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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 20.05.2026

Interessante aber eigenwillige Geschichte

John of John
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Nach seinem Studium wird Cal von seinem Vater nach Hause, auf eine kleine schottische Insel, beordert. Seiner Oma Ella ginge es nicht gut und sein Vater John benötige Hilfe mit den Schafen. Cal folgt dem ...

Nach seinem Studium wird Cal von seinem Vater nach Hause, auf eine kleine schottische Insel, beordert. Seiner Oma Ella ginge es nicht gut und sein Vater John benötige Hilfe mit den Schafen. Cal folgt dem Aufruf nur widerstrebend, da sein Vater und er sich schon lange nicht mehr gut verstehen.

John of John ist sowohl das erste Buch, das ich von Douglas Stuart gelesen habe, als auch mein erstes Familiendrama.
Der Schreibstil war definitiv mal was anderes. Es hat etwas gebraucht, bis ich richtig in die Geschichte reingekommen bin, dann hat mir der Stil aber gut gefallen. Was ich nicht so sehr mochte war der ständige Wechsel der Erzählperspektive, auch innerhalb eines Kapitels.

Die Geschichte selbst hat mich nicht so richtig überzeugen können. Die Charaktere haben alle ihr Päckchen zu tragen. Das wird durch die vielen Perspektivwechsel gut deutlich und man bekommt viele Einblicke in verschiedene Handlungsstränge. Immer wenn ich mich aber gerade eingewöhnt hatte kam etwas bei dem ich mir dachte: „Wo kommt denn das jetzt her?“.
Ansonsten ist die Geschichte insgesamt sehr vor sich hingeplätschert. Es gab keine großen Überraschungen oder Wendepunkte. Dadurch habe ich das Buch teils doch als eher langweilig und langatmig empfunden. Ein paar Ideen wurden angeschnitten, die für mich viel Potential für tiefere Emotionen geboten hätten. Leider wurden diese jedoch auch sehr schnell wieder verworfen. Auch die sehr starke religiöse Komponente hat mich eher irritiert als interessiert.

Insgesamt habe ich mir von „John of John“ viel erhofft, wurde aber nicht wirklich überzeugt. Vielleicht ist das aber auch dem Genre geschuldet, das anscheinend nicht so ganz meins ist.

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Veröffentlicht am 29.04.2026

Nicht mein Genre

The Kings Gambit
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Avery ist ein erfolgreiches Model und liebt seinen Beruf. Er genießt die Aufmerksamkeit, das Geld und die Möglichkeit, sich so etwas von seinem Vater zu distanzieren. Jahre nach ihrem letzten Kontakt trifft ...

Avery ist ein erfolgreiches Model und liebt seinen Beruf. Er genießt die Aufmerksamkeit, das Geld und die Möglichkeit, sich so etwas von seinem Vater zu distanzieren. Jahre nach ihrem letzten Kontakt trifft er auf seinen ehemaligen Stiefbruder Rain, der einen komplett anderen Weg im Leben gegangen ist. Und ohne es zu merken wird Avery in ein Spiel um Leben und Tod hineingezogen.
Zunächst muss ich anmerken, dass es sich bei „The Kings Gambit“ um das allererste Dark Romance Buch handelt, das ich gelesen habe. Und vermutlich wird es erst mal auch das letzte bleiben, es ist nämlich einfach nicht mein Genre. Dem entsprechend schwer fällt es mir auch, hier eine vernünftige Rezension zu verfassen.
Der Schreibstil von Mia Rosé ist angenehm und ich bin gut mitgekommen. Auch die drei verschiedenen Perspektiven haben mir gut gefallen, um die beiden Charaktere besser kennen zu lernen und mit rätseln zu können.
Leider haben mich die Charaktere aber nicht wirklich überzeugt und auch die Geschichte selbst konnte mich nicht abholen. Das liegt aber wohl eher am Genre als an der Geschichte selbst. Ich bin mir sicher, dass es sich um ein spannendes und lohnendes Buch handelt, wenn man Dark Romance mag. Für alle, die auf einen seichten Einstieg in das Genre gehofft haben, ist „The Kings Gambit“, meiner Meinung nach, jedoch eher nicht zu empfehlen.

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Veröffentlicht am 19.04.2026

Eine süße und erwachsene Geschichte

Budding Attraction
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Im dritten Teil der „Club der Geschiedenen Männer“-Reihe stehen Florist Orson und Mechaniker Orson im Mittelpunkt. Orson ist Mitglied des CGM, jedoch nicht geschieden sondern Verwitwet. Nach dem Schlaganfall ...

Im dritten Teil der „Club der Geschiedenen Männer“-Reihe stehen Florist Orson und Mechaniker Orson im Mittelpunkt. Orson ist Mitglied des CGM, jedoch nicht geschieden sondern Verwitwet. Nach dem Schlaganfall seiner Frau Tara hat er Killborough zunächst den Rücken gekehrt. Jetzt ist er wieder zurück und hat seinen eigenen Blumenladen eröffnet und versucht, in jedem Moment das Positive zu sehen. Ford hat seine eigene Werkstatt und ein glückliches Leben. An einem festen Partner war er nie wirklich interessiert, aber Orson weckt sein Interesse.

Die Geschichte von Orson und Ford hat mir sehr gut gefallen. Beide sind Mitte 40, was man ihnen und ihrer Dynamik auf eine positive Art anmerkt. Sie haben bereits Höhen und Tiefen hinter sich und treffen zu einem Zeitpunkt aufeinander, an dem keiner nach der großen Liebe sucht. Das Knistern ist zwar da, dennoch ist ihnen die Freundschaft zunächst wichtiger. Davon ausgehend entwickelt sich eine sehr süße und erwachsene Geschichte.

Beide müssen sich an die Dynamik zwischen einander gewöhnen. Beide gewöhnen sich daran, dass es in einem erwachsenen Leben, das sie sich eingerichtet haben, plötzlich eine andere Person gibt. Beide haben eine Vergangenheit, die natürlich auch in dieser neuen Lebensphase eine Rolle spielt. Und sowohl Orson als auch Ford müssen zunächst lernen, mit der Verwirrung und Unsicherheit von Orson umzugehen, der sein Leben lang dachte, er wäre Heterosexuell. Diese Entwicklung wird jedoch mit viel Vertrauen in den Anderen begleitet, mit Gesprächen und dem Wissen um die eigenen Grenzen. Besonders gut hat mir bei Orson auch sein Zwiespalt als Witwer gefallen. Die Frage, ob es sich neu verlieben darf, wo doch Tara seine große Liebe war. Gleichzeitig das sehr schnelle Bewusstsein, dass sie nur das Beste für ihn gewollt hätte sowie Fords Bewusstsein und Verständnis, dass es sich nicht um einen Konkurrenzkampf sondern um unterschiedliche Lebensabschnitte handelt, fand ich sehr schön.

Die beiden haben mir wirklich gut gefallen, weil sie aufeinander achtgeben und sich umeinander bemühen, ohne die eigenen Ansprüche aus dem Auge zu verlieren. Eine klare Leseempfehlung.

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Veröffentlicht am 11.04.2026

Langatmige Geschichte mit flacher Protagonistin

Little Hollywood
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Leo hat gerade ihr Abi gemacht und muss sich diesen Sommer entscheiden, was sie mit ihrem Leben anfangen möchte. Ihr Traum, in Köln zu studieren wird überschattet von einer depressiven Mutter und Leos ...

Leo hat gerade ihr Abi gemacht und muss sich diesen Sommer entscheiden, was sie mit ihrem Leben anfangen möchte. Ihr Traum, in Köln zu studieren wird überschattet von einer depressiven Mutter und Leos Sorge um ihren kleinen Bruder Ben. Zudem gibt es in ihrer Heimat Olli, den sie vor kurzem das erste mal geküsst hat und Jo aus der örtlichen Videothek, mit dem sie zunehmend Zeit verbringt.

Der Schreibstil von Inga Hanka ist zwar größtenteils flüssig, dennoch habe ich mich – besonders zu Beginn – mit dem lesen sehr schwer getan. Zu Leo als Protagonistin konnte ich gar keine Verbindung aufbauen. Sie sagt zwar, eine Leidenschaft für Filme zu haben, abgesehen von regelmäßigen Besuchen in der Videothek habe ich davon aber wenig gespürt. Ansonsten ist sie der „typische“ Teenie, streitet sich mit ihrer Mutter, säuft und hat Respekt vor der Zukunft. Das alles war für mich dann doch zu sehr Klischee. Jo hingegen war schon interessanter. Es dauert relativ lange, bis man mehr über ihn erfährt und er wirkt etwas tiefgründiger.

Inhaltlich konnte mich die Geschichte leider auch nicht wirklich mitnehmen. 2/3 des Buches passiert nur sehr wenig. Dafür wurden die typischen Probleme ins letzte Drittel gequetscht. Größtenteils ohne, dass eine Szene sich vernünftig entwickeln konnte oder eine verständliche Auflösung kam. Über große Teile hat mich „Little Hollywood“ eher gelangweilt was schade ist, da ich mir aufgrund des Klappentextes und der Leseprobe deutlich mehr erhofft habe. Insgesamt würde ich das Buch eher nicht weiterempfehlen.

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Veröffentlicht am 09.04.2026

Zwischen Zuckerschock und Lachtränen

Upside Down - Die Welt steht Kopf
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„Upside Down“ ist das erste Buch, das ich von N.R. Walker gelesen habe und auch das erste zum Thema Asexualität. Nachdem ich vor dem Lesen etwas skeptisch war und das Buch nur aufgrund einer Empfehlung ...

„Upside Down“ ist das erste Buch, das ich von N.R. Walker gelesen habe und auch das erste zum Thema Asexualität. Nachdem ich vor dem Lesen etwas skeptisch war und das Buch nur aufgrund einer Empfehlung angefangen habe, wurde ich sehr positiv überrascht.

Das Buch handelt von Jordan und Hennessy, zwei jungen, asexuellen Männern. Beide sind an unterschiedlichen Punkten ihrer Reise, das Label asexuell für sich selbst zu akzeptieren und definieren. Dabei geht es jedoch auch viel um gesellschaftliche Erwartungen, den Druck, welchen sie erzeugen und den Drang sich anzupassen, sei er bewusst oder unbewusst.
Jordan ist ein unglaublich liebenswürdiger Charakter. Gefühlt immer etwas drüber, scheint er das Chaos magisch anzuziehen. Bei Nervosität tendiert er dazu, ohne Punkt und Komma und vor allem ohne Filter loszuplappern und sich dadurch in die skurrilsten Situationen zu manövrieren. Zudem ist er begeisterungsfähig, freundlich und seinen Freunden gegenüber absolut loyal.
Dagegen wirkt Hennessy zu Beginn eher unnahbar, was sich jedoch bereits nach wenigen Seiten als falsch erweist. Auch er ist ein durchweg sympathischer Charakter, wirkt jedoch im Vergleich zu Jordan etwas flacher.
Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht von Jordan und Hennessy geschildert. Dabei finde ich es super interessant, wie unterschiedlich die Selbst- und Fremdwahrnehmung der beiden ist.
Die Geschichte lebt außerdem von den großartigen Nebencharakteren. Die beste Freundin und der Mitbewohner von Jordan, der beste Freund von Hennessy, die gemeinsame Fanbase im Bus – alle haben sie etwas liebenswürdiges, besonderes und einzigartiges, dass man bereits auf das nächste Aufeinandertreffen hinfiebert.

Bei „Upside Down“ handelt es sich um ein wunderbares Buch, das alles vereint, was es für ein tolles Lesevergnügen braucht: Liebenswürdige Charaktere, lustige Dialoge, eine Liebesgeschichte zum Dahinschmelzen, Denkanstöße zu wichtigen Themen und eine Story, bei der man von der ersten bis zur letzten Seite mitfiebert. Es handelt sich also um eine ganz klare Leseempfehlung!

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