Cover-Bild Schwarzer Stern
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9,99
inkl. MwSt
  • Verlag: Unionsverlag
  • Themenbereich: Belletristik - Biografischer Roman
  • Genre: Romane & Erzählungen / Sonstige Romane & Erzählungen
  • Ersterscheinung: 07.06.2021
  • ISBN: 9783293411166
Michèle Maillet

Schwarzer Stern

Mit einem Nachwort zur Neuausgabe von Peter Martin
Bettina Schäfer (Übersetzer)

Als Hausangestellte einer jüdischen Familie wird Sidonie nach Ravensbrück deportiert. In Martinique geboren, ist sie aufgrund ihrer Hautfarbe eine Ausgestoßene. Jeden Tag droht das Lager ihren Körper und ihren Geist zu zerstören. Einzig ein verborgenes Notizbuch bietet ihr Halt, lässt sie fliehen in Erinnerungen an Düfte, Farben und Licht, an wirbelndes Leben und den Klang kreolischer Worte. Schätzungsweise zweitausend schwarze Männer und Frauen kamen in den Konzentrationslagern ums Leben. Aus Gesprächen mit Überlebenden und historischen Dokumenten rekonstruiert Michèle Maillet einen Teil der deutschen Geschichte, der bis heute noch immer kaum thematisiert wurde.

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Veröffentlicht am 18.01.2026

Ein Buch das man gelesen haben sollte

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Michèle Maillet hat in ihrem Buch die Erlebnisse von Sidonie einer Schwarzen Frau im Konzentrationslager nachgezeichnet.
Mit unglaublicher Sprachgewalt und psychologischem Feinsinn versucht die Autorin ...

Michèle Maillet hat in ihrem Buch die Erlebnisse von Sidonie einer Schwarzen Frau im Konzentrationslager nachgezeichnet.
Mit unglaublicher Sprachgewalt und psychologischem Feinsinn versucht die Autorin das unerklärliche zu erklären.

Schwarzer Stern wirft einen neuen Blick auf das Thema Nationalsozialismus der mir so bisher noch nicht untergekommen ist.

Natürlich weiß ich darüber Bescheid das die Nazis Juden aber auch Sintizze und Romanja, Menschen mit Beeinträchtigungen sowie Homosexuelle und BiPoC verfolgten und in ihren Konzentrationslagern getötet haben.

Die Perspektive einer schwarzen Frau allerdings ist mir in diesem Kontext bisher eher selten untergekommen wodurch ich gleich total gespannt war was uns die Autorin hier für eine Geschichte zu Teil werden lässt.

Was ich besonders interessant fand war die sehr klare Sicht der Protagonistin. Beinahe analytisch aber niemals kalt versucht sie das unbegreifliche zu begreifen, man spürt direkt wie sie zuerst versucht die grausame Realität zu leugnen und dem was Viktor Frankl als "Begnadigungswahn" bezeichnet hat verfällt.

Sie versucht die Hoffnung nicht zu verlieren und wehrt sich mit aller Kraft dagegen ihre Würde unter menschenunwürdingen Bedingungen abzugeben.

Sidonie schafft es nicht nur ihre Geschichte auf berührende und beeindruckende Weise zu erzählen sondern stellvertretend für viele Menschen die über Jahrhunderte unterdrückt wurden einen Bogen zu Spannen und eine Verbindung herzustellen zwischen den Menschenverachtenden strategien der Nazis und den davor geschehen Entmenschlichungen der Sklaverei was mich sehr beeindruckt hat.

Für mich ist das ein Buch das ich auf jeden Fall jedem ans Herz legen kann der "trotzdem ja zum Leben sagen" von Viktor Frankl und "Roman eines Schicksallosen" von Imre Kertesz gelesen hat. Für mich reiht sich dieses Buch kritiklos in die Reihe der unglaublich wichtigen Bücher über den Holocaust ein die man auf jeden Fall gelesen haben sollte.

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