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Meinungen aus der Lesejury

Veröffentlicht am 28.04.2023

Was wäre, wenn man die Zeit zurückdrehen könnte

Going Back – Wo fing das Böse an?
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Jen beobachtet, wie ihr Sohn Todd einen Mann ersticht. Wer ist der Fremde? Und was steckt hinter der Tat? Auf der Suche nach Antworten taucht Jen in die Vergangenheit ein - im wahrsten Sinne des Wortes…
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Gillian ...

Jen beobachtet, wie ihr Sohn Todd einen Mann ersticht. Wer ist der Fremde? Und was steckt hinter der Tat? Auf der Suche nach Antworten taucht Jen in die Vergangenheit ein - im wahrsten Sinne des Wortes…
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Gillian McAllister hat ihren Thriller-Plot mal anders konzipiert. Es ist gerade die untypische Herangehensweise, die die Story interessant macht. Hier werden die Gesetze der Realität außer Kraft gesetzt. Nach der Tat läuft die Geschichte rückwärts. Jen findet sich in einer Zeitschleife wieder. Morgen ist plötzlich gestern. Und immer weiter geht es zurück. Das Ziel: Der Ursprung des Bösen. Hört sich irre an und ist in der Tat ziemlich Mindf***ing. Aber auch faszinierend.
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GOING BACK wartet mit zahlreichen Enthüllungen und immer neuen Twists auf. Gleichzeitig wird dieser Thriller fast schon philosophisch, weil im Verlauf der Handlung unweigerlich elementare Fragen aufgeworfen werden. Das ist ungewöhnlich und gleichzeitig spannend. Einen Stern ziehe ich in der Bewertung ab, weil es für den Kopf zuweilen auch etwas anstrengend wird. Außerdem ist mir der Schluss zu sehr Hollywood mit einem beruhigenden Seelenschmeichler Happyend.
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Fazit: Dieser Thriller ist raffiniert anders. GOING BACK liefert Spannung gepaart mit viel Nachdenk-Potenzial. Alles in allem ein filmreifer Thriller-Stoff.

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Veröffentlicht am 28.04.2023

Psychologisch ausgetüftelt

Die Wahrheit
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Ein Doppelmord, drei Verdächtige und nur eine Wahrheit. Das Ehepaar Rytter ist tot. Bill, Karla oder Jennica - wer von ihnen ist der Täter?
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"Die Wahrheit" ist originell anders konstruiert. Wir erfahren ...

Ein Doppelmord, drei Verdächtige und nur eine Wahrheit. Das Ehepaar Rytter ist tot. Bill, Karla oder Jennica - wer von ihnen ist der Täter?
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"Die Wahrheit" ist originell anders konstruiert. Wir erfahren direkt zu Beginn von der Auffindesituation der Toten. Wie es dazu gekommen ist, wird scheibchenweise enthüllt. Ermittler spielen dabei keine Rolle. Die Charaktere dürfen sprechen. Die Kapitel werden im Wechsel aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Kurz werden dazwischen Auszüge aus Vernehmungsprotokollen eingestreut. Alles in allem werden die Leser*innen durch den Aufbau sehr geschickt durch die Geschichte gelenkt.
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Der Roman kommt insgesamt ruhig daher. Fast schon unspektakulär. Die Story erweckt zuweilen den Anschein, als würde gar nicht viel passieren. Ein Trugschluss, denn tatsächlich gärt es ständig unter der Oberfläche. Dabei entwickelt sich die Handlung sehr dynamisch. Immer wieder ändert sich das Bild, dass man hat. Dadurch muss man seine Einschätzung der Situation und Personen laufend relativieren und neu überdenken. Der Plot ist also auf psychologischer Ebene sehr geschickt aufgebaut, wodurch ein subtiler Spannungsbogen entsteht.
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Die Handlung baut sich Stück für Stück auf. Die Beklemmung nimmt stetig zu. Das Ende hat mich überrascht - auch, wenn ich mir abschließend doch nochmal einen etwas größeren Knallefekt gewünscht hätte. Das hätte aber eigentlich gar nicht ins Gesamtbild gepasst. So erscheint die Auflösung auf den ersten Blick fast lapidar. Auf den zweiten geht sie aber ganz schön unter die Haut. Ich habe die Geschichte letztendlich mit einem Gefühl schauriger Kälte verlassen.
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Fazit: "Die Wahrheit" war mein erster Roman von Mattias Edvardsson. Ein schwedisches Drama, dessen Inszenierung mich faszinieren und in den Bann ziehen konnte. Edvardsson schreibt packend und elegant. Ich bin mir sicher, dass ich noch mehr von ihm lesen werde.

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Veröffentlicht am 24.04.2023

Eine Hochzeit und vier Todesfälle

Halliggift (Ein Minke-van-Hoorn-Krimi 3)
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Da sag' noch einer, auf ner Hallig sei nichts los. Midsand tickt da anders. An diesem erfundenen Schauplatz wird jedenfalls fleißig gemordet…
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Darum geht’s: Die Vorbereitungen für das traditionelle Biikebrennen ...

Da sag' noch einer, auf ner Hallig sei nichts los. Midsand tickt da anders. An diesem erfundenen Schauplatz wird jedenfalls fleißig gemordet…
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Darum geht’s: Die Vorbereitungen für das traditionelle Biikebrennen laufen. Nach dem Kirchenkaffee bricht die Chorleiterin zusammen und stirbt. Kommissarin Minke van Hoorn kommt einem Giftmörder auf die Spur.
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HALLIGGIFT ist der 3. Band einer Nordseekrimireihe, den man aber auch ohne Vorkenntnisse lesen kann. Mit unter 300 Seiten eignet sich das Buch perfekt für Zwischendurch. Der Krimi ist angenehm leicht und spannend zu lesen, so dass man nochmal schneller durch die Seiten fliegt.
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Der Regionalkrimi zieht seine Leser*innen direkt rein in die beschaulich-raue Hallig-Welt. Dabei wird auf den vergleichsweise wenigen Seiten ganz schön viel untergebracht. Atmosphäre und Erzählstil sind sehr dicht. Auch die Charaktere haben mir viel Spaß gemacht. Allen voran Minkes Bruder Bo. Der Rechtsmediziner sitzt nach einem Ski-Unfall mit zwei gebrochenen Beinen im Rollstuhl. Weil ihm die Decke auf den Kopf fällt, will er in dem Fall trotzdem unbedingt mitmischen. Das sorgt für Schmunzel-Momente, ebenso wie Minkes Assistentin Lisa, die mit ihrem schwäbischen Zungenschlag im hohen Norden auffällt, wie ein bunter Hund.
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Der Fall ansich hat mir auch gefallen. Es gibt immerhin mehrere Tote, viele Verdächtige und Geheimnisse. Das sorgt für einen guten Spannungsbogen. Die Autorin nutzt das Stilmittel von Tagebucheinträgen, die sie jedem Kapitel voranstellt. Hier ist unklar, wer schreibt und was das mit dem aktuellen Geschehen auf der Hallig zu tun hat. Erst allmählich sieht man Zusammenhänge. Die Auflösung hält dann eine Wendung bereit, die mich komplett überraschen konnte.
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Fazit: HALLIGGIFT ist wieder mal eine schöne Krimi-Entdeckung. Ich habe Lust bekommen, die ersten beiden Bände nachträglich zu lesen - wenn dafür mal Zeit wäre. Ich möchte die Reihe künftig aber gerne weiterverfolgen.

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Veröffentlicht am 20.04.2023

Viel Theater um die Liebe

Rosebery Avenue, Band 1 - Acting Brave
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Cozy New Adult. Schönes Setting. Zarte Gefühle. Danach stand mir jetzt einfach mal der Sinn. Mit "Acting Brave" hatte ich ein paar nette Wohlfühl-Lesestunden zwischendurch. Kopf aus. Herz an. Ja, das muss ...

Cozy New Adult. Schönes Setting. Zarte Gefühle. Danach stand mir jetzt einfach mal der Sinn. Mit "Acting Brave" hatte ich ein paar nette Wohlfühl-Lesestunden zwischendurch. Kopf aus. Herz an. Ja, das muss auch mal sein!
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Darum geht’s: Für Audrey wird ein Traum wahr. Ihr erstes selbst geschriebenes Theaterstück wird auf die Bühne gebracht. Der Hauptdarsteller ist ausgerechnet Miles, der Audrey mal viel bedeutet und sie dann tief verletzt hat…
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Das Buch hält, was das Cover verspricht. Schön war meine Stippvisite in Chesthill - und besonders im Theater auf der Rosebery Avenue. Wegen des Theater-Settings wollte ich dieses Buch lesen. Zwischen erster Probe und Premiere geht es um Träume, Freundschaft und Liebe. Die Akteure im Buch sind allesamt süß. Man kann nicht anders, als sie zu mögen. Auch, wenn sie sich manchmal doch etwas selbst im Weg stehen. Aber gut, die Protas hier sind Anfang 20 und noch dabei, sich selbst und ihren Weg zu finden. Und ein bisschen Drama braucht doch jeder NA-Roman, oder? Es gibt auch eine Triggerwarnung zu etwas brisanteren Inhalten, die hier thematisiert werden. Aber die ist eigentlich vollkommen unnötig (zumindest aus meiner Sicht), weil alles insgesamt einfach so leicht und nett und unbeschwert verpackt ist. Die Autorin schreibt und beschreibt einfach schön. Selbst in etwas düsteren Momenten, bleibt dem Roman eine leicht naiv anmutende Leichtigkeit erhalten. Gut, da merkt man, dass die Story sich insgesamt doch eher an eine jüngere Zielgruppe richtet. Aber im Herzen bleibt man doch immer Mädchen…
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Fazit: "Acting Brave" ist weder allzu tiefgründig, noch besonders überraschend, geschweige denn anspruchsvoll. Ich habe aber auch nichts dergleichen erwartet. Das Buch ist einfach rundum nett. Nach sowas war mir gerade. Und gut ist.

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Veröffentlicht am 17.04.2023

Auf der Suche nach dem Besonderen

Nachtjagd
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"Nachtjagd" von Jan-Erik Fjell ist einer dieser Thriller bei dem eigentlich vieles stimmt. Ich mochte den Schreibstil, die Storyline und die Charaktere - und trotzdem hat sich keine rechte Begeisterung ...

"Nachtjagd" von Jan-Erik Fjell ist einer dieser Thriller bei dem eigentlich vieles stimmt. Ich mochte den Schreibstil, die Storyline und die Charaktere - und trotzdem hat sich keine rechte Begeisterung bei mir eingestellt.
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Darum geht’s: Am Ufer eines Sees in Norwegen wird die geschundenen Leiche einer jungen Frau gefunden. Alles deutet darauf hin, dass es sich um ein neues Opfer des flüchtigen Serienmörders Stig Hellum handelt.
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Der Plot wird noch durch weitere Handlungsstränge und Ereignisse angereichert. Ich war also auf der Suche nach einem großen Zusammenhang. Teilweise habe ich die Story dabei als etwas in die Länge gezogen empfunden. Ich habe ein unbändiges Spannungsgefühl vermisst. Irgendwas hat mir zum Thriller-Glück gefehlt. Was genau kann ich nicht sagen. Ich hatte beim Lesen aber bis zum Schluss so ein diffuses Hmmm-Gefühl im Magen.
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Dabei will ich den Thriller keinesfalls schlecht reden. Jan-Erik Fjell schreibt angenehm und flüssig. Von den Protagonisten konnte mich vor allem der Ermittler Anton Brekke begeistern. Aus Gründen, die ich hier nicht spoilern möchte, kommt man ihm besonders nah. Das Manko ist irgendwie, dass mich die Story in ihren vielen Einzelteilen erreicht hat, aber nicht in ihrer Gesamtheit. Der Thriller ist wirklich nicht schlecht. Leider hat sich bei mir nur keine richtige Verbindung und Sogwirkung eingestellt.
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Fazit: Ich spreche keine unbedingte Empfehlung aus, möchte aber auch nicht von dem Thriller abraten. Ich bin generell ein großer Fan von Nordic Noir. Die typische Sogwirkung ist bei mir diesmal aber ausgeblieben.

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