Nicht ganz so gut wie der Vorgänger, aber trotzdem empfehlenswert
"Wer ins Licht treten will" ist die Fortsetzung von "Wer aus dem Schatten tritt" von Melanie Metzenthin. Da mir der erste Teil sehr gut gefallen hat, habe ich mich auch auf diesen Teil gefreut.
1959: ...
"Wer ins Licht treten will" ist die Fortsetzung von "Wer aus dem Schatten tritt" von Melanie Metzenthin. Da mir der erste Teil sehr gut gefallen hat, habe ich mich auch auf diesen Teil gefreut.
1959: Die junge Psychiaterin Renate Schwarz arbeitet in Hamburg in einer Klinik für Psychiatrie. Auch in diesem Band bekommt es Renate mit vielen interessanten Fällen zu tun. Sie arbeitet inzwischen auf der Frauenstation, hat aber immer noch mit Vorurteilen gegenüber Ärztinnen zu kämpfen. Während sie mit einer Patientin spricht, wird sie z.B. gefragt, wann denn der Arzt käme... Auch privat läuft bei Renate nicht alles rund, ihr Verlobter wird bei einem Fußballspiel schwer verletzt und kann seinen Traum als Profifußballer nicht mehr ausleben. Auch in der Familie wird an mehreren Schauplätzen ihr psychologisches Geschick gefordert. Dann wird eine Patientin in die Psychiatrie eingeliefert, die nackt auf dem Rathausplatz gegen Umweltverschmutzung demonstriert hat. Ist sie wirklich psychisch krank oder ist an ihrer Geschichte etwas dran?
Auch dieser Roman lässt sich leicht und flüssig lesen. Wie im ersten Band merkt man sofort, dass die Autorin, selbst Psychiaterin, weiß, wovon sie schreibt. Sie vermittelt außerdem gut die gesellschaftspolitischen Gegebenheiten der 60er Jahre. Die noch nicht vorhandenen Rechte der Frauen, der Umgang mit häuslicher Gewalt, aber auch das Thema Gleichberechtigung werden behandelt. Es hat sich viel getan in diesen Bereichen seit damals, aber ist es genug?
Dieser Roman hat mir nicht ganz so gut gefallen wie der Vorgänger, der doch mehr auf die medizinische Seite eingeht. Hier liegt der Schwerpunkt für meinen Begriff zu sehr auf familiären Dramen (Beispiel Goldie). Trotzdem hat mich der Roman gut unterhalten. Dem Vorgängerband hatte ich 5 Sterne gegeben, dieser bekommt von mir aus den genannten Gründen "nur" 4 gute Sterne