Ein Buch das man gelesen haben sollte
Michèle Maillet hat in ihrem Buch die Erlebnisse von Sidonie einer Schwarzen Frau im Konzentrationslager nachgezeichnet.
Mit unglaublicher Sprachgewalt und psychologischem Feinsinn versucht die Autorin ...
Michèle Maillet hat in ihrem Buch die Erlebnisse von Sidonie einer Schwarzen Frau im Konzentrationslager nachgezeichnet.
Mit unglaublicher Sprachgewalt und psychologischem Feinsinn versucht die Autorin das unerklärliche zu erklären.
Schwarzer Stern wirft einen neuen Blick auf das Thema Nationalsozialismus der mir so bisher noch nicht untergekommen ist.
Natürlich weiß ich darüber Bescheid das die Nazis Juden aber auch Sintizze und Romanja, Menschen mit Beeinträchtigungen sowie Homosexuelle und BiPoC verfolgten und in ihren Konzentrationslagern getötet haben.
Die Perspektive einer schwarzen Frau allerdings ist mir in diesem Kontext bisher eher selten untergekommen wodurch ich gleich total gespannt war was uns die Autorin hier für eine Geschichte zu Teil werden lässt.
Was ich besonders interessant fand war die sehr klare Sicht der Protagonistin. Beinahe analytisch aber niemals kalt versucht sie das unbegreifliche zu begreifen, man spürt direkt wie sie zuerst versucht die grausame Realität zu leugnen und dem was Viktor Frankl als "Begnadigungswahn" bezeichnet hat verfällt.
Sie versucht die Hoffnung nicht zu verlieren und wehrt sich mit aller Kraft dagegen ihre Würde unter menschenunwürdingen Bedingungen abzugeben.
Sidonie schafft es nicht nur ihre Geschichte auf berührende und beeindruckende Weise zu erzählen sondern stellvertretend für viele Menschen die über Jahrhunderte unterdrückt wurden einen Bogen zu Spannen und eine Verbindung herzustellen zwischen den Menschenverachtenden strategien der Nazis und den davor geschehen Entmenschlichungen der Sklaverei was mich sehr beeindruckt hat.
Für mich ist das ein Buch das ich auf jeden Fall jedem ans Herz legen kann der "trotzdem ja zum Leben sagen" von Viktor Frankl und "Roman eines Schicksallosen" von Imre Kertesz gelesen hat. Für mich reiht sich dieses Buch kritiklos in die Reihe der unglaublich wichtigen Bücher über den Holocaust ein die man auf jeden Fall gelesen haben sollte.