecht, doch bei diesem Buch hatte ich Probleme. Ich kam mir beim Lesen vor, als wäre ich auf einem Trip. Charaktere kommen und gehen in Sekunden, es werden Geschichten, in Geschichten, in Geschichten verpackt, erzählt und die meiste Zeit verstand ich ehrlich gesagt nur Bahnhof. Ich weiß nicht, ob ich schlicht zu doof bin, dieses Buch zu erstehen, aber für mich machte es an vielen Stellen kaum Sinn. Ich sah einfach nicht wo das Alles hinführen sollte, was der rote Faden ist und das störte mich mit zunehmender Seitenzahl immer mehr und war letztendlich der ausschlaggebende Grund, das Buch dann noch endgültig zur Seite zu legen.

Diverse Charaktere
Doch ich will nicht nur kritisieren, denn das Buch hat auch ganz gute Ansätze. Die diversen Charaktere zum Beispiel. Wir haben sowohl homosexuelle, als auch bisexuelle Charaktere. Auch die intensive Auseinandersetzung mit der Macht die durch sexuelle Handlungen ausgeübt wird, fand ich nicht schlecht (wobei ich mich dennoch frage, ob dafür jede Szene wirklich nötig gewesen wäre) und auch die zahlreichen Fantasiewesen, die Hexen und Gestaltwandler und Naturgeister, fand ich gut gelungen.

Fazit:


Dieses Buch erscheint nicht umsonst bei Heyne HARDCORE. Schwarzer Leopard, Roter Wolf polarisiert und provoziert ganz gezielt. Mit Tabuthemen wird auf die harte Tour gebrochen, härter, als es öfters für nötig erscheint. Während ich mich damit noch irgendwie hätte arrangieren können, war es der psychedelische, undurchsichtige Handlungsverlauf, der mich zwang, das Buch nach ca. 300 Seiten abzubrechen. Das Buch hebt sich definitiv von der Masse ab, der Verlag hat also ein Ziel, kein Mainstrem zu verlegen eindeutig erreicht, mein Fall, war es aber leider nicht.

Veröffentlicht am 18.02.2020

Definitiv anders

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Diese Rezension fällt mir ein wenig schwer wenn ich ehrlich bin - deshalb habe ich mir einiges an Zeit gelassen.

Vielleicht erstmal zum Thema Schreibstil - der nämlich ist anders. Und ziemlich gewöhnungsbedürftig. ...

Diese Rezension fällt mir ein wenig schwer wenn ich ehrlich bin - deshalb habe ich mir einiges an Zeit gelassen.

Vielleicht erstmal zum Thema Schreibstil - der nämlich ist anders. Und ziemlich gewöhnungsbedürftig. Ich würde nicht behaupten, dass es sich um ein wirklich einfach zu lesendes Buch handelt. Man muss sich zeitweise sehr stark konzentrieren, sonst verpasst man schnell den Anschluss. Der Autor springt zwischen Vergangenheit und Gegenwart sehr stark hin und her. Auch die Anzahl der Charaktere ist recht hoch. Es ist also definitiv kein Buch, welches man mal eben schnell weg lesen kann.

Die Handlung an sich ist teilweise sehr schockierend, es gab einige Szenen, bei denen ich schon sehr stark schlucken musste. Und ich gehöre definitiv nicht zu den zart besaiteten Lesern. Eigentlich kann mich recht wenig wahrlich schocken....

Was mich ebenfalls dezent irritiert hat ist, dass das Thema Sexualität in diesem Buch einen besonderen Stellenwert hat. Der Protagonist ist "zum Teil auch Frau", sein Begleiter bisexuell und auch Vergewaltigungen werden thematisiert. Prinzipiell spannend aber irgendwie passt das in meiner Auffassung nicht ganz in den Bereich Fantasy.

Der Erzählstil ist teilweise sehr ausschweifend, die Kapitel erscheinen unendlich lang, so hat man streckenweise das Gefühl, nicht wirklich voranzukommen. Dazu kommt dann wieder oben genanntes Problem, lässt man das Buch einige Tage liegen, kommt man nur sehr schwer wieder in die Geschichte hinein.

Letzten Endes weiß ich bis heute nicht genau, was ich von diesem Werk halten soll. Es hat mich gefangen genommen, weil es einfach derart anders war als alles, was ich bisher gelesen habe. Manchmal allerdings war ich ehrlich gesagt auch kurz davor, es abzubrechen.

Nun ist es der erste Band einer Reihe - ich meine, einer Trilogie. Ich muss definitiv noch schauen, ob ich den Folgebänden eine Chance gebe.

Insgesamt kann ich das Buch denen empfehlen, die auf der Suche nach andersartiger und anspruchsvoller Lektüre sind. Man sollte allerdings zuvor wissen, worauf man sich hier einlässt, sonst ist man am Ende schnell enttäuscht wie die entsprechenden Rezensionen ja zeigen.

Das Cover im Übrigen ist einfach nur unfassbar schön. Und spiegelt meiner Meinunge nach perfekt den sehr einzigartigen Charakter und Inhalt des Buches wieder.

  • Cover
  • Erzählstil
  • Handlung
  • Charaktere
Veröffentlicht am 01.02.2020

Konnte mich leider überhaupt nicht begeistern

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Vollständige Rezension: derbuecherwald.blogspot.de

Dieses Buch in einem Wort: "uffff". Und das leider nicht im positiven Sinne. "Schwarzer Leopard, Roter Wolf" ist wirklich keine leichte Lektüre und vor ...

Vollständige Rezension: derbuecherwald.blogspot.de

Dieses Buch in einem Wort: "uffff". Und das leider nicht im positiven Sinne. "Schwarzer Leopard, Roter Wolf" ist wirklich keine leichte Lektüre und vor allem kein mitreißender Roman. Ich glaube bei meiner Entscheidung dieses Buch zu lesen, habe ich mich etwas davon hinreißen lassen, dass es für den National Book Award nominiert wurde. Und obwohl die Rezensionen dazu anscheinend größtenteils positiv sind, hätte mir auffallen können, dass darunter auch ein paar sehr negative waren.

Ich weiß gar nicht genau wo ich anfangen soll. Vielleicht versuch ich es mal mit dem Schreibstil: Marlon James Schreibstil würde ich am ehesten als experimentell beschreiben. Viele seiner Sätze sind schwer zu lesen, weil zum Beispiel Verben oder andere Wörter fehlen. Obwohl dies sicher ein Mittel der literarischen Gestaltung sein sollte, macht es das Lesen seines Buches wirklich nicht einfacher. Auch ist "Schwarzer Leopard, Roter Wolf" sehr gefühllos und trocken geschrieben, sodass, obwohl aus der Ich-Perspektive verfasst, die Gefühlsregungen der Hauptperson überhaupt nicht ersichtlich werden.

Natürlich hatte ich nicht erwartet, dass es sich bei diesem Buch um eine leichte Fantasylektüre im Jugendbuch-Stil handelt. Aber etwas mitreißenderes à la Neil Gaiman hatte ich mir schon erhofft (vor allem wegen dem Neil Gaiman Zitat auf dem Cover).

Außerdem gibt es in diesem Buch sehr viel grafische Gewalt, die teilweise nicht einmal etwas zur Story beiträgt. Und manche Szenen sind schlichtweg ekelhaft. Und da der Hauptcharakter natürlich zu solchen Dingen keine Meinung geschweige denn ein Gefühl äußert, kamen sie mir sehr überflüssig vor.

Auch die Handlung ist sehr verwirrend. Ich wusste größtenteils nicht wo die Handlungsstränge hinführen. auch die Beziehungen der Personen zueinander sind mir nicht ersichtlich geworden und das Personenverzeichnis am Anfang des Buches ist mehr oder weniger nutzlos.

Nicht einmal die enthaltenen Karten konnten mich begeistern, obwohl ich Karten in Fantasy Büchern eigentlich immer liebe. Aber die Karten in Marlon James Buch sind sehr minimalistisch und simpel gezeichnet und bieten daher nicht den Detailreichtum und die kunstvolle Gestaltung, die man von anderen Büchern gewohnt ist.

Ich kann leider nicht anders als diesem Buch 0 Sterne zu geben, da es mir leider überhaupt nicht gefallen hat.

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