Langatmige Geschichte mit flacher Protagonistin
Little HollywoodLeo hat gerade ihr Abi gemacht und muss sich diesen Sommer entscheiden, was sie mit ihrem Leben anfangen möchte. Ihr Traum, in Köln zu studieren wird überschattet von einer depressiven Mutter und Leos ...
Leo hat gerade ihr Abi gemacht und muss sich diesen Sommer entscheiden, was sie mit ihrem Leben anfangen möchte. Ihr Traum, in Köln zu studieren wird überschattet von einer depressiven Mutter und Leos Sorge um ihren kleinen Bruder Ben. Zudem gibt es in ihrer Heimat Olli, den sie vor kurzem das erste mal geküsst hat und Jo aus der örtlichen Videothek, mit dem sie zunehmend Zeit verbringt.
Der Schreibstil von Inga Hanka ist zwar größtenteils flüssig, dennoch habe ich mich – besonders zu Beginn – mit dem lesen sehr schwer getan. Zu Leo als Protagonistin konnte ich gar keine Verbindung aufbauen. Sie sagt zwar, eine Leidenschaft für Filme zu haben, abgesehen von regelmäßigen Besuchen in der Videothek habe ich davon aber wenig gespürt. Ansonsten ist sie der „typische“ Teenie, streitet sich mit ihrer Mutter, säuft und hat Respekt vor der Zukunft. Das alles war für mich dann doch zu sehr Klischee. Jo hingegen war schon interessanter. Es dauert relativ lange, bis man mehr über ihn erfährt und er wirkt etwas tiefgründiger.
Inhaltlich konnte mich die Geschichte leider auch nicht wirklich mitnehmen. 2/3 des Buches passiert nur sehr wenig. Dafür wurden die typischen Probleme ins letzte Drittel gequetscht. Größtenteils ohne, dass eine Szene sich vernünftig entwickeln konnte oder eine verständliche Auflösung kam. Über große Teile hat mich „Little Hollywood“ eher gelangweilt was schade ist, da ich mir aufgrund des Klappentextes und der Leseprobe deutlich mehr erhofft habe. Insgesamt würde ich das Buch eher nicht weiterempfehlen.