erschreckendes Szenario
„Koogland“ ist ein fiktionaler Krimi,der in einer nicht ganz so fernen Zukunft spielt und wenn man ihn mit unserer Realität abgleicht,gar nicht so unrealistisch wirkt.
In Ostfriesland hat es nach einer ...
„Koogland“ ist ein fiktionaler Krimi,der in einer nicht ganz so fernen Zukunft spielt und wenn man ihn mit unserer Realität abgleicht,gar nicht so unrealistisch wirkt.
In Ostfriesland hat es nach einer verheerenden Sturmflut,bedingt durch den Klimawandel,große Schäden an den Deichen gegeben.Grosse Landstriche zwischen den beiden Deichen,die sogenannten Köge,die besiedelt waren,sind zerstört worden,viele Menschen gestorben.
Die Regierung hat den Eigentümern Entschädigungen angeboten und will den Landstrich nicht wieder besiedeln.Doch einige Einwohner wehren sich,nehmen die Entschädigungen nicht an,machen die Regierung für das Unglück verantwortlich,da sie die Deiche nicht geschützt und ausgebessert hat.
Sie wollen in den Kögen wohnen bleiben,gründen ihre eigene „Republik Koogland“ mit eigenen Gesetzen und Gerichtsbarkeit und einem „Anführer“.Mit Deutschland wollen sie nichts mehr zu tun haben.Sie werben Leute an,die auf den verlassenen Höfen leben und arbeiten sollen.Bis auf wenige Ausnahmen,versucht die Gemeinschaft autark zu leben.
Auch die Krankenschwester Lara strandet hier.Allerdings strebt sie kein Leben in dieser Gemeinschaft an,sondern sucht nach ihrer Schwester Alina,die hier mit ihrem Freund lebt und plötzlich nichts mehr von sich hören lässt.Was ist passiert ?
Das Buch zu lesen war schon gruselig.Ein Leben nach dem Vorbild der „Reichsbürger“, die sich vom Staat und allen Institutionen lösen,ihren eigenen Staat aufbauen und den Staat aushebeln wollen,nach ihren eigenen Gesetzen leben,mit einem Anführer,dem alle blind folgen und anhimmeln wie einen Popstar.
Wer sich für die Gemeinschaft entscheidet,natürlich nach einem Auswahlverfahren in dem der Anführer entscheidet wer geeignet ist oder nicht,lebt hinter einem Zaun und kann nicht mehr raus.
Die Vorstellung erweckt bei mir klaustrophobische Vorstellungen,das System noch mehr,weil es stark autokratische Züge zeigt.
Die Figuren waren interessant und facettenreich.Am besten haben mir Lara und Thies gefallen,was nicht heißt,dass ich Thies sympathisch fand.
Das Buch zeigt ein paar kleine Längen.Alles in allem aber ein interessantes Leseerlebnis.