Cover-Bild Unter der Mauer
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10,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Nova MD
  • Themenbereich: Belletristik - Krimi: Klassisch
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 296
  • Ersterscheinung: 15.11.2019
  • ISBN: 9783964434890
Melanie Lahmer

Unter der Mauer

Eine verschwundene Studentin.
Eine unüberwindbare Grenze.
Und ein Verbrechen, das mehr als 30 Jahre lang ungesühnt bleibt.
Leipzig, 1984: Die Studentin Michaela Wolff verschwindet spurlos. Alles, was ihrer Familie bleibt, ist ein Abschiedsbrief. Auch nach dem Fall der Mauer findet man kein Lebenszeichen von ihr. Die Familie zerbricht beinahe an diesem Schicksal.
Fünfunddreißig Jahre später stößt die Psychologin Nike Klafeld in Siegen auf ein altes Tagebuch, versteckt in einem Weltkriegsbunker.
Die Suche nach der jungen Frau führt sie auf eine Reise in ihre eigene Vergangenheit und plötzlich ist nichts mehr, wie es war. Doch Nike ahnt nicht, dass sie sich bei ihrer Suche nach Gerechtigkeit selbst in große Gefahr bringt ...
»Unter der Mauer«
Der Auftakt zur neuen Krimireihe mit der Psychologin Nike Klafeld

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 12.01.2020

Spannender Einstieg einer neuen Ermittlerin

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Bei der Auflösung ihres Band-Proberaumes in einem Siegener Bunker findet Nike Klafeld hinter den abgerissenen Eierkartons Seiten und Fetzen, die aus einem Tagebuch zu stammen scheinen. Ihre Neugier ist ...

Bei der Auflösung ihres Band-Proberaumes in einem Siegener Bunker findet Nike Klafeld hinter den abgerissenen Eierkartons Seiten und Fetzen, die aus einem Tagebuch zu stammen scheinen. Ihre Neugier ist geweckt und sie versucht herauszufinden, von wem die Seiten stammen.
In 1984 lerne ich die damals 19-jährige Michaela Wolff kennen, die sich mit dem Regime der DDR nicht anfreunden kann und will. Die unangepasste junge Frau lernt bei einem Besuch am Balaton einen jungen Westdeutschen kennen…


Die Geschichte hat mich ab der ersten Seite eingefangen. Es ist nicht die Spannung, die hier nur ganz leise und langsam daher kommt. Es ist die Geschichte an sich, die sich in zwei Zeitebenen abspielt und einen so interessanten Hintergrund hat, dass ich mich zwingen musste, das Buch auch mal aus der Hand zu legen. Man merkt, dass sich Melanie Lahmer intensiv mit der Geschichte der ehemaligen DDR auseinander gesetzt hat. Und sie versteht es, mir die Fakten und Hintergründe der Geschichte in einer leichten flüssigen Erzählweise nahe zu bringen. Ich fühle mich, als wäre ich teilweise dabei gewesen.

Besonders die Zeit vor der Wende hat mich angesprochen. Ich kann Michaela sehr gut verstehen, die sich in dem System der DDR eingesperrt fühlt. Und sich langsam zu einem großen Schritt entschließt. Die Gefühle, Sorgen und Ängste ihrer Eltern Hanni und Rainer und ihrer Schwester Annett kann ich gut nachvollziehen. Wie schlimm muss es sein, wenn man nichts über den Verbleib eines geliebten Menschen weiß.

Nike Klafeld und ihr Umfeld, ihren Mann Lukas, Sohn Malte, ihre Zwillingsschwester Victoria und ihre Eltern Brigitte und Hajo, lerne ich sehr detailliert kennen. Sie nehmen in der Geschichte einen großen Raum ein, der eigentlich für einen Krimi untypisch ist, mir aber sehr gut gefallen hat. So habe ich beim nächsten Fall für Nike Klafeld gleich Personen vor mir, die mir nicht fremd sind.
Überhaupt sind alle Personen, die ich hier kennenlerne sehr menschlich und real dargestellt. Eine Familie, die man gerne zum Nachbarn hat.

Eine interessante und sehr berührende Geschichte, die Vergangenheitsbewältigung auf beiden Seiten der ehemaligen Mauer zum Thema hat und die mich auch ein bisserl nachdenklich gemacht hat. Die Auflösung kam dann für mich von einer Seite, mit der ich gar nicht gerechnet hatte.

Auch wenn ich die Geschichte nicht eindeutig als Krimi bezeichnen würde, kann ich das Buch trotzdem wirklich jedem empfehlen.

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Veröffentlicht am 20.11.2019

Berührend und spannend

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Ein toller und spannender Ausflug in die deutsch-deutsche Geschichte, den man nicht verpassen sollte!
Da ich die Stadt, in der Nike wohnt, selbst sehr gut kenne und Spannendes immer gerne mag, war ich ...

Ein toller und spannender Ausflug in die deutsch-deutsche Geschichte, den man nicht verpassen sollte!
Da ich die Stadt, in der Nike wohnt, selbst sehr gut kenne und Spannendes immer gerne mag, war ich sehr gespannt auf dieses Buch. Auch die deutsch-deutsche Geschichte interessiert mich sehr – leider weiß ich immer noch sehr wenig darüber.
Melanie Lahmer schreibt sehr angenehm und gut zu lesen, gleichzeitig einfühlsam und authentisch. Man merkt, dass sie die Stadt Siegen sehr gut kennt und auch, dass sie zum Thema DDR, Mauer, ... sehr viel und gut recherchiert hat. So ist die Geschichte dann auch sehr realitätsnah und packend, stellenweise sehr berührend und tiefgehend. Das Schicksal so vieler Menschen damals wird hier ganz persönlich und dadurch geht es einem als Leser auch sehr, sehr nahe.
Schön fand ich auch, dass die Geschichte in der Vergangenheit und in der Gegenwart spielt und sich nach und nach immer mehr verbindet, bis es am Ende dann zur Auflösung kommt. Ich hatte irgendwann dann schon einen Verdacht, der sich auch bestätigt hat, aber das hat der Spannung und meiner Lesefreude keinen Abbruch getan. Gerade gegen Schluss war ich richtig gepackt und wollte unbedingt wissen, wie es ausgeht. Ein paar mehr Seiten hätten mir gut gefallen, aber insgesamt ist das Buch einfach toll.
Ich hatte von der Autorin schon viel gehört, aber bisher leider noch nichts von ihr gelesen. „Unter der Mauer“ war mein erstes Buch von ihr, aber auf keinen Fall das letzte!

Veröffentlicht am 15.11.2019

Ein Cold Case aus Zeiten der DDR

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Pünktlich zum Jahr, in dem Deutschland das Jubiläum "30 Jahre Mauerfall" feiert, hat Autorin Melanie Lahmer mit ihrem Werk "Unter der Mauer" eine Geschichte erschaffen, die einmal mehr verdeutlicht, wie ...

Pünktlich zum Jahr, in dem Deutschland das Jubiläum "30 Jahre Mauerfall" feiert, hat Autorin Melanie Lahmer mit ihrem Werk "Unter der Mauer" eine Geschichte erschaffen, die einmal mehr verdeutlicht, wie sehr das damals in der DDR 'eingesperrte' Volk unter den mit ihrer Heimat verbundenen Einschränkungen gelitten hat. Alles musste erst 'von oben' genehmigt werden. Urlaubsreisen in das nichtsozialistische Ausland waren ein Ding der Unmöglichkeit und allein ein Antrag auf dauerhafte Ausreise konnte die Zukunft der gesamten Familie ruinieren – zumal solche Anträge fast nie genehmigt wurden. Wer studieren durfte, wurde nicht anhand guter schulischer Leistungen entschieden, sondern basierte oftmals auf Vitamin B. 'Nicht negativ auffallen bei der Stasi', hieß die Devise.

In diesem Alltag wachsen die Teenager Michaela und Annett Anfang der 80er Jahre auf. Vor allem Michi ist unzufrieden mit ihrer Situation, erhofft sich mehr vom Leben, träumt von der weiten Welt. Als sie eines Tages spurlos verschwindet, ist ihre entsetzte Familie am Boden zerstört. Niemand weiß, was Michi zugestoßen ist. Hat sie etwa 'rübergemacht', wie sie es in ihrem Abschiedsbrief angedeutet hatte? In jedem Fall hat ihr Verschwinden weitreichende Folgen für ihre Familie; insbesondere ihre jüngere Schwester leidet sehr unter dem Verlust – und unter den darauffolgenden Schikanen durch die Stasi. Aber warum meldet sich Michi auch Jahre nach dem Mauerfall nicht bei ihren Angehörigen?

Siegen, Gegenwart. Als Psychologin Nike Klafeld beim Ausmisten eines Weltkriegsbunkers, der ihrer Band als Proberaum gedient hatte, zufällig eine Vielzahl loser Tagebuchseiten in die Hände flattert, ist ihre Neugier geweckt. Scheinbar sind die Notizen viele Jahre alt. Aber wer ist die Frau, die sie einst verfasst hatte? Interessiert an der Geschichte, die sich hinter diesen ominösen Schriftstücken verbergen mag, beginnt Nike, Nachforschungen anzustellen - nicht ahnend, dass sie mit ihrer Neugier in ein Wespennest sticht.

Die Autorin hat sich intensiv mit dem Thema 'Leben in der DDR', quasi im Schatten der Mauer, auseinandergesetzt und ihre Rechercheergebnisse in dieses spannende Werk miteinfließen lassen. Erzählt wird auf zwei Zeitebenen, wobei man im Hinblick auf die Vergangenheitsebene lange Zeit im Dunkeln tappt und erst gegen Ende herausfindet, was Michaela widerfahren ist.

Ein großer Anteil des Werks ist dem familiären Umfeld von Nike gewidmet worden, da dieser Band den Auftakt zu einer Buchreihe bildet und somit als Basiswissen fungiert. Die Ausarbeitung der Hauptfigur hat mir sehr gefallen, da Nike gleichermaßen authentisch wie sympathisch auf mich wirkt. Ihre Handlugen und Gedanken sind durch und durch nachvollziehbar; auch mich hätte es an ihrer Stelle in den Fingern gejuckt, mehr über den Verbleib der Tagebuchschreiberin zu erfahren – allerdings hätte ich mich nie in einen Bunker hineingetraut. Besonders beeindruckt hat mich die tiefgründige Schilderung der Gefühlswelt von Annett; nach Michis Verschwinden hatte sich im Familienkreis alles nur noch um den Verbleib der vermissten Tochter gedreht. Annett selbst schwankt zwischen Wut auf ihre Schwester und Unverständnis; sie möchte endlich die Wahrheit erfahren, um mit der ewigen Ungewissheit abschließen zu können.

Sowohl Covergestaltung als auch die Wahl des Buchtitels sind perfekt auf den Inhalt abgestimmt und sehr treffend gewählt worden. Der Schreibstil der Autorin ist eine angenehme Mischung aus feinfühlig und dynamisch. Während man anfangs vielleicht das Gefühl hat, es könnte ruhig ein wenig flotter vorangehen, nimmt die Story jedoch immer mehr an Fahrt auf und gipfelt in einem actionreichen Ende. Wäre dieser Roman der Auftakt einer Fernsehserie, würde ich definitiv am nächsten Tag wieder einschalten. Als Fan von Cold Case-Ermittlungen und historischen Romanen, speziell vor dem Hintergrund der DDR, war ich natürlich extrem gespannt auf das Werk und ich bin nicht enttäuscht worden.

Veröffentlicht am 07.11.2019

Ungewöhnlicher Krimi, der unter die Haut geht

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Klappentext:

Eine verschwundene Studentin.
Eine unüberwindbare Grenze.
Und ein Verbrechen, das mehr als 30 Jahre lang ungesühnt bleibt.
Leipzig, 1984: Die Studentin Michaela Wolff verschwindet spurlos. ...


Klappentext:

Eine verschwundene Studentin.
Eine unüberwindbare Grenze.
Und ein Verbrechen, das mehr als 30 Jahre lang ungesühnt bleibt.
Leipzig, 1984: Die Studentin Michaela Wolff verschwindet spurlos. Alles, was ihrer Familie bleibt, ist ein Abschiedsbrief. Auch nach dem Fall der Mauer findet man kein Lebenszeichen von ihr. Die Familie zerbricht beinahe an diesem Schicksal.
Fünfunddreißig Jahre später stößt die Psychologin Nike Klafeld in Siegen auf ein altes Tagebuch, versteckt in einem Weltkriegsbunker.
Die Suche nach der jungen Frau führt sie auf eine Reise in ihre eigene Vergangenheit und plötzlich ist nichts mehr, wie es war. Doch Nike ahnt nicht, dass sie sich bei ihrer Suche nach Gerechtigkeit selbst in große Gefahr bringt ...

Fazit:

Der Krimi spielt auf drei Handlungsebenen. Da ist auf der einen Seite die Studentin Michaela, die mit dem Leben in der DDR nicht einverstanden ist und ihre Flucht plant. Zurück bleibt ihre Familie, die unter den Folgen der Flucht leiden muss. Michaelas Schwester Annett berichtet aus dem dann zerbrochenen Leben der Familie. Auf der anderen Seite gibt es Nike Klafeld, die in Siegen in einem Bunker, Tagebucheinträge findet und deren Verfasserin ausfindig machen will. Die Tagebücher sind schon sehr alt und die Erfolgsaussichten sehr gering. Welches Geheimnis wird sich Nike offenbaren?

Nach und nach baut sich für Nike das Leben der Verfasserin der Tagebücher auf. Es handelt sich dabei um eine junge Frau, die aus der DDR fliehen will und von der es keine weitere Spur gibt. Schneller als Nike denkt, ist sie in den Fall verwickelt und schwebt dann sogar in Gefahr. Wird sie das Geheimnis lüften?

Der Autorin ist es gelungen, ein wahrhaft schwieriges Thema in einer packenden Form aufzubereiten und die nötigen Fakten mit Fingerspitzengefühl zu erklären. Sie hat intensiv recherchiert und diese Ergebnisse behutsam an die Leser weitergegeben. Der wunderbar flüssige Schreibstil sorgt dafür, dass die Geschichte sich gut lesen lässt und mich in ihren Bann ziehen konnte. Auch wenn der Anfang erst mal sehr ruhig und langsam ist, so war dies nötig, um die verschiedenen Charaktere und ihre Gedankenwelt zu erklären, damit ich sie besser verstehen konnte. Nach dem Anfang wurde die Handlung spannender und ich konnte das Buch erst nach dem Finale wieder aus der Hand legen. Die Beschreibungen wirkten auf mich sehr lebendig und authentisch und auch an manchen Stellen gruselig. Ein großer Teil der Geschichte ist Nike Klafeld und ihrer Lebensgeschichte gewidmet, um den Grundstein für die Folgebände zu legen.

Mir hat besonders gut der Zeitstrang in der Vergangenheit gefallen, da er die Zerrissenheit der jungen Studentin und ihren Wunsch nach Freiheit so anschaulich beschreibt. Auch die Folgen für die Familie haben mich tief berührt, obwohl ich dies so schon aus anderen Büchern kenne. Dieser Zeitstrang hat mich nachdenklich, wütend, traurig und tief berührt zurückgelassen. Gut, dass es dieses Regime in dieser Form nicht mehr gibt. Das Thema ist angesichts des 30- jährigen Mauerfalls wieder hochaktuell und wir sollten diesen Teil unserer Geschichte weitergeben und verständlich erklären. Dies ist der Autorin mit diesem Krimi hervorragend gelungen.

Der Krimi ist eher untypisch für sein Genre und gerade dadurch so bemerkenswert. Der Schluss war für mich so nicht vorhersehbar und konnte mich überraschen. Auch wenn die Spannung relativ spät aufgebaut wurde und dann schnell ihrem Höhepunkt entgegenstrebte, konnte die Geschichte mich mitreißen und überzeugen. Ich freue mich auf weitere Fälle, die ich mit Nike Klafeld lösen kann.

Von mir eine absolute Leseempfehlung.

Veröffentlicht am 06.11.2019

Spannend

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Michaela und Annett sind Schwestern in der DDR. Während die eine glücklich ist, kann sich die andere mit dem System nicht anfreunden und fasst einen Entschluss 1984. In der Gegenwart findet Nike alte ...

Michaela und Annett sind Schwestern in der DDR. Während die eine glücklich ist, kann sich die andere mit dem System nicht anfreunden und fasst einen Entschluss 1984. In der Gegenwart findet Nike alte Tagebucheinträge einer jungen Frau und beginnt sich mit ihrem Leben auseinanderzusetzen. Das Buch war unheimlich spannend und berührend. Als Kind der DDR liest es sich noch mal mit einem besonderen Beigeschmack. Die Geschichte wird sensibel und tiefgründig erzählt und man kann sich sehr gut in die Gefühlswelt der Figuren hineinversetzen. Dazu kommt ein schöner Schreibstil und ein tolles Cover. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich werde es empfehlen.