Cover-Bild Lorzentobel
Band der Reihe "Zuger-Reihe"
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16,00
inkl. MwSt
  • Verlag: Emons Verlag
  • Themenbereich: Belletristik - Thriller / Spannung
  • Genre: Krimis & Thriller / Krimis & Thriller
  • Seitenzahl: 304
  • Ersterscheinung: 23.05.2023
  • ISBN: 9783740817718
Monika Mansour

Lorzentobel

Kriminalroman
Ein gesellschaftskritischer Krimi, der unter die Haut geht.

Der rebellische Teenager ET ist sechzehn, trägt bunte Haare und spielt in einer Rockband. Als seine Mutter von einem angesehenen Zahnarzt gestalkt wird, sucht er die Zuger Detektei Trust Investigation auf. Sara, Natalie und Tom beginnen zu ermitteln, doch kurz darauf wird ETs Mutter erhängt aufgefunden. Der Fall wird zu einem undurchschaubaren psychologischen Terrorspiel, bei dem ET selbst ins Kreuzfeuer gerät. Mehr und mehr stellt sich die Frage, wer hier der eigentliche Stalker ist – und wer im Stillen nach Hilfe ruft.

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Lesejury-Facts

Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 15.12.2023

Ein Krimi aus der Schweiz, bei dem ein jugendlicher Punk im Mittelpunkt steht

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Inhalt: Was ist real, was ist gelogen? Das muss sich eine Detektei fragen, als sie von einem Punk gebeten wird, gegen einen Saubermann vorzugehen. Der Jugendliche ET lernt Lucy kennen, deren Vater eine ...

Inhalt: Was ist real, was ist gelogen? Das muss sich eine Detektei fragen, als sie von einem Punk gebeten wird, gegen einen Saubermann vorzugehen. Der Jugendliche ET lernt Lucy kennen, deren Vater eine Detektei hat. Am nächsten Tag taucht ET in der Detektei auf, um sie mit der Unterstützung gegen einen Stalker zu beauftragen. Seine Mutter ist das Opfer und mittlerweile psychisch am Ende, so dass ET seine Mutter versorgen und den Lebensunterhalt für beide bestreiten muss. Keine Behörde hilft. Nach einer ersten Absage, engagiert sich die Detektei dann widerwillig doch und die Situation eskaliert.

Bewertung: Die Geschichte hat einen spannenden Einstieg. Gleich vorneweg gibt es ein Verbrechen, das ein düsteres Licht auf die Handlung und einen Verdacht auf eine Figur wirft. Doch die Situation ist sehr widersprüchlich und man weiß nicht, wem man glauben soll.

Die Erzählperspektive wechselt oft und so erfährt der Leser viel über die Gedanken, Gefühle und Lebensumstände aller Handelnden. Teils habe ich dies als uninteressant erlebt. Allerdings mag man das anders sehen, wenn man die Figuren bereits aus den vorausgehenden Bänden der Reihe kennt. Es gibt recht viele Figuren in der Geschichte. Allein die Detektei besteht aus drei Personen, die alle ihren Anhang haben. Man kann sie aber gut im Blick behalten, weil sie sehr verschieden sind. So findet sich immer jemand, mit dem man sich als Leser identifizieren kann und mit dem man besonders mitfiebert. Man kann auch nicht wirklich sagen, wer im Roman die Hauptfigur ist. Es gibt verschiedene Personen, die große Anteile an der Handlung haben.

Ab und an wird es witzig. Die Figur ET tut einiges dafür. Er wird als Charmeur dargestellt, der einen niedlichen Kinderblick manipulativ einzusetzen weiß. Er hat freche Sprüche drauf und weiß sich zu begeistern. Andererseits ist sie eine tragische Figur, die seit einigen Jahren quasi die Elternrolle übernommen hat und sich um sich selbst und die hilflose Mutter kümmert. Kein Amt und keine Behörde hilft ihm, egal, wie sehr er bittet. Obwohl ET viel auf dem Kasten hat, ist in vieler Hinsicht sehr bedürftig.

Die Beschreibung der Personen fand ich teils nicht so gut gelungen. Das ist ein paar mal wie so eine Liste gewesen, die man abarbeitet: Haare, Hose, oben rum und optional noch Schmuck. Es hat mich auch gestört, dass bei den Jugendlichen gefärbte Haare, Piercings, Kleidungsstil so ein Aufreger und negativ behaftet waren. Ich würde meinen, das Ausprobieren gerade auf diese Weise sei für Jugendliche normal, auch wenn nicht jeder ein Punk wird. Ein paar der Info hätte ich nicht gebraucht, ich finde den Schreibstil aber keineswegs mit Details überladen.

Spannend fand ich, wie die Detektivin Sara Jung vorgeht, wie sie die Zielperson beobachtet; ihre Strategie, die Leute direkt anzusprechen, ihnen was vorzulügen, oder einen Brocken Info hinzuwerfen, um die Reaktion zu sehen, war gewagt. Andererseits reagierte sie an manchen Stellen auch störend unerwartet, wenn man ihre Erfahrung als Kommissarin voraussetzt. Dann aber fand ich es sehr sympathisch, wie sie für ET da ist, obwohl sie eigentlich nicht der mütterliche Typ ist.

Positiv fand ich, dass Manches nicht künstlich in die Länge gezogen wurde. Gerade bei Dingen, die mir nicht gefielen, war es dann wie eine Erlösung, wenn kurz danach die Revision erfolgte.

Am Ende gibt es dann ein spannendes Finale. Da passiert recht viel. Man erhält viele Informationen. Es gibt Rückblenden, die für Spannung sorgen. Und zum Schluss ein Happy End, über das nicht mehr verraten wird.

Interessant bis witzig fand ich die Unterschiede zum Deutsch, wie man es in Deutschland verwendet. Man versteht alles sehr gut, weil so viele Unterschiede gibt es nicht im Buch. Aber beispielsweise "parkieren" kennt man gar nicht. Und "dufte" sagt in Deutschland keiner mehr. Aber vermutlich ist das entstanden durch die Übersetzung der Schweizer Jugendsprache ins Hochdeutsche, die, wie man aus der Danksagung erfährt, gemacht wurde.

Insgesamt war der Krimi gut zu lesen und hat mit gut unterhalten.

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Veröffentlicht am 05.06.2023

Wem kann man überhaupt noch glauben

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Darum geht es:
Elias Tanner (genannt ET) ist 16 Jahre alt und ein ganz normaler Teenager. Er trägt Piercings, spielt in einer Rockband. Soweit alles normal. Doch etwas ist bei ET anders. Denn neben seiner ...

Darum geht es:
Elias Tanner (genannt ET) ist 16 Jahre alt und ein ganz normaler Teenager. Er trägt Piercings, spielt in einer Rockband. Soweit alles normal. Doch etwas ist bei ET anders. Denn neben seiner Ausbildung und den Proben bzw. die Auftritte mit seiner Rockband kümmert er sich um seine schwer depressive Mutter. Sie wird von einem angesehenen Zahnarzt gestalkt. So jedenfalls stellt es ET dar. Sämtliche Behörden und auch die Polizei sind machtlos, denn nachzuweisen ist dem Herrn Doktor nichts. So sieht ET keinen anderen Ausweg, als die Detektei Trust Investigation um Hilfe zu bitten. Er will dem Stalker das Handwerk legen. Die Detektive Sara, Tom und Natalie beginnen zu ermitteln. Kurz darauf wird ET Mutter tot aufgefunden. Alles deutet auf einen Selbstmord hin und so wird auch die Polizei in diesem Fall nicht tätig. Einzig ET glaubt daran, dass seine Mutter ermordet wurde. Und schnell wird der Fall zu einem psychologischen Albtraum.

Meine Meinung:
Lorzentobel ist ein psychologisches Verwirrspiel, bei dem der Leser nie wirklich sicher sein kann, wer da die Wahrheit sagt, und wer lügt. Immer wieder, wenn man denkt, derjenige muss doch aber die Wahrheit sagen, ist dem anderen nichts nachzuweisen. Immer wieder werden Hinweise geschickt manipuliert, so dass man beim Lesen mehr als einmal die Seiten wechselt. Man kann sich gut seinen eigenen Gedanken hingeben, nur um ein paar Seiten weiter wieder auf den Turn zu stoßen und zu denken: Das kann doch aber jetzt nicht sein. Hier wird perfekt mit der menschlichen Psyche gespielt, bis es dann am Ende des Buches zum großen Showdown kommt und man das ganze Ausmaß der Tragödie durchblickt.

Die Charaktere sind bestens gezeichnet. Hier bildet man sich schnell zu jedem ein Bild und entwickelt Sym- oder Antipathien. Die Handlungsorte hingegen sind ein wenig blass. Wäre nicht immer mal wieder erwähnt, dass man in Zug oder Zürich ist, könnte dieses Buch auch irgendwo in der Welt spielen. Auch, dass sämtliche Charaktere hier reinstes Hochdeutsch sprechen, finde ich doch etwas schade. Hier wäre der ein oder andere Satz in schweizer Dialekt sicher hilfreich gewesen, um dem Buch etwas mehr Authentizität zu verleihen. Dafür werden an anderen Stellen Worte genutzt, die im Deutschen eher nicht gebräuchlich sind (z.B. das Auto parkierte – statt das Auto parkte; oder „…“ doppelte XY, statt „…“ wiederholte XY usw.) Das war etwas gewöhnungsbedürftig. Ansonsten war der Schreibstil okay. Es ließ sich flüssig lesen. Die gut 300 Seiten des Buches sind in 19 Kapitel unterteilt. So kann man auch zwischendurch mal eine Pause machen.

Mein Fazit:
Ein spannender und psychologisch anspruchsvoller Krimi mit kleineren Schwächen. Ich würde ihn weiterempfehlen und vergebe hier 4 Sternchen.

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